
Als gebürtige Wienerin werde ich oft gefragt was man sich in Wien ansehen sollte. Abgesehen von diversen Sehenswürdigkeiten die in diversen Reiseführer sehr ausführlich und umfangreich beschrieben werden gibt es doch Dinge die dort nicht ordentlich gewürdigt werden.
Erwähnenswert ist sicher das man in Wien absolut kein Auto braucht um sich all die Dinge anzusehen - man kommt sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Straßenbahn und U-Bahn voran.
Ich versuche nun einige Dinge, die man gesehen haben muß, hier aufzulisten. Bitte habt Verstänis wenn ich das nur nach und nach erweitere.
Eines der "Must do" in Wien ist ein Besuch eines sogenannten Würstel-Stand (ugs. Wiaschtl-Stoand).
Will man sich wirklich auch noch den kulinarischen Vielfalt hingeben so wählt man vorzugsweise eine Käsekrainer (a Eitrige) aus. Man achte aber darauf, das die nicht gekocht sondern gegrillt wurde. Nur dann offenbart sich einen ein wahrlich traumhaftes Geschmackserlebnis.
Meist wird man dann noch gefragt ob "siaß oda schoarf" was auf die Auswahl des Senfs bezogen ist.
Als echter Wiener wählt man dazu noch "a 16er Blech" was auf gut deutsch ein Ottakringer Bier in Dose heißt. (16er Blech deswegen weil die Firma Ottakringer im 16. Bezirk ihren Hauptsitz hat und Blech ist irgendwie selbsterklärend)
Manchmal kann es auch passieren das die nette Verkäuferin oder Verkäufer einen noch fragt ob man "a Scherzl" will - das ist der Brotanfang :-)
Sollte man keinen Käse in seiner Wurst bevorzugen ist "a Burenhäutl" auch eine sehr gute Wahl.
Café Hawelka im 1. Bezirk, Dorotheergasse 6, ist ein unbedingtes Muss für jeden Wien-Besucher. An den Wänden hängen unzählige künstlerische Bilder und Plakate. Dieses Kaffeehaus ist eine Wiener Institution. Es wurde 1938 von Leopold Hawelka gegründet. Hier saßen schon die Literaten Hans Weigel, Heimito von Doderer und Friedrich Torberg.
In wohl jedem Wien-Reiseführer der Welt wurde das Kaffeehaus des liebenswürdigen Herrn Leopold Hawelka schon beschrieben. Der legendäre Künstlertreff der 60er Jahre hat nichts von seinem Glanz verloren. Wobei 'Glanz' wohl nicht der richtige Ausdruck ist; denn es ist eher düster und theatralisch, aber urgemütlich.
Und mit Argusaugen wacht Leopold Hawelka über sein kleines Reich, wacht darüber das sich seine Gäste auch wohlfühlen.
Und in keinem anderen Wiener Kaffeehaus kann man noch so gut den gemütlichen Wiener Charme spüren und hautnah erleben.
Drei Generationen von Hawelkas arbeiten jetzt im Kaffeehaus aber auch seine Söhne und Enkel wollen das Hawelka so erhalten wie
es ist und mit dem gleichen Flair weiterführen.
Am späten Abend weht, wie an jedem Abend seit einem halben Jahrhundert, der Duft von Frau Hawelka's legendären Buchteln durch den Raum.
Wenn man in Wien an Sommer denkt, denkt man auch gleich an Tichy und freut sich schon auf die Saisoneröffnung.
Es gibt viele Eissalons, es gibt viele die sehr gutes Eis anbieten aber Tichy ist einfach unerreicht.
Kurt Tichy und seine Frau Marianne gründeten 1952 in einem Kellerlokal in Wien-Simmering ihren ersten Eissalon und verkauften ihre Produkte in den Schrebergärten. 1955 übersiedelte Kurt Tichy in seinen Heimatbezirk Favoriten und gründete dort den heute noch bestehenden Eissalon am Reumannplatz.
1967 erfand er eine seiner bekanntesten Kreationen, die Eismarillenknödel.
1999 war ein trauriges Jahr für den Eissaloon als Kurt Tichy starb, der vielen Wienern sicherlich unvergessen bleibt.
Ich selber werde nie vergessen wie er öfters mal von außen die Leute beim Eis essen beobachte und wenn er sah wie es
ihnen schmeckte ging ein Leuchten über sein Gesicht.
Zu erreichen ist Tichy ganz einfach mit der U-Bahn(U1) bis zum Reumannplatz und dann ganz einfach dort hin wo die vielen Menschen sind -
es ist kaum zu verfehlen :-)
Ein Lokal um einen schönen Sommertag ausklingen zu lassen ist sicherlich das Schweizer Haus im Wiener Prater. Hier unter einen wunderschönen alten Kastanienbäumen kann man sein gekühltes Budweiser genießen und die Spezialität des Hauses "a Stelzn" genießen. Aber Vorsicht liebe Leser - eine Stelze reicht locker für zwei Personen obwohl es vielleicht den Anschein machen sollte man werde gerade mal so als Einzelner davon satt. Aber keine Angst, man ist gerne bereit Tüten und Folie zum Frischhalten bereitzustellen :-)
04.03.2012: Kittengalerie überarbeitet