Der Heimtiermarkt – große Emotionen und hohe Gewinne

Der Heimtiermarkt – Keine andere Branche ist derzeit so heiß umkämpft und umworben wie die Heimtierbranche. Es vergeht kaum ein Monat in dem nicht ein neuer Hersteller von Zubehör oder Tierfutter auf den Markt drängt.

Und angesichts der Flut an teilweise hochwertigen Futtersorten steht nicht selten der Heimtierhalter vor der Frage „Welches ist nun gut“ und warum eine so extrem große Auswahl und Anbieter.

Aber die Erklärung liefern hier die Zahlen des ZZF und IVH. Und die wollen wir uns hier ein wenig genauer ansehen.

Der Heimtiermarkt in Deutschland

Während der Markt für Trockenfutter deutlich rückläufig ist, ist er bei Nassfutter angestiegen bzw. seit 2016 ebenfalls etwas rückläufig.

In dieser Statistik sind aber keine BARF-Shops etc. berücksichtigt wie man mir seitens ZZF bestätigte, was den Verdacht bestärkt, das immer mehr Katzenhalter auch zur Rohfütterung ihrer Vierbeiner übergehen.

Besonders wenn man sich dann die Anzahl der Katzen in den deutschen Haushalten ansieht fällt einem der signifikante Unterschied auf.

Bei der Anzahl der Katzen in den deutschen Haushalten ein eindeutiger Anstieg von 3,87% aufzuzeigen ist, stagniert der Handel mit Nassfutter bzw. ist rückläufig.

Allerdings muss man hier fairerweise sagen, die obigen Zahlen sind auf dem stationären Handel bezogen. Genaue Auswertungen über den Internethandel in dem Segment liegen aktuell nicht vor.

Passenderweise bekam ich aber die Tage nun die neue Statistik aus den Staaten, in denen sehr wohl die Rohfütterung berücksichtigt wurde. Und man sieht dass in den USA ein enormer Wachstumstrend in Richtung Roh- bzw. Fleischfütterung abzeichnet. So konnte von 2012 bis 2016 der Umsatz von 117 US$ auf 393 US$ gesteigert werden.

Schick sind auch die Umsatzzahlen, die mir aus Amerika bezüglich der größten Heimtierfutterproduzenten in Westeuropa vorgelegt werden. Hier ist der Spitzenreiter mit 721,10 US$ die Firma Deurer im Baden-Württembergischen Bretten, gefolgt von der Heristo AG (Saturn petcare / animonda) mit 700 US$ die Produktionsstandorte in Deutschland und den Niederlande hat.

Der Internetriese Zooplus

Der wohl größte Internetanbieter in Bezug auf Heimtiere ist wohl Zooplus. Kein anderes mir bekanntes Unternehmen hat in diesem Bereich so ein enormes Wachstum in den letzten Jahren aufzuweisen gehabt.

Die Zahlen für 2016 sprechen ein sehr deutliches Bild in Bezug auf Umsatzwachstum. So konnte laut Zooplus ein Umsatzwachstum von 27,7% gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Leider geben die Zahlen keinen Aufschluss darüber wie sich dies genau zusammensetzt.

Und wenn man bedenkt das Zooplus über 4,8 Mio. aktive Kunden aufweist, weiß man das hier noch Wachstumspotential ohne Ende ist.

Der Blick in den Geschäftsbericht 2016 von Zooplus offenbart aber noch einige andere durchwegs interessante Dinge.

So scheinen die deutschen Kunden, die 26% des Gesamtumsatzes für Zooplus erwirtschaften, besonders treue Kunden zu sein immerhin beträgt die Wiederkaufsrate sagenhafte 92%!

Bei 16,3 Mio. Bestellungen mit einem durchschnittlichen Warenwert von 56 Euro kann man auch ungefähr erahnen welche Mengen an Tiernahrung und Zubehör bei Zooplus bewegt werden.

(Alle Zahlen wurden dem Geschäftsbericht von Zooplus entnommen)

Aber auch Fressnapf ist weiter auf Erfolgskurs

Seit mittlerweile 25 Jahren, seit 1992, betreibt Fressnapf in Deutschland den größten Teil seiner Märkte im Franchisesystem. Eine erfolgreiche und partnerschaftliche Beziehung zwischen den Franchisepartnern und der Unternehmenszentrale steht dabei im Vordergrund, was auch durch den F&C Awards Franchisepartnerzufriedenheit in Gold 2017 zum 4. Mal bestätigt wurde.

