Wie ehrlich ist man als Blogger? – Taubertalperser

Blogger, wie ehrlich oder wie käuflich bist du? – Zufälligerweise stolperte ich über einen Spendenaufruf eines Testbloggers was mich dann doch sehr amüsierte.

Er ruft auf seiner Facebook Seite zu Spenden auf umso Tests zu finanzieren. Tests mit Produkten die ihm, respektive seinen Tieren zugutekommen. Denn ich wage zu bezweifeln, das er nach Anbruch einer Futterdose diese nimmt und mit samt den Inhalt in die nächste Mülltonne wirft oder gar ein Spielzeug etc.

Fand ich ehrlicherweise höchst amüsant dass man seine Leser dazu aufruft um zu spenden, ist aber unheimlich praktisch um die eigenen Unterhaltskosten für seine Tiere zu senken.

Ich muss gestehen ich bin irgendwie hin- und hergerissen. Einerseits frage ich mich, sind wirklich Leute so blöd und spenden und andererseits finde ich es genial witzig wenn es denn funktioniert, abgesehen vom etwas faden Beigeschmack des Ganzen 🙂

Gekaufte Likes bei Facebook

Andere Blogger wiederum kaufen sich Likes umso mehr „Follower“ zu haben. Sei es bei Instagram, Facebook oder wo auch immer. Dumm nur das sich diese „Likes“ nicht auf ihre Seitenaufrufe auswirken und es im sogenannten „Mediakit“ sehr gut ersichtlich ist.
Jemand der über 10.000 Follower und nur 500 Seitenaufrufe/Monat kommt nicht sehr glaubwürdig rüber. Aber klar auf den ersten Blick sieht das schon toll aus.

Betteln im großen Stil

Einige Blogger sind dazu übergegangen Firmen anzuschreiben um Produkte „abzustauben“ um darüber zu schreiben.

Dies ist bei einigen Produkten durchaus legitim. Habe ich auch schon getan. Ich kaufe mir kein Produkt XY wenn ich es nicht brauche, aber genau weiß, dass meine Leser daran interessiert sind.
Allerdings müssen ehrlicher Blogger taubertalperserund sollen sich meine Leser trotzdem auf mein unabhängiges Urteil verlassen können und so werdet ihr kaum Beiträge finden bei denen mir die Firmen die „Testobjekte“ zur Verfügung gestellt haben.

Gerade bei Futter- und Katzenstreutests bin ich hier sehr zurückhaltend um meine Objektivität auf jeden Fall zu behalten.

Und dass man bei „geschenktem“ Katzenfutter schnell mal die Objektivität verliert hat mir eindrucksvoll ein Blogger bewiesen, der sich mehr über die Namensgebung als über das Futter an sich ausgelassen hat.  Das ich aufgrund dessen sehr neugierig wurde auf dieses Katzenfutter und bei mir dies aber total anders abgeschnitten hat aufgrund des Inhaltes. Nun ja, ich grinse und schweige 🙂

Die Nachahmer & Kopierer

Das sind für mich persönlich die witzigsten Zeitgenossen unter den Bloggern. Den Stil eines anderen kopieren ist so, wie soll ich schreiben – old school?
Nein Quatsch, einerseits fühlt man sich ja geschmeichelt. Man kopiert ja nur von jemand der es toll macht. Scheiße machen kann man es selber auch alleine ganz gut.

Aber wo bleibt da die eigene Kreativität? Wo bleibt einem da der Spaß an der Sache? Will man nur „gratis“ irgendwo was abgreifen?

Ganz ehrlich, eigentlich sind diese Leute bedauernswert, denn sie werden es nicht lange machen. Vergeudete Zeit und Energie.

Gerade dieses selber ausprobieren, rum testen, experimentieren ist doch das reizvolle und man sieht wie man sich selber im Laufe der Zeit entwickelt. Klar fällt man hin- und wieder auf die Schnauze aber dann steht man auf, richtet sich das Krönchen und weiter geht’s 🙂

Schon alleine wenn ich mir die Fotos diverser Futtertests von mir ansehe so bin ich der persönlichen Meinung ich habe hier fototechnisch gewaltig dazugelernt und mich weiterentwickelt.

Oder wie seht ihr das?

Aber sind wir Blogger nun käuflich?

Klar sind wir dies, ich wollte zuerst bei dieser Fragestellung erbost mit nein antworten. Aber wir sind käuflich der eine für drei Futterdosen, der andere für einen kurzfristigen Ruhm, ein anderer für bedeutend mehr.

