Katzen unterm Weihnachtsbaum?

Es duftet nach Tannen, Lebkuchen und Zimtsternen, Wham singen „Last Christmas“ auf allen Radiosendern, in den Fenstern der Menschen leuchten Sterne und Pyramiden, Kalendertürchen werden geöffnet und geben ihren süßen Inhalt preis und Kinderaugen leuchten bei der Erwartung auf das bevorstehende Fest.

Katzen unter WeihnachtsbaumDie Adventszeit hat begonnen und abertausende Wunschzettel werden geschrieben und zum Weihnachtsmann an den Nordpol gesendet. Neben Fahrrädern, Puppen, Spielekonsolen, Handys, und anderem Spielzeug finden sich hier aber auch Wünsche nach kleinen Katzenkindern oder anderen vierbeinigen Freunden wieder. Oftmals führen nun große Kulleraugen, herzzerreißende Betteleien und Schmollmund bei vielen Eltern und Großeltern dazu, dass sie ihren Kindern bzw. Enkelkindern diesen Wunsch erfüllen wollen, zumal ein Haustier ja das Verantwortungsbewusstsein eines Kindes fördert.

Die Katzen unterm Weihnachtsbaum?

Was dann zum Weihnachtsfest unterm Baum zu großer Freude, Jubelstürmen und Liebesbeteuerungen führt, verliert aber oftmals auch leider sehr schnell wieder seinen Reiz, wenn das ach so süße Katzenkind größer wird, nicht nur Spaß, sondern auch Arbeit bedeutet und die Kinder lieber anderen Hobbies nachgehen. Die Versorgung und Pflege bleibt dann an den Eltern hängen, der Alltag wird neben Hausaufgabenbetreuung, Fußballtraining oder Gitarrenunterricht stressiger und der geplante Sommerurlaub naht.

Spätestens jetzt gestehen sich Eltern und Großeltern ein, dass das so lieb gemeinte Geschenk verfrüht oder einfach zu spontan angeschafft wurde, man gar keine Zeit für das Kätzchen hat und sich eigentlich auch keiner mehr darüber freut. Wie schnell landen jetzt viele dieser atmenden Weihnachtsüberraschungen im Tierheim, oder werden auf Ebay-Kleinanzeigen und Co. dem nächstbesten als Schnäppchen angeboten.

Nicht grundlos vermitteln die meisten Tierheime in der Vorweihnachtszeit keine Tiere, denn viele von ihnen würden nach den Feiertagen wieder zurückkehren, was die kleinen Seelchen nur traumatisiert und eine erneute Vermittlung erschweren würde.


Die Katze als Haustier

Sollten Sie dennoch den Wunsch verspüren, Ihrem Kind eine Katze als Haustier zu ermöglichen, warten Sie bitte bis nach den Feiertagen, setzen sich dann mit der gesamten Familie zusammen und besprechen das Thema intensiv:

  • Ist Ihnen bewusst, dass eine Katze bei artgerechter Haltung und Ernährung bis zu 20 Jahre alt werden kann?
  • Wissen Sie, dass eine Einzelhaltung von Kitten nicht artgerecht wäre und zu diversen Verhaltensstörungen führen könnte? Sie sich somit in jedem Fall für zwei Kätzchen entscheiden sollten?
  • Sind wirklich alle Familienmitglieder mit zwei Katzen einverstanden?
  • Sind Allergien gegen Katzenspeichel bekannt?
  • Ist Ihnen klar, dass die Verantwortung für die Kätzchen bei Ihnen bleibt und Ihre Kinder höchstens bei der Versorgung und Pflege mithelfen werden?
  • Haben Sie genügend Platz, Zeit und auch Rückzugsmöglichkeiten für Ihre künftigen Katzen?
  • Sind Sie bereit, sich von Ihren für Katzen giftige Pflanzen zu trennen?
  • Ist Ihnen bewusst, dass tobende Katzen auch mal etwas kaputt machen, vom Regal schubsen oder auch mal Kratzspuren auf dem Sofa hinterlassen?
  • Ist Ihr Vermieter mit der Katzenhaltung einverstanden?
  • Haben Sie eine zuverlässige Urlaubsbetreuung zur Hand?
  • Haben Sie sich durchgerechnet, welche Kosten für vernünftige Kratzbäume, diverses Zubehör (wie Transportboxen, Katzentoiletten u. a.), Futter, Streu, Kastrationen, Impfungen, Entwurmungen, Zeckenschutz, Flohbefall oder auch Erkrankungen auf Sie zukommen würden?
  • Ist Ihnen bewusst, dass Tiere keine Sachen und somit vom Umtausch ausgeschlossen sind?