In einer anonymen Umfrage haben mehr als 90% aller Franchisepartner angegeben, sie würden sich wieder für Fressnapf entscheiden.

Auch im internationalen Bereich wird die Zusammenarbeit zwischen der Unternehmenszentrale und den Country Managern in den jeweiligen Ländern groß geschrieben. Außerhalb Deutschlands werden die Märkte im Filialsystem betrieben.

Die Country-Manager stammen üblicherweise aus dem jeweiligen Land, kennen Sprache und Begebenheiten und sind somit optimale Ansprechpartner für Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner und die Unternehmenszentrale in Krefeld.

In den kommenden Jahren plant die Fressnapf-Gruppe insbesondere eine starke stationäre Expansion mit mehr als 800 neuen Märkten. Zu den Fokusmärkten zählen dabei Deutschland, Italien, Frankreich und Polen. Auch der Online-Shop wird sukzessive international ausgerollt.

Die Fressnapf-Gruppe beschäftigt mehr als 5.500 Mitarbeiter in den eigenen Märkten, in der Unternehmenszentrale und den Logistikzentren. Bei den nationalen Franchisepartnern sind darüber hinaus rund 5.000 Mitarbeiter beschäftigt. Europaweit arbeiten damit mehr als 10.000 Menschen bei der Unternehmensgruppe (Stand 31. Dezember 2016).

Umsatzwachstum bei Fressnapf

Aber auch das Umsatzwachstum bei Fressnapf kann sich sehen lassen mit 5,8% auf insgesamt 1.184 Mio. in Deutschland. Die Fressnapf-Gruppe gesamt machte einen Umsatz von 1.858 Mio. Euro was einem Gesamtwachstum von 7,50% entspricht.

Deutschlandweit wurde dies mit insgesamt 879 (+11) Märkten erwirtschaftet und die Gesamtanzahl der Märkte beläuft sich auf 1.378 (Stand Dezember 2016)

Regional wird im Heimtiermarkt neu definiert

Wir in Deutschland verbinden das Wort regional mit einem max. Umkreis von 200 km. Und wenn nun auf einem Produkt steht „Regionales Erzeugnis“ sind wir der Überzeugung das dieses Produkt bzw. die Rohstoffe dafür aus der unmittelbaren Umgebung kommen.

Allerdings habe ich im Laufe meiner Recherchen und Futtertests herausgefunden, dass regional für einige Hersteller wirklich ein sehr, sehr dehnbarer Begriff ist.
Ist es für einige Hersteller wirklich das nahe Umfeld kann es für den nächsten schon eher ganz Europa sein.

Ganz niedlich ist hier auch ein amerikanischer Trockenfutterhersteller der gerne mal im Wind wippende Getreidefelder zeigt im Sonnenuntergang und mit regional wirbt vollmundig werden da die Hühnerzüchter aus den Prärien Albertas angepriesen. Wenn man bedenkt das Alberta flächenmässig doppelt so groß wie Deutschland ist kommt man schon ein wenig ins Grübeln 🙂

Emotionen beleben den Heimtiermarkt

Was begeistert das liebende Herz einer „Katzenmutti“ mehr als wenn sie ihrem kleinen Liebling ein Futter in den Fressnapf geben kann auf dem steht „My little Darling“ oder gar „Miss you“ und ein Hauch „Poésie“ darf es gerne mal sein.

Und das unsere Katzen sowieso alle ein Star sind wie uns das Futter „My Star is a …..“ suggeriert,  brauchen wir ja wohl gar nicht wegdiskutieren.

Gerne greifen wir ins Regal, lassen uns blenden und unseren Emotionen freien Lauf. Sei es weil sie, durch ein wunderschönes entzückendes Bild eines Kätzchens das sich wohlig räkelt, geweckt werden oder aber durch so klangvolle Namen wie „My Sweetheart“ oder ähnliches.

Ja wir liebenden Sklaven unserer Fellnasen sind schon sehr manipulierbar und alle wollen natürlich nur eines,  unsere Fellnasen sich glücklich machen durch unser Geld.

Aber solange die „Humanisierung“ in der Haustierhaltung weiter so anhält, so lange werden wir uns weiter manipulieren lassen – der eine mehr, der andere weniger.


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