Hurra wir bekommen Babys! – Taubertalperser

Nein natürlich meine ich damit nicht euch oder das wir hier Babys bekommen sondern eure Katze.

Ihr habt meinen vorherigen Beitrag gelesen und euch entschieden das eure Katze doch einmal Babys bekommen soll wollt aber nicht seriös züchten weil ihr ja nur einmal Babys haben möchtet die natürlich bei euch oder eurer Familie bleiben / eure Freunde schon gesagt haben sie nehmen eines usw.

Und um eines gleich klarzustellen – es gibt keine Katze die mehr oder weniger wert ist. Es ist egal ob es sich um eine Katze vom Züchter oder vom Bauernhof handelt.

Die Herkunft ist absolut egal –aber eines haben die Katzen gemeinsam sie haben alle die beste Pflege und ärztliche Versorgung verdient!

Wir leben um zu lernen

Ihr habt jetzt erst meinen Beitrag entdeckt und gelesen aber eure Katze ist schon trächtig und hat ihre Babys schon bekommen? Ja, dann habt ihr ja schon die ersten Erfahrungen gemacht und ich hoffe sie waren positiv.

  • Eure Katze hat ein normales Sexualverhalten an den Tag gelegt; wurde in einem rassespezifisch üblichen Alter das erste Mal erstmals rollig (und wird später einen halbwegs nachvollziehbar regelmäßigen Zyklus haben);
    Konnte ohne große Probleme zum Kater gebracht werden und gab sich nach kurzer Gewöhnung (maximal wenige Tage) hin und hat im Verlauf einiger Deckakt mühelos aufgenommen;
  • Die Geburt verlief problemlos, ohne dass ernsthaftes Eingreifen nötig war
  • die Wurfgröße lag in etwa zwischen drei und sechs Kitten; darüber oder darunter kann mitunter vorkommen. Bei überwiegend darunter heißt es oft, „diese Rasse“ hätte nie größere Würfe, was bis auf die Katzenrassen mit hohen Wildkatzenteil sicherlich zutreffen mag, dies sind aber nur wenige Rassen die man an einer Hand abzählen kann.
  • sie ist (und bleibt) sowohl psychisch wie physisch fähig, ihren Nachwuchs artgerecht zu versorgen und großzuziehen; hat also ein ausgeglichenes Naturell, ist körperlich ausgereift respektive in Top Zustand und eine vorbildliche Mutter ohne „Milch“ Probleme.

Es ist alles bilderbuchmäßig gelaufen und es gab keine Probleme?

Super, aber dies ist nicht die Regel sondern leider gibt es immer wieder Probleme die nur wohlweislich von vielen Vermehren aber auch Züchtern verschwiegen werden.

Wer gibt denn schon gerne zu das bei der Katzengeburt so viel schiefgelaufen ist? Wer gibt denn schon freiwillig zu das er versagt hat? Und ja als Halter kann man so viel falsch machen wenn man sich nicht informiert, wenn man sich da keine Informationen und fachmännische Unterstützung holt.

Der eine oder andere wird nun sagen „Wozu denn den ganzen Aufwand?“ die Katzen auf dem Bauernhof bekommen laufend Nachwuchs ohne Probleme.

Seid ihr euch da so absolut sicher?

Die meisten Bauernhofkatzen zeigen ihren Nachwuchs erst wenn sie so um die 4-5 Wochen alt sind – vorher bekommt ihr die Kleinen kaum zu Gesicht – und sollte mal eines fehlen „Ja mei da hat’s der Fuchs geholt“ ….aber die durchschnittliche Wurfgröße bei normalen gesunden Hauskatzen liegt bei 5 Babys. Nicht selten sehe ich, wenn ich mal wieder mit der Kamera unterwegs bin um „Dorfschönheiten“ einzufangen nur zwei, drei Babys – wo ist der Rest?

Wir sehen nicht ob wirklich nur zwei, drei Babykätzchen geboren wurden. Es könnten auch mehr gewesen sein, die entweder tot geboren wurden oder durch diverse Umstände (dazu weiter unten dann ein wenig mehr Infos) gleich kurz nach der Geburt verstarben.

Ihr wisst auch nicht ob nicht eventuell die Katzenmutter bei der Geburt verstarb. Fehlt mal eine Katze auf einen Bauernhof – da kümmert sich keiner drum – vielleicht wurde sie überfahren, geklaut, vom Fuchs geholt …..die Gründe für das Verschwinden einer Katze sind so vielfältig wie die Ausreden der zahlreichen gewissenlosen Hinterhofvermehrer.

Zu Beginn steht eure Katze

Ich will nun nicht wieder anfangen mit der Verantwortung die man eingeht wenn man neues Leben in die Welt setzt. Ich denke das konntet ihr in meinem ersten Beitrag „Hurra ich will züchten“ zu Genüge lesen.
Ich will euch das ans Herz legen, das für euch in erster Linie wirklich am wichtigsten sein sollte – das Wohlbefinden eurer eigenen Katze!

Ich bin davon überzeugt, dass ihr, sofern ihr keine gewissenlose Monster seid, alles erdenkliche machen wollt damit es eurer Katze gut geht.

Das die Rolligkeit für die Katzen eine enorme Belastung ist habt ihr sicher schon zu Genüge in diversen Gruppen, Foren zu lesen bekommen und ihr könnt es nicht mehr hören  respektive lesen?

Okay, dem ist aber so.

Die Rolligkeit einer Katze ist für sie eine körperliche Belastung, viele Kätzinnen fressen in dieser Zeit kaum bis gar nichts und sind unentwegt auf der „Suche“ nach einem der ihre Rolligkeit beendet.

