AllgemeinErnährung

Warum Katzen Taurin brauchen – einfach erklärt

Katzen sind kleine Stoffwechsel‑Spezialisten. Ihr Körper funktioniert anders als unserer, und genau deshalb ist Taurin für sie lebensnotwendig. Sie können es nur in winzigen Mengen selbst herstellen – viel zu wenig, um ihren täglichen Bedarf zu decken. Darum muss Taurin über das Futter kommen.

Taurin ist eine Aminosulfonsäure, die an vielen zentralen Prozessen im Katzenkörper beteiligt ist. Und obwohl der Begriff oft als Marketing‑Buzzword missbraucht wird, steckt dahinter ein echter, wissenschaftlich belegter Bedarf.

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Die wichtigsten Aufgaben von Taurin im Katzenkörper

1. Taurin ist entscheidend für die Augen

Taurin schützt die Netzhaut. Fehlt es, kann es zu Netzhautschäden kommen – bis hin zur Erblindung.

„Ein Mangel kann im schlimmsten Fall zu Netzhauterkrankungen und somit zur Erblindung führen.“

Das ist nicht übertrieben. Das passiert wirklich.

2. Taurin hält das Herz gesund

Taurin ist wichtig für die Herzmuskelfunktion. Fehlt es, kann sich eine dilatative Kardiomyopathie (DCM) entwickeln – eine Herzmuskelschwäche, die lebensgefährlich ist.

3. Taurin unterstützt den Stoffwechsel

Katzen haben einen sehr schnellen Protein‑Stoffwechsel. Taurin hilft bei:

  • Fettverdauung
  • Energiegewinnung
  • Leberfunktion

Ohne Taurin läuft der Stoffwechsel wie ein Motor ohne Öl.

4. Taurin ist wichtig für die Fruchtbarkeit

Bei trächtigen Katzen ist Taurin entscheidend für:

  • gesunde Embryonalentwicklung
  • Milchproduktion
  • stabile Schwangerschaft

Ein Mangel kann zu Fehlgeburten oder schwachen Kitten führen.

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Hühnerherzen

Natürliche Taurinquellen – wo es wirklich drinsteckt

Rind, Huhn und Fisch

Zu den wichtigsten natürlichen Taurinquellen gehören Fleischsorten wie Rind, Huhn und Fisch. Diese Quellen sind ausgezeichnet für ein taurinreiches Katzenfutter. Sie liefern nicht nur Taurin, sondern auch andere notwendige Nährstoffe. Eine Katze mit einem Gewicht von 5 kg benötigt täglich zwischen 250 mg und 500 mg Taurin, was durch diese Fleischsorten leicht erreicht werden kann.

Innereien und Mäuse

Innereien wie Herz und Leber gehören ebenfalls zu den besten natürlichen Taurinquellen. Mäuse liefern etwa 240 mg Taurin pro 100 g und sind somit eine hervorragende Möglichkeit, den Taurinbedarf zu decken. Insbesondere bei roh gefütterten Katzen, bekannt als BARF, sind diese Quellen beliebt.

Kombination in der Fütterung

Wenn ihr eine gesunde und ausgewogene Ernährung für eure Katzen haben wollt, dann stellt eine Kombination verschiedener Taurinquellen zusammen (BARF)

Eine Mischung aus Rind, Huhn, Fisch, Innereien und gegebenenfalls Mäusen sorgt für eine umfassende Versorgung mit Taurin und anderen essenziellen Nährstoffen.

Nassfutter, das mindestens 100 mg Taurin pro 100 g enthält, ist sehr gut geeignet und den Bedarf eurer Katze zu decken.

