AllgemeinLifestyleReisenShanghai

Wild Animal Park und gemeisterte Herausforderungen

Wenn die ersten Sonnenstrahlen die gläsernen Fassaden der Wolkenkratzer in warmes Gold tauchen und Shanghai langsam erwacht, zeigt die Stadt eine ihrer schönsten Seiten.

Schon früh am Morgen füllen sich die Parks mit Menschen. Einige praktizieren Tai Chi, andere treiben Sport oder treffen sich ganz einfach zum gemeinsamen Tanzen, bevor der Alltag beginnt und die Arbeit ruft.

Fasziniert beobachtete ich dieses morgendliche Schauspiel. Was mich besonders beeindruckte, war die Herzlichkeit der Menschen. Kaum hatte ich eine Weile zugesehen, wurde ich bereits freundlich eingeladen mitzumachen.

Und so kam es, wie es kommen musste: Ich stand tatsächlich bei Sonnenaufgang in einem Park in Shanghai und tanzte gemeinsam mit Chinesen.

Shanghai, Taubertalperser, Travel, Reisen

Gut, meine Bewegungen erinnerten vermutlich eher an einen Elefanten im Porzellanladen als an irgendeine Form tänzerischer Eleganz, aber wir hatten alle unseren Spaß. In den folgenden Tagen wurde ich immer wieder erkannt. Man winkte mir zu, begrüßte mich herzlich oder forderte mich sogar auf, erneut mitzutanzen.

Zu gerne hätte ich mehr Zeit mit diesen liebenswerten Menschen verbracht, doch mein Reiseplan war randvoll. An diesem Tag wartete bereits das nächste große Abenteuer auf mich: der Wild Animal Park von Shanghai.

Vorher musste allerdings ein ordentliches Frühstück her.

Shanghai, Taubertalperser, Travel, Reisen

Frühstück in Shanghai zwischen altbewährt und experimentell

Das Frühstücksbuffet im Hotel ließ kaum Wünsche offen.

Von klassischen westlichen Speisen bis hin zu regionalen Spezialitäten war alles vertreten. Manche Gerichte erforderten allerdings eine gewisse Portion Mut.

Glücklicherweise gehört Neugier zu meinen größten Schwächen.

Also probierte ich mich tapfer durch verschiedene Speisen und stellte dabei fest, dass nicht jede kulinarische Entdeckung automatisch ein Volltreffer sein muss.

Besonders die Crystal Sesam Buns werden wohl nicht in meine persönliche Hall of Fame eingehen.

Dafür überraschten mich andere Gerichte umso positiver. Natürlich griff ich zwischendurch auch zu Vertrautem wie Pancakes oder Eggs Benedict.

Nur beim Kaffee hörte meine Toleranzgrenze auf.

Der normale Filterkaffee war für meinen Geschmack kaum genießbar. Cappuccino funktionierte deutlich besser, aber als Liebhaberin guten Kaffees musste ich feststellen: Ein Volk von traditionsbewussten Teetrinkern hat beim Thema Kaffee einfach andere Prioritäten.

Gut gestärkt machte ich mich schließlich auf den Weg zum heutigen Highlight.

Shanghai, Taubertalperser, Travel, Reisen

Auf, auf zum Wild Animal Park

Bereits die Anreise entwickelte sich zu einem kleinen Abenteuer.

Die Tageskarte für die Metro zu kaufen war dabei noch die einfachste Aufgabe.

Wer jedoch glaubt, er könne in Shanghai gemütlich in die U-Bahn einsteigen, sollte seine Erwartungen überdenken.

Sobald die Türen aufgehen, wird geschoben, gedrängt und jeder verfügbare Zentimeter genutzt. Ich stand innerhalb kürzester Zeit eingekeilt zwischen zahlreichen Fahrgästen und hatte nicht die geringste Chance umzufallen.

Allerdings überraschte mich die Rücksichtnahme der Menschen. Trotz der Enge wurde respektvoll miteinander umgegangen. Es war wesentlich angenehmer, als ich es mir vorgestellt hatte.

Je weiter ich mich vom Stadtzentrum entfernte, desto leerer wurden die Waggons. Dank der ausgezeichneten Beschilderung gelang auch das notwendige Umsteigen problemlos.