Also zunächst  achtet darauf dass eure Katze wirklich eine gute körperliche Konstitution hat. Bei einem zarten, dünnen Kätzchen sollte man ernsthaft darüber nachdenken die Babypläne über Bord zu werfen. Die Anstrengung der Rolligkeit, eines Deckaktes und Trächtigkeit sowie die Geburt könnten Sie an das Ende ihrer Kräfte bringen und es könnte sein das sie dann aufgrund ihrer Schwäche die Geburt nicht übersteht.

Ist eure Katze aber wirklich von guter Statur und alt genug (lasst ihr doch bitte Zeit zum erwachsen werden – sie muss nicht bei der ersten Rolligkeit gleich eingedeckt werden und auch wenn ich es nicht unbedingt befürworte – manchmal ist es besser der Katze die Pille zu geben als sie zu früh Mutter werden zu lassen) fein, dann lasst sie vorher auf alle möglichen genetischen Erkrankungen testen.

Genetische Erkrankungen sind das was sie sind – vererbbar und ich glaube es wäre für euch nicht lustig wenn ihr euren Freunden etc. sagen müsst das ihre Lieblingskatze verstorben ist weil ihr „gespart“ habt. Das ist ein sparen an der falschen Stelle.

PKD, PRA, HCM und vieles mehr sind Krankheiten(Laboklin) die eure Katze in sich tragen kann allerdings nicht muss und dies könnt ihr mit solchen Tests ausschließen, denn – man muss es auch ganz klar sagen – Qualzuchten sind laut Tierschutzgesetz in Deutschland verboten und es wird hier auch klar definiert

Tierschutzgesetz § 11b

(1) Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch biotechnische Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse oder im Falle der Veränderung Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung

  1. bei der Nachzucht, den biotechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten oder
  2. bei den Nachkommen
  3. a) mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen auftreten,
  4. b) jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder
  5. c) die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.

(2) Die zuständige Behörde kann das Unfruchtbarmachen von Wirbeltieren anordnen, soweit züchterische Erkenntnisse oder Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass deren Nachkommen Störungen oder Veränderungen im Sinne des Absatzes 1 zeigen werden.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für durch Züchtung oder biotechnische Maßnahmen veränderte Wirbeltiere, die für wissenschaftliche Zwecke notwendig sind.

(4) Das Bundesministerium wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates

  1. die erblich bedingten Veränderungen und Verhaltensstörungen nach Absatz 1 näher zu bestimmas
  2. das Züchten mit Wirbeltieren bestimmter Arten, Rassen und Linien zu verbieten oder zu beschränken, wenn dieses Züchten zu Verstößen gegen Absatz 1 führen kann.

Das heißt wenn ihr vorher nicht getestet habt, eines eurer Nachkommen erkrankt an so einer Krankheit und das Veterinäramt bekommt davon Wind wird es sehr, sehr teuer für euch.

Aber nachdem euch das Wohl eurer Katze am Herzen liegt und natürlich auch das der baldigen Babys habt ihr alles getestet und seid auf der Suche nach dem passenden Kater.

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Dann kommt der Kater

Naja eigentlich kommt nicht der Kater sondern die Katze wird zum Kater gebracht. Der hoffentlich ebenso gesund ist wie eure Katze ansonsten habt ihr hier auch noch das Risiko kranker Katzenbabies.

Zusätzlich solltet ihr noch darauf achten das er Kater durchgängig geimpft wurde und verlangt einen Penisabstrich. Es gibt sehr, sehr viele Krankheiten die durch den Geschlechtsakt übertragen werden können und viele davon sind tödlich.

Das würde für euch bedeuten ihr bekommt nicht nur kranke Katzenbabies sondern ihr habt eure eigene Katze in den frühzeitigen Tod geschickt.

Zeugung Deckakt TaubertalperserWollt ihr sicher nicht, oder?

Deswegen prüft vorher genau und fragt nach. Lasst euch nicht abspeisen mit „Mein Kater ist gesund und topfit“ viele Krankheiten sieht man nicht weil sie verborgen sind.

Aber ihr solltet auch auf sein Wesen, seinen Charakter achten – es nützt euch nichts wenn er optisch der genialste Kater der Welt ist wenn er aber eure Katze so zerbeißt beim Liebesakt, dass ihr danach eine traumatisierte Katze habt.

Und zum Wohle eurer eigenen Katze geht hier bitte KEINE Kompromisse ein, es dient einzig und alleine dem Schutz eurer Katze!

Meine Katze soll nur einmal Babys bekommen!

So oder ähnlich lautet eure Aussage in einem Katzenforum oder einer der vielen Katzengruppen bei Facebook und stößt damit auf wenig Gegenliebe?

Verständlich wenn man sich die vollen Tierheime ansieht, die unzähligen Upps-Würfe und das kennt was die meisten nicht sehen – die Schwierigkeiten und Komplikationen die vor , während oder auch nach der Geburt auftreten können.

Keine Angst, ich will hier nicht den moralischen Zeigefinger erheben sondern euch ein klein wenig bewusst machen das nicht immer alles reibungslos verläuft und nicht selten ein kleines Kätzchen dabei verstirbt oder sogar der ganze Wurf auf der Strecke bleibt.

Und ja dies passiert auch bei streunenden Katzen oder den sogenannten Bauernhofkatzen nur dort wird es kaum bemerkt wenn auf einmal die Katze, die zuvor ein dickes Bäuchlein hatte auf einmal ohne Nachwuchs auftaucht – dann gibt es meist nur die lapidare Aussage des Bauern „Die hat wahrscheinlich der Fuchs geholt“.

Ich habe bereits einen Beitrag geschrieben „Hurra ich will züchten“ – da könnt ihr euch informieren über die entsprechende Vorsorge  – Auswahl der Katze und Kater, Gesundheitstests vor der Deckung und der Trächtigkeit usw.

Hier in diesem Beitrag versuche ich mich mehr dem Thema der Geburt und der Aufzucht widmen, verzeiht wenn ich aber hin- und wieder abschweife denn dieses Thema ist wirklich äußerst komplex.