Manche lassen sich, was mich total erschütterte, sogar dazu hinreißen über ihren Blog Futter zu vertreiben was man nicht mal ansatzweise für Katzen gutheißen kann.

Aber hey, sie locken mit satten Gewinnen und einer hohen Vergütung. Doof nur, dass sich dieses Unternehmen aufgrund seiner Verhaltensstrategie bei  Nachfragen schon selber disqualifiziert hatte und sogar Fragen von Bloggern einfach löschte.

Dass sich nun sicherlich kein seriöser Blogger finden wird, der dieses Unternehmen erwähnt oder gar auf „diese Vertriebsschiene“ springt versteht sich von selbst. Aber das hat sich ja nun eh erledigt wenn man der Gründerszene Glauben schenken darf 🙂

Und was man von den Bloggern zu halten hat, die mit diesem Unternehmen kooperieren. Nun ja. Dazu darf sich gerne ein jeder selber eine eigene Meinung bilden.

Kooperation oder wie teuer verkaufst du dich?

Sowie viele andere Blogger erhalte ich regelmäßig Kooperationsanfragen. 

Entweder verschiebe ich die automatisch gleich in den Müll weil ich mich veräppelt fühle oder bei Rückfragen stellt sich das Ganze dann höchst obskur dar.

Ganz toll finde ich es ja wenn ich angeschrieben werde mit den Worten

„Hey wir sind ein kleines Unternehmen und haben kein Budget“

Da weiß ich dann kurzfristig nicht, soll ich eine Spendenaktion für dieses Unternehmen ins Leben rufen oder sie einfach nur bedauern.

Oder auch

„Wir liefern den Text zu einem von ihnen ausgesuchten Thema und sie veröffentlichen ihn“

Öhm, da musste ich ehrlicherweise erst einmal schlucken. Die Nummer war mir neu, nachdem es sich aber um ein Unternehmen handelte, dass meiner Meinung nach nicht wirklich erwähnenswert war lies ich dies ganz schnell unkommentiert in den Mülleimer wandern.

Besonders witzig fand ich aber diese Kooperationsanfrage die ich euch nicht so ganz vorenthalten will 🙂

Ihr Blog hat unser Interesse geweckt, wir finden Ihren Vierbeiner Moe toll und möchten Ihnen gerne einen Futter-Test mit unseren Produkten vorschlagen.

Hätten Sie und Ihre Vierbeiner Lust unser Trockenfutter zu testen?
Zusätzlich zu einer gratis 7 kg Packung Ihrer Wahl, schlagen wir Ihnen vor Ihren Blog-Artikel auf unser Facebook Seite zu teilen, was halten Sie davon?

Abgesehen davon, dass ich keinen Vierbeiner namens Moe habe und ich Trockenfutter generell sehr ablehnend gegenüberstehe, wie eigentlich in meinen Beiträgen recht gut ersichtlich ist. Ich fühlte mich angesichts der Großzügigkeit von 7 Kilo Trockenfutter und meinen Artikel auf ihrer Facebookseite zu promoten (wohlgemerkt über ihr Futter) fast schon erschlagen 🙂

Nicht falsch verstehen, ich stehe Kooperationsanfragen durchaus positiv gegenüber ABER nicht für Umme. Es tut mir leid, nein halt, es tut mir selbstverständlich nicht leid.

Wer etwas möchte muss etwas dafür tun.

wer macht wasWenn nun Unternehmen XY meint ich spreche ihre Zielgruppe an ist dies in erster Linie für sie erfreulich. Aber ich brauche wenn ich für ein Unternehmen tätig werde ein wenig mehr als nur „wir habe kein Budget“ – es muss für mich UND meine Leser einen Mehrwert haben.

Wenn ich ein Produkt teste und mir ansehe dann mache ich dies gründlich. Dann fertige ich auch meine eigenen Fotos an, bearbeite diese usw. Dies ist nicht in wenigen Minuten abgetan sondern dauert seine Zeit. So kann es schon mal passieren dass man für einen einfachen Test mehrere Stunden bis Tage aufwendet bis der endlich zur Veröffentlichung gelangt.

Und dann soll ich dies ohne Mehrwert tun? Für einen Futternapf den ich nicht brauche? Für eine Heizdecke oder ähnliches? Nein danke.

Meine Leser verlassen sich darauf, dass ich dies auch wirklich teste. Sie kennen meine Bilder, sie wissen von meinen Stil.

Und ja ich mach diese nebenbei, neben meinem Fulltime-Job, neben Haus, Mann und meinen Katzen was aber nicht heißt dass meine Arbeit deswegen weniger wert ist. Ganz im Gegenteil.

Warum nun dieser Beitrag?

