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Wenn der Tierarzt billig sein soll!

Es gibt Tage, an denen ich durch verschiedene Facebook‑Gruppen scrolle und bei manchen Beiträgen wirklich schlucken muss. Besonders dann, wenn es darum geht, beim Wichtigsten zu sparen: beim Wohlergehen der Katzen.

Da werden Preise tierärztlicher Leistungen verglichen, es fallen Kommentare wie

„Das ist ja Wucher“,

oder es beginnt ein regelrechtes Unterbieten der Kosten. Ja, richtig gelesen — unterbieten, nicht überbieten.

Dabei wird hier am sprichwörtlich falschen Ende gespart.

Warum das so ist und weshalb diese Denkweise langfristig mehr schadet als nützt, möchte ich euch in diesem Beitrag genauer erklären.

Aber fangen wir bei Adam und Eva an oder wieso Tierärzte so viel verlangen wie sie verlangen 😊

Tierarztkosten

Seit 22. November 2022 ist die neue, überarbeitete Fassung der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) gültig.

Es gab im Vorfeld schon viele Spekulationen, aber nun ist es Gewissheit – ein Besuch beim Tierarzt ist nun um ein Vielfaches teurer.

Ich bin hier ein wenig zwiegespalten und auch wenn man es nicht hören und lesen möchte, es war an der Zeit wenn auch der Zeitpunkt, der denkbar schlechteste war.

Warum war es an der Zeit?

Weil die letzte tatsächliche Erhöhung 1999 war. Das ist nun über 20 Jahre her, 20 Jahre, in denen es Steigerungen gab in allen Bereichen sei es bei den Gehältern aber auch Lebensmitteln und vieles mehr.

Es gab 2020 eine Ergänzung (keine Erhöhung!) in der Notfallgebühren etc. aufgenommen wurden aber eben nur dies.

Und diese Änderung / Erhöhung haben nicht die Tierärzte beschlossen, obwohl sie durchaus berechtigt und notwendig.

Die GOT (Gebührenordnung der Tierärzte) ist ein Bundesgesetz und wurde im Bundesrat verabschiedet.

Tierarzt, Taubertalperser, Katzenblog, KatzeninformationsseiteWas ändert sich nun durch die neue GOT?

Für den Tierbesitzer wird es erheblich teurer, für den Tierarzt besser, weil nun auch mehr Leistungen aufgenommen wurden. Es wurde für die Tierärzte aber teilweise durchaus komplizierter aber für den Kunden auch transparenter.

Die allgemeine Untersuchung und Beratung wurde laut GOT von 17,96 Euro auf 47,24 (2facher Satz) Euro angehoben, die stationäre Unterbringung pro Tag wurde allerdings nur um 19% angehoben und kostet nun 22,90 Euro.

Eine Trächtigkeitsuntersuchung mit Ultraschall kostete früher 76,96 Euro und wurde nun reduziert auf 75,76 Euro. Auch der Kaiserschnitt bei der Katze hat sich von 243,74 Euro um 18% erhöht.

Pauschal kann man hier nicht von einer generellen Erhöhung um 60% schreiben, durchschnittlich beträgt die tatsächliche Erhöhung ca. 20%.

Auch habe ich mittlerweile die Erfahrung gemacht, dass die meisten Tierärzte nicht nach dem 2fachen Satz so wie früher abrechnen, sondern eher den 1,5fachen Satz oder darunter wählen.

So hätte mich ein Tierarztbesuch früher 17,96 Euro gekostet und heute zahle ich tatsächlich 26,90 Euro. Also kann ich nicht direkt 1:1 vergleichen.

Allerdings sind nun in der neuen GOT-Leistungen aufgeführt die sich zuvor in einer Grauzone befanden. 

Tierarztgehalt

In einer sehr aufgeheizten Diskussion fielen dabei Formulierungen wie „die eigenen Taschen füllen“ oder „purer Egoismus und Dreistigkeit“. In einem offenen Brief bezeichnete jemand die geplante Erhöhung sogar als eine Art modernes Raubrittertum.

