Katzen – Gefahren im Haushalt – Taubertalperser

Gefahren im Haushalt – immer wieder falle ich im Internet in manchen Gruppen und Foren über Fotos von Katzen bei denen ich mir denke „Na hoffentlich seid ihr euch den Gefahren bewusst, denen ihr euer Tier sicherlich unbewusst, aussetzt“.

All denjenigen ist dieser Beitrag gewidmet, nicht mit dem mahnend erhobenen Zeigefinger sondern eher als Hinweis und Ratschlag.

Denn eines wollen wir alle nicht, weder ihr noch ich. Nämlich, dass euer vierbeinige Liebling sich verletzt oder gar schlimmeres passiert.

Gefahren im Haushalt

Im Haushalt verstecken sich oft ganz viele Gefahren für unsere Fellnasen, Gefahren die wir nicht gleich als solche erkennen aber wenn was passiert ist es leider etwas zu spät.

Aus diesem Grund gibt es hier eine kleine „Checkliste“  mit dem einen oder anderen Tipp und vielleicht ist für den einen oder anderen noch ein Punkt dabei, den er nicht bedacht hatte. Zu manchen Punkten habe ich hier bereits einiges erfolgreich getestet, so dass ich euch einen entsprechenden Link zu einem Produkttest/Produktvorstellung geben kann.

Aber seid euch sicher, selbst wenn ihr denkt ihr habt an alles gedacht, eure Katzen finden genau dies, an das ihr noch nicht dachtet :-)

