Inhaltsstoffe im Katzenfutter? Zu Unrecht geächtet?

Immer wieder sehe ich Kommentare zu diversen Futtersorten, bei denen es mir teilweise wirklich die Nackenhaare sträubt. Sei es weil man minderwertiges Futter super lobt und anpreist

IMG_4431Oder weil es teilweise bei den Futtertests etc. zu „Copycats“ (um bei dem Thema Katzen zu bleiben) kommt, die ohne das notwendige Wissen und Hintergrundinformationen agieren.
Da wird versucht auf den fahrenden Zug aufzuspringen und Tests/Blogs nachzuahmen, aber wie es halt so ist – ohne entsprechendes Wissen geht sowas leider schief.

So werden Inhaltsstoffe im Katzenfutter verteufelt, die sehr wohl ihre Berechtigung, vor allem sinnvolle (!) Berechtigung haben.

Einerseits ist es ja schmeichelhaft wenn man kopiert bzw. nachgemacht wird, allerdings wenn es um die Gesundheit derer geht, für die ich mich so einsetze finde ich das Ganze nicht mehr besonders witzig und ich würde denjenigen dann am liebsten sagen „Beschränkt euch doch auf eure Kernkompetenz und dies ist nicht die Ernährung“

Als besonderes Beispiel sind hier diverse Futtersorten zu erwähnen, die als Inhaltsstoffe geringfügigen Anteil an Obst oder Kräutern aufweisen.

Petersilie im Katzenfutter

Wir alle kennen ja die Katzenfutterwerbung in der kunstvoll Petersilie auf dem Tellerchen drapiert wird. Abgesehen davon natürlich, dass es in dem Falle nur eine Dekoration ist und das präsentierte futter nicht wirklich nennenswert verbessert hat Petersilie einen unschätzbaren Vorteil und aus diesem Grund haben sich auch einige Katzenfutterhersteller dafür entschieden dieses „Gewürz“ auch für Katzen zu verwenden.

Petersilie beinhaltet zwei Arten von besonderen Stoffen, die einzigartige Vorteile für die Gesundheit (auch für uns Menschen anwendbar!) einbringen.

Zu einem wären hier die Ölkomponenten zu nennen: Myristicin, Limonen, Eugenol und Alpha-Thujen.

Und dann hätten wir die Flavonoide, einschließlich Apiin, Apigenin, crisoeriol und Luteolin. Die Öle in Petersilie, besonders Myristicin, haben in Tierstudien bewiesen, dass sie die Ausbildung von Tumoren hindern können, besonders solche in der Lunge. Auch bei der Aktivierung bestimmter Enzyme zur Abwehrhaltung schädlicher Molekülverbindungen haIMG_4417t sich Myristicin als fördernd erwiesen.

Die Flavonoide in Petersilie -besonders Luteolin – haben eine Funktion als Antioxidantien. Die Aufnahme von Antioxidantien verhindern durch Oxidation verursachte Zellschäden, die auch für einen schnellen Alterungsprozess verantwortlich sind.

Zusätzlich ist Petersilie sehr reich an Vitamin C und Vitamin A. Vitamin C hat eine Vielzahl von Funktionen im Körper. Eine der wichtigsten ist die Bindung von freien Radikalen, die auch für die Entwicklung ernster Krankheiten verantwortlich sein können.

Im Weiteren ist Petersilie reich an Folsäure, eines der wichtigsten B-Vitamine.

Cranberry – die kleine rote Wunderbeere

Von der Cranberry-Pflanze ist nur die Beere nutzbar. Sie ist reich an Vitaminen, vor allem Vitamin C, Antioxydanzien, Gerbstoffen und organischen Säuren; sie enthält Pektin, Phosphor und Zink.

Die antibakterielle Wirkung der Cranberry ist bereits seit langem bekannt. Studien aus Frankreich und den USA belegen, dass Cranberries ein natürlicher Schutz gegen unerwünschte Bakterien bietet, wie sie auf den Schleimhäuten z.B. in der Mundhöhle, im Magen oder in den Harnwegen vorkommen können. Cranberry ist besonders reich an Proanthocyanidin des Typs A (PAC A).

Diese speziellen sekundären Pflanzenstoffe sind in der Lage, die Fimbrien, mit denen sich die Bakterien an der Blasenwand anheften, zu verkleben. Dadurch können die nicht mehr an der Blasenschleimhaut andocken und werden beim nächsten Wasserlassen aus der Blase gespült. Das gilt auch für antibiotika-resistente Keime.