Ist es wirklich Raubrittertum?

(Wo war von diesen Personen eigentlich der Aufschrei, als z.B. das Katzenstreu um 56% teurer geworden ist? Ja, da fallen wohl 56% nicht so extrem auf)

Das wollte ich mal genauer wissen und habe mich hier einmal umgesehen auf diversen Portalen.

Das Gehalt der Tierärzte unterscheidet sich je nach Art der Einrichtung, in der sie tätig ist und liegt bei etwa 40.000-45.000 Euro brutto.

Es gibt eine Studie zum Verdienst selbstständiger Tierärzte mit eigener Praxis und hier liegt der durchschnittliche Monatsverdienst bei 4.000 Euro brutto im Monat.  Allerdings zeigt diese Studie auch sehr deutlich das hier weitaus mehr als 50 Wochenstunden gearbeitet werden. 

Im Alter von 25 bis 30 Jahren verdienen Tierärzte/-innen laut gehaltsvergleich.com durchschnittlich 2.688 bis 3.047 Euro brutto im Monat!

Könnten wir bitte noch einmal über „die Taschen voll machen“ reden?

Kosten der Praxiseinrichtung

Bevor in einer Tierarztpraxis überhaupt das erste Tier behandelt werden kann, müssen enorme Investitionen gestemmt werden, die man als Außenstehender oft gar nicht auf dem Schirm hat. Schon die Praxisräume selbst müssen passend ausgestattet werden: rutschfeste Böden, gut zu reinigende Oberflächen, ein funktionaler Empfangsbereich, ein angenehmes Wartezimmer und vollständig eingerichtete Behandlungsräume. Dazu kommen Computer, Telefonanlage, Netzwerk und die gesamte Büroorganisation, ohne die im Hintergrund nichts laufen würde.

Der medizinische Bereich ist noch einmal eine ganz eigene Welt.

Behandlungstische, Waagen, Untersuchungsinstrumente und Notfallausrüstung gehören zur Grundausstattung. Richtig teuer wird es bei der Diagnostik: digitales Röntgen, Ultraschall, Laborgeräte für Blut- und Urinanalysen, Mikroskope oder Dentaltechnik – all das ist unverzichtbar, wenn man Tiere zeitgemäß und zuverlässig versorgen möchte. Für Operationen braucht es zusätzlich einen komplett ausgestatteten OP-Bereich mit Narkosegerät, Monitoring, OP-Tisch, Sterilisationsgeräten und chirurgischen Instrumenten.

Auch das Medikamenten- und Verbrauchsmateriallager ist ein großer Posten: Spritzen, Kanülen, Verbandsmaterial, Infusionen, Impfstoffe, Desinfektionsmittel und vieles mehr müssen ständig vorrätig sein. Je nach Schwerpunkt kommen weitere Anschaffungen hinzu, etwa Boxen für stationäre Patienten, Geräte für Physiotherapie oder mobile Ausrüstung für Haus- und Stallbesuche. Und wer im ländlichen Raum arbeitet, braucht meist auch ein Praxisfahrzeug, das entsprechend ausgestattet ist.

Was man leicht vergisst: Hinter all dem stehen zusätzlich Kosten für Planung, Genehmigungen, Strahlenschutzauflagen und Versicherungen. Erst wenn all diese Bausteine zusammenkommen, kann eine Tierarztpraxis überhaupt ihren Betrieb aufnehmen – und das zeigt sehr deutlich, wie umfangreich und kostenintensiv die Grundausstattung tatsächlich ist.

Eine voll ausgestattete Kleintierpraxis liegt in der Realität meist im sechsstelligen Bereich, oft zwischen 150.000€ und 500.000, je nach Größe, Ausstattung und Spezialisierung. Eine Tierklinik kann leicht über 1 Million Euro kosten.

