Uni hält keine Katzen zu Versuchszwecken

VERSCHWUNDENE TIERE

Freunde der Stubentiger aus der Nordstadt wenden sich nach mysteriösen Fällen an Hochschule

(fm). Das Thema „Katzenklau in der Nordstadt“ hat für Aufsehen und viele Reaktionen gesorgt. Bei einem Treffen der „Katzenfreunde in der Nordstadt“ sprachen sich zehn (von dreizehn) Anwesenden dafür aus, einen „Katzenstammtisch Nord“ zu bilden und mit regelmäßigen Treffen die Stadtteilbewohner vor dem plötzlichen Verlust ihres Haustiers zu warnen.

Der Anzeiger-Bericht über das Verschwinden von mindestens sieben Katzen in der Nordstadt im August hat zu einer Flut von Anrufen und E-Mails aus dem gesamten Bundesgebiet geführt, sagte die ehemalige Vorsitzende des Nordstadtbeirats, Irena Burk. Mit dabei war die aus Leverkusen angereiste Birgit Stübner von der „IG Katzenfreunde gegen Katzenklau“. Auch die frühere Vorsitzende des Tierschutzvereins Gießen und Umgebung, Ilona Kreiling, war zu dem Treffen erschienen. Als Initiatorin eines vor zwölf Jahren gegründeten Katzenstammtisches ist sie für die Nordstädter eine Ansprechpartnerin, mit der sich der neue Katzenstammtisch vernetzen will.

Horror Berichte über Tierfänger

Breiten Raum nahmen zahlreiche Horror-Berichte über die raffinierten Methoden von Tierfängern und das weitverbreitete Unwissen über solche Gefahren ein. Einig war man sich, dass über die Ursachen für den Katzenklau nur gerätselt werden kann. Aufgrund eines mehrfach an sie herangetragenen Verdachts hat Irena Burk im Namen der „Katzenfreunde in der Nordstadt“ eine schriftliche Anfrage an die Justus-Liebig-Universität (JLU) gerichtet. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Leider wurde im Zusammenhang mit dem sogenannten ‚Katzenklau‘ immer wieder die Uni Gießen benannt, die auch an Katzen Tierversuche durchführen würde. Ihre Labore würden die Katzen ankaufen, für 50 Euro pro Tier und ohne Rücksicht auf die Herkunft.“ Erbeten wird eine offizielle Auskunft, „ob Sie überhaupt Versuche an Katzen durchführen und woher diese Tiere stammen“.

Antwort der Justus-Liebig-Universität

Zu den im Schreiben der Nordstadt-Katzenfreunde an die Universität enthaltenen Vermutungen teilte JLU-Pressesprecherin Lisa Dittrich auf Anfrage mit: „Die Justus-Liebig-Universität Gießen hält keine Katzen zu Versuchszwecken. Allerdings werden in der Kleintierklinik des Fachbereichs Veterinärmedizin sechs Katzen als potenzielle Blutspender gehalten. Damit wird ermöglicht, Hauskatzen nach Unfällen zu helfen. Diese Katzen müssen einmal im Monat zur Blutentnahme (vergleichbar mit der Blutspende beim Menschen), Versuche werden mit ihnen nicht durchgeführt. Sie erfüllen allerdings wie alle Versuchstiere die Bedingung, einen lückenlos bis zur Geburt nachvollziehbaren Herkunftsnachweis zu haben und aus einer Versuchstierzucht zu stammen. Die JLU kauft auf keinen Fall Katzen unbekannter Herkunft auf.

Katzenstammtisch Nord

Zum ersten Katzenstammtisch Nord will Irena Burk einladen, sobald die Räume im Nordstadtzentrum wieder nutzbar sind. Das dürfte Ende Oktober der Fall sein.

Quelle: Gießener Anzeiger

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