VOCAL auf Kreta – Ein Blick hinter die Kulissen echten Tierschutzes
Die vergangenen Wochen habe ich euch mitgenommen nach Kreta. Ihr habt Schicksale kennengelernt, Katzen, die mich inspiriert haben, und das harte Los der Tierschützer vor Ort.
Viele von euch haben gefragt, wie man im Urlaub helfen kann und wer eigentlich hinter all dieser Arbeit steckt.
Heute möchte ich euch deshalb Vocal Cats vorstellen – stellvertretend für all die wundervollen Menschen, die sich auf Kreta mit Herz und Hingabe dem Tierschutz widmen.
Wer ist VOCAL?
VOCAL (Voice of Cat Allian) ist eine kleine, hochmotivierte Non-Profit-Organisation mit Sitz in Agios Nikolaos auf Kreta.
Sie verfügen über eine zweckmäßig eingerichtete kleine Tierklinik sowie Nebenräume, in denen Fang-Equipment, Transportboxen und weiteres wichtiges Material lagert.
Was VOCAL besonders macht:
- Über 30 Futterstellen werden monatlich von Ehrenamtlichen betreut
- Regelmäßige Kastrationsaktionen in Zusammenarbeit mit dem Tierärztepool
- Aufklärungsarbeit und Aktionen zur Gewinnung neuer Unterstützer
- Rettung, Versorgung und Vermittlung von Katzen, die nicht auf der Straße überleben könnten
Warum Kastrationen so wichtig sind
Nur Futterstellen zu betreuen, reicht nicht aus. Nachhaltiger Tierschutz bedeutet:
- Katzen einfangen
- medizinisch versorgen
- kastrieren
- und sie – wenn möglich – wieder in ihr gewohntes Revier zurückbringen
Genau das ist der Kern der Arbeit von VOCAL. Und wir durften in diesem Jahr bei einer dieser Kastrationsaktionen dabei sein.
Die kleine Klinik am Rand der Stadt
Die Klinik liegt unscheinbar am Rand von Agios Nikolaos. Kein großes Schild, kein glänzender Neubau. Und doch spürt man beim Betreten sofort: Hier passiert Wichtiges.
Eine Frau begrüßt uns – die „Empfangsdame“, wie sie liebevoll genannt wird. Vor ihr ein Tisch, darauf Listen, Stifte, Unterlagen. Jede Katze, die gebracht wird, wird sorgfältig registriert: Woher sie kommt. Wer sie gefunden hat. Was aufgefallen ist. Welche Behandlung nötig sein könnte.
Es wirkt fast wie ein kleines Drehbuch des Lebens jeder einzelnen Katze.

Der Warteraum – ein Ort der Ruhe
Die Katzen bleiben zunächst in ihren Transportboxen, in einem leicht abgedunkelten Raum. Ich sehe, wie einige leise miauen, andere still liegen, erschöpft vom Einfangen oder der Fahrt. Und ich denke daran, wie sensibel selbst unsere Hauskatzen auf Veränderungen reagieren. Wie viel Stress das für ein Tier sein muss, das nie ein Zuhause hatte.
Doch hier ist es ruhig. Behutsam. Respektvoll.

Der Behandlungsraum – Professionalität trotz einfacher Mittel
Als wir den Behandlungsraum betreten, bin ich überrascht. Nicht, weil er modern wäre – im Gegenteil. Er ist schlicht, zweckmäßig, teilweise improvisiert. Aber die Menschen darin arbeiten mit einer Professionalität, die mich sprachlos macht.
Sobald die Narkose wirkt, wird jede Katze untersucht:
- Zähne
- Fell
- Parasiten
- Verletzungen
- Allgemeinzustand
Alles wird dokumentiert. Nichts wird übersehen.
Der OP-Tisch hat schon bessere Tage gesehen – und doch wird hier Leben verändert. Vielleicht findet sich irgendwann jemand, der einen höhenverstellbaren Tisch spenden möchte. Die Frauen würden vor Freude weinen.

Die Operation – und das Aufwachen
Der Tierarzt prüft jedes Tier doppelt, bevor er kastriert. Wenn nötig, werden auch Zähne behandelt – denn auch Streuner leiden unter FORL und anderen Erkrankungen.
Nach der OP liegen die Katzen warm eingepackt in ihren Boxen. Eine der Frauen kniet sich immer wieder zu ihnen, kontrolliert Atmung, Temperatur, Reflexe. Es ist ein stiller, konzentrierter Tanz aus Fürsorge und Routine.
Die Katzen bleiben über Nacht. Erst am nächsten Tag dürfen sie zurück an ihre Futterstelle – dorthin, wo sie sich auskennen, wo sie sicher sind.

Was man erst sieht, wenn man dabei ist
Während wir dort sind, läuft die Waschmaschine ununterbrochen. Boxen werden gereinigt. Einlagen gewechselt. Desinfiziert. Sortiert. Vorbereitet.
Und mir wird klar: Tierschutz bedeutet nicht nur Futter und Streicheleinheiten.
Es bedeutet auch Reinigungsmittel, Handschuhe, Mülltüten, Waschmittel, Transportboxen, Desinfektion. Dinge, die man selten auf dem Schirm hat – die aber unverzichtbar sind.

Die Menschen hinter Vocal Cats
Ich habe selten Menschen erlebt, die mit so viel Hingabe arbeiten. Jede einzelne war konzentriert, ruhig, aufmerksam. Es gab kein Jammern, kein Klagen, kein „zu viel“. Nur Tun. Nur Helfen. Nur Herz.
Noch Wochen später denke ich an sie. An ihre Hände, die so viel leisten. An ihre Augen, die müde, aber warm waren. An ihre Stimmen, die leise, aber bestimmt sprachen.
Das ist Tierschutz, wie ich ihn mir wünsche: Nachhaltig. Verantwortungsbewusst. Mit Herz und Verstand.

Und manchmal gibt es diese besonderen Katzen
Nicht jede Katze ist für das Leben auf der Straße gemacht. Manche suchen den Blickkontakt. Manche schmiegen sich an. Manche geben ein leises, bittendes Miau von sich.
Für sie findet Vocal Cats liebevolle Für-immer-Zuhause – mit Hilfe vieler Tierfreunde, die bereit sind, einem kleinen Wesen ein neues Leben zu schenken.
Wie VOCAL überlebt
So viel Engagement braucht Unterstützung. Und Vocal Cats ist kreativ:
- kleine Flohmärkte
- gesellige Nachmittage
- ein liebevoll geführter Buchverleih
Doch am Ende bleibt es dabei: Ohne Spenden geht es nicht.
Wenn du also einen Verein unterstützen möchtest, der echten, gelebten Tierschutz betreibt, dann ist Vocal Cats genau der richtige Ort.

Wenn du helfen möchtest
Wenn ihr also einen Verein unterstützen möchtet, der echten, nachhaltigen Tierschutz betreibt, dann ist VOCALs eine wunderbare Wahl.
Unterstütze VOCAL
Wenn du dich angesprochen fühlst und helfen möchtest, findest du hier die Spendeninformationen des Vereins:
Paypal – vocal.crete@gmail.com
Facebook Vocal Cats
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