Kosten für Mitarbeiter

Ein Tierarzt mit eigener Praxis benötigt, um seine Praxis führen zu können mindestens eine, eigentlich zwei Mitarbeiter/innen die sie tatkräftig unterstützen.

Auch die müssen bezahlt werden und bekommen im Monat durchschnittlich 2.739 Euro brutto (Quelle Tiermedizinische/r Fachangestellte/r (TFA): Gehalt 2026) – also große Sprünge kann man damit wahrlich nicht machen.

Auch dies muss von den Einnahmen der Praxis finanziert werden. Auch wenn sehr viele TFAs ihren Job als Berufung sehen, müssen sie dennoch ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Kleine getigerte Katze beim TierarztLaufende Kosten

Zu den laufenden Kosten einer Tierarztpraxis gehören weit mehr Posten, als man auf den ersten Blick vermuten würde:

Strom, Wasser, Verbrauchsmaterialien, Miete, Fahrzeuge für Hausbesuche sowie regelmäßige Wartungen und die Rückzahlung von Krediten für notwendige Neuanschaffungen müssen jeden Monat erwirtschaftet werden.

Wir alle wissen, wie hoch unsere eigenen Fixkosten als Privatpersonen bereits sind – bei einer Praxis liegen diese jedoch um ein Vielfaches höher.

Hinzu kommt, dass selbst die Entsorgung von Abfällen wie Spritzen oder Kanülen nicht über den normalen Hausmüll erfolgen darf. Es handelt sich um medizinischen Sondermüll, dessen fachgerechte Entsorgung zusätzliche Kosten verursacht.

Steigende Kosten, gleichbleibende Einnahmen …

In den vergangenen Jahren sind die Kosten in vielen Bereichen spürbar gestiegen. Das ist ein ganz normaler Prozess und spiegelt sich in der jährlichen Inflation wider, die in Deutschland lange Zeit bei etwa 1,1–1,8 % lag.

Bereits 2021 stieg sie jedoch auf 3,1 %, und wie hoch sie 2022 letztlich ausfallen würde, blieb zunächst abzuwarten.

Während sich nahezu alle Lebens- und Betriebskosten veränderten, blieb die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) über viele Jahre unverändert.

Eine Anpassung war daher dringend notwendig – nicht nur, weil die Preise längst nicht mehr zeitgemäß waren, sondern auch, weil der gesamte Leistungskatalog überholt war.

Die veterinärmedizinische Entwicklung hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, und viele moderne Diagnose- und Behandlungsmethoden waren in der alten GOT einfach nicht abgebildet.

Gleichzeitig mussten immer mehr Tierarztpraxen schließen oder wurden an große internationale Konzerne verkauft, weil der wirtschaftliche Druck zu groß wurde.

Auch wir selbst müssten im Notfall inzwischen eine ganze Stunde fahren, um eine Klinik mit einer angemessenen Notfallversorgung zu erreichen – eine Stunde, die im Ernstfall entscheidend sein kann.

Weniger bekannt ist zudem, wie belastend dieser Beruf tatsächlich ist: Der Tierarztberuf weist die höchste Suizidrate aller Berufsgruppen auf – sie liegt sechs- bis siebenmal höher als in der Durchschnittsbevölkerung.

Diese Zahlen zeigen deutlich, wie groß der Druck und die Verantwortung sind, die Tierärztinnen und Tierärzte täglich tragen.

Tierarzt, C.O., BrummhummelchenAber was kostet die eine oder andere Behandlung?

So ihr habt nun einiges erfahren was es kostet eine Tierarztpraxis zu eröffnen und was man so beachten muss.

Und ich halte diese Informationen für unglaublich wichtig, um nachzuvollziehen was hinter dem Satz „Die Tierärzte füllen sich die Taschen“ wirklich steckt.

Aber kommen wir zu den Kosten für den Tierhalter, die für euch wesentlich interessanter sind. Aber ich kann es nicht oft genug betonen es ist wichtig auch das „drumherum“ zu verstehen, denn das erklärt auch das eine oder andere vielleicht ein wenig besser.

