Hilfe Flöhe!!! Wie werde ich sie los? – Taubertalperser

Hilfe! Meine Katze hat Flöhe! So oder so ähnlich lauten unzählige Beiträge in Foren, Newsgroups u.a. und dann geht es los mit teilweise abenteuerlichen Ratschlägen und Tipps, die leider teilweise höchst gefährlich sind für unsere Fellnasen.

Wundert sich der Arzt: „Warum kratzen Sie sich denn so?“
Klagt der Patient: „Ach Herr Doktor, ich habe einen toten Floh.“
„Aber der kann Sie doch nicht mehr jucken!“
„Der nicht, aber die 300 anderen,
die zu seiner Beerdigung gekommen sind.“

Flöhe – Was sind das für nervende Tierchen….

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Bildquelle: Evanherk from nl [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], from Wikimedia Commons http://de.wikipedia.org/wiki/GNU-Lizenz_f%C3%BCr_freie_Dokumentation
Flöhe sind winzige rötlich gefärbte Insekten in der Größe von 1-3 Millimeter und mit dem bloßen Auge kaum sichtbar. Ctenocephalides felis, oder auch „Katzenfloh“, ist die häufigste Art von Flöhen bei Katzen.

Befruchtete weibliche Flöhe legen Eier ab und nach wenigen Tagen schon schlüpfen neue winzige Larven, die sich von abgestorbenen Hautschuppen ernähren und nach dem Puppenstadium sich zu ausgewachsenen zeugungsfähigen Flöhen, die wiederum Ihre Katze und auch Sie befallen können, entwickeln.

Das ist unangenehm für Katzenhalter und Katze, denn Katzenflöhe jucken furchtbar und bei zu großem Flohbefall der Katze entstehen durch das andauernde Kratzen kahle Stellen im Fell, die sich entzünden können. Außerdem kann ein Katzenfloh Krankheiten wie z. B. Strepto- oder Staphylokokken sowohl auf die Katze als auch auf den Menschen übertragen.

Beste Voraussetzungen für sie sind Wärme und Feuchtigkeit – deshalb nisten sich Flöhe bei Katzen und Hunden so gerne unter dem Fell ein, da dies schön warm und gemütlich ist. Haben die kleinen Parasiten einmal einen Wirt gefunden, dann machen sie mit dem Kiefer einen Schnitt in dessen Haut und saugen Blut. Einige Flöhe erreichen so das Fünfzehnfache ihres eigentlichen Körpergewichts. Und sie vermehren sich rasend schnell. So ein Floh kann pro Tag bis zu 30 Eier legen. Trotz ihrer geringen Körpergröße können diese Tiere bis zu 1.5 Meter springen. Schon diese Tatsache lässt sehr rasch erkennen, dass man bei Flohbefall nicht nur das geplagte Tier behandeln muss, sondern auch die Umgebung.

Eine mögliche Lösung, Katzenflöhe zu bekämpfen, ist ein Flohhalsband wovon ich aber persönlich abrate und eher zu Spot-On-Produkten rate. Abgesehen davon, dass Halsbänder für Katzen generell äußerst gefährlich sind (Strangulationsgefahr!) sind die meisten Flohpopulationen dagegen resistent und so kann man nicht selten beobachten wie Flöhe munter über diese Halsbänder laufen.

Ursachen von Flohbefall

Floh_tot
Toter Katzenfloh

Freigänger streunen aber gern und haben immer wieder Kontakt zu anderen Tieren. Zu den häufigsten Ursachen für Flohbefall bei Katzen zählt die Übertragung der Parasiten durch den Umgang mit anderen Katzen, Hunden aber auch Wildtieren, da die Flöhe bis zu 1,5 Meter weit springen und so von einem Wirt zum anderen gelangen

Andere Ursachen kann die indirekte Ansteckung über befallene Gegenstände wie Teppiche, Kleidung des Menschen und einen gemeinsam genutzten Katzenkorb oder Kratzbaum sein. Flöhe bei Katzen kommen außerdem gehäuft bei Tieren vor, die viel in der freien Natur unterwegs sind – die Parasiten sitzen zum Beispiel in Büschen im Garten oder auf dem Feld.