Katzenzyklus und Katzensex

Sex ist immer gut – nur nicht in der Katzenwelt und auch Katzen haben einen Zyklus was nur die wenigsten Katzenhalter mitbekommen da die Katze entweder rechtzeitig kastriert wurde (was wünschenswert wäre) oder aber weil sie von einer Trächtigkeit in die nächste kommt.

Tatsächlich ist es aber so, das gesunde Katzen sofern sie nicht gedeckt werden einen Zyklus zwischen 35 und 45 Tagen haben. Dies zu wissen ist ganz besonders hilfreich wenn man nicht gleich einen passenden gesunden Kater zur Hand hat, da kann man terminlich etwas „planen“.

Zum Katzensex – ja der ist für die holde Weiblichkeit äußerst schmerzhaft. Der Katerpenis ist mit lauter kleinen Widerhaken versehen um ihn vor einen unbeabsichtigten „rausrutschen“ zu hindern.

Auch sollte man, bevor man die Katze zum Kater bringt sie entwurmen und den Impfstatus prüfen. Es sollte auf keinen Fall während der Trächtigkeit noch während der Säugephase geimpft werden, dies könnte fatale Auswirkungen auf die Föten oder Kitten haben.

Und ja, man bringt die Katze zum Kater, dort sollte sie einige Tage bleiben bis die Rolligkeit abklingt und/oder der Kater kein Interesse mehr an ihr zeigt.

Habt ihr die Katze zum Kater gebracht heißt es nun abwarten. Nicht immer ist alles sofort klar, immerhin ist es für die Katze ein enormer Stress. Ortswechsel, Bezugsperson ist weg und dann ist da so ein fremder Kater der echt zudringlich wird.
Manche Katzen stellen auch kurzfristig die Rolligkeit ein um wenig später erneut zu beginnen.

Zuerst wird der Kater aber interessiert an der Katze schnüffeln ob sie auch für ihn interessant genug riecht. Sollte die Katze hochrollig sein und der Kater kein Interesse an ihr zeigen kann dies verschiedene Ursachen haben. Die harmloseste Variante ist das der Kater zu jung ist. Die weniger harmlose – der Kater „riecht“ bereits im Vorfeld Probleme gesundheitlicher Natur.

Sollte aber alles okay sein, wird der Kater sie versuchen im Nacken zu packen um sie festzuhalten – auch hier – je nachdem wie der Kater „drauf“ ist kann es leider zu schweren Wunden im Nacken kommen. Sollte die Deckung bei diesem Kater ohne Erfolg bleiben, ich würde meiner Katze diesen Kater kein 2.mal zumuten.

Aber wir gehen davon aus, dass der Kater die Katze erfolgreich deckt, sie danach abrollt und der Kater den Eisprung ausgelöst hat. Ach ja, dies ist eine kleine Besonderheit – der Eisprung wird hier mit dem Deckakt ausgelöst, nicht so wie bei uns Menschen das das Ei heranreift und dann entweder befruchtet wird oder nicht.

Aus diesem Grunde ist die Gefahr auch relativ groß wenn die Katze nicht gedeckt wird und permanent rollig ist, dass es zu einer Gebärmutterentzündung kommt.
Was nicht heißt ihr sollt sie permanent decken lassen, nein ihr solltet sie kastrieren lassen und dies noch vorzugsweise VOR der ersten Rolligkeit.

Aber okay, dafür ist es hier an diesem Punkt eh zu spät, ihr habt euch ja dafür entschieden dass eure Katze einmal Babys bekommen darf.

Die Trächtigkeit und die Geburt

Ihr habt nun eure Katze vom Kater wieder abgeholt und die Katze wurde laut Deckkaterbesitzer auch mehrfach gedeckt. Nun heißt es abwarten ob die Katze auch aufgenommen hat oder nicht. Dies ist eine äußerst spannende Zeit für einen – ja oder nein, aber diese Frage wird sich nach 14 – 21 Tagen beantwortet haben, denn ab dann färben sich die Zitzen der Katzen rosa.

Dies sieht dann in etwa so aus:

Zitzen_Taubertalperser

Sie braucht dann aber keine Sonderbehandlung, denn sie ist trächtig und nicht krank. Allerdings solltet ihr auf die Ernährung achten. Je höher und besser die Qualität des Katzenfutters, umso größer ist die Chance das sie keine Mangelernährung hat und die Trächtigkeit und bevorstehende Geburt unbeschadet überlebt. Sie wird während der Zeit der Trächtigkeit auch mehr fressen als normal und das ist gut so. In ihr wachsen kleine Babys heran, sie braucht alle Energie alles an Kraft was sie nur irgendwie bekommen kann.

Die gewohnte Bewegung tut der Katze weiterhin gut. Die werdende Mutter  sollte einerseits nicht zu ruhig gehalten werden, um die Muskulatur nicht zu schwächen, andererseits aber unbedingt an zu gewagten Sprüngen und Tobereien gehindert werden (das sieht die Katze meist anders!).

Ab dem 28. Trächtigkeitstag kann beim Tierarzt eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen werden. Dies ist nicht zwingend notwendig hilft aber zu erkennen ob die Katze wirklich trächtig ist und auch mit wie vielen Kitten zu rechnen ist. Dies hilft im späteren Verlauf zu erkennen ob die Katze wirklich alle Kitten geboren hat oder ob da noch eines in ihr drinnen ist.

Ultraschallbild_Taubertalperser
Ultraschallbild am 29. Tag

Absolut zu vermeiden sind alle Stress-Situationen: Reisen, Ausstellungen, Streitigkeiten mit Mitkatzen. Grundsätzlich sollen keinerlei Medikamente ohne tierärztliche Anweisung gegeben werden! Es empfiehlt sich, die trächtige Katze regelmäßig zu wiegen.
Allerdings ist von der Zunahme nicht unbedingt ein Rückschluss auf die zu erwartende Anzahl der Jungtiere möglich. Eher gilt folgende Faustregel: Erwartet die Katze 6 oder mehr Jungtiere, kann sie sich meist ab der 7. Woche nicht mehr ohne Hilfe im Genitalbereich säubern und muss dabei unterstützt werden.
Ab der 7. Woche sind die Bewegungen der Föten durch die Bauchdecke gut zu fühlen, gelegentlich auch regelrechte Spielstunden zu beobachten.