Tierärzte sind verpflichtet nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)abzurechnen aber sie haben da tatsächlich einen gewissen Spielraum, den ich für euch etwas zusammenfasse:

Wie entscheidet ein Tierarzt zwischen 1‑fach, 2‑fach oder mehr?

Die GOT gibt tatsächlich nur einen Gebührenrahmen vor. Der Tierarzt darf zwischen dem 1‑fachen und 3‑fachen Satz abrechnen (in besonderen Fällen sogar darüber hinaus, aber das ist selten und muss sehr gut begründet sein).

Welche Höhe er wählt, hängt typischerweise von:

  1. Aufwand der Behandlung – Dauer der Behandlung / Schwierigkeit / Risiko für Tier oder Tierarzt / Notwendige Fachkenntnisse
  2. Betriebswirtschaftlichen Faktoren – Standortkosten (z. B. Stadt vs. Land) / Personalaufwand / Ausstattung der Praxis
  3. Besondere Umstände – Notdienst (hier gelten sogar Pflichtaufschläge) / Eilfälle / Unkooperative Tiere

Der Tierarzt muss seine Entscheidung fachlich begründen können, aber er muss sie nicht im Einzelfall schriftlich erklären, solange er im zulässigen Rahmen bleibt.

Darf er auch „zwischen“ 1‑fach und 2‑fach abrechnen?

Ja.
Der Tierarzt darf jeden Wert innerhalb des Gebührenrahmens wählen – also z. B. 1,3‑fach, 1,7‑fach oder 1,9‑fach.

Das ist völlig legal und entspricht der Idee der GOT: Sie ist kein Festpreis, sondern ein Gebührenrahmen.

Was muss der Tierarzt beachten?

  • Die Rechnung muss nach GOT-Positionen aufgeschlüsselt sein.
  • Bei Überschreitung des 3‑fachen Satzes braucht er eine schriftliche Vereinbarung mit dem Tierhalter.

Tierarztkosten, Geld, SparschweinBeispiel Kastration Kater nach GOT (1‑facher Satz)

Die folgenden Positionen sind die typischen, regelkonformen GOT‑Ziffern, die bei einer Katerkastration anfallen.

Hinweis: Materialkosten sind nicht in der GOT festgelegt und variieren je nach Praxis.

1) Variante A – Kastration mit Injektionsnarkose (Standardfall)

Pflicht‑ und Regelleistungen

Leistung GOT‑Ziffer 1‑facher Satz
Allgemeine Untersuchung GOT 16 23,62 €
Injektionsnarkose (Allgemeinanästhesie) GOT 310 26,29 €
Kastration Kater (operative Leistung) GOT 378 30,32 €
Injektion GOT 221 11,50 €
OP‑Vorbereitung (Rasur, Desinfektion)   meist 3–10 € (Material, nicht GOT‑gebunden)
Verbrauchsmaterialien variabel
Schmerzmittel (prä‑/post‑OP)   ca. 5–15 € (je nach Präparat)

Typische Gesamtkosten (1‑facher Satz, realistisch): ab ca. 90 €

2) Variante B – Kastration mit Inhalationsnarkose (Gasnarkose)

Bei der Inhalationsnarkose kommen zusätzliche GOT‑Positionen hinzu, da sie technisch aufwendiger ist.

Pflicht‑ und Regelleistungen

Leistung GOT‑Ziffer 1‑facher Satz
Allgemeine Untersuchung GOT 16 23,62 €
Einleitung der Narkose (Injektion) GOT 221 11,50 €
Inhalationsnarkose GOT 337 61,57 €
Narkoseüberwachung / Monitoring GOT 350 59,18 €
Kastration Kater GOT 378 30,32 €
OP‑Vorbereitung   3–10 €
Verbrauchsmaterialien (Tubus, Absaugung etc.) variabel
Schmerzmittel   5–15 €

Typische Gesamtkosten (1‑facher Satz, realistisch): ab 196 €

Tierarzt, Tuxedokatze, Taubertalperser, KatzeninformationsseiteUnterschied zwischen einer Injektionsnarkose und Inhalationsnarkose

Injektionsnarkose bei Katzen

Hier bekommt die Katze das Narkosemittel über eine Vene oder intramuskulär.