Auch spielt interessanterweise die Ernährung eine sehr wichtige Rolle. Sehr hochwertig ernährte Katzen (hoher Fleischanteil, alternativ B.A.R.F.) haben weitaus seltener mit Flöhen zu kämpfen.

Es kann immer wieder vorkommen, dass Katzen Flöhe bekommen, denn Flöhe gibt es das ganze Jahr. Flöhe sind eine der erfolgreichsten Arten der Evolutionsgeschichte und in seinem etwa 3-wöchigen Leben kann ein Flohweibchen bis zu 2500 Eier legen, wobei diese nicht auf Ihrer Katze verweilen, sondern aus dem Fell in die Umgebung herausrieseln.

Wie man Flöhe bei Katzen vermeiden?

Besonders aktiv sind Flöhe im Frühjahr bis Herbst – dann legen sie bis zu zehntausend Eier ab. In dieser Zeit Flöhe bei Katzen zu vermeiden ist gar nicht so einfach, da die Ursachen und Übertragungswege nicht wirklich eingedämmt bzw. verhindert werden können.
Oft bleiben Flöhe bei Katzen unentdeckt.

Aber sobald man bei der Katze ein starkes Jucken erkennen kann sollte man auf der Hut sein und hier sofort eine Fellkontrolle durchführen. Starkes Jucken kann ein Hinweis auf einen Befall sein.

Regelmäßige Kontrolle des Felles mit einem Flohkamm schützt zwar nicht vor einem Flohbefall, aber man kann sie schon im Vorfeld erkennen und bekämpfen. Sobald man sie fröhlich in der Wohnung rumspringen sieht hat man schon ein gewaltiges Problem.

Der Flohkamm ist ein sehr handlicher und äußerst nützlicher Kamm. Er hat viele und sehr eng aneinanderreihende Zinken, nur so kann der Katzenfloh beim Kämmen zwischen den Zinken stecken bleiben. Anschließend rauskämmen und entsorgen. Am besten stellt man sich dafür ein Schälchen mit Wasser oder Seifenlauge hin (damit sie nicht entwischen können) oder zerquetscht den Floh, der zwischen den Zinken steckt.

Flohkot_und_Flohnachweis1
linker Bildteil: einer Katze ausgekämmter Flohkot; rechter Bildteil: Flohnachweis; der Flohkot sieht nach Anfeuchten auf saugfähiger weißer Unterlage rötlich aus. Bildquelle: Wikipedia / Kalumet http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Flohkot_und_Flohnachweis1.jpg

Eine weitere Möglichkeit herauszufinden ob Ihre Katze Flöhe hat wäre sie auf ein weißes Blatt Papier zu stellen und ordentlich zu bürsten, wenn schwarze Krümelchen aus dem Fell fallen, die bei Kontakt mit Wasser sich rötlich-braun verfärben – herzlichen Glückwunsch sie hat Flöhe!

Eine Möglichkeit Flohbefall vorzubeugen ist die Anwendung von Spot-Ons, hier hilft der Tierarzt ihres Vertrauens weiter. Vorsicht vor diversen Produkten aus dem Tierfachhandel. Nicht immer sind diese Mittel für Katzen geeignet und manche können höchst gefährlich um nicht zu sagen, lebensgefährlich für die Katzen werden. Aber dazu später ein wenig mehr.

Und eines vorweg, ausgehungerte Flöhe gehen auch auf Menschen

Die Katze hat Flöhe – was tun?

Sie haben entdeckt, dass ihre Katze zum Flohtaxi mutiert ist. Herzlichen Glückwunsch aber Panik ist nun fehl am Platz. Es gibt mehrere Wege die zu einer wieder flohfreien Katze und Wohnung führen.

Es gibt die Möglichkeit der „schonenden“ Behandlung. Hier braucht man aber Zeit, Geduld und noch viel mehr Zeit. Leider ist es aber so das man weder Zeit hat (starker Flohbefall kann zu Anämie bei der Katze führen, Flohallergie, etc.) noch die Geduld, da man sich nicht sicher sein kann ob nach drei Wochen nicht doch aus einer Larve die man übersehen/nicht erwischt hat nicht doch der eine oder andere Floh sich entwickelt.

Die effektivste und schnellste wäre nach einem Mehr-Stufen-Plan.