Gegen Ende der Trächtigkeit, rechtzeitig vor dem errechneten Termin, sind nun einige Vorbereitungen für das große Ereignis zu treffen:

Man sollte auch vermeiden, dass die Katze einen für uns absolut ungeeigneten Platz ihre Babys bekommt, der Kleiderschrank ist zwar toll aus Katzensicht aber ich garantier euch dass ihr spätestens ab der 3. Woche einen Horror haben werdet.
Stellt der Katze entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung, Wäschekorb, einen großen Karton oder ähnliches – Katzen lieben Höhlen. Bitte achtet aber bei Kartons darauf das sie unbehandelt sind. Bananenkartons sind eine denkbar schlechte Alternative da hier entsprechende Spritzmittel zum Einsatz kamen um Insekten/Bakterien zu vermeiden.

Stattet die Wurfkiste mit einer festen Unterlage aus. Bestens bewährt haben sich hier Schaumstoff und entsprechende Tücher (z.B. Flanell)und Inkontinenzeinlagen. Absolut ungeeignet sind Frotteetücher, da die Jungtiere ihre Krallen anfangs nicht einziehen können und in den Schlingen hängen bleiben! Eine Erstgebärende sollte rechtzeitig an die Wurfkiste gewöhnt werden.

Die ausgiebigen Schmusezeiten mit der Katze sollten auch genutzt werden, um die oft festsitzenden Verkrustungen an den Zitzen vorsichtig zu entfernen ist aber absolut kein Muss, viele Katzen entfernen die selber sollte aber der Bauch extrem dick sein aufgrund der zu erwartenden Kittenanzahl fällt es ihr selber schwer sich zu reinigen. Hier solltet ihr unterstützend eingreifen.
In manchen Lektüren wird geraten, die Haare um die Zitzen herum zu kürzen. Da sich in diesem Bereich hormonell bedingt die Behaarung ohnehin lichtet, ist dies nicht unbedingt notwendig und ich musste selbst bei meinen Perserchen dies nie machen.

Ein  kritischer Zeitpunkt  der Trächtigkeit besteht ca. um den 10. Tag vor dem errechneten Geburtstermin herum. Die meisten Komplikationen, wie z.B. Fehlgeburten, ereignen sich zu diesem Zeitpunkt.

Eine Fehlgeburt verläuft wie eine normale Geburt, ist jedoch meist von starken Blutungen begleitet. Die zu früh geborenen Welpen sind kaum lebensfähig, selbst wenn sie ein ausreichendes Gewicht von 70-75 g aufweisen meist fehlt hier den Kitten der Saugreflex auch ist die Lunge nicht richtig ausgereift. Man kann hier versuchen mittels Sondenernährung die Kitten über die nächsten Tage zu bringen bis sich der Saugreflex einstellt aber die Chancen sind hier leider nicht so besonders gut. Aber auch bei einer Fehlgeburt sollte ein Protokoll geführt werden als Grundlage für die Nachsorge durch den Tierarzt.

Etwa ab dem 60. Tag sollte die Katze nachts nicht mehr ohne Aufsicht bleiben. Ich habe es immer so gehandhabt dass ich ab diesem Zeitpunkt bei meinen Katzen im Wohnzimmer geschlafen habe.
War zwar etwas anstrengend für mich aber wer A sagt muss auch B sagen.
Spätestens jetzt ist auch der Tierarzt von dem bevorstehenden Ereignis zu informieren, falls ihr nicht eh schon beim Tierarzt gewesen seid um eine Ultraschalluntersuchung vornehmen zu lassen.

Legt euch die Telefonnummer eures Tierarztes griffbereit, klärt auch im Vorfeld ab ob er am Wochenende erreichbar ist oder ob es eine entsprechende Vertretung gibt.
Wenn eure gebährende Katze schreit vor Schmerzen weil ein Kitten im Geburtskanal steckt oder ähnliches habt ihr keine Zeit um erst lange nach einem Tierarzt zu suchen.

Nun werden einige notwendige Utensilien für die Geburt in Nähe der Wurfkiste bereitgelegt:

Und jetzt beginnt für alle die spannende aber auch nervenaufreibende Zeit des Wartens. Die Katze liegt schnurrend in der Kiste, solange man daneben sitzt und ihr Bäuchlein streichelt. Verlässt man das Zimmer, folgt sie aufgeregt maunzend. Sie sucht an allen möglichen, vor allem aber unmöglichen Stellen nach einem Wurfplatz, umsorgt und putzt plötzlich die längst verstoßene Tochter oder den sonst eher geduldeten Kastraten. Kurz – nicht nur die erstgebärende Katze fällt von einem Extrem ins andere und vermittelt 10 x am Tag den Eindruck, dass es jede Sekunde losgehen wird. Erste konkrete Anzeichen der bevorstehenden Geburt lassen hoffen, dass die Sache nun bald in Gang kommen könnte: 1-2 Tage vor der Geburt (manchmal allerdings auch schon Tage vorher) schwellen die Milchleisten und Kolostralmilch tritt auf Druck aus. Die Bänder im Beckenbereich erschlaffen, so dass die Katze an den Flanken wie eingefallen wirkt.

