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Info: Katzenfutter und die Deklaration – ein Buch mit 7 Siegeln?

Die Tage wurde ich angeschrieben bezüglich eines älteren Futtertests mit dem Hinweis

„Die haben ihre Deklaration geändert“

Okay, wäre ja wünschenswert und ich dachte mir okay guckst du es dir noch einmal an und schaust, was sie aus der Deklaration gemacht haben.

Spoiler – nein es wurde nicht besser, ganz im Gegenteil aber ich erkannte, dass es hier noch Probleme gibt Deklarationen zu lesen und zu verstehen. (Falls ihr euch schon immer gefragt habt wie ich zu meinen Themen komme & so 😊 )

Ich könnte es nun kurz machen mit der Aussage:

„Eine Deklaration ist das, was zwischen Zusammensetzung und Fütterungsempfehlung steht“.

Aber dies wäre ein wenig zu einfach und meiner Meinung nach nicht zielführend und so auch nicht ganz richtig, wie ich anhand einiger gesichteter Katzenfutterdosen lernen durfte.
Ich möchte, dass es verstanden wird und man nicht mehr irgendwelchen vollmundigen Versprechungen Glauben schenkt.

Die Futtermittel-Deklaration

Manches Mal hat es den Eindruck das diese Futtermittel-Deklaration ein Buch mit sieben Siegel sei, ist es aber nicht, wenn man das Grundprinzip einmal verstanden hat, und ich hoffe mit meiner Erklärung, dass ihr danach nicht mehr nach „guten“ Sorten fragen müsst sondern wirklich anhand eines Etikettes erkennt, ob es sich um ein gutes Futter handelt oder nicht.

Was muss auf einem Etikett für Tierfutter alles stehen?

  • Bezeichnung des Futtermittels – Futtermittelart: Allein- oder Ergänzungsfutter, der Futtermittelkategorie und die Tierart, für die es gedacht ist.
  • Angaben über Feuchtegehalt
  • Inhaltsstoffe in % der Originalsubstanz in Allein- und Ergänzungsfutter
  • Zusammensetzung: Angaben der enthaltenen Einzelfuttermittel bzw. Futtermittelgruppen
  • Zusatzstoffe
  • Analytische Bestandteile
  • Nettomasse (Gewicht)
  • Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Kennnummer der Partie (Chargennummer)
  • Hinweis zur ordnungsgemäßen Verwendung/Fütterungshinweis
  • Name, Anschrift und kostenfreie Telefonnummer oder Mail-Adresse des für die Kennzeichnung verantwortlichen Futtermittelunternehmens

Beispiel:

Beispiel DeklarationChargen- /Herstellernummer sowie das MHD-Datum findet ihr meist als Aufdruck auf den Dosenboden.

Herstellernummer – MHD – Chargennummer

Unterschiede beim Futter

Man sollte auch noch erwähnen, dass Dosenfutter nicht gleich Dosenfutter ist. Abgesehen von den qualitativen Unterschieden sollte man auch darauf achten, ob es sich hier um ein Alleinfutter, Einzelfutter oder ein Ergänzungsfutter handelt.

Dies muss aber auf den Etiketten angegeben werden.

Folgendes schreibt die Futtermittelverordnung klar vor:

Alleinfuttermittel sind gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 1 Futtermittelverordnung Mischfuttermittel, die dazu bestimmt sind, bei ausschließlicher Verwendung den Nahrungsbedarf der Tiere zu decken.

Ergänzungsfuttermittel sind gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 2 Futtermittelverordnung Mischfuttermittel, die einen gegenüber einem Alleinfuttermittel für die jeweilige Tierkategorie höheren Gehalt an bestimmten Stoffen (insbesondere Inhalts- oder Zusatzstoffen) aufweisen und die auf Grund ihrer Zusammensetzung dazu bestimmt sind, in Ergänzung anderer Futtermittel zur Deckung des Nahrungsbedarf der Tiere beizutragen.