Beachtet „100 mg Taurin pro 100 g enthält“ und behaltet das mal im Hinterkopf

Futterquelle                 Tauringehalt (mg/100g)

Rindfleisch                               50-90
Huhn                                       80-160
Fisch                                        30-70
Innereien (Herz, Leber)            200-250
Mäuse                                     240

Hausmäuse wiegen ca. 25 g, Feldmäuse 18–41 g – also kleine, aber sehr taurinhaltige Snacks 😊

Ihr seht schon – ihr habt in einem jeden Fleisch Taurin, bei manchen mehr bei Innereien wie Herz und Leber viel mehr und bei manchen weniger. Die Summe machts.

Und ich habe euch schon darauf hingewiesen das Futtermittel strengen Regularien unterliegen wie eben dem deutschen Futtermittelrecht, dann gibt es das Food Material Register und noch einige andere Richtlinien, an die sich seriöse, große Hersteller halten.

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Hühnermägen

Taurin im Nassfutter – was bedeutet die Angabe?

Viele Hersteller setzen 1.000–1.500 mg Taurin pro kg zu. Das klingt nach einem „Spitzenwert“, ist aber schlicht der zugesetzte Anteil – zusätzlich zum natürlichen Taurin im Fleisch.

Taurin ist wasserlöslich & hitzeempfindlich

Zwei der absolut genialen Aussagen sind, die durchaus auch richtig sind, aber doch ein wenig differenzierter betrachtet werden sollten:

„Taurin ist wasserlöslich“ – stimmt!
„Taurin ist hitzeempfindlich“ – stimmt!

Aber ab wann ist etwas hitzeempfindlich?

Ich schwöre ich bin hitzeempfindlich, ab 40 Grad Außentemperatur ziehe ich eindeutig Badeklamotten und eine Liege am Pool allem anderen vor aber okay ich bin auch kein Taurin.

Ich spanne euch aber nicht lange auf die Folter – Taurin zersetzt sich ab 300 °C und bei 328 °C schmilzt es.

Wir haben nun also das natürliche Taurinvorkommen im Fleisch, das ganze nun in die Dose gepackt, gut verschlossen und nun kommt es in den Autoklaven um es für euch und eure Katzen „einzukochen“ und zu sterilisieren.

Die Temperatur für das Autoklavieren liegt in der Regel zwischen 110 °C und 140 °C, bei erhöhtem Druck. Häufig gewählte Parameter sind 134 °C für 3 Minuten und 3 bar Absolutdruck.

Ich erreiche also in den Autoklaven weder 300 °C noch 328 °C und da es ein geschlossenes System (Dose) ist, können Mineralstoffe oder auch Taurin nicht einfach verschwinden, sondern sind dort, wo sie hingehören – in der Dose.

Das heißt wir haben 1.500mg zugesetztes Taurin plus natürliches Taurin da ist nichts mit 1.500mg sind ein „Spitzenwert“.

Kann es gar nicht sein, weil dies nur der „zugesetzte“ Wert ist und der somit den Tagesbedarf der Katze überschreitet.

Aber eventuell auch nicht. Es kommt darauf an welches Taurin verwendet wurde. Ist es Taurin aus natürlichen Quellen oder wurde es synthetisch hergestellt? 

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Stoffwechsel kurz und knackig

Aber da müssen wir mal etwas entspannter sein in Bezug auf „überschreiten“ und differenzierter betrachten – der Körper ist ein Wunderwerk der Natur.

Ernsthaft, wenn man sich einmal näher mit den ganzen Zusammenhängen der Vitamine, Nährstoffe etc. auseinandersetzt kommt man aus dem Staunen teilweise nicht mehr raus. Und gerade der Stoffwechsel ist so komplex und interessant, diesen zu verstehen und zu begreifen – das lernt man nicht an einem Wochenende.
Und schon gar nicht in wenigen Zeilen, aber ich versuch es mal kurz und knackig mich auf ein paar Sachen zu beschränken.

Der Körper – egal ob nun Katze oder Mensch hat natürliche Schranken Inside. Der schützt euch vor der Aufnahme von zu vielen Phosphaten etc. aber ich habe geschrieben natürliche Schranke und da beginnt das kleine technische Problem.

