Whiskas – ein Blick hinter die Kulissen

eines der größten Anbieter von Heimtiernahrung weltweit.

Vor einigen Wochen erfolgte auf der Facebookseite von Whiskas Deutschland ein Shitstorm der seinesgleichen suchte. Whiskas steht und stand ja immer in der Kritik Tierversuche durchzuführen, ungesundes Katzenfutter zu produzieren und vieles mehr.

Aber dieses Mal sollte alles anders laufen als bisher – dieses Mal bot Whiskas Deutschland den Lesern an sich doch mal einfach persönlich ein Bild von der Produktion und dem Unternehmen Mars zu machen.

Nachdem mich Leser meines Blogs darauf aufmerksam gemacht hatten wurde ich auch aktiv und bot mich an hier etwas zu organisieren. Es sollte nicht nur eine Werksführung stattfinden sondern auch ein Besuch des Pet-Centers sowie eine Expertenrunde mit Fragen und Antworten. Die Organisation, Terminfindung und vieles mehr wurde gebündelt in der FB-Katzengruppe Teilnehmer-TaubertalPerser

Die Teilnehmer

Ja Leute, nur so geht es halt auch nicht – ich kann nicht großartig auf deren Facebookseite rummaulen und schreiben „Whiskas tötet meine Katzen“ aber dann nicht die Chance ergreifen und mal hinter die Kulissen blicken und mit denen wirklich über diverse Dinge diskutieren. Und zu der Aussage „Whiskas tötet meine Katzen“ also ganz ehrlich Whiskas sagt und schreibt nicht vor was und wie man füttern soll, die Ernährung seiner Tiere liegt noch immer in der Verantwortung des Katzenhalters und nicht beim Produzenten eines Tierfutters jeglicher Art.

Aber sei es drum – es haben sich trotz allem 9 Personen gefunden, die aufgrund ihres Wissensstands eine wirklich gute und interessante Truppe waren. Sei es weil sie sich extrem mit der artgerechten Ernährung der Katze in Bezug auf Dosennahrung beschäftigt haben oder selber seit Jahren begeisterte Barfer sind und es gewohnt sind sich hier wirklich tief in die Materie einzulesen und viel Ahnung von Nährwerten und vieles mehr haben.

Whiskas und die Vorurteile – Tierversuche

Aussenansicht des Pet Centers
Aussenansicht des Pet Centers

Selbstverständlich waren wir auch dort um gewisse Vorurteile, viele Gerüchte zu überprüfen. Und ich muss gleich selber gestehen – es ist ein sehr, sehr komisches Gefühl wenn man Vorurteile revidieren muss.

Es gibt sehr, sehr viele Vorurteile in Bezug auf Whiskas. Sehr viele böse Gerüchte in Bezug auf Tierversuche und alle, die wir dort waren – wir haben nur tolle Katzen gesehen, aufgeschlossene, verspielte Katzen – Katzen ohne Scheu, Katzen die wirklich Spaß daran hatten dort rumzutoben, zu spielen oder einfach nur den Kratzbaum zu malträtieren.

Wir sahen weder Katzen apathisch in der Ecke liegen, noch sahen wir welche mit Elektroden etc. – wir sahen auch keine verhaltensgestörten Tiere ganz im Gegenteil – 10 Katzen teilen sich einen Raum mit entsprechenden Außengehege, dass jederzeit für sie begehbar war. Sie hatten Katze-Taubertalpersertolle Klettermöglichkeiten – sehr viele Kuschelhöhlen, Kartons etc. – Langweile kommt bei den Tieren dort absolut nicht auf.

Interessant ist auch zu wissen, dass Whiskas seine Katzen (Hunde) ausschließlich aus dem Tierheim oder von geprüften Züchtern beziehen und diese nur für die Dauer von drei Jahren bei Whiskas leben. Danach dürfen die Katzen (Hunde) zu ihren Paten ziehen. Ja ihr lest richtig – die Tiere von Whiskas haben Paten – die besuchen sie, spielen mit ihnen und nach Ablauf der drei Jahre dürfen sie zu ihren Paten ziehen.