Einzelfuttermittel sind Erzeugnisse pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, die vorrangig zur Deckung des Ernährungsbedarfs von Tieren dienen, im natürlichen Zustand, frisch oder haltbar gemacht, und Erzeugnisse ihrer industriellen Verarbeitung sowie organische oder anorganische Stoffe, mit Futtermittelzusatzstoffen oder ohne Futtermittelzusatzstoffe, die zur Tierernährung durch orale Fütterung bestimmt sind, sei es unmittelbar als solche oder in verarbeiteter Form, für die Herstellung  von Mischfuttermitteln oder als Trägerstoff für Vormischungen.

Allgemein die Kennzeichnung von Futter – ob Einzelfuttermittel, Mineralfutter, andere Ergänzungsfutter oder Alleinfutter – ist ein wesentlicher Bestandteil der Information an den Verbraucher und muss auf dem Etikett aufgedruckt sein

ACHTUNG: Nur was auf dem Etikett unter Zusammensetzung / Zusatzstoffe steht ist bindend! Nicht was manche Hersteller auf der Webseite schreiben oder als „Werbung“ sonst noch auf das Etikett schreiben.

Folgendes muss zwingend angegeben werden und zum besseren Verständnis werde ich euch auch das eine oder andere Etikett zeigen zum besseren Verständnis.

Welche Arten von Deklaration gibt es?

Bevor wir uns näher mit den Arten der Deklarationen beschäftigen, noch ein paar wichtige Infos vorab.

Es gibt zur Deklaration und Kennzeichnung von Tierfuttermitteln genaue rechtliche Grundlagen wie die „Verordnung (EG) Nr. 767/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009“ diese regelt die Futtermitteldeklaration in der EU.

Diese bezieht wiederum die vorangegangene „Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Januar 2002 zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit“ mit ein.

Code of good labeling

Der Code of good labeling practice gibt Herstellern von Mischfuttermitteln praktische Empfehlungen zur Kennzeichnung von Mischfuttermitteln gemäß den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln.
Es ermöglicht den Herstellern auch, die Kennzeichnungsangaben besser zu verstehen und den Nährwert eines Mischfutters besser einzuschätzen, was zu einer fundierten Auswahl beiträgt. Es enthält insbesondere einen Abschnitt über Ansprüche (zulässige Ansprüche, Anspruchsbegründung). Dieser Kodex wird regelmäßig aktualisiert.

Geschlossene Deklaration

Zusammenfassung der Einzelkomponenten in Gruppen ohne Spezifizierung.
Beispiel: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Fisch und Fischnebenerzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe

 

Angeschlossene Deklaration

Hier kommt es auch immer wieder zu Missverständnissen.

Es sind nicht nur 4% Wild, 4% vom Truthahn enthalten sondern bei dem Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen sind mindestens diese 4% Wild und Truthahn enthalten – dies sind die namensgebenden Fleischsorten hier eben Katzenfutter mit Wild und Truthahn. Es kann in dieser Dose 60% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse enthalten sein oder auch 67% aber dies ist bei dieser geschlossenen Deklaration nicht ersichtlich.

Halboffene Deklaration

Gruppendeklarationen, jedoch zusätzliche Angaben einzelner Komponenten in Prozent
Beispiel: 70 %Fleisch (davon 60% Kalb und 40% Pute), 28% tierische Nebenerzeugnisse (davon 60% Innereinen), 2% Mineralien

halboffene Deklaration

Offene Deklaration

Deklaration aller im Futter befindlichen Komponenten mit ihrer genauen prozentuellen Angabe:
Beispiel: 32 % Hühnerfleisch,16% Hühnerherz, 10% Hühnermägen, 7% Hühnerhals, 7%, Hühnerbrühe, 7% Hühnerleber, 3% Karotte, 2% Sellerie, 1% Hanfsamenöl, 0,5% Petersilie, 0,5% Löwenzahn

offene Deklaration

Zusammenfassung

Eine geschlossene Deklaration sagt euch nichts über die Zusammensetzung des Futters. Ihr wisst weder was genau noch wieviel wovon in diesem Futter vorhanden ist.