Als Folge zeigen sich oft erste leichte Schleimabsonderungen. Die Tragzeit der Katze liegt zwischen dem 63. und 70. Tag, vom ersten der Tag der Verpaarung an gerechnet. Es besteht also  kein Grund zur Beunruhigung solange sich die Katze wohl fühlt, gesund wirkt und die Föten sich bewegen. Manches Mal könnte ein Kaiserschnitt vermieden werden, wenn der aufgeregte Katzenbesitzer und Tierärzte abwarten und den Signalen der Katze vertrauen würden.

Ein Hilfsmittel zur Ermittlung einer bevorstehenden Geburt besteht in der Tatsache, dass etwa 24 Stunden vorher die Körpertemperatur um ein Grad absinkt (normal 38,60). Allerdings bleibt auszuprobieren, ob die Katze sich die fortlaufenden Messungen gefallen lässt. (Fieberthermometer mit flexibler Spitze)

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Die Geburt

Der viel geäußerten Spruch „Das macht die Natur ganz allein!“  ist zwar ein netter Spruch sollte aber hier echt außen vor gelassen werden. Denn wenn es die Natur ganz alleine macht kann es euch passieren dass eure geliebte Fellnase an dem Tage der Geburt der Kitten verstirbt. Ich bin davon überzeugt, dass ihr das nicht wollt.

Sicherlich – im Normalfall bewältigt eine Katze die Geburt völlig selbständig, so dass eure Anwesenheit eigentlich gar nicht von Nöten ist und ihr euch nur auf gutes Zureden und/oder Bäuchlein massieren beschränken könnt.

Dennoch sind bei den komplexen Abläufen einer Geburt so viele Komplikationen denkbar, dass man diesen nicht unvorbereitet begegnen sollte.

Die Föten befinden sich in den beiden Hörnern der Gebärmutter. Sie schwimmen in der schützenden Fruchtblase und sind von der Plazenta umgeben.

Die 1. Phase – die Senkungs- oder Eröffnungswehen:
Schleimpfropfen - er zeigt euch an, dass die Geburt nicht mehr allzu lange dauert.
Schleimpfropfen – er zeigt euch an, dass die Geburt nicht mehr allzu lange dauert.

Sie erweitern die Geburtswege und schieben die Ungeborenen abwechselnd aus den beiden Hörnern in Richtung Geburtskanal. Bei Erstgebärenden kann diese Phase mehrere Stunden dauern. Sie beginnt oft unbemerkt mit einer Art Schluckauf und einem dabei angestrengten Blick (fand ich bei Gwenni so extremst niedlich – ich hatte dies bei den anderen Katzen nicht so in diesem Ausmaß erlebt wie bei ihr).
Eure verlangt nun nach ihren Menschen und liegt ausdauernd und schnurrend bei verstärkter Atmung in der Wurfkiste. Nun ist es Zeit für die letzten Vorbereitungen. Hände und Fingernägel werden gründlich gewaschen und gebürstet. Auf Desinfektionsmittel sollte dabei verzichtet werden, um die Neugeborenen nicht durch den Geruch zu irritieren.

Unruhe und störende Mitbewohner werden aus dem Wurfzimmer verbannt, es sei denn, eure Katze besteht auf eine Hebamme, die sie sich schon zuvor ausgesucht und herangezogen hat und die nun nicht von ihrer Seite weichen darf.
Solange es geht, sollte man sie lassen, damit die Wehen nicht aussetzen. Eine Schüssel mit heißem Wasser wird bereitgestellt. Das Protokollheft tritt in Aktion, um für nachfolgende Geburten oder eventuelle spätere Probleme wichtige Hinweise zu ermöglichen.

Die ersten angedeuteten Wehen gehen bald über eine deutlichere Kontraktion der Hinterleibsmuskel, die zunächst in größeren Abständen und dann immer häufiger auftreten. Da die Katze nun Druck im Beckenbereich spürt, läuft sie oft zwischen Wurfkiste und Toilette hin und her (man muss ein Auge darauf haben, dass nicht ein Welpe auf der Toilette geboren wird und in die Streu fällt!), leckt After und Vagina und lockert damit das Gewebe. Besonders nervöse Katzen sind nur mühsam in der Kiste zu halten. Bewegung zwischen den Wehen tut jedoch vielen Katzen gut (Entkrampfung) und regt überdies die Wehentätigkeit an. Ansonsten hilft hier nur gutes Zureden, Geduld und fortwährende Versuche, die Katze für die Wurfkiste zu begeistern, denn nun kann jederzeit mit dem Erscheinen eines Welpen gerechnet werden.

Die 2. Phase – die Presswehen

Wenn ein Kitten vor dem Geburtskanal liegt, gehen die Eröffnungswehen in die weitaus kräftigeren Presswehen über, die in Serien kommen. Somit beginnt nun die eigentliche Austreibung der Föten. In der Katze platzt nun die äußere Fruchthülle und das Fruchtwasser tritt aus. Bald darauf könnt ihr beim Scheidenausgang die innere Fruchthülle mit dem darin befindlichen Jungtier sehen.

So unterschiedlich wie die Charaktere der Katzen so unterschiedlich kann auch die Position eurer Katze während der Austreibungsphase sein. Manche stützen sich an den Wänden der Wurfkiste ab, manche empfinden es als hilfreich, wenn man ihnen während der Wehen den Rücken stützt und andere wiederum nehmen eine Hockestellung ein was eine äußerst günstige Haltung für diese Austreibungsphase ist.

Im Normalfall wird das Jungtier in der Fruchthülle innerhalb von 1-30 Minuten nach Einsetzen der Presswehen geboren. Dabei kann es passieren, dass sich der bereits sichtbar gewordene Teil immer wieder zurückzieht, um dann bei der folgenden Wehenserie wieder sichtbar zu werden.

Geburt_Taubertalperser
Kitten kurz vor dem Austritt aus der Vulva

Beim Austritt des ersten Welpen aus der Vulva hat die Katze große Schmerzen und schreit, nicht selten dass sie auch dabei zubeißt. Achtet darauf das sie vor Schmerz nicht in das noch halb feststeckende Baby beißt. Es ist unwichtig, ob das Jungtier in Kopflage oder Steißlage (Schwanz und Hinterbeine zuerst) geboren wird.