Flöhe systematisch bekämpfen mit dem Mehr-Stufen-Plan

Ein akuter Flohbefall ist für betroffene Katzen nicht nur lästig – er kann zugleich auch gesundheitliche Folgen haben. Wird ein Befall nicht konsequent behandelt, kann er sich zu einer langanhaltenden Plage ausweiten. Zugleich besteht immer auch die Gefahr der Übertragung mit unerwünschten Krankheitserregern. Tierhalter sollten ein akutes Flohproblem deshalb gezielt und vor allem systematisch angehen.

Wie eine solche systematische Flohbekämpfung aussehen kann und was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie hier. Das im Folgenden vorgestellte „4-Punkte-Programm“, hat sich bei der Flohbekämpfung bestens bewährt.

Stufe 1: Flohbekämpfung am Tier

Ist ein akuter Befall bei Hund oder Katze diagnostiziert, sollte jede umfassende Behandlung mit einer Bekämpfung der ausgewachsenen Flöhe im Fell des geplagten Tieres beginnen. Da ausgewachsene und geschlechtsreife Flohweibchen bereits wenige Stunden nach der ersten Blutaufnahme mit der Paarung und anschließend mit der Eiablage beginnen, sollten Tierhalter so früh wie möglich behandeln.

Stufe 2: Flohprophylaxe am Tier

Ein Flohbefall bei der Katze wird von Halter nicht immer direkt bemerkt. So kann es geschehen, dass die Flohbrut bereits mit dem Legen von Eiern begonnen hat, bevor erste Gegenmaßnahmen durch Tierarzt und Halter eingeleitet werden können. Die Eier verteilen sich nach der Ablage in der Wohnung und die kurze Zeit später schlüpfenden Larven verkriechen sich in unzugängliche Verstecke. Selbst wenn also ein Flohbefall am Tier bereits nach wenigen Tagen mithilfe geeigneter Produkte angegangenen wird, so geschieht es nicht selten, dass es nach Wochen und Monaten zu einem erneuten Befall von Hund und Katze kommen kann – wenn Tierhalter hier nicht vorsorgen. Durch eine entsprechende Prophylaxe können Tierhalter einem erneuten Befall zuvorkommen. Da sich Flohlarven, je nach Jahreszeit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit unterschiedlich schnell entwickeln, sollten Hund und Katze das ganze Jahr hindurch regelmäßig gegen Flöhe behandelt werden.

Stufe 3: Flohbekämpfung in der Umgebung

Parallel zur Behandlung am Tier ist es wichtig, die direkte Umgebung von Hund und Katze ebenfalls von Flöhen zu befreien (siehe Punkt 2). Hierzu sollte die Wohnung regelmäßig gründlich gereinigt werden. Böden sollten geputzt, Teppiche und Polster gesaugt sowie Kissen und Decken gewaschen werden. Nach dem Staubsaugen ist es wichtig, den Beutel gut verschlossen zu entsorgen bzw. ihn zu verbrennen oder einzufrieren, um ein Entkommen der Flöhe zu verhindern. Potentiell mit Floheiern und -larven befallene Kissen und Decken sollten bei mindestens 60°C gewaschen werden. Alternativ können auch diese eingefroren werden.

Flankiert werden sollte die Behandlung allerdings auch immer mithilfe geeigneter Anti-Flohpräparate, mit deren Hilfe Eier und Larven auch in verwinkelten Ecken, Ritzen und Spalten bekämpft werden können.

Stufe 4: Bekämpfung des Bandwurms

Flöhe sind potentielle Überträger des Gurkenkernbandwurms (Dipylidium caninum). Da ein Flohbefall demnach immer zugleich auch die Möglichkeit der Ansteckung mit dem Bandwurm beinhaltet, sollte nach einem Flohbefall stets eine Bandwurmkur erfolgen.

Gefahr_KatzenACHTUNG – GEFAHR!

In manchen Foren und Newsgroups aber auch manche selbsternannte Tierheilpraktiker empfehlen zur Flohbekämpfung für die Katzen sehr, sehr gefährliche Mittel, die bei dem einen oder anderen Tier auch zum Tode führen kann!

Durch eine Gendeletion der UDP-Glucuronyltransferase weisen Katzen aller Rassen nur eine rudimentäre Glukuronidierungsfähigkeit auf.