Solltet ihr eine Katze mit einer Futtermittelallergie haben dann ist dies wohl die absolut denkbar schlechteste Wahl und ihr solltet zu einem Katzenfutter mit einer offenen Deklaration greifen.
Achtet aber auch da auf eine ausgewogene Zusammensetzung. Es hilft euch nichts wenn ein Futter zwar offen deklariert ist aber einzelne Futterbestandteile fehlen oder nicht im richtigen Verhältnis darin enthalten sind.

Zusammensetzung

Alle enthaltenen Bestandteile bzw. Einzelfutter müssen angegeben werden, und zwar in absteigender Reihenfolge ihres Anteils. Zusätzlich können die jeweiligen Anteile in Prozent aufgeführt werden. Sie müssen genannt werden, wenn bestimmte Bestandteile besonders hervorgehoben werden und der Anspruch des Futterherstellers auf Schutz der Rezeptur und des Know-hows nicht massiv beeinträchtigt wird.

Fleisch und tierische Nebenprodukte

Der Begriff Fleisch ist lebensmittelrechtlich und in der Tierfutterindustrie klar definiert. Fleisch ist Muskelfleisch

Genau definiert in der Neufassung vom 14.04.2022 (BAnz AT 28.07.2022 B1, GMBl 29-30/2022 S. 657-703), zuletzt geändert durch die Bekanntmachung vom 13.09.2022 (BAnz AT 04.10.2022 B3, GMBl 36/2022, S. 825)

Hier steht wörtlich

„Fleisch (Skelettmuskulatur) Bei Erzeugnissen im Sinne dieser Leitsätze wird unter „Fleisch“ nur Skelettmuskulatur mit anhaftendem oder eingelagertem Fett- und Bindegewebe (Leitsatznummer 1.1.1.2 und 1.1.1.3) sowie eingelagerten Lymphknoten, Nerven, Gefäßen und Schweinespeicheldrüsen verstanden“

Kein Bindegewebe, keine Leber, keine Niere einfach nur hochwertiges Fleisch.

Aus diesem Grunde schreiben viele Hersteller preiswerterer Produkte „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, um hier ein wenig zu verschleiern wieviel Fleisch nun wirklich enthalten ist.

Hin und wieder findet man auch Hersteller, die schreiben „60% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Kalb)“, aber auch dies sagt noch immer nichts aus über die Qualität des Produktes, nur das insgesamt die Menge an Fleisch und tierischen Nebenerzeugnisse 60% beträgt und davon mindestens 4% vom Kalb sind (die angeführte Tierart lässt auf die Namensgebung schließen – in diesem Beispiel „Katzenfutter mit Kalb“

Aber diese Zahl sieht erst einmal gut aus.

Nebenerzeugnisse sind alles Produkte, die in der Lebensmittelindustrie keine Verwendung finden. Sei es, weil die Menschen es kaum mehr selbst essen (Wohlstandsgesellschaft sei Dank) oder aber für den Menschen zwar genießbar wären aber es einfach einen gewissen Gruselfaktor hätte wie Häute, Hoden, Euter und vieles mehr.

tierische NebenerzeugnisseDiese sind alles tierische Nebenprodukte und selbstverständlich auch Hühnerkarkassen oder auch Schnäbel. (Hühnerklauen werden in Deutschland nicht verarbeitet, sondern nach Asien exportiert da diese dort eine Delikatesse sind).
Kleiner Fun-Fact – es gab Gänse-Klauen zum Frühstück – ratet mal wer da ausnahmsweise verweigert hat. Nee, alles brauch ich echt nicht 😊 Und wenn es noch so appetitlich angerichtet ist.

Und bevor nun wieder alle „Ihhh“ rufen, wenn sie die Worte Häute, Klauen und Schnäbel in Bezug auf Tierfutter lesen – eine Katze ist ein Beutetierfresser, er frisst die gesamte Beute und lässt nur wenig über, meist nicht, weil es ihm nicht schmeckt, sondern die Katze schlicht und ergreifend satt ist oder durch eine neue Beute abgelenkt wurde (Das Fressverhalten der Katze). Es werden Haut, Haare, Federn, Schnäbel etc. mitgefressen (auch wenn es uns nun nicht so behagt oder wahrhaben wollen).

