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Inselkatzen – Die vergessenen Seelen von Kreta (3)

Die Ungesehenen sichtbar machen

In Hochglanzprospekten, Hotelanlagen sehen wir sie zuhauf – wunderschöne Katzen, die elegant durch die Reihen schlendern, die sich gemütlich in der Sonne wälzen oder dekorativ vor Tavernen liegen und sich die Sonne aufs Fell scheinen lassen.

Kreta, Inselkatzen, vergessene Seelen, Taubertalperser, Katzenblog, KatzenschutzKatzen gesund, kräftig und einfach schön. Gerne werden diese von uns Touristen gestreichelt und gefüttert aber kaum jemand sieht die Katzen in den Seitenstraßen, die dahinvegetieren. Alt und krank werden sie von den „schönen“ Plätzen mit der Chance auf Futter verjagt. Passt doch ihr Erscheinungsbild so ganz und gar nicht in die heile Urlaubsidylle.

Aber sie sind da, nur wenige Schritte von den Hotelburgen entfernt. Wenige Schritte, die den Unterschied machen zwischen wohlgenährt und kurz vor dem elendig krepieren.

Wir haben sie gesehen. Nicht nur eine, es waren viele. Gezeichnet vom harten Leben als Streuner auf Kreta. Gezeichnet von der Sonne oder von Revierkämpfen oder auch von unzähligen Geburten.

Katzen, gezeichnet vom Leben auf der Straße, für die jede Rolligkeit erneut Stress, Schmerzen und eine weitere Geburt bedeutet von Kitten, die schon bei ihrer Geburt kaum die Chance auf eine Leben haben.

Kretakatze, Taubertalperse

Helfen oder wegsehen?

Man kann es so machen wie es tausende Touristen jedes Jahr machen und wegsehen.

Nichts sollte das Urlaubsvergnügen stören und so eine kranke Katze passt auch nicht in das heile Weltbild, dass Kreta vermitteln möchte mit luxuriösen Hotelanlagen. Es werden neue Straßen gebaut die besser die Verkehrsströme vom Flughafen zu den Hotelanlagen bewältigen sollen.

Der neue in Bau befindliche Flughafen lässt erahnen, was da noch so auf diese Insel touristisch zukommen wird. Bauprojekte, wohin man sieht.

Aber wie sieht es aus mit dem Tierschutz? Warum machen die Gemeinden nichts? Tatsächlich ist es so, dass auf Kreta die Gemeinden für die Streunerkatzen zuständig sind, aber dies scheitert meist an den Sprachbarrieren und auch teilweise am Unwillen der jeweiligen Gemeinden.
Wer macht sich in seinem Urlaub schon gerne auf die zermürbende Suche nach Hilfe?

Wer sich aber von all dem nicht abschrecken lässt kann sollte sich an Tierschutzvereine vor Ort wenden, selbst wenn die nicht direkt helfen können, sind sie supergut untereinander vernetzt und können wertvolle Hilfestellung geben.

Tieferstehend werde ich euch einige Organisationen auflisten.

Ganz anders sieht es aus, wenn Tierquälerei (Hunde an zu kurzen Ketten, Barrel-Dogs) im Spiel ist. Hier solltet ihr umgehend Fotos machen und diese mit Standort an kolnast@astynomia.gr senden.

Kretakatze, TaubertalperseFüttern oder nicht?

In vielen Gruppen liest man immer wieder den Hinweis, man solle freilebende Katzen nicht füttern. Als Begründung wird häufig angeführt, die Tiere würden sich daran gewöhnen, nicht mehr jagen und im Winter dann verhungern.

Doch diese Vorstellung greift zu kurz.

Freilebende Katzen verhungern nicht plötzlich, nur weil an einer gewohnten Stelle kein Futter mehr steht. Sie sind anpassungsfähig, wandern ab, suchen sich neue Plätze oder gehen wieder verstärkt auf die Jagd. Das gilt allerdings vor allem für gesunde, kräftige Tiere. Schwache, kranke oder verletzte Katzen haben diese Möglichkeiten oft nicht. Gerade in Hotelanlagen werden solche Tiere selten geduldet – sie werden von stärkeren Katzen verdrängt oder von Mitarbeitenden vertrieben.

Was wir jedoch ausdrücklich nicht unterstützen, ist wildes Füttern – also Futter irgendwo wahllos in der Gegend zu verteilen. Sinnvoll ist eine Fütterung nur dort, wo sie kontrolliert und verantwortungsvoll stattfindet.