Dadurch kann es bei einigen Stoffen, die über den Weg der Konjugierung abgebaut werden, zu einer Akkumulation des Wirkstoffes und dadurch zu verschiedenen unerwünschten Arzneimittelwirkungen kommen.

Die Gendeletion der UDP-Glucuronyltransferase tritt bei Katzen aller Rassen auf und führt schon nach geringen Dosen von p-Aminophenolderivaten zu Vergiftungserscheinungen (Wilcke 1984; Court 1997). Die fehlende Glukuronidierungskapazität wurde auch bei phylogenetisch eng verwandten Karnivoren wie Löwen, Hyänen, Zibetkatzen und Ginsterkatzen festgestellt (French 1974).

Sämtliche Phenole lösen bei allen Katzenarten Vergiftungsymptomatik unterschiedlich stark aus und sind somit kontraindiziert.

Dazu gehören die Wirkstoffe der Gruppe der p-Aminophenolderivate (Demuth 2003b):

  • Phenacetin
  • Paracetamol
  • Phenylbutazon
  • Propofol

Auch folgende Wirkstoffe führen, zu den beschriebenen Symptomen (Taylor 1996; Lascelles 2007a; Demuth 2005; Richardson 2000; Sutton 2007; Bischoff 1998):

  • Acetylsalicylsäure
  • Carprofen
  • Chloramphenicol
  • Morphin
  • Firocoxib
  • Permethrin
  • Progesteron
  • Sulfonamide
  • Teebaumöl
  • Salicylsäure

Wegen der fehlenden Glutathionkonjugation binden die verbleibenden NAPQI-Metaboliten kovalent an verschiedene Zellproteine und formen inaktive Konjugate.

Über verschiedene Mechanismen führen diese Konjugate zu irreversiblen hepatischen Zellschädigungen (Plumb 1995; Mladenovic 2009).

Aus diesem Grunde bitte FINGER WEG von:

  • Teebaumöl
  • Neemöl
  • Schwarzkümmelöl
  • Chrysamed

und allen Produkten die Permethrin enthalten.

Aber auch vor anderen als harmlos erscheinenden Produkten sollte man Abstand nehmen:

Kieselgur und Borat finden als insektizidfreie Raumprodukte die weiteste Anwendung. Kieselgur zerstört die Epikutikula des Flohs und der Larve was eine Dehydrierung und den Tod zur Folge hat. Personen die dieses Produkt beruflich abbauen, leiden zum Teil unter chronischen Lungenerkrankungen. Da das Produkt nicht sauber angewendet werden kann, seine Wirkung nicht bewiesen ist und sein Einatmen nur schwer zu vermeiden ist, sollte Kieselgur nicht mehr zum Einsatz kommen.

Quelle:
Allergische Hauterkrankungen bei Hund und Katze

Von Lloyd M. Reedy, William H. Miller, Ton Willemse

Welche Mittel helfen?

Ich persönlich tu mir hier ein wenig schwer mit Produktempfehlungen – was bei dem einen hilft, muss bei dem anderen absolut nicht wirklungsvoll sein, weil Resistenzen sich gebildet haben, ein ganz anderes Lebensumfeld usw.

Aber hier werde ich auf Wunsch einiger nun doch zu dem einen oder anderen Produkt verweisen, das sehr positiv in der Flohbehandlung aufgefallen ist


Capstar für Hunde und kleine Katzen

Wenn ein Flohbefall festgestellt wird, sollten Katzen und kleine Hunde mit einem Körpergewicht zwischen 1 kg und 11,0 kg eine Tablette CAPSTAR 11,4 mg erhalten. Die Behandlungshäufigkeit hängt vom Befallsgrad ab.

Program Suspension für Katzen 6 x 133mg

Flohmittel, das dafür sorgt, dass die Flöhe sich nicht vermehren. 6 Ampullen mit je 3,8 g Suspension zum Eingeben.

INDOREX Pumpspray 750 ml Spray

Ein sehr wirkungsvoller und hilfreicher Umgebungsspray aus dem Hause Virbac.


INDOREX duo aktiv Fogger

Einer der besten Fogger, der derzeit auf dem Markt ist.

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