NfE im Katzenfutter – einfach erklärt und endlich verständlich
Wenn man sich mit Katzenfutter beschäftigt, stolpert man früher oder später über den Begriff NfE. Und ganz ehrlich: Die meisten schauen ihn an und denken „Was soll das denn jetzt wieder sein?“ Dabei ist NfE eigentlich ganz leicht zu verstehen – und unglaublich hilfreich, wenn man wissen möchte, wie viele Kohlenhydrate ein Futter wirklich enthält.
Was bedeutet NfE überhaupt?
NfE steht für Nitrogen-free-extract, also „stickstofffreie Extraktstoffe“. Das klingt erst einmal nach Laborchemie, bedeutet aber ganz einfach:
👉 NfE = alle Kohlenhydrate im Futter
Dazu gehören:
- Zucker
- Stärke
- Inulin (ein Ballaststoff)
- langkettige Kohlenhydrate, die Pflanzen Struktur geben
Kohlenhydrate sind energiereich, aber für Katzen kaum verwertbar. Reduzierst du den Kohlenhydrat-Anteil im Katzenfutter, nimmt deine übergewichtige Katze gesund ab. Bei Diabetes kannst Du durch einen geringen Kohlenhydrat-Anteil im Futter den Blutzucker geringhalten. Es muss weniger Insulin gespritzt werden, eine Remission (Remission: Die Krankheit ist im Körper nicht mehr messbar oder die Beschwerden fehlen, aber einzelne unsichtbare Krankheitszellen oder Auslöser können zurückbleiben. Ein Rückfall (Rezidiv) ist jederzeit möglich) wird wahrscheinlicher.
Kurz gesagt: Alles, was keine Proteine, Fette, Mineralstoffe, Fasern oder Wasser ist.

Wie wird der NfE-Wert berechnet?
Der NfE-Wert wird nicht direkt gemessen, sondern rechnerisch ermittelt – und zwar über die klassische Weender-Analyse.
So funktioniert’s:
- Man nimmt die analytischen Bestandteile:
- Rohprotein
- Rohfett
- Rohfaser
- Rohasche
- Feuchtigkeit
- Diese Werte werden addiert.
- Die Summe wird von der Trockensubstanz abgezogen (also der Frischmasse ohne Wasser).
Das Ergebnis ist der NfE-Wert – also der Kohlenhydratanteil des Futters.
Wenn du es nicht selbst rechnen möchtest: Ein NfE‑Rechner macht das für dich in Sekunden.
Die Berechnung erfolgt vollständig im Browser. Die eingegebenen Futterwerte werden nicht per AJAX, REST, POST oder GET an WordPress übertragen und nicht in der Datenbank gespeichert. Es werden keine dynamischen HTML-Inhalte aus den Eingaben erzeugt. Die Eingaben werden ausschließlich als Zahlen validiert und anschließend als Text ausgegeben.Datenschutz und Sicherheit
Wie berechne ich den NfE-Gehalt?
Den NfE-Wert (stickstofffreie Extraktstoffe) im Katzenfutter berechnest du als Differenz zu 100 %. Du ziehst von 100 die Prozentwerte für Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit (Wasser) ab. Die benötigten Zahlen findest du auf der Verpackung unter den „Analytischen Bestandteilen“.
Berechnungsschritte
- Werte ablesen: Suche Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit heraus.
- Werte addieren: Rechne alle fünf Prozentzahlen zusammen.
- Von 100 abziehen: 100 – Summe der 5 Werte = NfE-Wert in Prozent
Beispiel für Nassfutter:
- Rohprotein: 10 %
- Rohfett: 5 %
- Rohfaser: 0,5 %
- Rohasche: 2 %
- Feuchtigkeit: 80 %
- Summe = 97,5 % → NfE-Wert = 2,5 %
Wichtiger Hinweis: Trockensubstanz nutzen
- Um Nassfutter und Trockenfutter gut zu vergleichen, rechnest du den NfE-Wert am besten in die Trockensubstanz (TS) um.
- Formel: (NfE-Wert / (100 – Feuchtigkeit in %)) x 100
Die analytischen Bestandteile ergeben mehr als 100%. Bitte überprüfe deine Angaben. Sind deine Werte richtig könnte es an den Rundungsdifferenzen anhand der Weender-Analyse liegen.

