Katzensteuer in Deutschland – da lachen nicht nur die Katzen ….

Ich weiß ehrlicherweise gerade nicht wie ich am besten mit diesem Beitrag beginnen soll. Dem einen oder anderen wird dieser Beitrag nicht so ganz gefallen, da er ihm hoffentlich begreiflich macht dass er sich total umsonst aufgeregt und wo hinein gesteigert hat.

Katzensteuer  in Deutschland

Jedes Jahr wieder kommt ein mehr oder weniger erfolgreicher Politiker oder ein anderer Spaßvogel auf die Idee die Einführung der Katzensteuer anzuregen.

Um ehrlich zu sein lässt sich dieser äußerst humoristische Einfall bis ins Jahr 2003 zurückverfolgen und mit einer gewissen Regelmäßigkeit kommt dieses Thema immer und immer wieder zur Sprache und diverse Medien berichten freudig darüber (irgendwie muss man wohl die Seiten füllen und nichts ist schöner als einen besonderen „Aufreger“ zu haben. Das steigert die Leser- und Klickzahlen und somit die Einnahmen mehr oder weniger seriösen Online-Medien).

Was ich persönlich davon halte sei mal dahingestellt – Fakt ist allerdings das solche „Aufreger“ sehr gerne von der betroffenen Zielgruppe in den sozialen Netzwerken inflationär geteilt wird und ebenso heiß diskutiert  wie man derzeit wieder sieht obwohl dieses Thema wahrhaftig uralt ist.

Ein Blog hat letztes Jahr dieses Thema aufgegriffen und ist da wohl einer Satireseite aufgesessen oder hat es wo anders aufgeschnappt ohne weiter nachzuforschen und nachzufragen.

Hauptsache man hat etwas geschrieben – Hauptsache der Beitrag wurde unzählige Male geteilt und hat seinen Bekanntheitsgrad gesteigert – zum Wohle seines eigenen Geldbeutels,  denn immerhin macht der dies nicht aus reiner Nächstenliebe sondern um sein „Geschäft“ voranzutreiben.

Ob dies nun ein gutes Licht auf dieses Unternehmen wirft sei mal dahingestellt, zumindest ist er „in aller Munde“ wenn auch bei Insidern eher spöttischer Natur.

Und wie immer Stille Post 2.0 im Internetzeitalter ist wirklich genial – einer schreibt vom anderen ab, es wird nichts überprüft, genauer nachgefragt – einfach gar nichts. Ein Sachen dazu, ein paar Sachen weg und fertig ist der neue Beitrag und die Leute gieren danach und nehmen alles für bare Münze – weil es stand ja in der **** oder kam sogar im Fernsehen!!! Da muss ja etwas Wahres daran sein!

 

Doch was ist dran an der Einführung der Katzensteuer?

Kurz und knapp – nichts!

Wir haben bereits 2014 über die Einführung einer Katzensteuer hier bei den Taubertalpersern berichtet und da hat sich nicht so viel verändert zu damals. Und um genau zu sein „geistert“ die Katzensteuer bereits in der einen oder anderen Form seit 2003 durchs Netz.

In Deutschland leben weit über 12. Millionen Katzen in den Haushalten (laut letzter Studie von ZZF) Tendenz steigend.

Die meisten Katzen in deutschen Haushalten sind aber das was sie sind – reine Hauskatzen und somit würde das Argument des „Natur- und Artenschutzes“ schon mal absolut nicht ziehen.

Nun stellt euch vor wie das funktionieren soll? Schon alleine mit der Erfassung aller Hauskatzen wäre man in Deutschland heillos überfordert. Wir schaffen es ja nicht mal 1 Million Flüchtlinge korrekt und ordentlich zu erfassen wie soll dies nun bei der 12fachen Menge an Katzen geschehen? Davon abgesehen wäre dies so wie die Hundesteuer eine Kommunenangelegenheit – will man nun hier von Tür zu Tür gehen und nachfragen ob der Anwohner nun Katzenhalter ist oder nicht? Einkaufen kann man dann nur noch Katzenfutter- und Zubehör mit dem Steuerbescheid? Lächerlich und absolut nicht ernst zu nehmen.