Shanghai, Taubertalperser, Travel, ReisenAn der Station Wild Animal Park angekommen, wartete bereits die nächste Herausforderung auf mich: den richtigen Bus finden.

Doch wie so oft halfen mir freundliche Einheimische weiter. Sie zeigten mir nicht nur die richtige Linie, sondern luden mich sogar zu meiner ersten Busfahrt in China ein.

Kostenpunkt: 1 RMB.

Wenig später stand ich bereits vor dem Eingang des Wild Animal Parks.

Und eines könnt ihr mir glauben:

Ich hatte nur ein Ziel – Pandas.

Endlich echte Pandas.

Shanghai, Taubertalperser, Travel, ReisenDie Giant Pandas im Wild Animal Park

Manche Tierarten stehen seit Kindertagen auf der persönlichen Wunschliste und Pandas gehörten bei mir definitiv dazu.

Entsprechend aufgeregt war ich, als ich ihr Gehege erreichte.

Zunächst entdeckte ich das große Männchen, das separat gehalten wurde, während die Panda-Dame sich um ihren Nachwuchs kümmerte. Leider zeigte sich das Panda-Baby überaus kooperativ, wenn es ums Schlafen ging, und überaus unkooperativ, wenn es ums Fotografiert werden ging.

Mutter Panda hingegen wusste ganz genau, wie man sich vor einer Kamera präsentiert, vor allem dann, wenn gerade frische Bambussprossen serviert werden.

Die eigentlichen Stars waren für mich allerdings die halbwüchsigen Pandas.

Shanghai, Taubertalperser, Travel, Reisen,Giant Panda, So tollpatschig, verspielt und liebenswert, wie man sie aus Videos kennt, waren sie tatsächlich.

Immer wieder stolperten sie über ihre eigenen Pfoten, purzelten unbeholfen durch das Gehege oder beschäftigten sich mit einer Ernsthaftigkeit, die gleichzeitig unglaublich komisch wirkte.

Ich wusste oft nicht, ob ich lachen oder fotografieren sollte. Beides gleichzeitig funktionierte jedenfalls eher mäßig und führte meist zu verwackelten Bildern.

Doch genau diese Momente machten den Besuch unvergesslich.

Tiger, Hitze und ein kleiner Rückzug

Leider hatte ich für meinen Besuch offenbar den heißesten Tag des Jahres erwischt und zusätzlich strömten unzählige Schulklassen durch den Park. Mit jeder Stunde wurde es voller, lauter und anstrengender und ihr ahnt nicht mal ansatzweise wie laut so chinesische Schulklassen sein können :-) 

Shanghai, Taubertalperser, Travel, Reisen

Den restlichen Park besichtigte ich deshalb in deutlich höherem Tempo als ursprünglich geplant.

Eine Ausnahme bildete allerdings das Tigergehege aber auch nur weil die Tiere unglaublich beeindruckend waren.

Besonders faszinierte mich das soziale Verhalten der Tiger. Immer wieder konnte ich beobachten, wie sie miteinander interagierten, Körperkontakt suchten und regelrecht miteinander schmusten.

Shanghai, Taubertalperser, Travel, Reisen, Tiger, Eine Beobachtung, die so gar nicht zum Bild des strengen Einzelgängers passen wollte.

Als die Tierpfleger Fleischstücke einsetzten, um die Tiere zum Klettern und Springen zu animieren, entstanden zudem einige meiner Lieblingsfotos dieser Reise.

Die Liger hingegen waren weniger kooperativ. Sie verschliefen meinen gesamten Besuch.Fotografisch verewigen konnte ich deshalb hauptsächlich ihre Hinterteile.

Oriental Pearl Tower und eine überwundene Angst

Eigentlich hatte ich geplant, anschließend noch Disneyland Shanghai zu besuchen. Nach einem kurzen Blick auf die Uhr und meine schmerzenden Füße entschied ich mich jedoch um.

Stattdessen zog es mich zurück in den Financial District und zum Oriental Pearl Tower. Mittlerweile meisterte ich Bus und Metro fast schon routiniert.

Als der berühmte Turm schließlich vor mir auftauchte, war ich erneut überwältigt. Noch größer, noch imposanter und noch beeindruckender als auf den Fotos.