Typische Merkmale

  • Sehr schneller Wirkungseintritt – Katzen schlafen oft innerhalb weniger Sekunden bis Minuten ein.
  • Wird häufig zur Einleitung der Narkose genutzt.
  • Gut geeignet für kurze Eingriffe (z. B. Röntgen, kleine Wundversorgungen).
  • Medikamente wie Propofol oder Alfaxalon sind verbreitet.

Vorteile

  • Kein Stress durch Maske oder Gasgeruch.
  • Sehr kontrollierbares Einschlafen.

Nachteile

  • Die Tiefe der Narkose ist schwerer fein zu steuern, wenn nur injiziert wird.
  • Nachdosieren ist möglich, aber weniger elegant als beim Gas.

Inhalationsnarkose bei Katzen

Hier atmet die Katze ein Narkosegas (z. B. Isofluran oder Sevofluran) über eine Maske oder einen Tubus ein.

Typische Merkmale

  • Wird oft nach der Injektion eingesetzt, um die Narkose aufrechtzuerhalten.
  • Die Narkosetiefe lässt sich sehr präzise steuern.
  • Die Katze wacht meist schneller und klarer auf, weil das Gas einfach ausgeatmet wird.

Vorteile

  • Ideal für längere Operationen.
  • Sehr gut kontrollierbar und sicher.
  • Weniger Belastung für Leber und Niere, da das Gas kaum verstoffwechselt wird.

Nachteile

  • Katzen mögen Masken oft nicht – daher wird meist intubiert.
  • Die Geräte sind aufwendiger und teurer, daher nicht in jeder Praxis Standard.

Kurzvergleich

Merkmal Injektionsnarkose Inhalationsnarkose
Eintritt sehr schnell etwas langsamer
Steuerbarkeit begrenzt sehr präzise
Einsatz kurze Eingriffe, Einleitung längere OPs, Aufrechterhaltung
Aufwachen abhängig vom Medikament meist schneller und klarer
Stressfaktor gering (keine Maske) höher bei Maske, geringer bei Tubus

 Die gängigste Kombination ist:

  1. Injektionsnarkose zur Einleitung
    → Katze schläft schnell und stressfrei ein.
  2. Inhalationsnarkose zur Aufrechterhaltung
    → sichere, gut steuerbare Narkose während der OP.

Diese Kombination gilt als besonders schonend und sicher.

Wann wird trotzdem eine Injektionsnarkose genutzt?

Injektionsnarkosen sind oft sinnvoll für kurze Eingriffe, für sehr stressige oder aggressive Tiere (zur Einleitung) oder wenn keine Gasnarkoseausrüstung verfügbar ist.

Gerade bei Kastrationsaktionen im Tierschutz wird häufig auf Injektionsnarkosen zurückgegriffen. Meist ist das notwendige Zubehör für eine Inhalationsnarkose gar nicht zur Verfügung und dann fehlt auch die entsprechende Zeit.
Bei routinierten Tierärzten dauert eine Katerkastration z.B. keine 5 Minuten ohne Narkoseeinleitung und OP-Vorbereitung.

Beispiel Kastration einer weiblichen Katze (1‑facher GOT‑Satz)

GOT‑Stand: gültige Fassung seit 2022/2023

Eine Kastration bei einer Katze ist deutlich aufwendiger als beim Kater, da es sich um eine Bauchoperation handelt.

