Dank Spende – Paradies für Katzen

Dank Spende Paradies für Katzen

GIESSEN-TIERHEIM 200 Quadratmeter große Außenanlage für Stubentiger fertiggestellt / 20 000 Euro aus Erbschaft / Auf Unterstützung angewiesen

(fod). „Der Schiffenberg hat seinen Kletterwald, und wir haben jetzt auch einen für Katzen“: Geschäftsführerin Katja Kastl wie auch Vorstandsmitglied Angela Achenbach-Heinzerling ist die Freude über die im Tierheim gerade fertiggestellte neue Außenanlage für Stubentiger anzusehen. Auf einer Fläche von knapp 200 Quadratmetern, mit direktem Zugang von ihren Unterkünften, finden die Vierbeiner ein Paradies zum Spielen, Herumtoben, aber auch mit Rückzugsmöglichkeiten, vor. Kaum sei die Tür zur Anlage erstmals geöffnet worden, hätten die Katzen „sofort alles beklettert“, erzählen die beiden. Seitdem erkunden die Tiere neugierig ihr neues Reich, das in gerade einmal drei Wochen von den ehrenamtlichen Helfern Gerd Böse, Hans-Jürgen Schink und Volker Wollenhaupt geschaffen wurde. Die Rentner und Heimwerker haben durch ihren Ideenreichtum so manches originelle Detail einfließen lassen, das selbst Katzen ein begeistertes „Miau“ entlocken dürfte. So gibt es zum Beispiel einen mit Geschirr gedeckten Tisch, der kopfüber von der Decke hängt. Überhaupt wurden viele alte Möbel und verschiedenste Materialien verbaut, sodass die Gesamtkosten mit 38 000 Euro vergleichsweise niedrig gehalten werden konnten.

 

20 000 Euro stammen aus dem Nachlass der verstorbenen Gießenerin Ingeborg Schwassmann. Selbst viele Jahre Mitglied beim Tierschutzverein Gießen und Umgebung und zeitlebens große Katzenfreundin, hatte sie den Verein als Erben in ihr Testament eingetragen. Für diese großzügige Spende wurde nun auch ihr ein Denkmal gesetzt: Dem Katzenauslauf verlieh man den Namen „Schwassmanns Garten“. Am 29. September soll die offizielle Einweihung bei einem Tag der offenen Tür von 11 bis 14 Uhr stattfinden. Dies ist gleichzeitig der erste Todestag der Stifterin.

 

„Ohne diese Erbschaft hätten wir die Anlage gar nicht bauen können“, sagt Kastl. Denn der Verein macht jedes Jahr ein Defizit von rund 60 000 Euro, die nur durch Erbschaften ausgeglichen werden können. „Wenn wir die nicht bekämen, wären wir schon lange zu.“ Die gute Nachricht vom Notar der Verstorbenen kam überdies zum genau richtigen Zeitpunkt. Die vorherige Außenanlage war nämlich just am selben Tag auseinandergebrochen und musste geschlossen werden. Und das bei aktuell 50 im Tierheim wohnenden Katzen, in Spitzenzeiten sogar an die 70. Die meisten davon sind Fundkatzen, denn das Heim ist hierfür die einzige Abgabestelle in Gießen. Und wenn es sich um eine erkrankte Katze handelt, was derzeit viele der dort untergebrachten betrifft, ist man der einzige Ort in einem noch viel größeren Umkreis, an dem auch eine vierwöchige Quarantäne-Unterbringung möglich ist. Dennoch gehen die Mittel der öffentlichen Hand immer weiter zurück.

 

Die jetzigen Ereignisse nehmen die Verantwortlichen zum Anlass, sich an ältere Menschen zu wenden, die keine Erben haben, sich aber schon zu Lebzeiten zu Not leidenden Tieren hingezogen fühlen. Anstatt das Vermögen dem Staat zufallen zu lassen oder dass es in anonymen Taschen landet, werben sie um die Unterstützung des Tierheims. Im Gegenzug bietet man, wie bereits mehrfach geschehen, Hilfe bei der Haushaltsauflösung und der Ausrichtung der Beerdigung „im Sinne des Verstorbenen“ an. Interessenten können Kontakt aufnehmen.

 

Katzenparadies
Hier fühlen sich Katzen wohl: die neue knapp 200 Quadratmeter große Außenanlage des Tierheims. Darüber freuen sich auch Angela Achenbach-Heinzerling (l.) und Katja Kastl. Man beachte auf dem Foto den umgedreht an der Decke hängenden Tisch mit Geschirr darauf, eine der originellen Ideen, die in die Anlage eingeflossen sind.
Foto: Docter

 

Quelle: Gießener Anzeiger

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