Ganz ehrlich, ich weiß es auch nicht so genau.

Einerseits möchte ich denjenigen die sich Likes erkaufen ins Gesicht sagen „Findet ihr euch nicht selbst ein klein wenig lächerlich“,  andererseits möchte ich meine Blogleser dafür sensibilisieren, was eigentlich an Arbeit so hinter einem Artikel steckt.
Und das man auch nicht immer gleich Zeit hat Fragen zu beantworten sei es per Mail oder ähnliches, man hat auch noch ein Privatleben auch wenn dies manchmal sehr, sehr kurz kommt.

Oft werde ich auch angeschrieben „Kannst du mal XY testen“. Je nach Art des XY kann es dann schon mal sein, dass ich schlicht und ergreifend nein sage,  so wie bei dem Katzenbett mit dem keramischen Heizelement für knapp 200 Euro. Sorry, falls dies noch nicht aufgefallen sein sollte, dies ist ein privater Blog und 200 Euro für etwas ausgeben für das ich keine Verwendung habe…..also ganz ehrlich der Feind meines sauerverdienten Geldes bin ich noch lange nicht:-)

Bei Katzenfutter sieht dies schon ein wenig anders aus wenn dies von der Zusammensetzung halbwegs akzeptabel ist, da gebe ich schon mal gerne den Wünschen meiner Blogleser nach 🙂 Da haben wenigstens meine Katzen etwas davon – wohlgerundete Bäuche 😉 Und der eine oder andere Blogleser.

Aber selbstverständlich verdiene ich auch ein klein wenig an diesen Blog, ihr habt ja sicherlich die eine oder andere Werbung schon gesehen, die ich selbstverständlich auch bei meiner Steuererklärung angebe und die gerade mal die Serverkosten decken – also ich werde nicht reich damit – leider 🙂


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3 Gedanken zu „Wie ehrlich ist man als Blogger? – Taubertalperser

  • 24. Juni 2017 um 11:22
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    Ich habe mich köstlich amüsiert! Danke für diesen herrlichen Beitrag!
    Leider bekomme ich auch immer öfter solche kuriosen Anfragen – oft für Dinge die kein Mensch (oder Tier) braucht. Aber mit einem Klick auf „löschen“ ist das schnell gelöst. 😉
    Meine Wenigkeit sieht es nicht ein irgendwelche Follower oder Likes zu kaufen. Entweder man mag meine Seite oder eben nicht. So einfach ist das.

    Antwort
  • 13. Juli 2017 um 17:25
    Permalink

    Hallöchen,
    ich habe deinen Artikel mit Interesse verfolgt, auch wenn sich mein Blog einem ganz anderen Thema widmet. Was mich echt mal interessieren würde, ob es für Katzen gut oder schlecht ist, wenn man ständig das Futter wechselt. Bin selbst Hundemensch 😉 und mit Hunden groß geworden, daher kenne ich mich mit Katzen nicht so aus. Zum Thema finde ich aber, dass du total recht hast. Schließlich ist bloggen ziemlich viel Arbeit und Mühe. Am dreistesten sind die Anfragen „Gratis Artikel“ veröffentlichen. Am besten sollte man die dann noch unverändert veröffentlichen. Ich sehe es ansonsten auch so: Entweder man mag meinen Blog oder nicht. Liebe Grüße Julia

    Antwort
    • 13. Juli 2017 um 18:26
      Permalink

      Hallo Julia,
      für Katzen ist es sehr gut wenn man das Futter wechselt. Sie sind extrem neophob und wenn sie dann mal ein Futter nicht kennen, die rühren dir das nicht an. Da kannste dich auf den Kopf stellen und mit den Zehen wackeln – nutzt nur nichts außer das dich die Katze mit großen Augen ansehen wird und sich denkt „Jetzt spinnt mein Personal total“.
      Im Prinzip wäre dies ja kein Problem wenn die Hersteller nicht gefinkelterweise hin- und wieder ihre Rezeptur ändern würden, sei es weil sie mehr Leber verwenden, mehr Hühnerfilet egal was und schon hat man das Problem das die Katze mäkelig ist und nicht frisst.
      Auch gibt es kein „perfektes“ Dosenfutter, es gibt sehr viele Hersteller und ein jeder hat so seine Stärken und Schwächen. Da ist es ganz gut wenn man einige verschiedene Hersteller mixt – heute mal den, morgen den und übermorgen wieder einen anderen 🙂
      Ich hoffe ich konnte dir ein wenig Aufklärung liefern 🙂

      Danke auch für dein Feedback 🙂
      Liebe Grüße Andrea

      Antwort

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