Aber eine jede einzelne Komponente eines Beutetieres hat so seinen Verwendungszweck und auch seinen Sinn und wenn es nur der notwendige Ballaststoff ist, damit der Darm ordentlich arbeitet.

Stellt euch selbst die Frage – aus wieviel „Fleisch“ besteht eine Maus? Wie hoch ist der Anteil an Innereien, Knochen oder Innereien?

Nicht die tierischen Nebenerzeugnisse sind bei den Herstellern das Problem, sondern die Menge eben dieser und die unklare Deklaration.

rohes Fleisch auf SchieferplatteBrühe

Vielen Katzenbesitzern ist es bereits aufgefallen, dass in der Zusammensetzung mittlerweile das Wort „Brühe“ steht und einige denken nun, dass hier Brühe zugesetzt wurde.
Dem ist aber nicht der Fall.

Es handelt sich hier um diese Flüssigkeit, die beim Garen des Fleisches entsteht.

Die beim Garen entstandene Fleischbrühe ist ins Feedmaterialsregister aufgenommen worden und muss seit geraumer Zeit deklariert werden. (https://feedmaterialsregister.eu/register)

„Brühe, die durch Kochen / Köcheln oder Einweichen von Fleisch oder Innereien in zugesetztem Prozesswasser entsteht, wenn eine nicht tierische Brühenverbindung hinzugefügt wird“

Man kann dies auch gut am Feuchtegehalt sehen, dieser zeigt euch immer bei Feuchtnahrung den Wassergehalt im Produkt aus und wenn man eine alte Deklaration mit einer neuen vergleicht, bemerkt man keinen Unterschied im Feuchtegehalt.

Ballaststoffe

In sehr vielen Katzenfuttersorten sind Ballaststoffe enthalten um die Darmtätigkeit anzuregen und einen Kotabsatz zu fördern. Wir haben, also die meisten von uns, Stubentiger daheim deren Bewegung am Tag weitaus geringer ist als die einer Freigängerkatze. Der Darm benötigt aber um zu arbeiten „Bewegung“. Bewegung fördert die Verdauung, wussten auch schon unsere Großeltern und ist bei Katzen nicht anders.
Meist sind diese Ballaststoffe in Form von Gemüse wie Karotten etc. und haben einen Anteil von 4%.

Ballaststoffe, Karotten

Mineralstoffe

Hier folgt im Normalfall keine explizite Ausweisung welche Mineralstoffe zugegeben werden, da es sich um vorgefertigte Mischungen handelt die FEDIAF-konform sind. Der eine oder andere Anbieter weist aber noch Eierschalenpulver oder ähnliches aus.

Mineralstoffe

Analytische Bestandteile

Die Deklaration der analytischen Bestandteile ist für alle Mischfuttermittel und auch für Einzelfuttermittel vorgeschrieben.

Diese Analysenwerte werden in Prozenten aufgeführt. Diese Werte beziehen sich auf den Gesamtgehalt im Futtermittel.

Am weitverbreitetsten ist die Weender-Analyse bei der die jeweiligen Parameter unabhängig voneinander ermittelt werden. Dies hat aber zur Folge das die Gesamtsumme nicht zwangsläufig 100% ergibt und so fällt es bei der einen oder anderen Sorte schwer den NFE-Gehalt zu ermitteln.

Laut Angabe vom Labor kann es dabei auch zu Messungenauigkeiten kommen, die im Toleranzbereich liegen.

Je nach Futtermittelart sind unterschiedlich umfangreiche Analysen vorgeschrieben. Angegeben werden vor allem die Gehalte an Rohprotein, Rohfaser, Rohfett, Rohasche und teilweise Calcium, Magnesium, Phosphor, Natrium, Kalium.

Freiwillige Angaben sind Calcium, Magnesium, Phosphor, Natrium, Kalium.

