AllgemeinRund um die Katz

Animal Hoarding……. eine moderene Zivilisationskrankheit?

Immer wieder liest man in diversen Zeitungen, Plattformen von neuen erschütternden Fällen.

Die Fälle, wo Tierhalter dem Zwang des Tiersammelns/Tierhorten nicht Stand halten konnten, häufen sich immer mehr. Das dramatische an diesem Animal Hoarding ist, das der Tierhalter es nicht als solches erkennt. Teilweise handelt er im guten Glauben, denkt er tut den Tieren was Gutes und sie hätten es bei ihm gut.
Es vergeht kaum ein Monat wo kein trauriger Fall, wie der nachfolgende, bekannt wird.

Wohnung in New York mit 99 lebenden und 67 toten Katzen geräumt

Die 50-jährige Besitzerin legte sich nach dem Tod ihres Mannes offenbar immer mehr Tiere zu

Albany – US-Behörden haben aus einer Wohnung in Wright im US-Staat New York 99 Katzen befreit. Die Tiere seien in Kisten gehalten worden, die vom Boden bis an die Decke gestapelt worden seien, berichtete die Tageszeitung „Times Union of Albany“.

Weitere 67 Katzen seien, zum Teil verpackt in einer Tiefkühltruhe, tot aufgefunden worden. Ob gegen die 50-jährige Besitzerin rechtliche Schritte eingeleitet werden, soll geprüft werden.

Übler Geruch

Nachbarn hatten sich wegen üblen Geruchs beschwert, daraufhin waren Mitarbeiter des Sheriffs zu der Frau gefahren und hatten die Tiere entdeckt. Eine Tierschützerin, die die lebenden Katzen in Obhut nahm, sagte, sie habe der Besitzerin mehrfach vergeblich Hilfe angeboten. Bekannte der vereinsamten Frau mutmaßten, dass sie nach dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren immer mehr Katzen in die Wohnung holte. (APA, 27.1.2013)

Das mittlerweile Animal Hoarding in Amerika eine anerkannte Krankheit ist, sei nur als Randnotiz mal angemerkt. Aber wie kommt es dazu, vor allem wie kann man Tiere, vor diesem unvorstellbaren Leid (und 99 lebende Katzen auf engsten Raum ist Leid!!!) schützen? Und was sind dies für Personen?

Eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe, der Tierschutzakademie, hat sich diese Frage gestellt und ist zu folgenden Ergebnis gekommen.

  • Die häufigsten Tiere, die diesem Animal Hoarding zum Opfer fallen sind in erster Linie Hunde, dicht gefolgt von Katzen.
  • Ein Großteil der Menschen, die Animal Hoarding betrieben waren Personen über 50 mit mangelnden oder keinen Sozialkontakten
  • Die hygienischen Bediengungen in den Räumlichkeiten war absolut desaströs, teilweise war sogar das Bett von der betroffenen Person von Tierkot etc verschmutzt

Auch hat diese wissenschaftliche Arbeitsgruppe die unterschiedlichen Hoarder-Typen klassifiziert.

  •  Der Pflegertyp: dabei handelt es sich um einen Menschen, der anfänglich versucht, sich um die Tiere zu kümmern. Das Tier hat für den kranken Menschen einen hohen Stellenwert.
  • Der Rettertyp: es handelt sich hierbei vor allem um einen Menschen, der die Aufnahme von Tieren als seine Mission und Berufung ansieht.
  • Der Ausbeutertyp: Hier wird das Tier ausschließlich aus eigennützigen Zwecken angeschafft. Dieser Typ ist extrem narzisstisch, hat keinerlei Schuldbewusststein und sammelt Tiere vorwiegend aktiv.
  • Der Züchtertyp: Die Tiere sollten ursprünglich zum Zweck der Ausstellung und Verkaufs gezüchtet werden, aber der Überblick über die sich vermehrenden Tierbestände geht verloren.

Sie haben aber alle etwas gemeinsam – ohne entsprechende Hilfe können Sie dieses Problem nicht mehr in den Griff bekommen. Das bedeutet aber nicht nur die Reduzierung oder Wegnahme der Tiere und ein entsprechendes Tierhaltungsverbot, sondern auch eine psychologische Betreuung. Es ist bekannt das alle, die wegen Animal Hoarding ein Tierhaltungsverbot erhielte, kurz danach umzogen und das sammeln wieder begannen.

Aber wie erkenne ich als Außenstehender einen Animal Hoarder?

Das ist teilweise echt schwierig, da die meisten der betroffenen Personen wenige bis gar keine Sozialkontakte haben und pflegen

Erste Alarmsignale sind aber sicher:
  • die betreffende Person gibt keine genaue Auskunft über die Anzahl der bei ihm lebenden Tiere
  • es riecht nach Fäkalien
  • man wird nie in die Wohnung/Haus reingebeten.
  • Tiere sind verschmutzt/ungepflegt
  • Tiere sind weder geimpft noch werden sie tierärztlich versorgt
Was kann man tun, wenn man meint sein Nachbar/Bekannter ist ein Animal Hoarder?

Zunächst würde ich persönlich den Schritt wählen, mit der betroffenen Person direkt zu sprechen und vorzugsweise auch in der Wohnung des Betroffenen.
Sollte sich da der Eindruck des Animal Hoardings bestärken, bitte umgehend das Veterinäramt informieren.

Verweisen Sie auch auf die Tierschutzakademie, dort gibt es eine entsprechende Checkliste für Veterinärämter. Aber auch, falls Sie sich näher informieren wollen über dieses Phänomen ist die Tierschutzakademie sehr interessant.

Aber eine große Bitte habe ich noch an Euch meine lieben Leser –
bitte schaut nicht weg wenn ihr so etwas bemerkt, das Leid der Tiere ist unfassbar.


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