Tierschutz beginng bei einem selbst

Heute wurde in einer Gruppe bei Facebook ein zugegebenermaßen etwas provokantes Bild hochgeladen und schon schlugen die Emotionen hoch.


Warum ging es?

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Fotomontage von Benny Trapp

Um eine sehr gute Fotomontage von einem bekannten Katzenfutterhersteller mit der Geschmacksrichtung „Rotkehlchen

Sogleich wurden Stimmen laut, dass man es doch unverschämt wäre der Katze die Schuld am Aussterben mancher Tierarten zu geben und dass doch bitte schon der Mensch die Ursache des Übels sei.
Auch wurde angemerkt das die Katze ja mittlerweile seit Jahrhunderten hier lebt und somit schon als Einheimisch bezeichnet werden könnte usw.

Nun, das ist alles bedingt richtig. Katzen sind heimisch als _Haustiere_ und nicht als Wildtiere. Wir haben sie seit Jahrhunderten domestiziert und sie zu dem gemacht, was sie heute eben sind nämlich Hauskatzen.

Der eine oder andere hat die Möglichkeit seine Katzen draußen rumstromern zu lassen, dies sei einen jeden auch unbenommen aber man sollte sich dessen bewusst sein, das dies gerade in der Brut- und Setzzeit eine Gefahr für die heimische Fauna sein könnte.

Gerade im Frühjahr haben sehr viele Bodenbrüter in Wiesen und Felder ihre Gelege und gerade Uferschnepfen, Wachtelkönige und Bekassinen lassen sich leicht von ihren Gelegen vertreiben dies hat aber zur Folge, das sie nicht mehr zurückkehren und dieses Gelege verloren ist.

Und ja, nicht nur unsere Hauskatze stört diese Brutzeit sondern auch andere Faktoren wie Spaziergänger, Bauern, einheimische Wildtiere usw. aber wenn man nur einen Störfaktor minimiert, besteht die Chance das das eine oder andere Gelege doch nicht verloren ist.

Eine Gruppenteilnehmerin postete mal ganz stolz das Foto ihrer Katze, die gerade über einen frisch erlegten Feldhasen stand – ganz toll, das dies im Frühjahr passierte, ganz toll das eventuell dieser Feldhase eventuell Junge im Bau hatte und die nun zum Tode verurteilt wurden.
Der Feldhase steht mittlerweile regionsweise in Deutschland auf der roten Liste, auf der Liste der vom aussterben bedrohten Tierarten.
Teilweise ist die Feldhasenpopulation so gering, das hier keine Chance mehr auf Regeneration des Bestandes möglich ist.

Aber nicht nur der Feldhase ist vom Aussterben bedroht, auch die Uferschnepfe, Kiebitze und Bekassine sind sehr gefährdet. Auch Mäuse wie z.B. die kleine Haselmaus zählen zu den vom aussterben bedrohten Arten in Deutschland und ganz ehrlich – meiner Katze wäre es egal ob es ene normale Feldmaus oder eine Haselmaus ist – die sieht Maus = Beutetier.

Wir Menschen haben mittlerweile die Gefahr erkannt und Schutzgebiete eingerichtet. Reservate in denen all die Tiere ungestört brüten, leben könnten wenn – ja wenn nicht wildernde Tiere wären, seien es Füchse, Marder, Dachse aber auch Hauskatzen.

Gegen Füchse & Co. können und wollen wir als Tierschützer nichts tun, sind sie doch ein Teil des einheimischen Ökosystems. Aber wir können zu mindestens die Hauskatze in der Zeit, in der gebrütet und aufgezogen wird, daheim belassen – was sind schon wenige Wochen im Jahr, gegen eine Vielzahl neuer Uferschnepfen etc.?

Wir alle können ein wenig zum Tierschutz beitragen – wir alle können ein wenig dazu beitragen, dass ein Schritt in die richtige Richtung gemacht wird und sich vielleicht doch die eine oder andere Tierpopulation wieder ein wenig erholt.

Frei zitiert „Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

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