Bei der Aufnahme von Phosphaten muss man unterscheiden zwischen organischen und anorganischen Phosphaten – während diese „Schranke“ die organischen Phosphate kennt und entsprechend „reglementiert“ kann sie dies bei anorganischen nicht und hier kann ein viel zu viel zu den bekannten Nierenproblemen bei Katzen führen. Aber dies ist ein anderes Thema und sei nur mal am Rande erwähnt.

Viele der zugesetzten Sachen sind nicht natürlich, sondern künstlich hergestellt. Während manche Stoffe nur bedingt verwertet werden können, weil sie eben synthetisch hergestellt werden.  Wenn ich z.B. von einem Stoff X 800µ hinzufüge, kann es sein, dass nur 400µ von der Katze tatsächlich aufgenommen werden können, weil er keinen natürlichen Ursprung hat.

Das würde rein theoretisch bedeuten bei besagtem Taurin von 1.500mg würden z.B. nur 750 mg verwertet werden können. Das heißt 750mg + das Taurin natürlichen Ursprungs 😊

Bevor ihr nun in Panik verfallt – es ist mehr als ausreichend Taurin in einem jeden einzelnen Premium-Katzenfutter vorhanden. Ihr braucht keines hinzufügen.

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Leber

Gibt es Taurinmangel bei Katzen?

Kurz gesagt: Kaum

Ich unterhalte mich immer wieder mit Menschen aus der Pet-Branche, mit Tierärzten und vielen mehr – ich habe in all den Jahren keine Person kennengelernt, die eine Katze kannte, die einen Taurinmangel hatte, obwohl sie ausschließlich mit Katzenfutter ernährt wurde.

Wenn eine Katze tatsächlich mal einen Taurinmangel haben sollte, dann lag es daran das man die Katze entweder falsch ernährt hatte (reine Fütterung mit Schinken ist halt einfach nichts für eine kleine Katze) oder sie einen bedeutend höheren Grundumsatz hatte, weil sie trächtig /laktierend war und man darauf keine Rücksicht genommen hatte.

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Worauf will ich hinaus?

Ich will, dass ihr versteht das man keine vernünftige Aussage treffen kann ob nun der Tauringehalt in einer Katzenfutterdose zu viel, zu wenig oder perfekt ist.

Und selbst wenn ein Unternehmen stolz auf seine Fahnen schreibt

„Wir setzen XX Taurin zu“

Dann sollt ihr wissen, dass dies nett ist, aber nichts aussagt über die Qualität des Futters, sondern das dies einfach nur Marketing ist.

Ein jedes, wirklich ein jedes Unternehmen, dass auf sein Futter „Alleinfutter“ draufschreibt, muss sicherstellen, dass es auch wirklich ein Alleinfutter ist.

Und weil ich auch kein Experte bin und es auch nicht von mir behaupte, verlinke ich euch am Ende meine Quellen damit ihr nicht blind meinem „Geschreibsel“ glauben müsst 😊

Fun-Fact: Ein jeder Hersteller hat so seine eigene Fertigmischung und mittlerweile brauch ich die Futterdosen schon gar nicht mehr umdrehen, um den Hersteller rauszufinden, sondern es reicht mir ein Blick auf die Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe 😊

 

Worauf solltest du achten?

Ein gutes Taurinprofil erkennst du daran, dass:

  • Taurin klar deklariert ist
  • 1.000–1.500 mg/kg zugesetzt sind
  • keine pflanzlichen Eiweißquellen als Ersatz dienen
  • Innereien enthalten sind (natürliche Taurinquellen)

Am Ende zeigt sich: Taurin ist kein Marketing‑Zauberwort, sondern ein echter Lebensbaustein für unsere Katzen. Es schützt Augen, Herz, Stoffwechsel und sogar die Entwicklung kleiner Kitten. Und das Schöne ist: Wenn du ein hochwertiges Alleinfutter fütterst, musst du dir darüber keine Sorgen machen.