Lediglich die Lage mit an den Körper angelegten Hinterbeinen kann zu Schwierigkeiten führen, kommt aber sehr selten vor. Man sollte sich nur im Notfall darauf einlassen, an einem festsitzenden Welpen zu ziehen oder ihn in den Geburtskanal zurückzuschieben.

Niemals darf am Schwanz oder an den Beinchen gezogen werden!

Erst wenn ein Jungtier halb sichtbar ist, kann es notfalls mit der Hand umfasst und bei der nächsten kräftigen Wehe gezogen werden (keine Sache für Unerfahrene!).

Nicht immer bleibt die Fruchthülle bei der Austreibung intakt. Wenn sie nicht schon unter der Geburt aufgerissen ist, wird die Mutter sie öffnen und das klitschnasse Neugeborene durch emsiges Putzen versorgen, zunächst im Kopfbereich. Danach beginnt sie, die Plazenta aufzunehmen und die Nabelschnur durchzutrennen (es empfiehlt sich bei einer unerfahrenen Katze, Daumen und Zeigefinger zwischen Bauchdecke des Jungtieres und Zähne der Mutter zu halten, damit nicht zu kurz abgenabelt wird!). Bitte auch nicht an der Nabelschnur ziehen oder reißen, ihr riskiert ansonsten einen Nabelbruch bei dem Kitten.
Ein gesundes kräftiges Kitten wird sehr rasch den Weg zu der Milchquelle finden und während seine Geschwisterchen geboren werden hängt es schon meist an der Zitze und trinkt die ersten wichtigen Schlucke der Beastmilch.

Plazenta Katze
Plazenta mit einem Teil der Fruchthülle

In dieser entscheidenden Geburtsphase kann nun vielfältige Hilfestellung erforderlich sein: Gelegentlich ist die Mutter zu erschöpft, um sich ausreichend um das Neugeborene zu kümmern. Dann müsst ihr dies für die Katze übernehmen und dies ohne zu zögern.

Häufig liegt das Neugeborene in seiner Fruchthülle dicht hinter der Vagina und kann von der Mutter nicht versorgt werden, da die Nachgeburt auf sich warten lässt und sie mit dem dicken Bäuchlein nicht herankommt. Da die Katzen erfahrungsgemäß nach einer gewissen Zeit nervös werden und eventuell das Jungtier umherzerren, mit ihm aus der Kiste springen (Gefahr des Nabelbruchs!), sollte man in diesem Fall nach spätestens 15 Minuten selbst abnabeln. Dabei wird die Nabelschnur ca. 2-3 cm von der Bauchdecke des Jungtieres entfernt blutleer gerieben und durchtrennt. Alternativ greift ihr zu den bereitgelegten Nabelklemmen

Rasch solltet ihr das Neugeborene so versorgen wie es die Mutter tun würde – ihr öffnet behutsam die Fruchthülle, säubert Mäulchen und Nase vom Schleim und Fruchtwasser und versucht vorsichtig mit dem Schleimabsauger die Atemwege von eventuell eingeatmeten Fruchtwasser zu befreien.

Wenn kein störendes Atemgeräusch mehr zu hören ist, rubbelt ihr mit einem rauen Frotteetuch das Kitten ordentlich trocken.
Inzwischen sollte auch die Nachgeburt rausgekommen sein und diese kann man der Katze zum fressen anbieten. Einige widmen sich dieser mit einer wahren  Begeisterung andere wiederum verschmähen diese.

Wichtig ist nur dass ihr darauf achtet das zu einem jeden Kitten auch eine Nachgeburt vorhanden war.

Wenn ein Kitten längere Zeit im Geburtskanal gesteckt hat kann es vorkommen das es fast leblos zur Welt kommt. Hier ist dann absolute Eile geboten mit den oben beschriebenen Maßnahmen und es sollte mindestens 30 Minuten lang massiert werden.
Zusätzlich könnt ihr dem Kitten ein Atemstimulans auf die Zunge geben, dass ihr euch beim Tierarzt besorgt habt.

Gibt das Kitten danach noch immer keine Lebenszeichen von sich muss man leider davon ausgehen dass es verloren ist. Es gibt auch noch den Ratschlag leblose Kitten kopfüber unter einen kalten Wasserstrahl zu halten. Dies kann zu Erfolg führen ist aber kein Garant dafür das es immer klappt. Nur danach solltet ihr das Kitten wirklich ordentlich rubbeln und warm halten.

Jetzt ist auch der absolut perfekte Zeitpunkt um das Geschlecht zu bestimmen – ihr erkennt es sofort ob Männlein oder Weiblein und auch das Geburtsgewicht.
Normal schreiben die kleinen Kitten mächtig wenn man sie auf die Waage legt – ist auch gut so – so können sich die kleinen Lungen wunderbar zur Gänze entfalten.

Untersucht das Kitten jetzt auch auf Anomalien und notiert alles gewissenhaft, dies hilft euch in den nächsten Tagen gut zu kontrollieren ob alles in Ordnung ist und auch ob das Kitten ordentlich zunimmt.
Je nach Lage der Kitten kann die Geburt der nächsten unterschiedlich schnell gehen. Während manche Katzen ihren Nachwuchs dann wirklich im Halbstundentakt auf die Welt bringen kann es durchaus passieren das längere Pausen dazwischen sind. Bietet eurer Katze einen Energietrunk an um sie für weitere Wehen zu stärken.

Wichtig ist auch das sie Calcium noch erhält um einer späteren Eklampsie vorzubeugen. Mittunter kann es auch vorkommen das ihr denkt es ist schon alles vorbei und dann habt ihr am nächsten Tag noch ein weiteres Kitten in der Wurfkiste, das hoffentlich gesund und munter ist.
Wenn ihr aber eure Katzen per Ultraschall untersuchen habt lassen wisst ihr ganz genau wie viele Kitten zu erwarten sind.