Shanghai, Taubertalperser, Travel, Reisen, Tiger, Nachdem das Ticket gekauft und die obligatorischen Sicherheitskontrollen absolviert waren, ging es mit dem Aufzug in atemberaubender Geschwindigkeit nach oben.

Die Aussicht war schlicht spektakulär.

Doch das eigentliche Abenteuer wartete noch.

Der Glasboden.

Im Vorfeld hatte ich immer gedacht: „Das kann doch nicht so schlimm sein.“

Shanghai, Taubertalperser, Travel, Reisen, Tiger, Doch sobald man tatsächlich mehrere hundert Meter über dem Boden steht und unter den Füßen plötzlich nur noch Glas sieht, meldet sich ein ganz uralter Instinkt.

Der Verstand sagt: Alles sicher.

Der Körper sagt: Ganz bestimmt nicht!

Trotzdem wagte ich mich hinaus und war hinterher unglaublich stolz auf mich. Eine kleine persönliche Herausforderung mehr, die ich in Shanghai gemeistert hatte.

Ein Tag voller kleiner Siege

Als ich später wieder im Hotel ankam und die Eindrücke des Tages Revue passieren ließ, wurde mir bewusst, dass dieser Tag viel mehr gewesen war als nur ein Besuch im Wild Animal Park.

Ja, ich hatte endlich Pandas gesehen. Echte Pandas. Diese liebenswerten, tollpatschigen Bären, die mich stundenlang zum Lachen gebracht hatten. Ich hatte beeindruckende Tiger beobachtet, war mit Metro und Bus quer durch Shanghai gefahren und hatte den Mut gefunden, auf einem Glasboden hoch über den Dächern der Stadt zu stehen.

Aber das war nur ein Teil der Geschichte.

Shanghai, Taubertalperser, Travel, Reisen, Viel wichtiger war die Erkenntnis, dass man oft deutlich mehr kann, als man sich selbst zutraut.

Noch vor wenigen Tagen saß ich zuhause und fragte mich, ob ich überhaupt in einer fremden Stadt auf der anderen Seite der Welt zurechtkommen würde. Ob ich die richtigen Bahnen finden, mich verständigen oder überhaupt den Mut aufbringen würde, all das allein zu erleben.

Und nun stand ich hier. Tausende Kilometer von zuhause entfernt. Ohne die vertraute Umgebung, ohne meine Katzen, ohne die gewohnte Sicherheit des Alltags.

Stattdessen bewegte ich mich durch Shanghai, stieg selbstverständlich in die Metro, fand den richtigen Bus, erkundete neue Orte und meisterte Herausforderungen, über die ich zuhause vermutlich gar nicht nachgedacht hätte.

Vielleicht war genau das das schönste Erlebnis dieses Tages.

  • Nicht die Pandas.
  • Nicht die Wolkenkratzer.
  • Nicht die spektakuläre Aussicht vom Oriental Pearl Tower.

Sondern das Gefühl, über sich selbst hinausgewachsen zu sein.

Shanghai, Taubertalperser, Travel, Reisen, Manchmal brauchen wir keine großen Heldentaten. Manchmal genügt es, den ersten Schritt zu wagen und sich auf ein Abenteuer einzulassen, das uns zunächst Angst macht. Denn genau dort, außerhalb unserer Komfortzone, entdecken wir oft Seiten an uns, von denen wir selbst nicht wussten, dass sie existieren.

Shanghai hatte mir an diesem Tag nicht nur wunderbare Erinnerungen geschenkt, sondern auch ein Stück Selbstvertrauen, das ich mit nach Hause nehmen würde.

Und das war vielleicht das wertvollste Souvenir von allen.



Hat dir dieser Beitrag gefallen? Möchtest auch in der Zukunft keine tollen Tipps zur Katzenhaltung oder interessante Produktempfehlungen verpassen?
Dann abonniere einfach unseren Blog und erhalte die neuesten Beiträge einfach direkt in den Mailfach.

Gerne darfst du auch unsere Beiträge mit anderen Katzenliebhabern teilen.



Ein Kommentar zu „Wild Animal Park und gemeisterte Herausforderungen“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner