Rassekatzen vom seriösen Züchter sind nicht teuer….

ganz im Gegenteil, sicherlich mögen die Anschaffungskosten auf den ersten Blick ein wenig hoch erscheinen. Wenn man sich dann aber hinsetzt und ein wenig überlegt was, wieso und warum wird man erkennen, dass es im Grunde preiswert ist und man mehr für sein Geld bekommt, als man auf den ersten Blick sieht.

„Warum sind eigentlich Rassekatzen so teuer?“ so oder so ähnlich lauten oft die Fragen in diversen Foren und Newsgroups.  Ich versuche hier dieser Frage hier auf den Grund zu gehen und sie für interessierte Leser hoffentlich verständlich darzustellen.

Aber eigentlich sind Rassekätzchen vom seriösen Züchter absolut nicht teuer. Warum und wieso, diese Antwort werdet ihr hier in diesem Beitrag finden.

Die Preise sind je nach Rasse unterschiedlich, seltene Rassekatzen wie Bengalen oder Petterbold sind einfach teurer wie Kätzchen der gängigen Rassekatzen.
Und aus welchen Gründen auch immer, in Deutschland scheint es ein Nord/Süd-Gefälle der Preise zu geben, der Süden ist teurer.

Um eine Hausnummer zu nennen: mit 500 – 700 Euro muss man im Schnitt rechnen.

Das hört sich jetzt erst einmal ziemlich viel an, und so mancher meint, dass Züchter sich damit eine goldene Nase verdienen. Ja, das kann sein, kein Thema, dies geht dann aber auf Kosten der Katzen!

Hier bin ich
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Rassekatzen Perser

Wenn ein Züchter sich richtig um seine Tiere kümmert und auch Wert auf Gesundheit legt, verdient er keine Reichtümer mit der Katzenzucht, sondern hat eher ein teures Hobby.

Machen wir einmal eine einfache Rechnung auf, am Beispiel einer Rassekatzen-Zuchtkätzin:

Die Zuchtkätzin unseres Beispiels hat die erlaubten 3 Würfe in 2 Jahren, und wird vielleicht 4 Jahre in der Zucht eingesetzt. Damit wird sie insgesamt 6 Würfe haben, nehmen wir im Schnitt mal 4 Kitten pro Wurf an. Also wird sie insgesamt 24 Kitten haben.

Wir haben also hier 24 Kitten à 500 Euro 12.000 Euro

Hört sich verlockend an, was?

Aber bei diesem Betrag sind noch keine Kosten abgezogen.

Nehmen wir als Preis für die Zuchtkatze – 1.200 Euro

Hier ziehen wir gleich mal 3 Kitten ab die totgeboren wurden oder die aus anderen Gründen nicht überlebt haben – 1.500 Euro

Deckgebühr á 300 Euro – 1.800 Euro
4 Jahre Vereinsbeitrag à 50 Euro – 200 Euro
21 Stammbäume à 20 Euro – 420 Euro
21 x Grundimpfung, entwurmen – 1.260 Euro

Schon sind wir nur mehr bei 5.620,- Euro

Jetzt haben wir aber noch nicht die jährliche
HCM-Untersuchung berücksichtigt á 110 Euro
(hier rechne ich nur mal die ersten 5 Jahre, die eine Zuchtkatze
maximal eingesetzt ist) – 550,- Euro

Bleiben grob gerechnet auf 5 Jahre gesehen 5.070,- Euro

Das entspricht einen jährlichen Betrag von knappen 1.000,- Euro

Hier sind aber weder die erhöhten Futterkosten bei der Kittenaufzucht, noch die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen (ausgenommen HCM), Impfungen, kein PKD-Test, keine HD-Untersuchung, Kaiserschnitt, etc. berücksichtigt.

Und sobald eine Katze nur 2 Kitten bekommt geht diese Rechnung schon gar nicht mehr auf.
Abgesehen davon, das man als Züchter auch auf Ausstellungen geht um von unabhängigen Richtern seine Katzen begutachten lässt, ob sie dem Rassestandard entspricht und ob man seinem Zuchtziel näher kommt.