Aussengehege-TaubertalperserDerzeit leben im Übrigen 220 Katzen und 90 Hunde im Pet-Center im Alter zwischen 1 und 8 Jahren. Betreut werden Sie von einem sehr großen Team von ausgebildeten Tierpflegern und tiermedizinischen Fachangestellten, die neben der Fütterung und Pflege sich auch enorm um die Sozialisation kümmern. Wir durften einen wunderschönen Hund beim Training beobachten, der ich glaub da wird mir ein jeder Teilnehmer zustimmen – dem Chef des Pet-Centers eindeutig die Show gestohlen hat.

Aber auch die anderen Hunde, die am Gang spielten und uns begrüßten waren sehr offen, freundlich und ohne Angst oder Scheu.

Hund-TaubertalperserDie einzigen Tests die dort vor Ort durchgeführt werden sind Akzeptanztests sowie Untersuchung von Urin- und Kotproben. Selbst Blutproben sind schwer reglementiert und werden nur wenn wirklich notwendig genommen. Kastrationen oder andere notwendige operative Eingriffe werden im Pet-Center nicht durchgeführt. Dafür ist die örtliche Tierklinik zuständig, die auch für Impfungen ins Haus kommen.

Zu dem Gerücht das derzeit auf Facebook kursiert mit der Katze und aufgeschnittenen Bauch ein paar klare Worte meinerseits – das deutsche Tierschutzgesetzt ist so ziemlich das schärfste in dieser Hinsicht und auch europaweit sind Tierversuche sehr eingeschränkt – solche Tests, die es vor Jahren einmal gab mit den diversen Gruselbildern wie sie so gerne von manchen Organisationen verbreitet werden gibt es nicht mehr – sie hatten früher mal vielleicht eine Daseinsberechtigung – heute definitiv nicht mehr und würden auch von der Ethikkommission – die bei Tierversuchen konsolidiert werden muss, nicht mehr genehmigt.


Whiskas und das Vorurteil man fügt Zucker hinzu um Katzen süchtig zu machen

Sheba-TaubertalperserEin tolles Vorurteil weil es wirklich das was es ist ist, es ist ein Vorurteil. Auch Whiskas sagt ganz klar und deutlich Katzen brauchen keinen Zucker im Fressnapf. Sie können süß absolut nicht schmecken und so ist es für sie absolut nicht relevant. Wem es aber nicht egal ist – ist der Käufer des Futters. Die Leute wollen schöne Soßen schön braun, das einem „leckeres Fleisch“ suggeriert. Leider gibt es noch keine andere adäquate Möglichkeit die Soße so hinzubekommen ohne diesen Zucker. Und wenn man sich mal so manche Futtersorten von Whiskas ansieht – man ist geneigt dies zu glauben. Denn in den Sorten ohne Soße mit hellem Fleisch ist tatsächlich kein Zucker enthalten, wiederum bei dunklem Fleisch mit Soße ….Überraschung -> Zucker.

Es wurde auch mal ein Versuch gemacht alle Sorten zuckerfrei zu vermarkten allerdings es wurde nicht mehr gekauft, weil eben die Befragung der Konsumenten ergeben hat „Die Soße sieht nicht so toll aus“ – hier wurde definitiv auf Kundenwunsch entsprechend umgestellt.
Im Übrigen gibt es sehr wohl Studien zum Thema Katzen und Zucker. Im Veterinärverlag erschien eine Publikation von Dr. Tim Watson zu dem Thema das unter anderem auch die „Karies“- und „Diabetes“-Geschichte dementiert.

Hier ein kleiner Auszug daraus

Zucker spielt eine Schlüsselrolle in der Ätiologie der Zahnkaries beim Menschen, da Sukrose ein Schlüsselsubstrat für Säure bildende Bakterien ist. Diese bakteriellen Säuren wiederum greifen die Zahnoberfläche, also den Zahnschmelz, an. Karies ist bei der Katze jedoch eine sehr seltene Erkrankung, und es gibt keinerlei Evidenzen, die für einen Zusammenhang mit dem Nahrungstyp oder der Zusammensetzung der Nahrung sprechen (Crossley, 1991; Niemiec, 2008).