Wenn Sie die eben aufgeführten Punkte alle besprochen haben und nun immer noch den Wunsch nach einem Zusammenleben mit zwei Kätzchen hegen, sollten Sie jetzt noch einmal altersgerecht mit Ihrem Kind/ Ihren Kindern die folgenden Punkte erörtern:

Katzen und ihre Bedürfnisse

  • Katzen sind kein Spielzeug, sondern Lebewesen, die man respektvoll behandeln muss, denen man nicht weh tun darf und denen man auch ihre Freiräume und Ruhephasen zugestehen muss.
  • Während der ersten Tage der Eingewöhnug dürfen die Kätzchen nicht bedrängt werden, auch wenn man sie noch so gerne streicheln und liebhaben möchte. Ebenso darf ihnen nicht nachgejagt oder nach ihnen gegriffen werden. Durch ein gemeinsames Spiel mit z. B. einer Angel wird die Neugierde der Kitten geweckt und das Vertrauen aufgebaut. Niemals sollte ein Kätzchen gegen seinen Willen festgehalten werden, denn das könnte das aufgebaute Vertrauen schnell wieder zerstören. Gerade bei noch sehr kleinen Kindern, die ihre Motorik noch nicht kontrollieren, oder ihre Kräfte richtig einschätzen können, sollten Eltern immer darauf achten, dass das Kind nicht zu grob mit den Katzen umgeht, ihnen nicht an Schwanz oder Ohren zieht und wirklich nur vorsichtig streichelt. Vermeiden Sie auch bitte möglichst, Ihr Kind mit den Kätzchen unbeaufsichtigt zu lassen.
  • Kätzchen machen nicht nur Spaß und Freude, sondern auch Arbeit (Katzentoiletten müssen täglich gereinigt werden, Wassernäpfe ebenfalls und Kitten benötigen bis zu 5x täglich ein artgerechtes Futter).
  • Die Hilfe bei der Versorgung der Kätzchen sollte aber nicht verpflichtend oder unter Strafandrohung eingefordert werden, sondern man sollte das Kind langsam und spielerisch bei den täglichen Aufgaben mithelfen lassen, damit sich die Bindung zu den Katzen selbständig festigt und mit der Zeit sowohl das Verantwortungsgefühl, als auch der innige Wunsch nach dem Wohlergehen der Vierbeiner wächst.
  • Gerade kleine Katzen sind sehr neugierig, da kann es schon mal passieren, dass das Lieblingsspielzeug angekaut oder mit den Krallen bearbeitet wird.
  • Ordnung im Kinderzimmer ist nun wichtiger denn je. Gerade Kleinteile müssen immer sorgfältig verstaut werden und beim Spielen damit muss immer auf die Katzen geachtet werden, damit diese sie nicht verschlucken, denn das kann zu Darmverschlüssen führen.
  • Beim ausgelassenen Spiel mit den Katzen kann es unter Umständen auch mal zu kleineren Kratzverletzungen kommen, die man aber nicht bestrafen darf. Ferner sollte man auch darauf achten, nicht die eigene Hand zum Spielobjekt zu machen.

Weihnachten_JanisWenn sich nun die gesamte Familie beraten hat und alle damit einverstanden sind, sich gemeinsam um das Wohlergehen der künftigen Kätzchen zu kümmern, sollten Sie noch einmal ein paar Nächte darüber schlafen und sich dann erneut zusammen setzen. Fragen Sie Ihre Kinder, was sie vom letzten Gespräch noch wissen und wie sie sich bei der Ankunft der neuen Familienmitglieder zu verhalten haben, worauf sie beim täglichen Zusammenleben achten müssen und ob sie sich noch immer zwei Kätzchen wünschen.

Woher soll das Kätzchen kommen

Erst dann sollten Sie sich an einen seriösen Züchter oder das Tierheim wenden und die beiden neuen Familienmitglieder in Ihr Leben integrieren. Im nachfolgenden Ratgeberteil dieses Blogs finden Sie alle wichtigen Informationen, die Ihnen bei der Auswahl des richtigen Züchters helfen:

Alles über die Anschaffung einer Katze

Wenn Sie nun Ihre neuen Familienmitglieder gefunden haben, gehen die Zubehör- und Futterbesorgungen los, damit Ihre Kätzchen bei ihrem Einzug bei Ihnen alles Nötige bereits zur Verfügung haben. Hier finden Sie noch viele weitere nützliche Tipps und Ratschläge rund um die artgerechte Haltung ihrer Fellnasen:

Alles über die Haltung einer Katze

Abschließend möchten wir Ihnen zu Ihrem künftigen Familienzuwachs gratulieren und wünschen Ihnen viele schöne und glückliche Jahre mit Ihren Samtpfoten.

Eine besinnliche Vorweihnachtszeit, frohe Feiertage im Kreise der Familie und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen Ihnen die Perser vom Taubertal, sowie deren Freunde.

Gastbeitrag von Kerstin Gedack – Savannahzüchterin