Was ist ein guter NfE-Wert?
Für gesunde Katzen (normalgewichtig, keine Stoffwechselerkrankungen)
Ein guter NfE‑Wert liegt in der Trockensubstanz idealerweise bei:
unter 10–15 %
Das entspricht einem moderaten Kohlenhydratanteil, der für die meisten Katzen gut verträglich ist. Katzen sind Karnivoren – sie brauchen keine großen Mengen Kohlenhydrate, aber kleine Mengen sind für gesunde Tiere meist unproblematisch.
Für übergewichtige Katzen
Hier gilt: Je niedriger, desto besser.
unter 10 % TS ist optimal, weil weniger Kohlenhydrate → weniger Energie → gesünderes Abnehmen.
Für Diabetes‑Katzen
Bei Diabetes spielt der NfE‑Wert eine entscheidende Rolle, weil Kohlenhydrate den Blutzucker direkt beeinflussen.
unter 10 % TS ist ideal, unter 5 % TS ist perfekt.
Je weniger Kohlenhydrate, desto stabiler bleibt der Blutzucker – und desto weniger Insulin muss gespritzt werden. Das erhöht die Chance auf eine Remission, also eine Phase, in der die Krankheit nicht mehr messbar ist.
Für Trockenfutter (generell)
Trockenfutter hat naturbedingt mehr Kohlenhydrate. Ein „guter“ Wert liegt hier bei:
unter 30–35 % TS
Alles darüber ist für Katzen zwar nicht automatisch schlecht, aber nicht artgerecht.
Warum Nassfutter generell niedrigere NfE‑Werte haben sollte
- Katzen können Kohlenhydrate kaum verwerten
- Kohlenhydrate treiben den Blutzucker hoch
- Kohlenhydrate sind oft „Füllstoffe“ statt echte Nährstoffe
- Ein hoher NfE‑Wert deutet häufig auf pflanzliche Bestandteile hin
- Artgerechtes Nassfutter basiert auf tierischem Protein, nicht auf Stärke oder Zucker

Warum ist der NfE-Wert wichtig?
Der NfE-Wert zeigt dir:
👉 Wie viele Kohlenhydrate ein Futter enthält.
Und das ist für Katzen relevant, weil sie als Karnivoren nur sehr wenig Kohlenhydrate benötigen. Ein hoher NfE-Wert kann ein Hinweis darauf sein, dass:
- viel pflanzliches Material enthalten ist
- Stärke oder Zucker zugesetzt wurden
- das Futter weniger artgerecht ist
Aber – und das ist wichtig:
Der NfE-Wert sagt NICHTS über die Qualität des Futters aus.
Ein Futter kann:
- wenig Kohlenhydrate haben und trotzdem minderwertig sein
- viele Kohlenhydrate haben und trotzdem gut verträglich sein
Die Qualität hängt vor allem von:
- Anteil und Qualität der Proteine
- Deklaration
- Fleischanteil
- Verarbeitung
Mehr dazu: Deklaration richtig lesen.
Warum der NfE-Wert manchmal verwirrt
Viele Halter*innen denken: „Oh, das ist ein hoher Wert – das Futter ist schlecht.“
Aber so einfach ist es nicht.
Manche Futtersorten haben z. B. durch Gemüse, Kürbis oder Inulin einen höheren NfE-Wert, obwohl sie hochwertig und gut verträglich sind. Andere haben einen niedrigen NfE-Wert, aber minderwertige Proteinquellen.
Darum ist NfE ein Vergleichswert, kein Qualitätsurteil.
Warum spielen Kohlenhydrate bei Diabetes-Katzen eine so große Rolle?
Kohlenhydrate werden bei der Verdauung in Zucker aufgespalten. Glukose ist ein solcher Zucker und ein wichtiger Energielieferant für die Zellen. Dafür, dass er vom Blut dorthin gelangt, ist das Insulin zuständig. Bei Diabetikern produziert der Körper gar kein oder zu wenig Insulin. Es muss gespritzt werden. Je weniger Zucker bzw. Kohlenhydrate die Katze mit dem Futter aufnimmt, desto weniger Insulin muss gespritzt werden.

Fazit: NfE ist hilfreich – aber kein Qualitätsmesser
Wenn du wissen möchtest, wie kohlenhydratreich ein Futter ist, ist NfE perfekt. Wenn du wissen möchtest, wie gut ein Futter ist, brauchst du zusätzlich:
- die Deklaration
- den Fleischanteil
- die Proteinqualität
- die Verarbeitung
NfE ist also ein Baustein – ein wichtiger, aber nicht der einzige.
Am Ende zeigt sich: Der NfE‑Wert ist kein kompliziertes Laborkonstrukt, sondern ein kleiner, aber sehr hilfreicher Baustein, wenn wir verstehen wollen, wie kohlenhydratreich ein Katzenfutter wirklich ist.
Gerade bei Themen wie Übergewicht oder Diabetes kann dieses Wissen einen echten Unterschied machen – nicht, weil Zahlen alles entscheiden, sondern weil sie uns helfen, bewusster zu füttern und die Bedürfnisse unserer Katzen besser zu verstehen.
Und trotzdem: NfE ist nur ein Teil des Gesamtbildes. Ein Futter wird nicht gut, nur weil der Kohlenhydratanteil niedrig ist. Es wird gut, wenn die Proteine hochwertig, die Deklaration transparent, der Fleischanteil sinnvoll und die Verarbeitung schonend ist. Genau das macht Katzenernährung manchmal komplex – aber auch spannend.
Wenn du also das nächste Mal ein Etikett in der Hand hältst und über den NfE‑Wert stolperst, erinnere dich daran: Du weißt jetzt, wie er berechnet wird, warum er manchmal verwirrend wirkt und wie du ihn richtig einordnest. Du hast das Wissen, um Futter nicht nur zu kaufen, sondern zu verstehen.
Und genau das macht dich zu einem Halter, der seinen Katzen nicht einfach etwas in den Napf stellt – sondern ihnen mit jedem Futterentscheid ein Stück Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität schenkt.
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