Wenn eure Katze bei der Geburt der nachfolgenden Kitten sehr unruhig ist, ist es ratsam die neugeborenen Kitten solange in einen vorbereiteten Karton zu geben um hier die Gefahr zu vermeiden dass sie zu Schaden kommen. Aber nicht jede Katze toleriert dieses Vorhaben – dies solltet ihr dann situationsbeding entscheiden, Notfalls müsst ihr eine Hand schützend über das neugeborene Kitten legen.

Als Energietrink für die Katze hat sich laktosefreie Milch mit Traubenzucker und Eigelb sehr bewährt. Ihr könnt ihr aber auch während den Wehen tropfenweise Frubiase geben. Dies ist in der Apotheke erhältlich. Aber Achtung – bitte nur wirklich tropfenweise – ein zu viel führt zu Durchfall bei der Katze und ich verspreche euch – dies ist nicht schön zumal dies während der Geburt passiert

Mögliche Komplikationen

Frühgeburt: Ich hatte es oben schon erwähnt, es kann mitunter vorkommen das Kitten zu früh geboren werden. Je nachdem wieviel Tage die Kitten vor dem errechneten Termin auf die Welt kommen sind sie entsprechend entwickelt – sind sie komplett behaart kann man es wirklich versuchen mittels einer Sonde sie solange zu füttern bis sie selber den Schluckreflex ausgebildet haben um dann selber bei der Mutter zu trinken – hier müsst ihr aber aufpassen das eure Katze keinen Milchstau bekommt.

Kühlender Quark hilft wenn sich die Milchleiste heiß anfühlt, sollte sie sich aber rot verfärben ist Eile geboten und die Kitten sollten daran gehindert werden bei der Mutter zu trinken. Der Tierarzt wird eurer Katze sofort ein Medikament gegen die Mastitis geben. In den nächsten Tagen werdet ihr die Kitten mit der Hand alle zwei Stunden füttern müssen wenn ihr nicht wollt dass sie euch unter der Hand wegsterben.

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Zu früh geborene Kitten – noch total unbehaart und nicht lebensfähig


Schleim-/Blutabsonderungen:
Leichte Schleimabsonderungen können bei einer sehr fülligen Katze schon einige Wochen vor der Geburt auftreten und sind meist unbedenklich. Sollte der Ausfluss allerdings übelriechend sein und/oder stark blutig, Ausfluss in größeren Mengen vor, während oder nach der Geburt gehört die Katze sofort in tierärztliche Behandlung und da braucht ihr erst gar nicht bei Facebook oder in ähnlichen Kanälen um Rat fragen

Ausbleibende Wehen: Wenn die Geburt nicht bis zum 70. Tag von selbst in Gang kommt, sollte man sich mit seinem Tierarzt beraten.

Wehenschwäche: Bei einer primären Wehenschwäche wird sicherlich ein Kaiserschnitt angezeigt sein. Handelt es sich um eine sekundäre Wehenschwäche, durch einen langen und anstrengenden Geburtsverlauf oder durch Einfrüchtigkeit (das einzige Jungtier ist absolut zu groß) bedingt, wird der Tierarzt zunächst als erstes Mittel seiner Wahl Oxytocin spritzen, eventuell nach einer Stunde ein zweites Mal um die Wehentätigkeit einzuleiten. Kommt aber die Geburt auch dann nicht in Gang wird auch hier ein Kaiserschnitt von Nöten sein.

Erfolglose Presswehen länger als 1-2 Stunden, ohne dass ein Junges geboren wird: Ursache könnte sein: Querlage eines Fötus, meist eines toten Tieres, oder auch das Eintreten von 2 Welpen gleichzeitig in den Geburtskanal. Auch ist es gut möglich, dass sich eure Katze verkrampft. Auch hier muss euch der Tierarzt weiterhelfen. Mit viel Glück kann die Geburt während der Fahrt zum Tierarzt erfolgen – hier ist es ratsam, wenn man entsprechend gerüstet ist (Kleenex, Tücher, etc.)

Gebärmutterentzündung: Falls eine Plazenta oder ein Teil davon in der Gebärmutter bleibt, besteht die Gefahr einer Gebärmutterentzündung. Allerdings kann die fehlende Plazenta noch bis zu 36 Stunden nach der eigentlichen Geburt ausgestoßen werden. Sollte dies nicht der Fall sein wird der Tierarzt eurer Katze ein Im anderen Fall wird der Tierarzt ein

Es gibt aber noch weitaus schlimmere wenn auch seltenere Komplikationen die allerdings sehr drastisch verlaufen wie Eklampsie und Gebärmuttervorfall – hier solltet ihr wirklich unverzüglich den Tierarzt aufsuchen. Und zwar wirklich unverzüglich wenn euch das Leben eurer Katze lieb ist.

Bei manchen Rassen kommt es vor, dass wenn Kitten tot geboren werden ein „Nestsäuberungsinstinkt“ sie überkommt und sie die toten Kitten auffressen. Was auf den ersten Blick sehr barbarisch klingt hat in der freien Natur durchaus seine Berechtigung.

Totes Kitten mit offenen Bauch und bereits von der Mutter angefressen worden zwecks Nestsäuberung
Totes Kitten mit offenen Bauch und bereits von der Mutter angefressen worden zwecks Nestsäuberung – sehr gut sind hier auf diesem Bild die Darmschlingen zu sehen.