Du brauchst kein zusätzliches Pulver, keine „Wunderprodukte“ und keine Angst vor Mangel. Die Natur hat das System so gebaut, dass Fleisch, Innereien und gutes Nassfutter alles liefern, was deine Katze braucht – und die moderne Herstellung sorgt dafür, dass Taurin auch wirklich dort bleibt, wo es hingehört.

Wenn du also das nächste Mal eine Dose umdrehst und den Taurinwert liest, weißt du: Du kannst ihn einordnen, verstehen und bewerten. Und genau dieses Wissen macht dich zu einer Halterin, die nicht nur füttert, sondern bewusst begleitet – mit Herz, Verstand und einem liebevollen Blick auf das, was deine Katzen wirklich brauchen.

FAQ: Taurin im Katzenfutter – die 5 wichtigsten Fragen & Antworten

1. Warum brauchen Katzen überhaupt Taurin?

Taurin ist für Katzen lebensnotwendig, weil ihr Körper es nur in winzigen Mengen selbst herstellen kann. Es unterstützt zentrale Funktionen wie Netzhaut, Herz, Stoffwechsel und Fruchtbarkeit. Ohne ausreichend Taurin kann es zu schweren gesundheitlichen Problemen kommen – bis hin zu Erblindung oder Herzmuskelschwäche.

2. Woran erkenne ich, ob genug Taurin im Futter enthalten ist?

Ein gutes Taurinprofil erkennst du daran, dass:

  • Taurin klar deklariert ist
  • 1.000–1.500 mg/kg zugesetzt wurden
  • Innereien wie Herz oder Leber enthalten sind
  • keine pflanzlichen Eiweißquellen als Ersatz dienen

Wichtig: Dieser Wert bezieht sich auf zugesetztes Taurin – das natürliche Taurin aus Fleisch kommt noch oben drauf.

3. Kann Taurin beim Erhitzen verloren gehen?

Nein. Zwar ist Taurin wasserlöslich und hitzeempfindlich, aber erst ab 300 °C zersetzbar. Nassfutter wird im Autoklaven bei 110–140 °C sterilisiert – also weit unter dem Punkt, an dem Taurin zerstört würde. Da die Dose ein geschlossenes System ist, kann Taurin nicht „verdampfen“ oder verschwinden. 👉 Was in der Dose ist, bleibt in der Dose.

4. Gibt es Taurinmangel bei Katzen wirklich?

In der Praxis: Kaum. Tierärzte und Fachleute berichten übereinstimmend, dass Taurinmangel fast ausschließlich bei:

  • falsch ernährten Katzen (z. B. nur Schinken)
  • trächtigen oder laktierenden Katzen ohne angepasste Ernährung

auftritt. Hochwertiges Alleinfutter enthält immer ausreichend Taurin – zusätzliches Pulver ist nicht nötig.

5. Welche natürlichen Taurinquellen sind am besten?

Die besten natürlichen Quellen sind:

  • Innereien (Herz, Leber): 200–250 mg/100 g
  • Huhn: 80–160 mg/100 g
  • Rind: 50–90 mg/100 g
  • Fisch: 30–70 mg/100 g
  • Mäuse: ca. 240 mg/100 g

Eine 5‑kg‑Katze benötigt täglich 250–500 mg Taurin – das lässt sich über Fleisch, Innereien oder gutes Nassfutter problemlos decken.

Quellen:

Feed Materials Register – feedmaterialsregister.eu
Code of Good Labelling Pracitce – FEDIAF_labeling_code_2019_onlineOctober2019.pdf (europeanpetfood.org)
Futtermittelverordnung – FuttMV 1981 – nichtamtliches Inhaltsverzeichnis (gesetze-im-internet.de)
FEDIAF Nutritional Guidelines – Nutritional Guidelines | FEDIAF (europeanpetfood.org)


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