Cranberry für Tiere (Manfred Heßel, Dipl. Ökologie, Waltrop)

Cranberry-Präparate können bei Appetitlosigkeit, Durchfall, Nierenbeckenentzündungen, Entzündungen im Mundraum und bei Magengeschwüren verwendet werden. Sie werden in Form von getrockneten Beeren, Pulvern, oder Cranberrysaft angeboten.

Mit Cranberrysaft haben wir begleitend zur Nierentherapie eine gute Unterstützung, er kann kleinen und großen Tieren ergänzend kurweise zur Tränke oder über das Futter gegeben werden.

Werden die Früchte oder der Saft rechtzeitig, möglichst vorbeugend genommen, werden durch den Anti-Haft-Effekt des Proantocyanidin A Infektionen vermieden. Eine bestehende Infektion ist mit Cranberry alleine nicht zu therapieren. Hier bieten sich die Kombinationen mit der europäischen Verwandschaft, also Bärentraubenblätter oder Heidelbeerblätter, an. Die Bärentraube, deren Blätter bei Nierenreizungen das Mittel der Wahl sind, ist kombiniert mit Cranberryfrucht­pulver oder Cranberrysaft ein hervorragendes Therapeutikum. Als sanftes Mittel stabilisiert Cranberry den Heilerfolg nach überwundenen Entzündungen und kann auch über längere Zeit gegeben werden.

Cranberries gibt es als Frischsaft, als Fruchtmus, als Fruchtpulver und als getrocknete Früchte. Leider sind die Trockenfrüchte meist mit Zucker oder Sirup gesüßt. Durch das Süßen wird das Geschmacksempfinden geändert und die Sekretion der Verdauungssäfte reduziert. Das ist im therapeutischen Einsatz kontraproduktiv, abgesehen davon, dass die permanente Überzuckerung unserer Tiere bereits die Hauptursache vieler Stoffwechselstörungen ist.

Topinambur

Hach ja, Topinambur einer der am meist als negativ genannten Inhaltsstoffe und dies absolut zu Unrecht. Abgesehen davon, dass Topimambur äußerst kalorienarm ist, besteht so eine Knolle doch zu 80% aus Wasser liefert Topinambur ganz tolle Kohlenhydrate (16%) in Form aus dem Mehrfachzucker Inulin (Nicht zu verwechseln mit Insulin!) Inulin hat gegenüber der herkömmlichen Kartoffel den Vorteil, dass es hier nur zu einem sehr geringen Blutzuckeranstieg kommt und auch sehr gut für Diabetiker und übergewichtige Personen geeignet wäre (nur mal so am Rande für Abnehmwillige – Inulin wirkt auch appetitzügelnd und wird in der Lebensmittelherstellung teilweise als Fettersatz eingesetzt)

Topinambur ist auch reich an wichtigen Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin C und D, Nikotinsäure und Biotin, Spurenelementen und besonders viel Kalium (400 -800 mg/100g)

Durch die positive Wirkung auf die Darmflora kann aus Topinambur bis zu 20 Prozent mehr Kalzium aufgenommen werden.

Ich denke, ihr erkennt schon die Vorteile von Topinambur im Katzenfutter und wenn euch nun jemand erklären will das Topinambur böse sei – ihr habt die richtige Antwort dafür.

Inulin

Inulin ist ein Polysaccharid (eine Kette aus Fruchtzucker -Molekülen -), das von den Verdauungsenzymen nicht angegriffen werden kann und was deshalb unverdaut vom Dünndarm in den Dickdarm gelangt. Dort stimuliert es das Wachstum von Bifidobakterien, die Kohlenhydrate verwerten und daraus Milchsäure bilden. So wird beispielsweise die Aufnahme von wichtigen Mineralien gesteigert. Die guten Bakterienstämme Bifidus- und Lakto-Bakterien werden durch Inulin gefördert und durch eine gesunde Darmflora werden schädliche und sogar krebserregende Stoffe besser abgewehrt.

Untersuchung an Tieren

In Untersuchungen mit Tieren hat man folgendes festgestellt. Füttert man die Tiere mit Inulin, geht im Darm die Anzahl der Fäulnisbakterien zugunsten der Bifido- oder Säurebakterien zurück. Folglich sinkt die Produktion von Ammoniak welches giftig und aus verschiedenen Gründen unerwünscht ist.

Inulin ist in zahlreichen Gemüsen wie Chicorée, Zwiebel oder Knoblauch in geringen Mengen vorhanden – aber auch in Topinambur, der Kartoffel für Diabetiker wie sie auch gerne genannt wird

Dies war mal der erste Teil zu den missverstandenen Inhaltstoffen ;-)

Fortsetzung folgt ;-)


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