Kids4Cats – ein ein einzigartiges Projekt in Deutschland

Kinder lesen Katzen vor – Tierheim Nördlingen mit einmaligem Projekt

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Foto: www.berksarl.org

Im Nördlinger Tierheim startete ein bisher einmaliges Projekt in Deutschland. Gemeinsam mit dem Verein kids4cats werden Kinder im Nördlinger Tierheim Katzen Geschichten vorlesen. Was erst einmal recht komisch klingen mag, hat für alle Seiten einen positiven Nutzen.

So heißt es auf der Internetseite des Vereins folgendermaßen.

Kids4Cats agiert als Mittler zwischen Kindern und Tierheimen. Dafür suchen wir Kinder, die Spass daran haben, Tierheim-Katzen vorzulesen, mit ihnen zu spielen und zu kuscheln. Die Katzen lieben die Aufmerksamkeit, die Vorlesestimme beruhigt und entspannt die Samtpfoten. Es ist nicht ganz klar, wer mehr von diesem Projekt profitiert, denn die Kinder übernehmen eine wichtige Aufgabe, verbessern dabei ganz nebenbei ihre Lesekenntnisse und ihr Allgemeinwissen. Unsere Tierheime fördern unser Projekt, da ihnen genau wie uns der Tierschutzgedanke am Herzen liegt. Es ist ein guter, spielerischer Weg, Kinder an den respektvollen Umgang mit Tieren heranzuführen und sie zum Lesen anzuregen – ganz ohne Zwang.

Der Verein wurde erst im Februar 2014 gegründet und sucht aktuell noch Partnertierheime in ganz Deutschland. Beim Verein können sich Kinder melden, die gerne vorlesen würden. Mit dem Tierheim in Nördlingen hat man die erste Partnerschaft geschlossen.

Doch woher stammt diese Idee?

Diese Idee ist nicht neu und kommt ursprünglich aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania. Dort gibt es die „Animal Rescue League“, die Grundschülern die Möglichkeit gibt ihre Lesefähigkeit mit Hilfe von Katzen zu verbessern. Während die Kinder vorlesen, entspannen sich die Tiere bei dem Klang der Stimme, kommen hin zu den Kindern und kuscheln sich an.

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Foto: www.berksarl.org

Wenn es ums lesen geht hat der gute alte Nachhilfelehrer ausgedient. Weil der 10jährige Sohn von Kristi Rodriguez Schwierigkeiten beim Lesen hatte, nahm sie ihn spontan einmal zu ihrer Arbeitsstelle dem Tierheim „Animal Rescue League“ in Birdsboro im US-Bundesstaat Pennsylvania mit. Rodriguez setzte ihren Sohn in einen Raum, in dem normalerweise interessierte Tierfreunde den Tieren näher kommen, und lies ihn lesen. Seine Zuhörer: einige Katzen des Heims.

Die Tiere ließen sich die kleine Vorlesestunde gefallen. „Katzen entspannen, wenn sie eine rhythmische Stimme hören“, steht auf der Website der „Animal Rescue League“. Auch Rodriguez Sohn gefiel die ungewöhnliche Art, Lesen zu üben. Schnell entstand die Idee, auch anderen Kindern die Möglichkeit zu geben, den Samtpfoten vorzulesen. Im August 2013 rief Rodriguez schließlich das Programm „Book Buddies“ (zu Deutsch: Buchfreunde) ins Leben. Seitdem finden sich im Besucherraum des Tierheimes regelmäßig Schüler der Klassen 1 bis 8 mit ihren tierischen Zuhörern zusammen.

Inzwischen nehmen auch Kinder teil, die etwa von ihren Eltern zuhause unterrichtet werden. Auch autistische Kinder reagieren positiv auf das Programm. Auf ihrer Website zitiert die „Animal Rescue League“ dazu eine Studie der Tufts University in Boston (USA): „Autistische Kinder, die Kontakt zu Tieren haben, zeigen einen erhöhten Gebrauch von Sprache und sozialen Interaktionen, während sie mit dem Tier zusammen sind.“ Generell profitieren Kinder davon, in der Umgebung von Katzen zu lernen: Die Tiere urteilen nicht, überhören Fehler und geben nur positive Rückmeldung. Das stärkt das Selbstbewusstsein und die Lust am Lesen.

Der Sohn von Kristi Rodriguez hat im Übrigen dank der Hilfe seiner vierbeinigen Zuhörer seine Lesefähigkeit stark verbessert.

Wenn ihr also diese Idee unterstützen wollt meldet euch doch bei der Initiatorin Ursula Mensah – die Kontaktdaten und weitere Informationen findet ihr auf der Webseite kids4cats