  • gekippte Fenster – mit Kippfensterschutz sichern und/oder Katzennetz anbringen und das Fenster nur noch komplett öffnen.
    Gekippte Fenster können monatelang uninteressant sein für die Katze und dann, ein Vogel, ein Geräusch oder ein anderes Flattertier erregen  die Aufmerksamkeit und schön ist es geschehen. Nicht immer gehen solche „Abenteuer“ glimpflich aus und es endet dann in der Tierklinik mit der Katze.
    Es gibt ja viele verschiedene Anbieter für einen Kippfensterschutz aber ich denke wir haben den perfekten Kippfensterschutz in der Zwischenzeit gefunden und ausreichend getestet – Produkttest 
  • Balkone – mit Katzennetzen sichern, auch Katzen können vom Balkon stürzen und sich verletzen. Und nichts ist schlimmer als wenn man seine Katze stunden- oder tagelang suchen muss weil sie panisch davon gelaufen ist oder auf dem Gehweg liegt mit gebrochener Hüfte. Ein Anblick den man sich ersparen kann wenn man seinen Balkon hinreichend sichert.
    Aber bitte verlasst euch nicht auf die Sicherheit des Katzennetzes. Achtet darauf ist es fest/locker genug gespannt das eure Katze nicht drüber klettern kann. Ist die Maschenweite eng genug, damit die Katze nicht ihren Kopf durchstecken kann. Wenn ihr es schon länger angebracht habt solltet ihr es regelmäßig auf Beschädigungen kontrollieren. Nichts hält leider ewig und so kann manch sicher wirkendes Netz zur Falle für eure Katzen werden.
    Bei uns hat sich das Katzennetz von Trixie 44293 sehr bewährt. Es ist olivgrün und drahtverstärkt aber es gibt noch viele andere Anbieter von hochwertigen Katzennetzen. Aber egal zu welchen Netzen ihr greift achtet bitte darauf, dass die Maschenweite nicht zu groß ist und dass sie drahtverstärkt sind.
  • heiße Herdplatten – auch wenn sie es „eigentlich“ nicht dürfen. Wir können es leider nicht verhindern, dass unsere Katzen in der Küche auf die Arbeitsplatte springen und dann mit einer Gelassenheit, wie es nur Katzen möglich ist, über den Herd laufen.
    Normalerweise merken Katzen es sehr gut, dass etwas heiß ist und meiden dies aber im Spiel etc. kann es dann schon mal passieren – autsch.
    Aus diesem Grunde die heißen Herdplatten einfach mit einem Topf kalten Wasser abdecken.
    Es gibt auch Ceranfelder die mittels Fingerdruck eingeschaltet werden können so wie unser Herd. Wir haben uns aus diesem Grund eine Abdeckplatte von meinen Kollegen basteln lassen, damit die Katzen nicht unbeabsichtigt den Herd einschalten.
  • heiße Bügeleisen – ich denke hier muss ich nicht extra erwähnen, dass man heiße Bügeleisen entsprechend sichert und nicht unbeaufsichtigt stehen lässt.
  • brennende Kerzen – hier gibt es im Fachhandel bereits wunderschöne Alternativen mit LED, sogar mit flackernden Licht. Ansonsten gilt es die brennenden Kerzen außerhalb der Reichweite unserer Fellnasen aufzustellen.
  • Mikrowelle, Trockner, Waschmaschine – (nicht offenstehen lassen, vor dem Benutzen prüfen ob keine Katze darin ist)
  • Stromkabel – Stromkabel sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Katzen, aber auch für uns. Angenagte, blanke Kabel stellen eine potentielle Gefahrenquelle dar und dadurch entstehende Brände sind gar nicht so selten. Hier schützt ihr euch und eure Katzen am besten davor in dem ihr Kabelbinder bzw. Kabelkanäle nutzt. Sehen nicht nur schöner aus sondern schützen euch und eure Lieben vor Gefahren.
  • Schlitze und Öffnungen zwischen Schränken und Möbeln – man soll es gar nicht für möglich halten wo Katzen überall „reinpassen“. Wobei dieses reinpassen eigentlich nicht stimmt, sie kommen zwar rein aber meist nicht mehr ohne fremder Hilfe raus und wenn man nicht mitten in der Nacht (2 Uhr morgens ist dafür ein absolut geeigneter Zeitpunkt) seine Einbauküche in Teile zerlegen möchte oder aber das Bett abbauen täte man gut daran entsprechende Schlitze und Öffnungen abzudecken, so dass die Katze da nicht hinein „entschwinden“ kann und ihr nicht Mitten in der Nacht zum Akkuschrauber etc. greifen müsst.
  • Giftige Pflanzen – wohl dem, der einen grünen Daumen hat, ich gehöre da nicht dazu aber doch gibt es bei mir Pflanzen die munter drauf loswuchern. Achtet bitte darauf welche Pflanzen ihr ein Zuhause gebt. Giftige Pflanzen gehören nicht in einen Katzenhaushalt oder gehören außer der Reichweite von euren Katzen.Giftpflanzendatenbank
  • Gießkanne mit (Rest) Düngemittel/Mittel zur Schädlingsbekämpfung – was wir oft unterschätzen oder gar nicht daran denken sind die Pflanzen in unserem Heim, die Gießkanne mit dem restlichen Flüssigdünger oder aber diverse „Sprays“ oder ähnliches für die Schädlingsbekämpfung. Hier solltet ihr tunlichst darauf achten, dass die Katzen nicht an Reste dran kommen und wenn ihr eure Pflanzen im Wohnzimmer düngt achtet darauf, dass die Katzen nicht mit den Pfoten in die Erde tapsen können (eventuell mit entsprechenden Gitter/Steinen abdeckten  und nicht offenstehen lassen). Aber selbstverständlich sind nicht nur Flüssigdünger eine Gefahr auch Blaukorn ist nicht unbedenklich und sollte entsprechend gesichert werden.
  • Reinigungsmittel/Desinfektionsmittel – ihr solltet keine Reinigungsmittel egal wie „natürlich“ oder „ungefährlich“ sie auch sein mögen offen stehen lassen. Bei einigen Reinigungsmitteln empfiehlt es sich sogar nach dem Hausputz gut zu lüften bis sich die Rückstände verflüchtigt haben.
    Und bevor nun wieder die „Swiffer“-Thematik aufkommt, nein bei der Geschichte mit den Swiffer-Tücher handelt es sich um eine jahrelange gut gepflegte Falschmeldung nicht nur wir haben hier in unserem Blog schon darüber berichtet sondern auch Mimikama.
  • Teebaumöl/Schwarzkümmelöl – auf keinen Fall Katzen verabreichen oder äußerlich anwenden
  • Jod (auf keinen Fall zur Behandlung von Verletzungen verwenden)
  • Duftöle /Lampenöle (nicht offenstehen lassen)
  • Medikamente – ich denke es versteht sich von selbst, dass man Tabletten bzw. allgemein Medikamente nicht offen herumstehen lässt und sie gut verstaut. Entweder in einer entsprechenden schönen Plastikbox(gut wegpacken, z. B. in eine nette Plastikbox, welche die Medikamente zudem noch vor Feuchtigkeit schützt)
  • Mottenkugeln (giftig)
  • Zahnseide & Wattestäbchen – ich werde es nie verstehen, warum Katzen so scharf auf Wattestäbchen sind aber so niedlich es auch aussieht wenn sie damit durch die Wohnung tigern, so gefährlich können diese Teile beim Verschlucken sein und die Gefahr eines Darmverschluss ist hier enorm hoch.
  • Toilette – etwas was man ja nicht glauben mag, aber doch ist die Toilette des Menschen eine potentielle Gefahrenquelle für unsere Katzen.