Die Zeitaufwände für die durchgemachten Nächte mit gebärenden Katzenmamis, die Pflege kranker Katzenkinder, nicht mögliche Urlaube, Kosten für Ausstellungsbesuche usw. mag ich hier gar nicht anführen, sagen wir dazu einfach mal: es ist ja schliesslich ein Hobby, dafür muss man auch Opfer bringen, nicht wahr?

Und wenn man sich dass ganze dann mal in Summe durch den Kopf gehen lassen: sind dann 500 – 700 Euro wirklich zu teuer für ein Kitten?

Rassekatzen – Geht’s da nicht auch billiger?

Sicher geht es auch billiger, nur auf wessen Kosten?

Oft werden Katzen ohne Stammbaum billiger verkauft, und behauptet, man tut genauso alles für die Katzen wie ein Züchter, nur eben ohne den „teuren“ Stammbaum.
Dieses Argument zeigt aber schon, mit wem man es zu tun hat. Der Stammbaum selbst kostet nämlich zwischen 15 und 30 Euro und rechtfertigt keinesfalls einen Preisunterschied von mehreren 100 Euro zu einer Katze mit Stammbaum.

Billiger wird es nur, wenn ein Züchter oder Vermehrer an anderen Ecken spart. Und das kann er entweder an der Gesundheitsvorsorge, oder an den Zuchttieren. Die Elterntiere müssen regelmässig untersucht und auf Erbkrankheiten getestet werden.
Ein jährlicher Ultraschall zur Vermeidung von HCM ist Pflicht, genauso wie regelmässige Impfungen. Auch die Kitten müssen vor Abgabe durchgeimpft sein. Wird hier gespart, weiss man nicht, welches „Überraschungspaket“ in Sachen Gesundheit oder genauer gesagt Krankheit man sich einfängt.


Ashley

Hochwertiges Futter kostet seinen Preis, und auch das ist ein beliebtes „Einsparpotenzial“. Aber besonders Zuchttiere brauchen eine hochwertige Ernährung, gerade die Mütter sind mit der Kittenaufzucht auch erhöhten Belastungen ausgesetzt. Hochwertiges Katzenstreu, Spielzeug usw. sind weitere Punkte, an denen man sparen kann…….

Am Besten aber kann man einen niedrigen Preis halten, indem man einfach die Katze so oft wie möglich Nachwuchs bekommen lässt. Das bringt mehr Geld über die Kitten ein, also relativieren sich die Kosten für die Zuchtkatze. Tja, dass die Arme dann leider nach wenigen Jahren „verbraucht“ ist, macht ja nichts, oder? Hauptsache, die Kitten waren günstig!

Geht einfach davon aus: keiner, egal ob Züchter oder Vermehrer, verkauft seine Tiere so, dass er dabei grössere Summen drauflegt. Egal, wie idealistisch er ist. Eine gewisse medizinische Betreuung, Gesundheitsvorsorge, angemessene Ernährung und Pflege kosten einfach Geld. Deswegen liegen die Kittenpreise nun einmal bei ca. 500 € aufwärts. Werden die Kitten billiger angeboten, legt der Vermehrer trotzdem nicht drauf. Das heisst im Umkehrschluss, er hat an entscheidenden Stellen gespart, und zwar immer auf Kosten des Tieres. Das sollte man nicht unterstützen.

Züchter

Züchter nennen kann sich jeder, es gibt keine feste Definition hierfür. Deswegen gibt es auch Züchter mit und ohne Verein.

Es gibt einige Grundsätze beim züchten, nach denen es sich von allein ergibt, ob jemand in eigentlichen Sinne Züchter ist oder nicht.
Jeder Züchter sollte ein Zuchtziel haben und versuchen, mit seiner Arbeit zur Verbesserung der Rasse beizutragen. Sei es eine schönere Augenfarbe, eine bessere Nasenform, Fellqualität, es gibt viele mögliche Ziele.
Und wenn der Züchter zur Verbesserung der Rasse beitragen möchte, kann er dies nur, wenn er einen Stammbaum für seine Tiere hat, denn nur dann können seine erfolgreichen Tiere offiziell ihre Gene innerhalb der anerkannten Rasse weitergeben.

