Rassekunde – Britisch Kurzhaar

Der Rassestandard der Britisch Kurzhaar Katze

  • Typ:

Körper groß bis mittelgroß, muskulös, breite Brust, Schulter und Rücken massiv und gedrungen. Beine und Füße kurz und stämmig. Pfoten rund und kräftig. Der Schwanz ist kurz und dick mit rundem Schwanzende. Massiv und kräftig, aber trotzdem gut proportioniert, mit starkem Knochenbau sollte ein Brite insgesamt den Eindruck einer „runden“, kompakten Katze mit gedrungenem (cobby) Körper machen.

  • Kopf:

Der Kopf ist rund und massiv mit breitem Schädel, sehr stark entwickeltem Hals, kurz und kräftig. Kräftiges Kinn. Nase kurz und breit, gerade, kein Stop, nur leichte Einbuchtung.

  •  Ohren:

Ohren kurz und breit, leicht abgerundet.

  •  Augen:

Augenform groß, rund mit breitem Abstand, weit geöffnet

  •  Fell:

Das Fell ist gleichmäßig kurz und dicht, niemals eng anliegend mit einer dichten, gut isolierenden Unterwolle. nicht zu weich , ein „crisper“ Griff und „plüschig“ vom Körper abstehend. Jedes Haar sollte einheitlich bis zu den Spitzen durchgefärbt sein.

Die Geschichte der Britisch Kurzhaar Katze

Die Geschichte der Britisch Kurzhaar beginnt vor ca. 2000 Jahren, als römische Soldaten die ersten Katzen zur Bekämpfung von Mäusen auf Bauernhöfen und in Lagerhäusern mit nach Britannien brachten. Die Römer wurden von den Inseln vertrieben, aber ihre Katzen blieben und entwickelten sich als britische Variante der Bauernhofkatze weiter. Ob sie sich mit den heimischen Wildkatzen (felis silvestris) verpaarten, ist nicht ganz geklärt, sicher ist nur, dass die Katzen sich aufgrund der isolierten Lage auf den Inseln relativ frei von Einflüssen anderer Katzenrassen vermehren konnten.

Über Jahrhunderte entwickelte sich die kurzhaarige britische Katze ohne jede planvolle Zucht zu robusten, kräftigen Katzen mit wasserabweisendem Fell, die gute Mäusejäger und freundliche, sanftmütige Gefährten waren. Erst um 1800 begann man, die Katzen gezielt im Hinblick auf Farbe und Typ zu züchten.

Britisch Kurzhaar
Silver Ylenia of blue Heaven
Cattery Charbonnel’s

In den adeligen Rassekatzen-Status wurde die “Nationalkatze” der Briten 1871 erhoben, als Harrison Weir, der Urvater aller Katzenausstellungen, die erste Katzenschau im Crystal Palace organisierte. Siegerin dieser Ausstellung (”Best of Show”) wurde eine blaugetigerte britische Kurzhaarkatze, die Weir selbst gehörte.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Britische Kurzhaarkatzen in großer Zahl ausgestellt. Der Typ wurde in den Standards allgemein als kompakt mit großem, rundem Kopf und runden Augen, kurzem, dichtem Fell mit feiner Textur und dichter Unterwolle beschrieben.

Die Ausstellungen im Crystal Palace wurden bis 1936 weiter geführt, als das Gebäude niederbrannte. Aber während auf den ersten Ausstellungen noch fast ausschließlich Britisch Kurzhaar vertreten waren, änderte sich der Geschmack der Katzenliebhaber um 1900. Gefragt waren nun langhaarige Varianten, vor allem Perser, und die exotischen Siamkatzen.

Zu dieser Zeit übertraf die Anzahl von langhaarigen Katzen die der kurzhaarigen auf Ausstellungen um das Vierfache. Eine weitere Modeerscheinung dieser Zeit waren aber auch blaue Katzen, ausgelöst durch zwei blaue Langhaarkatzen, die von Queen Viktoria gehalten wurden. So begannen die Züchter der British Kurzhaar, sich verstärkt auf diese Farbvarietät zu konzentrieren. Gerade die Abgrenzung der blauen Britisch Kurzhaarkatzen gegenüber den ebenfalls blauen russischen Katzen, die seit 1860 nach England importiert wurden, war ein Thema dieser Zeit.

Die Weltkriege hinterließen wie bei den meisten Katzenrassen in Europa auch bei der Britisch Kurzhaar ihre Spuren. In einer Zeit, in der Nahrung knapp war und einen andere Sorgen plagten, als zu entscheiden, welches die schönste Katze ist, gingen viele wertvolle Zuchtbestände verloren. Es wurde schwierig, passende Zuchtkater zu finden. Aus dieser Not heraus entschieden sich die britischen Züchter wie viele Züchter anderer Rassen dazu, die Katzen auszukreuzen, das heißt ihre Katzen mit Katern anderer Rassen zu verpaaren. Nachdem Kreuzungen mit unregistrierten Hauskatzen nicht den gewünschten Erfolg brachten, da die Nachfahren an Typ verloren, fiel die Wahl auf den Perser. Nachfahren solcher Kreuzungen wurden aber erst nach drei Generationen reiner Zucht mit Britisch Kurzhaarkatzen als Britisch Kurzhaar anerkannt. Eine schwierige Prozedur, die das Interesse an der Britisch Kurzhaar nicht unbedingt förderte.