Rohprotein: Hier werden die stickstoffhaltigen Verbindungen erfasst, d.h. nicht nur Protein, sondern auch Aminosäuren sowie alle Verbindungen eiweißähnlicher Natur, wie Peptide und Alkaloide. Hochwertiges Eiweiß spielt eine wichtige Rolle in der Ernährung, allerdings wird hier nicht zwischen den verschiedenen (von hochwertig bis minderwertigen) Eiweißquellen unterschieden. Erwachsene Katzen benötigen in etwa 6-18 Gramm pro Kilogramm.

Rohfett: Das ist die Angabe über die Bestandteile des Futters, die sich im Fettlösungsmittel lösen lassen. Also alle enthaltenen reinen Fette und essenziellen Fettsäuren, aber auch Wachse und fettlösliche Vitamine.

Fette sind wichtig, da nur so die wichtigen Fettsäuren aufgenommen werden und die fettlöslichen Vitamine verarbeitet werden können. Je mehr Fett, desto kalorienreicher das Futter.

Der Rohfett-Gehalt sollte demnach dem Aktivitätslevel des Tieres angepasst sein. Je aktiver, umso höher.

Rohfaser: Dies ist die Angabe über den Gehalt an schwerverdaulichen oder unverdaulichen Inhaltsstoffen pflanzlicher Herkunft. Sie sind wichtig für die Darmtätigkeit allerdings mindern höhere Werte (über 4% bei Nassfutter) die Verdaulichkeit. Je mehr Rohfaser, desto mehr “billiger Füllstoff” wie Zellulose. Da sie aber sehr sättigend sind, kann ein höherer Wert durchaus übergewichtigen Tieren beim Abnehmen helfen.

Rohasche: Hier handelt es sich um die Angabe über den theoretischen Wert der bei Verbrennen des Futtermittels (im Ofen mit bis zu 550 Grad) übrigbleiben würde. Dieser Wert weist auf die anorganischen Bestandteile hin (Mineralien, Spurenelemente, Silikate aus der Erde). Ein Futter, das Karkassen und/oder Hälse beinhaltet wird immer einen höheren Rohaschegehalt aufweisen als eines ohne.

Feuchtigkeit: Trockenfutter enthält bis zu 14 % Wasser, Nassfutter mindestens 60% (Halbfeuchtes Futter beginnt bei 34%)

Diese Laboranalyse liefert jedoch keine Aussage über die Verfügbarkeit und Verdaulichkeit der Nährstoffe und sagt daher nichts über die Qualität oder Herkunft aus. Allerdings lässt sich anhand dieser Angaben der Gehalt an Kohlenhydraten ermitteln. Auch der Energiegehalt, also wieviel Kalorien das jeweilige Futter hat, lässt sich so errechnen.

Weiters werden noch diverse Stoffe dem Futter zugesetzt, aber was sind solche Zusatzstoffe?

Zusatzstoffe

Alle im Futter enthaltenen Zusatzstoffe, für die per Gesetz ein Höchstgehalt festgesetzt ist, werden mit ihrer Menge je Kilogramm aufgelistet. Dies sind z. B. Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren, Enzyme, Mikroorganismen.

Zusatzstoffe ohne festgelegte Höchstgehalte werden freiwillig angegeben. Dies sind Stoffe, Mikroorganismen oder Zubereitungen die aufgrund ihrer technologischen, sensorischen, ernährungsphysiologischen oder zootechnischen Wirkung von Futtermitteln eingesetzt werden.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe

Laut Futtermittelverordnung dienen diese Stoffe dazu, den Ernährungsbedarf der Tiere zu decken. Hier werden die zugesetzten Vitamine, Spurenelemente usw. aufgeführt.

Immer dann, wenn unter „Zusatzstoffe“ Vitamine und Spurenelemente aufgelistet sind, sind sie also (wie der Name sagt) zugesetzt und nicht (nur) natürlich enthalten.

Bei dieser Rubrik handelt es sich also nicht um die Gesamtgehalte im Futter, denn die natürlichen Gehalte in den anderen Zutaten werden hierbei nicht berücksichtigt und dürfen hier auch nicht angegeben werden.

Technologische Zusatzstoffe

Eine Zulassung als „technologische Zusatzstoffe“ haben solche Stoffe, die für eine besser Beschaffenheit des Futters sorgen sollen, also zum Beispiel für eine bessere Rieselfähigkeit.