Es empfiehlt sich hier (Katzen erziehen uns mehr oder weniger perfekt) immer den Klodeckel runter zu klappen.  Nicht nur die Gefahr des ertrinken ist hier gegeben sondern auch verwendet der eine oder andere einen Duftstein und dies kann zu Vergiftungen bei den Katzen führen.
Und wer nun denkt es betrifft nur kleine Katzen und hier sollte man besondere Vorsicht walten lassen, weit gefehlt, ich durfte schon eine triefendnasse Fitzi aus der Toilette heben :-) Fragt nicht …… es war unbeschreiblich, nur zum Glück war ich vor Ort und dies spielte sich in Sekundenschnelle ab.

  • Messer, Schere, Nadeln, spitze Gegenstände – ihr kennt sicher noch alle den Kinderreim „Messer, Gabel, Scher‘ und Licht, ist für kleine Kinder nicht“ – dies kann man 1:1 auch auf Katzen anwenden auch wenn es sich hier nicht so gut reimt. Einfach immer alles sofort wegräumen und nicht offen liegen lassen.
  • lange Bänder und Kordeln – auch im Zusammenhang mit Spielzeugen nur unter Aufsicht spielen lassen, ansonsten gut wegpacken, damit sich die Katze nicht verheddert oder stranguliert. Achtet hier auch auf die Mülltüten. Bei einigen sind so dünne Plastikbänder dran. Und bei Geschenkbändern achtet darauf, dass sie nicht scharfkantig sind sonst kann es im Kieferbereich zu Verletzungen kommen. (Schnittwunden)
  • Schokolade/Kakao – abgesehen davon, dass Schokolade natürlich in keiner Katze etwas verloren hat enthält Schokolade für Katzen auch das unverträgliche Theobromin, das erbrrechen, Krämpfe und Herzrhytmusstörungen auslösen kann. Aus diesem Grund selbst bei kleinen Mengen einfach die Katze gut beobachten und wenn Anzeichen erkennbar sind SOFORT zum Tierarzt. Je höher der Kakao-Anteil im Übrigen,  desto höher auch der Theobromingehalt. Vollmilchschokolade ist hier weniger gefährlich als eine Tafel Edelbitter. Aber wie immer gilt auch hier, die Dosis macht das Gift.
  • Avocado (Pflanze, Blätter und Frucht sind für Katzen stark giftig!)
  • Pfirsich (Blätter und Rinde der Pflanze, sowie die Samen sind giftig)
  • Kastanien (besonders die grüne Schalen der Früchte sind giftig)
  • Eiche (die Früchte, also die Eicheln, aber auch die Pflanze und der Eichenholzstaub sind giftig)
  • rohe Kartoffeln (nicht in Katzenreichweite stehen lassen)
  • rohes (Wild)schweinefleisch – nicht offenstehen lassen oder gar verfüttern, da rohes Wildschweinfleisch die Gefahr in sich birgt den Aujeszky-Virus zu übertragen, der für Katzen und Hunde tödlich ist.
    Anders sieht es bei Schweinefleisch aus allerdings sollte man hier auch das Schweinefleisch aus vertrauenswürdiger Quelle beziehen – geboren / aufgezogen und geschlachtet in Deutschland oder Österreich. Beide Länder sind seit über 10 Jahre frei von Aujeszky, ganz selten findet man mal ein Wildschwein mit Aujeszky.
  • Essensreste aus dem Hausmüll (zum Beispiel Knochen, Verdorbenes, Giftiges)
  • Halsband (auch ein ungeeignetes oder nicht gut sitzendes Halsband kann zur bösen Falle werden (Strangulationsgefahr) unbedingt Notwendigkeit und guten Sitz prüfen)