Deswegen gibt es nach meiner Ansicht keinen richtigen Züchter, der nicht in einem entsprechenden Verein ist.
Es kann sich dann mit großer Wahrscheinlichkeit nur um einen Vermehrer handeln. Und wenn der Vermehrer nicht zur Verbesserung der Rasse beitragen kann, was sind dann seine Ziele?

Einmal Kitten haben, weil Kitten doch soooo niedlich sind?

Gewinn aus der Vermehrung auf Kosten der Katzen herausschlagen?

Ich habe noch keinen vermeintlichen Züchter kennen gelernt der mir mit einfachen Worten plausibel machen konnte warum er „züchtet“. Ich bin aber gerne offen für neues und lasse mir gerne von einem Vermehrer den Grund erklären warum er „züchtet“.

Durch die Mitgliedschaft in einem Verein werden dem Züchter auch gewisse Grundregeln auferlegt, die auch dem Schutze des Tieres dienen, z. B. darf eine Zuchtkatze bei den meisten Vereinen nur max. 3 Würfe in 2 Jahren haben. Bietet also ein Züchter Tiere ohne Stammbaum an, und rechtfertigt dies mit dem Preis für den Stammbaum, dann schwindelt er. Der Stammbaum kostet zwischen 15 und 30 Euro, ist also kein Argument dafür.
Höchstwahrscheinlich hat er gegen Auflagen seines Vereines verstossen und zu viele Würfe mit dem Tier gemacht, und kann nun keine Papiere beantragen.
Man kann das relativ einfach aber feststellen – einfach dem Züchter anbieten die Kosten für den Stammbaum zu übernehmen, dann sieht man sofort wie er reagiert.

Ein Züchter mit Verein, der Tiere auch ohne Stammbaum anbietet, ist also eigentlich auch nichts anderes als ein Vermehrer. Es besteht die Gefahr, dass er die Mitgliedschaft in seinem Verein als Deckmäntelchen für seine Seriosität verwendet, sich aber trotzdem nicht an die Richtlinien hält und daher die Tiere ohne Papiere anbietet.
Trotzdem muss man anmerken, dass eine Vereinsmitgliedschaft und ein Stammbaum allein noch keine Garantie dafür sind, dass es sich wirklich um einen seriösen, vertrauenswürdigen Züchter handelt.
Man muss aber leider auch darauf hinweisen das es kein Gütesiegel ist wenn ein Züchter in einem Verein ist, da hier leider keine Prüfungen etc. gemacht werden hinsichtlich Genetik und Vererbung. Gerade bei den Moderassen wie Main Coon, Norwegische Waldkatzen gibt es eine grosse Anzahl von Züchtern, die ohne Hintergrundwissen über Vererbung und Erbkrankheiten züchten, und ihre Zuchttiere nur nach der Optik auswählen.
Auch wenn ein Tier den Championtitel hat: seid euch bewusst, der Titel bezieht sich nur auf die Optik. Bei Ausstellungen wird weder der Stammbaum noch die Gesundheit der Linien bewertet, noch kann ein Preisrichter Erbkrankheiten erkennen.

Um hier etwas Durchblick zu erhalten und zu erkennen ob es sich hier um einen „guten“ Züchter handelt achtet darauf ob er fachlich Ahnung hat und auch alle Gesundheitstests durchführen hat lassen. Lasst euch erzählen wie er die trächtige Katze versorgt hat, war er mit ihr zuvor beim Blut- und Gentest, wurde sie während der Trächtigkeit tierärztlich versorgt, wurde eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt usw.
Bei einigen Rassen gibt es leider Erbkrankheiten, um diese zu vermeiden testet ein guter Züchter seine Tiere. Sind erkrankte Tiere dabei, wird er mit ihnen nicht züchten.

„Nur wer billig produziert kann auch billig verkaufen“

Diesen Satz sollten sich manche vor Augen halten wenn sie auf diversen Online-Marktplätzen nach Katzen suchen und bedenken -billig geht immer zu Lasten des Tieres und ich denke, dass muß echt nicht sein, oder?


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