Katzen manipulieren „ihre“ Menschen

Naja ist ja wie wir alle wissen nichts wirklich Neues. Vor allem sie erziehen uns auf ihre eigene ganz spezielle Methode.

Unser Kater liebt es abends auf ein ordentlich gesäubertes Katzenklo zu gehen. Vorzugsweise erledigt er da sein großes Geschäft in dem einen Klo und das kleine Geschäft im anderen. Und wehe es ist nicht sauber.
Da wird unser kleiner dicker Schmusekater zur Terror-Mietze. Es wird so lange rumgemault, an der Tür gescharrt, andere Katzen durch die Gegend gejagt bis der Zweibeiner sich endlich dazu bequemt „sein“ Klo sauber zu machen. Dann wird die Terror-Mietze wieder lammfromm und mutiert zum Kuschelkissen J

Perser vom Taubertal Foto: Johnny Krüger http://www.pfotograf.info
Perser vom Taubertal
Foto: Johnny Krüger
http://www.pfotograf.info

Aber Katzen sind auch Meister darin sich lautstark zu äußern. So bringen Sie mit einer Art schreienden Miau-Laut, eingebettet in einem Schnurrton ihre Besitzer dazu ihnen jeden Wunsch zu erfüllen, vor allem wenn es um Futter geht.

Wissenschaftler der Universität Cambridge haben nun das untersucht, was uns Katzenbesitzer schon lange bekannt ist. Katzen streuen in ein lautes Schnurren gezielte Klagelaute ein und mit dieser besonderen Kombination können Menschen kaum bis gar nicht widerstehen, zeigt diese britische Studie

Menschen beurteilten diese Rufe als dringlich und könnten sie nur sehr schwer ignorieren, schreiben Karen McComb und ihre Kollegen von der University of Sussex im Fachblatt „Current Biology“ (Bd. 19, Seite R507). Vermutlich lernen Katzen, ihre Laute zu verändern, wenn sie merken, dass sie bei ihren Besitzern zum gewünschten Erfolg führen.

Menschen bringen das Schnurren von Katzen mit Zufriedenheit in Verbindung. Einige Katzen schnurren jedoch auch während des Fressens oder bei der Suche nach Futter. Um den Unterschied zu identifizieren, nahmen McComb und ihre Kollegen die Schnurrgeräusche von zehn Katzen auf – einmal wenn sich diese ausruhten und einmal wenn sie vor dem Futternapf um Futter bettelten.

Wenn Testpersonen die Rufe anschließend beurteilten, empfanden sie das Schnurren im Zusammenhang mit Futter durchweg als unangenehmer und dringender als jenes während des Ausruhens. Die Resultate waren unabhängig davon, ob die Testpersonen selber jemals eine Katze besessen hatten oder nicht.

Der entscheidende Faktor sowohl für die Dringlichkeit als auch für den Grad des angenehmen Gefühls beim Schnurren sei ein ungewöhnlich hochfrequenter Ton gewesen, der im natürlichen, tiefen Schnurren eingebettet gewesen sei, berichtet McComb. Tatsächlich scheint es dieser hohe Ton zu sein, den die Menschen unbewusst als unangenehm empfinden. Denn wenn die Forscher diesen hohen Ton aus den Aufnahmen herausfilterten, beurteilten die Testpersonen auch die Bettelrufe als deutlich weniger dringlich.

Die Frequenz des Tons, der den Bettelruf vom gewöhnlichen Schnurren unterschied, lag im Durchschnitt bei 380 Hertz – und damit im Bereich, in dem auch die Heulschreie von kleinen Kindern liegen. Vermutlich sind die Bettelrufe der Katzen für den Menschen deshalb so schwierig zu ignorieren, auch wenn sie nicht dieselbe Dringlichkeit haben wie das Schreien von hungrigen Kindern.

Doch nicht alle Katzen benutzten diese Art von Schnurren, schreiben die Wissenschaftler. Es scheint sich meistens dann zu entwickeln, wenn Katzen nur eine Bezugsperson haben und nicht in großen Haushalten leben, wo ihr Schnurren weniger beachtet wird. Die Katzen könnten lernen, ihr Schnurren zu verändern, wenn es sich als erfolgreich erweise, schließen die Forscher aus ihren Ergebnissen.


Kommentar verfassen