Weniger gefährlich, aber trotzdem zu beachten sind sämtliche Schränke, in die die Katze unbeobachtet hineinschlüpft und die dann verschlossen werden. Es muss nicht unbedingt etwas passieren, aber schön ist dieser Aufenthalt für die Katze bestimmt nicht.

Weitere Gefahren im Haushalt

Frostschutzmittel ist extrem gefährlich, da es anscheinend für Katzen angenehm riecht und schmeckt. Achten Sie besonders auf offene Behälter, Lachen und Pfützen in der Garage oder der Abstellkammer

In der Weihnachtszeit, wo viele dekorative Dinge aufgebaut werden, muss man besonders darauf achten nicht zusätzliche Gefahrenquellen in die Wohnung zu bringen. Denn auch das Wasser im Tannenbaumständer kann zu Vergiftungen führen aber auch Lametta ist ganz gefährlich und sollte nicht für Katzen erreichbar sein. Etwas umfassendere Auflistung über die Gefahren in der Weihnachtszeit könnt ihr in meinem entsprechenden Blogbeitrag nachlesen.

Knoblauch – Der Knoblauch ist ein Gewächs, das Hunde oder Katzen in ihrem natürlichen Lebensraum wohl kaum aufnehmen würden. Viele Menschen glauben, dass durch die Fütterung von Knoblauch parasitäre Erkrankungen (z.B. Wurmbefall) vermieden werden können.

Im Internet wird auch immer wieder verbreitet, dass die Beimengung im Futter stechende Insekten wie Flöhe und Mücken von ihrer Blutmahlzeit abhalten soll. Allerdings könnte lediglich bei Zecken, die sich chemotaktisch sehr strikt am Wirt orientieren, der Knoblauchgeruch eine abschreckende Wirkung zeigen.

Aus tierärztlicher Sicht ergibt die Knoblauchfütterung jedoch absolut keinen Sinn. Der Verdauungstrakt eines Fleischfressers ist nicht zur Verdauung dieses Lebensmittels konzipiert.

So reizt zunächst der Knoblauch die Magenschleimhaut durch Freisetzung des S-Methylcystein-Sulfoxids, während der Magen durch seine Bewegungen das Pflanzengewebe zerstört. Im Verdauungstrakt entstehen nun Propyl-Disulfid, Allyl-Propyl-Disulfid und andere Stoffe, die eine Destabilisierung der Zellmembran der roten Blutkörperchen auslösen.

Hierbei kommt es zum Riss der Hülle, und das Blutkörperchen verliert das Hämoglobin. Der defekte Erythrozyt   wird dann vom Körper abgebaut, und es kommt zu einer Anämie, die je nach der Menge der aufgenommenen Knoblauchzehen leicht sein kann, aber auch tödlich enden könnte. [Quelle: Tierklinik.de]

Im Internet speziell in manchen Facebookgruppen wird auch gerne behauptet, dass sich nach Absetzen der „Knofifütterung“ schnell eine Erholung einstellt, was jedoch bei schweren Fällen nicht richtig ist, da der Organismus 120 Tage benötigt, um das Blut neu zu bilden.

Es können des Weiteren Schädigungen am Knochenmark auftreten, die eine Regeneration erheblich verlangsamen oder gar unmöglich machen.

Tödliche Dosis Knoblauch 5 g/kg Körpergewicht.

(Dies kann erheblich variieren –  je nach Verfassung und organischer Gesundheit des Tieres).

Ihr seht schon, trau schau wem, wenn ihr euch unsicher seid, recherchiert, fragt nach und vor allem lasst euch nicht mit „ich gebs meiner Katze auch und die lebt noch“ abspeisen, denn manchmal liegt bei diesen Sätzen die Betonung auf _noch_.


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