Kastrationspflicht nun auch in Leer?

Der Landkreis Leer möchte in seiner nächsten Sitzung heute am 7. Dezember eine kreisweite Kastrationspflicht zur Abstimmung vorlegen. Ein entsprechender Entwurf seitens des Veterinäramtes wird hier dem Kreissausschuss vorgelegt. Es soll laut diesem Entwurf eine Kastrationspflicht für alle Katzen gelten, die im Haushalten leben und Freigang haben, sich also auch unbeaufsichtigt außerhalb der Wohnung und des Gartens aufhalten. Mit dieser Kastrationspflicht folgt Leer vielen anderen Städten, die bereits eine Kastrationspflicht eingeführt haben. Vorreiter ist hier sicherlich die Stadt Paderborn zu nennen, die schon im Jahre 2008 erfolgreich die Kastrationspflicht eingeführt haben. Der Tierschutzverein „Vier Pfoten“ sowie bmt und Tasso e.V. setzen sich seit Jahren dafür ein, diese Kastrationspflicht deutschlandweit einzuführen.

Leider scheitert dies in vielen Orten an diversen Kompetenzstreitigkeiten, Angst sich unbeliebt zu machen oder auch der an Bequemlichkeit vieler Lokalpolitiker. Dabei gebe es unzählige Gründe für diese Kastrationspflicht, denn Katzen können bereits im Alter von etwa sechs Monaten geschlechtsreif werden und werfen zwei- bis dreimal im Jahr ungefähr drei bis fünf Jungtiere. Diese sind häufig unerwünscht und werden zu Streunern. Die Folge ist eine Überpopulation von verwilderten Katzen, die häufig an Hunger und Krankheiten wie Katzenschnupfen leiden. Hinzu kommen Beeinträchtigungen durch Fehlernährung und Inzucht. Durch diese Überpopulation wird der Tierschutz natürlich massiv negativ beeinflusst. Viele Tierheime haben laufend Aufnahmestopps weil sie teilweise nicht mehr in der Lage sind, diese enorme Anzahl der Abgabetiere zu bewältigen. Von den Kosten, die solche Tiere, verursachen ganz zu schweigen. Die finanzielle Last, die hier auf vielen Tierheimen liegt ist enorm und mancherorts haben Tierheime schon aufgeben bzw. schließen müssen. Es wäre aber begrüßenswert, wenn alle Katzen kastriert werden, ungeachtet dessen ob sie Freigänger sind oder nicht. Wie schnell kann es mal passieren das die Katze entwischt, ein unaufmerksamer Moment und schon ist das Unglück passiert. Ausnahmegenehmigungen sollte es nur für triftige Gründe oder seriöse Züchter (mit entsprechender Sachkundeprüfung und Überprüfung durch das Veterinäramt) geben.

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