Quelle: Veterinär Verlags GmbH

Whiskas und das Vorurteil Klärschlamm werde für die Herstellung verwendet

Fleischportion-TaubertalperserGerade in Bezug auf Whiskas und Katzenfutter wird gerne das Buch „Katzen würde Mäuse kaufen“ als absolutes „Must have“ bezeichnet. Hier auch meinerseits eine kleine Anmerkung – der Autor dieses Buches ist bekannt für seinen äußerst polarisierenden Schreibstil aber davon abgesehen erschien das Buch 2008. Seit dem hat sich so viel verändert, das man dieses Buch gerne ins Antiquariat stecken könnte.

Das Bild auf der rechten Seite zeigt die Portionierung – darin sind die Fleischstückchen enthalten die sich in einem Sheba-Schälchen wiederfinden, kurz danach kommt sofort die Soße dazu und die Verpackung wird versiegelt – da ist kein Platz für den „Klärschlamm“. Davon abgesehen – den hätten wir definitiv gerochen und das einzige was wir dort wirklich gerochen haben war Fischöl.

In dem Buch wird unter anderem auch gerne das Wort Klärschlamm verwendet. Es wird und wurde aber bei Whiskas zu keiner Zeit Klärschlamm zugefügt. Die Kontrollen, gerade bei einem der größten Hersteller, der permanent im Focus steht sind unglaublich. Amtstierärzte, usw. gehen bei denen nicht nur regelmäßig aus und ein sondern haben dort schon eigene Schreibtische um dort unangemeldet Proben zu nehmen und zu überprüfen. Ratet mal was da los wäre würde da etwas gefunden werden – diesen Imageschaden würde nicht nur Millionen kosten sondern auch unzählige Arbeitsplätze – wo wir bei der sozialen Verantwortung dieses Unternehmens wären.

Whiskas und seine soziale Verantwortung

Diese soziale Verantwortung ihren Mitarbeitern aber auch gegenüber dem Umfeld sind sie sich absolut bewusst und tragen dem auch Rechnung. Die Büros – im amerikanischen Stil sind Großraumbüros aber hier wurden Ruheoasen geschaffen, sehr viel Trennung durch Pflanzenwände und die Mitarbeiter dürfen auch ihre Hunde mit ins Büro nehmen. Sie haben aber auch eine äußerst flexible Arbeitsplatzgestaltung und die Option auch auf einen Heimarbeitsplatz.

Aber sie nehmen nicht nur ihre Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber sehr ernst sondern auch in anderen Bereichen – so arbeitet Whiskas sehr eng mit dem deutschen Tierschutzbund zusammen (der im Übrigen bei der Planung und Konzeption des Pet-Center sehr maßgeblich beteiligt war) sondern sie unterstützen auch Tierheime, Vereine und sprechen sich auch ganz klar für die Kastration von Katzen aus. Sie beteiligen sich aber auch noch in vielen anderen sozialen Bereichen wie den Sportvereinen vor Ort und so weiter.

Whiskas und die Deklaration

Deklaration-2-TaubertalperserIn der am Anschluss der Führung stattfindenden Expertenrunde wurde von uns die Deklaration angesprochen. Das wir es gerne sehen würden wenn etwas näher beschrieben wäre. Hier wurde uns sehr gut erklärt warum eine offene Deklaration für ihr Unternehmen leider nicht in Betracht kommt.

Durch die geschlossene Deklaration haben sie aber hier die Möglichkeit besser zu agieren und einzukaufen und sie haben hier eine größere Flexibilität was den Einkauf von Rohmaterialien anbelangt.

Denn wenn bei der offenen Deklaration Putenherzen draufstehen, müssen es auch Putenherzen sein und darf nicht vom Rind, Huhn etc. kommen. Womit wir eigentlich beim nächsten Punkt sind.