Dieser Auskreuzungen blieben auch nicht ohne Folgen für die Rasse der Britisch Kurzhaar, deren Erscheinungsbild sich durch den fremden Einfluss zu ändern begann. Wiesen die Katzen vor dem Kreuzungsprogramm eher kleinere Köpfe als heute mit längeren Nasen, lange, schlanke Hälse und elegante Körper auf und waren damit eher der Europäischen Kurzhaar vergleichbar, entwickelten sie sich zunehmend zu Katzen mit kurzen Nasen, breiten Backen und kurzen, bulligen Körpern, die ja bereits in den ersten Standards auch gefordert waren. Selbstverständlich wurden diese Katzen auch auf Ausstellungen bevorzugt, so dass sich die Entwicklung des Briten zum heutigen eher runden Typ weiter beschleunigte.

Eine weitere Rasse, mit der gerade nach dem zweiten Weltkrieg Kreuzungen unternommen wurden, waren die Kartäuser aus Frankreich. Auch deren Züchter hatten Probleme mit den durch den Krieg dezimierten Zuchtbeständen und griffen auf blaue Britisch Kurzhaarkater zurück, um ihren Bestand zu vergrößern. Die Züchter der Britisch Kurzhaar profitierten von den Kreuzungen, da sie mit den blauen Kartäusern die bei den Briten so beliebte blaue Farbe bei ihren Katzen verbessern konnten, was allerdings wieder auf Kosten des Typs ging, so dass erneut Perser eingekreuzt wurden.

Die Vermischung von Kartäusern, Britisch Kurzhaar und Persern führte dazu, dass im Jahr 1970 der europäische Katzenzuchtverband FIFe zu den Ausstellungsklassen “Kartäuser” für alle blauen Kurzhaarkatzen und “Britisch Kurzhaar” für alle anderen nicht blauen Kurzhaarrassen diesen Ursprungs einführte. Erst nach langen Protesten der Kartäuserzüchter wurde diese Einteilung 1977 wieder zurückgenommen. Seitdem dürfen blaue Britisch Kurzhaar eigentlich nicht mehr als Kartäuser bezeichnet werden. Die offizielle Rassebezeichnungen sind “Chartreux” (CHA) und “Britisch Kurzhaar” (BKH oder engl. BRI).

Eine ähnliche Auseinandersetzung gab es mit den Züchtern der Europäischen Kurzhaar, die besonders in den skandinavischen Ländern beliebt war und ist. Dort wird sie noch heute als Rassekatze gezüchtet und erhält ebenso wie jede andere Rassekatze Stammbäume. Bis in die 1980er Jahre hinein wurden Europäisch Kurzhaar zusammen mit den Britisch Kurzhaar in einer Klasse gezeigt, in der die sich zu immer rundlicheren Tieren entwickelnden Briten meist bevorzugt wurden. Die skandinavischen Züchter wollten den von ihnen favorisierten Katzentyp aber beibehalten und drängten Anerkennung der Europäisch Kurzhaar, die sie schließlich von der FIFe erhielten.

Den Sprung über den großen Teich in die USA schafften die ersten Britisch Kurzhaarkatzen bereits um 1900 und sind damit wahrscheinlich Mitbegründer der Rasse der American Shorthair. Bis 1950 wurden die importierten Britisch Kurzhaar in den USA als Hauskatzen (Domestic Shorthair) registriert. Erst 1967 änderte sich das, als Mrs. Levy von Long Island zwei blaue Britisch Kurzhaarkatzen importierte. Sie zeigte diese Tiere bei Ausstellungen zweier großer Zuchtverbänden der damaligen Zeit in den USA, bei der CFF und der ACA mit großem Erfolg.

Doch weiterhin wurden Britische Kurzhaarkatzen als Domestic Shorthair oder American Shorthair registriert, bis sich schließlich amerikanische Züchter darüber beklagten, da die britischen Katzen auf Ausstellungen besser abschnitten als ihre Tiere. Aber erst 1980 wurde den Britisch Kurzhaar von der CFA, einem der größten Zuchtverbände der USA und weltweit, der Championstatus zuerkannt.

In Europa erlangten die Britisch Kurzhaarkatzen vor allem auch durch ihr Auftreten in Werbespots für Whiskas (die Silber Classic Tabby Britisch Kurzhaar) und Sheba (die blaue Britisch Kurzhaar) große Beliebtheit.

Weitere Farben als die bereits genannten sind blau, lilac, creme, choco, schwarz, weiß, rot, fawn. cinnamon. Alle Farben gibt es auch in Tabby (classic, mackerel, spotted, ticked, shaded, chinchilla, smoke) mit und ohne Silber/z.t. auch Gold.  Natürlich gibt es auch Bi-und Tricolor sowie alles in Point-Varianten.

Kommentar verfassen