Gesamtkosten (1‑facher Satz)

Mit Inhalationsnarkose (realistisch):

Leistung GOT‑Ziffer 1‑facher Satz
Allgemeine Untersuchung GOT 16 23,62 €
Einleitung der Narkose (Injektion) GOT 221 11,50 €
Inhalationsnarkose GOT 337 61,57 €
Narkoseüberwachung / Monitoring GOT 350 59,18 €
Ovarektomie / Ovariohysterektomie
(Kastration Katze)
GOT 601 / 605 56,48 – 89 €
OP‑Vorbereitung   3–10 €
Verbrauchsmaterialien (Tubus, Absaugung etc.) variabel
Schmerzmittel   5–15 €

 

Typische Gesamtkosten (1‑facher Satz, realistisch): ab 220 €

Mit reiner Injektionsnarkose (seltener): ca. 140–170 €

Geht’s denn nun billiger?

Ja geht es – in dem man eventuell in eine gut eingerichtete Tierarztpraxis auf dem Land geht aber niemals, ich betone niemals sollte das „billiger“ auf Kosten der Sicherheit und der optimalen Versorgung der Katze gehen.

Während meiner Recherche habe ich teilweise echt gruselige Sachen entdeckt, bei denen ich mir denke, das kann der Tierarzt nicht ernst meinen.

Da wurde, um Geld zu sparen die Katze vor dem Eingriff nur sediert und erhielt keine Narkose.

Kann man machen, aber wenn man den Unterschied weiß zwischen Sedation und Narkose wird denke ich mal einen jeden bewusst, warum dies nicht das Mittel der Wahl ist.

Aber ich führe euch hier der Einfachheit halber die Unterschiede gezielt auf.

Entspannte Katze beim TierarztSedation vs. Narkose bei Katzen

Bei Katzen gibt es – genau wie beim Menschen – einen klaren Unterschied zwischen Sedation und Narkose. Beide werden oft verwechselt, aber sie erfüllen völlig unterschiedliche Aufgaben und fühlen sich für die Katze auch ganz anders an.

Sedation – die „Beruhigungs‑Variante“

Bei einer Sedation wird die Katze ruhig, entspannt und weniger reaktiv, bleibt aber in vielen Fällen noch teilweise ansprechbar.

Was das bedeutet

  • Die Katze ist deutlich entspannter, aber nicht komplett weg.
  • Schutzreflexe wie Schlucken oder Blinzeln funktionieren noch.
  • Sie atmet selbstständig und der Kreislauf bleibt stabil.
  • Perfekt für kurze, wenig schmerzhafte Dinge wie Röntgen, Blutabnahmen oder kleine Behandlungen.

Kurz gesagt: Sedation ist wie ein sanfter „Chill-Modus“ – die Katze bekommt vieles nicht mehr richtig mit, ist aber nicht völlig ausgeschaltet.

Eine Katerkastration unter reiner Sedierung ist tierschutzrelevant problematisch.

Narkose – der kontrollierte Tiefschlaf

Eine Narkose ist dagegen ein vollständiger, künstlich herbeigeführter Tiefschlaf, bei dem die Katze nichts mehr wahrnimmt.

Was das bedeutet

  • Kein Schmerzempfinden, keine bewusste Wahrnehmung.
  • Schutzreflexe sind ausgeschaltet.
  • Die Atmung kann Unterstützung brauchen – deshalb wird oft intubiert.
  • Wird für alles genutzt, was länger dauert oder weh tun würde, z. B. Operationen.

Kurz gesagt: Narkose ist der „richtige Tiefschlaf“, in dem die Katze komplett abgeschaltet ist und absolut nichts mitbekommt.

So und bei einer Katerkastration wird entweder der Hoden rasiert oder aber die Haare ausgezupft damit man ein sauberes Operationsfeld hat, gesäubert und danach erfolgt mit dem Skalpell ein Schnitt in den Hodensack und zieht einen Hoden heraus, verknotet den Samenleiter und schneidet den einzelnen Hoden ab. Dies erfolgt auch mit dem zweiten Hoden.

Wer bei dem Lesen dieses Textes Phantomschmerzen hat, die Katze hat es nicht – die hat richtige Schmerzen dank der „Sedierung“.