Whiskas und seine Bezugsquellen

Nebenerzeugnisse-TaubertalperserWhiskas bezieht sein Fleisch teilweise im frischen Zustand aber auch tiefgekühlt. Whiskas verarbeitet zu 80% frisches und tiefgekühltes Fleisch aus den umliegenden Schlachthöfen und ganz Europa. Ein geringer Teil kommt aus USA, Neuseeland und Argentinien. Hier wird penibel und auch permanent überprüft ob die Kühlkette auch wirklich ordnungsgemäß eingehalten wurde. Laufende Qualitätskontrollen sichern den HACCP-Standard, den Whiskas gewährleistet. Dieser Standard wird auch bei der Lebensmittelproduktion für Menschen angewendet.

Auch beim Fisch wird sehr darauf geachtet woher der Fisch kommt, welche Fangsysteme genutzt werden usw. Die Lieferanten müssen per Zertifikat dieses entsprechend auch nachweisen und werden laufend unangekündigt überprüft durch das Earth Island Institut oder auch „Whale and Dolphin Conservation Society“. So wurde z.B. bei Sheba die eine Sorte mit Lachs mit dem MSC Label gekennzeichnet – weitere Sorten werden folgen. Nur die Suche nach entsprechenden Vorlieferanten und deren Zertifizierung dauert Zeit sowie auch die Umstellung der Rezepturen.

Whiskas legt sehr großen Wert auf Nachhaltigkeit und versucht hier seiner Verantwortung auch nachzukommen. Die Lieferanten müssen permanent mit Kontrollen rechnen – sei es durch ein beauftragtes anerkanntes Institut oder durch Mars selbst.

Whiskas und die Qualität

Nebenerzeugnisse2-TaubertalperserIch habe selten ein Unternehmen erlebt mit so vielen und permanenten Qualitätskontrollen. Qualitätskontrollen sind wichtig und besonders wenn es um Nahrungsprodukte geht – ungeachtet dessen ob es nun für Menschen oder Tiere gedacht ist.

Nur die kleinste Unachtsamkeit kann dazu führen, dass hier der Konsument „verschreckt“ wird weil die Verpackung nicht ordentlich befüllt, der Deckel nicht richtig verschlossen, eine Delle in der Verpackung usw.

Hier wird computertechnisch ganz genau ein jeder einzelne Schritt überprüft, und die kleinste Abweichung der Messergebnisse führen dazu dass diese jeweilige Charge zur manuellen Prüfung kommt. Durch ein ausgeklügeltes Nummernsystem ist auch eine jede einzelne Charge rückverfolgbar.

Fazit zum Whiskas Werksbesuch

Wir hatten dank der Gastfreundschaft von Whiskas (und ja das kann man wirklich so bezeichnen) einen furchtbar interessanten Tag. Wir konnten sehr viel sehen, wenn auch nicht alles, wir konnten unser Wissen erweitern und aber auch wir konnten ein paar Tipps und Vorschläge anbringen die sich für das Unternehmen Whiskas durchaus interessant anhörten und geprüft werden. Wie z.B. den QR-Code auf den Produkten mit genaueren Informationen zu dem Inhalt.

Wir werden nach wie vor kein Whiskas füttern, dafür ist uns persönlich die Deklaration zu ungenau und wir legen auch keinen Wert auf schöne dunkle Soße beim Katzenfuter, aber das war auch weder unsere noch die Intention von Whiskas – aber wir haben verstanden, das nicht alles schlecht ist. Wir haben Nebenprodukte gesehen die im Futter verwendet werden, die die eine oder andere Barferin gleich gerne eingepackt hätte und wir haben die Menschen hinter Whiskas kennen gelernt. Wir haben gelernt das Whiskas sich seiner Verantwortung bewusst ist und hier aktiv auch im Tierschutz gemeinsam mit dem deutschen Tierschutzbund agiert.

Impressionen aus dem Pet Center von Whiskas

Nachtrag: Eine liebe Freundin von mir, der ich das wertvollste anvertraut habe, was aus unserem Hause kommen kann – ein Kitten – hat auch einen ganz, ganz tollen Bericht auf ihrer Seite katzen-fieber.de zu dieser Werksbesichtigung geschrieben.

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