Oft werden hier aber auch Stoffe eingesetzt, die durchaus in der Fütterung einen positiven Effekt haben wie zum Beispiel Lecithin, Kieselgur oder Bentonit.

Aber futtermittelrechtlich gelten diese Stoffe eben als „technologische Zusatzstoffe“.

Konservierungsmittel: Dadurch wird eine längere Haltbarkeit des Futters erreicht und sie bieten Schutz vor Hefen und Schimmelpilzen. Natürliche Konservierungsstoffe können Meersalz, Rosmarin, Thymian, Fermentation (chemische Umwandlung von Stoffen durch Bakterien und Enzymen), Salbei, Oregano sein.

Antioxidantien: Sie schützen Fett vor dem ranzig werden, dienen aber auch zur Konservierung. Außerdem schützen sie die Zellwände und sorgen für schnellere Wundheilung. Natürliche Konservierungsstoffe sind: Yucca Extrakt, Rosmarin, Leinsamen, Tagetes (Korbblütler), Pflanzenöle, Vitamin E, L-Carnitin.

Stabilisatoren, Geliermittel, Emulgatoren, Verdickungsmittel und Geliermittel beeinflussen das Aussehen und die Konsistenz der Futtermittel und binden Wasser. So sorgen Bindemittel dafür, dass feine Feststoffe (beispielsweise Pulver) miteinander verkleben. Das bekannteste Bindemittel ist Gelatine, aber auch Eigelb, Stärke oder Mehlbutter werden häufig als Bindemittel verwendet.

Sensorische Zusatzstoffe

Farbstoffe, Aromastoffe: Beeinflussen das Aussehen und den Geschmack des Futtermittels.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamine, Spurenelemente sind Zusatzstoffe mit Nährstoffcharakter

Zootechnische Zusatzstoffe

Das ist jeder Zusatzstoff, der die Leistung und den Gesundheitszustand von Tieren oder die Auswirkung auf die Umwelt positiv beeinflussen kann. Zum Beispiel verdauungsfördernde Mikroorganismen.

Die Deklaration oder auch Zusammensetzung lässt im Gegensatz zu den analytischen Bestandteilen auf die Qualität des Futters schließen.

Fleisch KhalessiFütterungshinweis

Neben diesen Inhaltsangaben gibt der Futterhersteller auch noch eine kurze Beschreibung, wofür dieses Futter verwendet wird.

Dies enthält z. B. den Hinweis, ob es ein Alleinfutter oder eine Ergänzung zu dem Grundfutter ist. Bei Ergänzungsfutter muss außerdem eine tägliche Höchstmenge oder ein maximaler Rationsanteil angegeben werden, damit beispielsweise die Aufnahme von Zusatzstoffen nicht über die zulässigen Höchstgrenzen hinausgeht.

Freiwillige Angaben

Die oben genannten Angaben geben das Mindestmaß an Kennzeichnung von Futter an. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, weitere Informationen freiwillig zu benennen, die für die ernährungsphysiologischen Eigenschaften wichtig sind, z. B. nutzbares Rohprotein oder verdauliche Aminosäuren.

In jedem Fall handelt es sich dabei ebenfalls um wissenschaftlich überprüfbare, objektive Angaben.

Auch diese unterliegen wie die genannten Pflichtangaben zum Schutz der Käufer der amtlichen Futtermittelkontrolle.

Zusammenfassung

Ihr habt nun sehr, sehr viel über die Deklaration gelesen und gelernt aber um es noch einmal auf den Punkt zu bringen:

Auf Dosenetiketten darf vieles stehen aber die Deklaration ist ganz genau definiert und vorgeschrieben siehe Beispielbild.

Nur das, was unter Zusammensetzung steht, ist bindend und gesetzlich vorgeschrieben und garantiert in der Dose enthalten. Nicht was noch nebenbei irgendwo auf dem Etikett zu finden ist.  

Ausschließlich die umrandeten Angaben zählen zur Deklaration und sind gesetzlich vorgeschrieben

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