Pro Argument der Katzensteuer

Ein absolutes Pro-Argument für die Befürworter der Katzensteuer ist das die Katzen eine invasive Art sind und ihre ökologischen Fußspuren hinterlassen.

Das mag schon sein und ich versuche nicht umsonst die Leute dafür zu sensibilisieren zumindest in der Brut- und Setzzeit ihre Freigänger im Haus zu halten um das Niederwild und Bodenbrüter entsprechend zu schützen. Aber dies ist nicht nur ein Thema für Katzenbesitzer sondern auch Hundehalter sind in dieser Zeit angehalten ihre Hunde beim Wald- und Feldspaziergang ihre Tiere an der Leine zu führen.

Aber ich muss betonen der weitaus größere Schädling unser Fauna und Flora sind weder Hund noch Katze sondern das ist schon der Mensch selber.

Wir holzen Bäume ab um Windräder aufzustellen – in einem Naturschutzgebiet! Wir bauen Autobahnen quer durch Landschaftsschutzgebiet und die nächste Stromtrasse ist auch schon angedacht. Wir verschmutzen die Meere mit unserem Plastikmüll und damit wir das noch ganze geräuschvoll untermalen können stellen wir noch eine Offshore-Anlage nach der anderen auf.

Wir können Sie noch gar nicht so richtig effektiv nutzen?

Ach pfeif drauf – und die verdammten Wale, die die Rufe nach einem Partner nicht mehr hören können aufgrund des Lärms, der dadurch permanent generiert wird soll sich gefälligst ein Hörgerät zulegen.

Eine Gruppe der Befürworter meint auch man könne ja die Einnahmen für Tierschutz etc. verwenden. Ja es würde eher das etc. werden, da nach Steuerrecht Steuern nicht zweckgebunden eingesetzt werden können.

Contra-Argumente der Katzensteuer

Okay ich denke das das mit dem Erfassen aller Katze die in deutschen Haushalten leben eine fast unlösbare Aufgabe ist haben wir ja geklärt.

Kommen wir zu dem absoluten K.O.-Kriterium.

Was passiert mit den ganzen Katzen, die dann aufgrund der Einführung so einer Steuer auf die Straße gesetzt wird (Tierheimabgabe kostet auch Geld!)?

Wer soll sich um diese Tiere kümmern? Die möglicherweise auch nicht kastriert sind, weil sich vielfach der Mythos hält Wohnungskatzen braucht man weder impfen noch kastrieren?

Schicken wir dann auch weiße Lieferwägen raus um die Katzen dann einzufangen und zu Pelzen zu verarbeiten? Genügend Tiere wären ja vorhanden.

Derzeit leben schon über 2 Millionen verwilderte Katzen in Deutschland und die Tierschützer kämpfen hier fast einen aussichtslosen Kampf gegen Windmühlen. Jedes Jahr werden mit viel Zeitaufwand verwilderte Katzen eingefangen und kastriert – aber oft erscheint es so als würde für eine jede verwilderte Hauskatze die kastriert wurde, zwei unkastrierte Katzen hinzu kommen.

Leider nutzten aber dieses Thema auch bereits einige der rechten Gesinnung zuzuordnenden Gruppierungen und wettern „Man wolle die Katzensteuer ja nur einführen um Merkels Flüchtlingspolitik zu finanzieren“ – das dies ein absoluter Schwachsinn ist aufgrund der Historie dieser „Katzensteuergeschichte“ sollte einen jeden klardenkenden Menschen klar sein.

Einführung der Katzensteuer

Eine Einführung der Katzensteuer wäre möglich aber nur auf kommunaler Ebene.