Direkt nach der Geburt:

Verschlucktes Fruchtwasser:

Eine der größten Gefahren für das Leben eines Kitten ist das Verschlucken von Fruchtwasser während der Geburt. Diese Gefahr ist besonders dann gegeben, wenn ein Kitten länger im Geburtskanal feststeckt (z.B. Rücken- oder Steißlage) oder die umhüllende Fruchthülle bereits gerissen ist. Solch ein Kitten muss nach der Geburt sofort ausgeschlagen (diesen Vorgang muss man sich wirklich von kundiger Hand zeigen lassen) oder fachmännisch abgesaugt werden – lasst euch dies am besten von eurem Tierarzt zeigen.

Vorzugsweise gibt man in diesen Fällen auch vorbeugend Antibiotika um eine Lungenentzündung zu vermeiden.  Nichts ist schlimmer als ein Kitten in dem Alter mit einer Lungenentzündung. Und obwohl man einem Kitten in den ersten 2 Tagen nichts anmerkt, die Reaktion erfolgt meist am 2. Tag und dann gibt es leider keine Hilfe mehr und es bleibt nur noch Euthanasie um größeres Leiden zu verhindern. Auch wenn einem Kitten nach der Geburt Wasser aus Nase und Mäulchen läuft und es Probleme hat zu atmen deutet vieles auf verschlucktes Fruchtwasser hin und ihr solltet sofort entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Eklampsie:

Bei der Eklampsie handelt es sich um einen Kalziummangel in der Zeit um die Geburt herum, vor- bis nachher. Bei großen Würfen können Muskelkrämpfe in Erscheinung treten. Orale Gaben von Kalzium vor und nach der Geburt können dieser Krankheit vorbeugen. Tritt sie auf, reicht die alleinige orale Verabreichung nicht. Die parenterale Applikation ist dann unumgänglich.

Die erste Zeit nach der Geburt

Die erste Zeit nach der Geburt ist relativ enttäuschend – die Kitten werden schlafen, trinken, schlafen …..vielleicht ein wenig um die Zitzen raufen aber damit hat es sich schon.

Wichtig ist das ihr darauf achtet das die Kitten genügend Kolostralmilch aufnehmen, die nur in den ersten Tagen fließt und besonders reichhaltig an Antikörper ist. Sollte ein Kitten ein wenig trinkfaul sein legt es einfach immer wieder an.

Manchmal, besonders bei großen Würfen müsst ihr anfangs eure Katze ein wenig unterstützen bei der Pflege der Kitten. Einfach ein Wattepad mit lauwarmen Wasser getränkt und damit das Bäuchlein und den Anus massieren.

Beobachtet aber trotzdem eure Katze gut in der ersten Zeit, da erhöhte Temperaturen, Blutungen, Apathie alles Alarmzeichen sind und ihr solltet da rasch reagieren.

Gewichtskontrolle:

Eure Katzenbabys müssen sofort nach der Geburt, und dann jeden Tag zur gleichen Zeit gewogen werden, wobei die Gewichte in einer Tabelle notiert werden müssen. Diese Gewichtskontrolle ist für lange Wochen die einzige Möglichkeit zu kontrollieren ob die Babys sich gut entwickeln oder Probleme vorliegen, die ein sofortiges Handeln erfordern. Ein normales Geburtsgewicht liegt etwa zwischen 80-100 g, Gewichte darunter bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Die tägliche Zunahme eines Kittens sollte 10-16 g sein, innerhalb einer Woche sollte sich das Geburtsgewicht verdoppelt haben. In den folgenden Wochen sollten die Kitten jeweils etwa 100 g zunehmen.

Gewichtsprobleme:

Am Tag nach der Geburt ist eine geringe Gewichtsabnahme möglich, aber sobald das Gewicht stagniert gilt erhöhte Wachsamkeit und ihr solltet mehrmals am Tag dann dieses Kitten wiegen. Eine Gewichtsabnahme über mehr als einen Tag erfordert sofortiges Handeln. Beobachtet ob dieses Kitten an der Zitze trinken kann oder ob es eventuell abgedrängt wird von stärkeren, größeren Kitten. Kitten, die bei der Mutter nicht ausreichend zunehmen müssen unbedingt per Hand zu gefüttert werden. Gefüttert werden muss dann am Tag und (ganz wichtig) auch in der Nacht alle zwei Stunden.

Selbstverständlich ist dieser Text nicht komplett und ich bin hier nicht auf alle Details näher eingegangen, das hätte hier den Rahmen gesprengt und ich bin mir eh nicht sicher ob sich wirklich wer diesen langen Text durchliest. Er hat mich auf jedenfall viel Zeit gekostet.

Aber dieser Beitrag soll euch einen kleinen Einblick geben wie es abläuft und welche Komplikationen auftreten können. Es gibt weitaus mehr und vielleicht gehe ich in einem der weiteren Beiträge dann näher darauf ein. Mal sehen wie die Reaktionen auf diesen hier sind.

An dieser Stelle noch ein riesen Dankeschön an die Personen die mir für diesen Beitrag Fotos zur Verfügung gestellt haben.

Und noch ein kleiner Hinweis, ich habe hier einige Sachen verlinkt – manche sind direkt zu Amazon, manche zu Medpets oder andere – ich nehme bei Amazon bei dem Partnerprogramm teil und verdiene von euren Einkäufen, die ihr vielleicht tätigt oder auch nicht ein paar Cent. Kostet euch nichts und mich freuts wenn ich wieder was für meine Fellnasen dafür kaufen kann 🙂 Gibt ja noch soviel zum testen und ausprobieren 🙂



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2 Gedanken zu „Hurra wir bekommen Babys! – Taubertalperser

  • 12. August 2017 um 06:50
    Permalink

    Danke für den ausführlichen Bericht. Ich habe zwar keine Kitten zu erwarten (meine Süßen sind kastriert), habe aber trotzdem alles mit großem Interesse gelesen.

    Antwort
  • 31. Januar 2018 um 05:32
    Permalink

    toller bericht.
    bin seit monaten mit dem basiswissen für katzenzuch am „werkeln“.
    und habe eine tollezüchterin als mentorin gefunden.

    lieben dank tina

    Antwort

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