Bild dir eine Meinung – Polarisierung durch die Medien

oder auch Wahrheit ist, was die Schlagzeilen einer Zeitung daraus machen.

Eine der Bild-Schlagzeilen der letzten Tage war für uns Katzenliebhaber der absolute Horror.

Textauszug – Quelle:

Süßer Kater stirbt qualvollen Tod – Mann spült Katze ins Klo

Plauen – Wir sehen das grausame Ende eines süßen Kätzchens …

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Screenshot Quelle Bild.de

David H. (21) hat den geliebten Kater seiner Freundin in die Toilette gestopft und die Spülung betätigt – „Tiger“ (2) verendete qualvoll. Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz steht der Lagerarbeiter nun in Plauen (Sachsen) vor Gericht.

Per SMS schrieb H. seiner Freundin Mandy H. (20), dass mit ihrem Kater etwas passiert sei. Als die Verkäuferin nach Hause kam, machte sie die schreckliche Entdeckung.

„Zuerst sah ich die mit Blut verschmierte Wand, dann meinen geliebten Kater im Klo“, sagt Mandy H. „Er war wie ein Kind für mich. Ich kann einfach nicht vergessen, wie schrecklich er gestorben ist.“ Ihr Verdacht: Es war ein Racheakt, weil sie sich von H. trennen wollte.

Ein Tierarzt soll nun die genaue Todesursache klären. Der Prozess wird am 28. Januar fortgesetzt.

Aber war wirklich alles so, wie es die Bild schreibt?

War es nicht auch so, dass die Freundin selber auch Gründe gehabt haben könnte?

War es nicht so, das die Katze schon zuvor für hitzige Diskussionen sorgte weil es unter Flöhe litt und die Mutter der Freundin, aufgrund offensichtlicher Flohbisse nicht ihren Job als Altenpflegerin antreten durfte?

So dramatisch und verabscheuungswürdig diese Tat auch war bzw. ist, der mutmaßliche Täter und mittlerweile Ex-Freund bestreitet die Tat vehement. Die Flecken an der Wand, die angeblich Katzenblut gewesen sein sollen wurden nicht untersucht und geständig ist er auch nicht.

Wieso sollte nun ein Gericht diesen Mann verurteilen? Es gibt aus der Sicht eines Rechtsstaates keinen Grund dafür, auch wenn es für uns und in unseren Augen bitter klingt und im ersten Moment nicht nachvollziehbar. Aber es gibt keine Zeugen, keine Beweise und kein Geständnis. Und jemanden zu verurteilen nur aufgrund Gerüchte und Hörensagen? Das hatten wir doch schon mal – okay, war im Mittelalter und da betraf es hauptsächlich Frauen, die vermutlich ja Hexen waren….

Das Verfahren wurde eingestellt, der mutmaßliche Täter muss 100 Euro an einen Tierschutzverein bezahlen aber das reicht natürlich einer Zeitung wie Bild nicht.

Und die Leserkommentare, meine Güte mal ganz ehrlich – da frag ich mich ernsthaft wann es bei einem Bild-Abo kostenlos Fackeln und Harken dazu gibt….

Gucken wir uns doch mal die Leserkommentare näher an ein, zwei Leserkommentare näher an

 unglaublich ! Sage ich schon seit Jahren, die deutsche Rechtssprechung ist ein Witz. Dann lieber Zahn um Zahn

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Man sollte das gleiche mit diesem Unmenschen machen.

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 Bild dir eine Meinung

Mal ganz ehrlich, was ist los mit euch? Es gibt _keine_ Beweise, es gibt _keine_ Zeugen und es gibt _kein_ Geständnis.

Es ist ein bedauernswerter Vorfall und es zerreißt mir beim Anblick des Fotos das Herz, aber ich kann nicht jemanden verurteilen nur weil mir XY nun sagt „Vermutlich war es Hans-Martin“.

Wo führt das hin, wenn man Leute verurteilt nur aufgrund irgendwelcher „Mutmaßungen“?

Vor allem, warum glaubt man immer unreflektiert die Aussagen einer einzelen Zeitung? Das Internet ist voll von verschiedenen Berichterstattern, einfach mal querlesen, sich hinsetzen und selber eine Meinung dazu bilden anstatt sich alles vorkauen zu lassen wäre wesentlich sinnvoller.

Aber diesen Fall hatten wir ja bereits einmal als die Bild über die an Pilz erkrankte Katze berichtete.