Das Steuerrecht in Deutschland ist übermäßig komplex und wer sich einmal damit auseinandergesetzt hat weiß was es in Deutschland verschiedene Steuerformen gibt. Zu einem die Bundessteuer hierzu zählen  z.B. die Mineralöl-, Strom-, und Tabaksteuer, die Ländersteuer ( Erbschafts-, Spielbanken, Vermögenssteuer etc.) und die Gemeindesteuer, dazu zählen die Gewerbesteuer, Grundsteuer oder auch die Hunde- und Pferdesteuer.

Würde man die Katzensteuer zu einer Bundessteuer machen wollen würde wäre eine komplette Überarbeitung des deutschen Steuerrechts notwendig. Und keine Gemeinde würde sich eine „Einnahmequelle“ wegnehmen lassen – schon gar nicht freiwillig.

Somit wäre eine eventuelle Katzensteuer eine Gemeindesteuer und da scheitert man dann schon mal ganz schnell – wer wählt denn einen Politiker oder eine Partei noch einmal die so eine Steuer auf den Weg bringen wollen zumal die Anzahl der Haushalte mit Katzen bedeutend höher sind als man meint.

Und wie einmal vor Jahren ein SPD-Abgeordneter meinte , dass die Einführung der Katzensteuer eigentlich keinem höheren Recht widersprechen würde und die Katzensteuer sowie die derzeitige Hundesteuer Kommunenangelegenheit sei.
Nur er wünscht auch dem Bürgermeister viel Spaß wenn er versuchen würde eine Katzensteuer einzuführen.

Dies ist einfach nicht durchführbar und nicht mit einer Kastrationspflicht vergleichbar. Wenn ich eine Katze antreffe kann ich schnell überprüfen ob sie kastriert ist oder nicht – meist reicht ein Blick. Aber den Besitzer der Katze herauszufinden wenn man sie auf der Straße trifft wird bedeutend schwieriger.

Auch kommt es nicht selten vor, dass Katzen abwandern und sich neue Besitzer suchen.  Läuft man dann der Katze hinterher und gibt dann dem neuen Dosenöffner den Steuerbescheid für die nächsten Monate?

Die Kontrolle wer nun Katzen hält oder nicht ist einfach nicht möglich außer man beschäftigt das Ordnungsamt nur noch mit der Erfassung derer und der Kontrolle von Mülleimern etc.
Dabei ist das Ordnungsamt teilweise jetzt schon massiv überlastet und auf die Veterinärämter braucht man erst gar nicht zählen, denn dass dort leider  chronischer Personalmangel herrscht ist hinlänglich bekannt.

Auch wurde mal so in den Raum gestellt „Bezug von Futter und Katzenstreu“ nur mehr gegen Vorlage des Steuerbescheides – okay dann lasst uns in der Nachbargemeinde alles kaufen. Ihr merkt nun schon selber das dies nicht so einfach durchführbar ist und wie lange manches in Deutschland dauert – bis da wirklich man sich ernsthafte Gedanken über eine Katzensteuer macht vergeht noch sehr, sehr viel Zeit um nicht zu sagen mindestens 7 Katzenleben…..

Wir sind in Deutschland nicht einmal fähig eine Katzenschutzverordnung ins Leben zu rufen die für ganz Deutschland gilt, geschweige denn eine deutschlandweite Kastrationspflicht.

Also lehnt euch bitte ganz entspannt zurück wenn mal wieder das Thema „Einführung Katzensteuer“ kommt, genießt die Diskussionen wissend – ihr habt einen Informationsvorsprung 🙂



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Ein Gedanke zu „Katzensteuer in Deutschland – da lachen nicht nur die Katzen ….

  • 26. Januar 2017 um 12:47
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    Ein sehr amüsantes Thema. Ich stelle mir gerade vor, wie alle Katzenbesitzer einen Steuerbescheid erhalten. Das würde nie funktionieren.
    VG
    Christian

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