In vielen Orten gibt es bereits feste Futterstellen, die betreut werden. Hotelmitarbeiter können meist Auskunft geben, wo sich diese befinden. Auch lokale Tierschutzvereine helfen gerne weiter und freuen sich über jede Unterstützung, sei es durch Mithilfe oder Futterspenden.

Betreute Futterstellen haben einen entscheidenden Vorteil: Die zuständigen Personen behalten die Population im Blick. Neue Tiere fallen sofort auf, können eingefangen, medizinisch versorgt und kastriert werden. Das hat einen enorm wichtigen Nebeneffekt – jede kastrierte Katze reduziert langfristig Leid und Elend der Straßenkatzen auf der Insel.

Kretakatze, TaubertalperseTierschutzvereine / Organisationen auf Kreta

Einige Links führen zu den jeweiligen Webseiten bzw. zu Facebook

Hope for paws  

Vocal

Gemeinsam für Gouveskatzen 

APAL 

Cats of Crete Foundation, Hersonissos

Die Inselkatzen Kretas sind mehr als nur ein flüchtiger Anblick im Vorbeigehen. Sie sind stille Zeugen einer Realität, die sich hinter der glänzenden Fassade des Tourismus verbirgt – einer Realität aus Hunger, Krankheit, Einsamkeit und täglichem Überlebenskampf. Doch sie sind auch ein Symbol für Hoffnung, denn jeder Mensch, der nicht wegschaut, verändert ihre Welt ein kleines Stück.

Tierschutz beginnt nicht erst bei großen Projekten oder langfristigen Plänen. Er beginnt in dem Moment, in dem wir uns entscheiden, hinzusehen. In dem wir Verantwortung übernehmen – sei es durch eine Meldung, eine Futterspende, eine Kastrationspatenschaft oder einfach durch das Teilen von Wissen. Jede einzelne Handlung zählt. Jede Katze zählt.

Und genau deshalb ist es so wichtig, dass wir verstehen, wie komplex die Situation auf Kreta wirklich ist. Denn zwischen engagierten Helfern, überlasteten Vereinen, politischen Hürden und kulturellen Unterschieden liegt ein Spannungsfeld, das den Tierschutz auf der Insel zu einer täglichen Herausforderung macht.

Im nächsten Teil werfen wir einen Blick hinter die Kulissen: Wie arbeiten die Tierschutzvereine auf Kreta wirklich? Welche Hindernisse begegnen ihnen täglich – und warum ist nachhaltiger Tierschutz dort so schwer umzusetzen? Was bedeutet es, zwischen Idealismus, Bürokratie und begrenzten Ressourcen zu kämpfen?

Teil 4 zeigt die Realität, wie sie ist: ehrlich, unbequem, aber voller Menschen, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben. Menschen, die für die Tiere kämpfen, die keine Stimme haben.

Wenn du bereit bist, tiefer einzutauchen, dann begleite mich in den nächsten Abschnitt – dorthin, wo Engagement auf Grenzen trifft und Hoffnung trotzdem jeden Tag neu entsteht.


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Ein Kommentar zu „Inselkatzen – Die vergessenen Seelen von Kreta (3)

  • Martina Völlger

    Hallo,
    ich muss sagen, mich macht das Thema emotional fertig. Ich war das letzte Mal vor 25 Jahren auf Kreta und Santorini. Mir kommen immer noch die Tränen, wenn ich daran denke.
    Es sind ja teilweise auch die Saison-Touristen, die auf dem Markt ein Tier kaufen, und dann wenn’s an die Heimreise geht… ups, ich habe ja ein Tier und lassen es einfach zurück.
    Ich habe damals auf dem Hinflug eine Dame vom Tierschutz getroffen. Unser Urlaub bestand dann aus harter Tierschutzrealität. Angeschossene Hunde die vom Besitzer ausgesetzt wurden, und logischerweise wieder zurück wollten und als Empfang mehrere Kugeln bekamen. Katzen über Katzen, für alles dankbar. Die Esel haben es leider auch nicht einfach.
    Wir übernahmen dann Flugpatenschaften für mehrere Hunde und Katzen.
    Ich war seitdem nicht mehr in Griechenland. Vielleicht ist es egoistisch von mir, aber es hat mich damals sehr traumatisiert.
    Große Anerkennung an die Vereine oder einzelnen Personen, die sich jeden Tag aufs Neue dieser schweren Herausforderung stellen.
    Liebe Grüße Martina

    Antworten

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