Und nun ahnt ihr sicherlich schon warum hier eine Sedierung absolut sch*** ist.

Tierarzt, Tuxedokatze, Taubertalperser, KatzeninformationsseiteInhalationsnarkose bei Katzen

Präzise steuerbar: Die Narkosetiefe lässt sich innerhalb weniger Atemzüge anpassen – ideal für Katzen, die sensibel auf Medikamente reagieren.

Sanftes Aufwachen: Sobald das Gas abgestellt wird, kommt die Katze meist schnell und klar wieder zu sich.

Schonend für Organe: Das Narkosegas wird über die Lunge abgeatmet und belastet Leber und Nieren kaum – ein Pluspunkt für ältere oder vorerkrankte Tiere.

Sicher bei längeren Eingriffen: Die Narkose kann stabil und beliebig lange gehalten werden, ohne Risiko einer versehentlichen Überdosierung.

Gutes Monitoring: Während einer Inhalationsnarkose werden Atmung, Herz und Sauerstoffsättigung eng überwacht, sodass Probleme früh erkannt werden.

Weniger Überdosierungsrisiko: Da das Gas kontinuierlich dosiert wird, ist eine „zu große Einzeldosis“ praktisch ausgeschlossen.

Der Unterschied liegt in der schonenden Behandlung

Ja, ihr merkt wahrscheinlich selbst schon, wo der große Unterschied bei den Kosten einer Tierarztrechnung entsteht. Er liegt nicht darin, dass sich der Tierarzt bereichern möchte, sondern ganz klar in der Art und Qualität der Behandlung.

Wenn ich für mein Tier das Rundum‑Sorglos‑Paket möchte – also die beste, sicherste und vor allem schonendste Behandlung – dann spielt die Art der Narkose und das dazugehörige Monitoring eine riesige Rolle. Das kostet mehr, aber es bedeutet eben auch mehr Sicherheit für das Tier. Wenn ich dagegen hauptsächlich sparen möchte … nun ja, dann muss ich auch mit Abstrichen rechnen.

Deshalb: Sprecht vor jeder Behandlung offen mit eurem Tierarzt über die geplante Narkose. Lasst euch erklären, welche Methode er nutzt, warum er genau diese empfiehlt und welche Alternativen es gibt. Kein Tierarzt wird euch das Übelnehmen – im Gegenteil, viele reden gern über ihre Arbeit und erklären, warum sie bestimmte Dinge so machen, wie sie sie machen.

Aber eines sollte klar sein: Wenn euer Tierarzt euren Kater lediglich „ein bisschen sedieren“ will, ohne eine richtige, kontrollierte Narkose und ohne Monitoring, dann nehmt euren Kater liebevoll unter den Arm und sucht euch einen anderen Tierarzt. Die Gesundheit eures Tieres ist es wert.

VORSORGEN, bevor es zu spät ist

Ich weiß absolut, dass ein Besuch beim Tierarzt schnell ins Geld gehen kann.

Genau deshalb ist es sinnvoll, rechtzeitig darüber nachzudenken, wie man sich für solche Situationen absichern kann – sei es durch eine passende Versicherung oder durch ein eigenes Sparkonto nur für die Katzen.

Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile, und jede Familie muss für sich entscheiden, was am besten passt. Vielleicht ist sogar eine Kombination aus beidem die ideale Lösung.

So hat man einerseits die Sicherheit einer Versicherung und andererseits ein kleines finanzielles Polster für alles, was darüber hinausgeht.

Wir haben uns zum Beispiel dafür entschieden, unsere Katzen zu versichern und zusätzlich einen Dauerauftrag für ihr Sparkonto einzurichten. Dadurch wissen wir, dass wir im Ernstfall immer die Möglichkeit haben, unseren Fellnasen die bestmögliche Versorgung zu bieten – ohne Stress, ohne schlechtes Gewissen und ohne plötzlich vor einer riesigen Rechnung zu stehen.




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