Nierenerkrankung bei Katzen

Die chronischen Nierenerkrankungen bei Katzen entsprechen in ihrer Bedeutung den Herz- und Kreislauferkrankungen der Mitteleuropäer.

Rund ein Viertel unserer Katzen sterben an den Folgen einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI). Der Harnapparat (Niere, Harnleiter, Blase, Harnröhre) ist bei Katzen besonders anfällig, die Häufigkeit der CNI ist bei der Katze im Vergleich zum Hund mehr als doppelt so hoch. Obwohl die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der CNI mit zunehmendem Alter (zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr) steigt, können auch jüngere Tiere daran erkranken.
Nieren sind Filterorgane des Körpers, sie bestehen aus ca. 200.000 kleinen Filtereinheiten (= Nephrone). Eine gesunde Niere filtert giftige Abfallprodukte des Stoffwechsels aus dem Blut, die mit dem Urin ausgeschieden werden können. Bei eingeschränkter Nierenfunktion steigt die Konzentration von Stoffwechselgiften. Die Gifte werden dann nicht mehr über die Niere ausgeschieden, sondern häufen sich im Blut an.
Verschiedene Faktoren können für eine Nierenerkrankung verantwortlich sein, z.B.:

  • erbliche Defekte
  • bakterielle Infektionen
  • Viruskrankheiten (FeLV oder FIP)
  • Harnabflussstörungen
  • falsche Ernährung (vor allem die ständige Gabe struvitsteinlösender Futtermittel)
  • Vergiftungen
  • Herzerkrankungen
  • Tumore
  • erhöhter Blutdruck
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • niedriges Kalziumniveau
  • Zahnerkrankungen
  • Rassedisposition (häufig betroffen sind Maine Coon, Abessinier, Siamesen, Russisch Blau, Burmesen und Balinesen)

Die auslösende Ursache einer Nierenerkrankung ist in den meisten Fällen nicht mehr nachzuweisen. Die Erkrankung bleibt für den Katzenhalter lange Zeit unentdeckt. Die Beschwerden treten erst auf, wenn bereits mehr als 2/3 der Nierenfunktion verloren gegangen sind. Folgende Symptome können auf eine Nierenerkrankung hinweisen:

  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Erbrechen und/oder Durchfall
  • Häufiges Trinken
  • Häufiger Urinabsatz
  • Geruch aus dem Fang
  • Entzündungen und Geschwüre der Mundschleimhaut
  • Struppiges, glanzloses Fell

Auch bei anderen Krankheiten treten diese Anzeichen auf, deshalb muss die Katze unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden. Über eine Blut- und Urinuntersuchung lässt sich der Schweregrad einer Nierenerkrankung feststellen.
Obwohl die CNI prinzipiell irreversibel verläuft, kann das Voranschreiten der Erkrankung durch eine phosphatreduzierte und eiweißkontrollierte Diät in Verbindung mit einer medikamentösen Behandlung beeinflusst werden. Der Tierarzt wird spezielles Diätfutter verordnen, das die Abbauprodukte im Blut reduziert und außerdem hohe Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen enthält. Erkrankte Tiere müssen jederzeit Zugang zu frischem Trinkwasser haben.
Die gute Zusammenarbeit zwischen Tierhalter und Tierarzt ist nun wichtig, denn eine optimale Pflege sowie regelmäßige, ärztliche Betreuung tragen ganz wesentlich zum Wohlbefinden des erkrankten Tieres bei.

Eine sehr gute Seite in Bezug auf CNI findet sich hier


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