AllgemeinTierschutz

Erinnerungen an das Horrorhaus werden wach …..

Die Tage erfuhr ich vom Urteil im Falle Gammelsdorf. Gammelsdorf ein Synonym für unfassbares Tierleid, ein Synonym für unfassbare Zustände, ein Synonym für unfassbares.

Erinnerungen werden wieder wach, grausame Erinnerungen. Tierschützern und Züchtern gemeinsam verschlug es die Sprache angesichts der dramatischen Ausmaße bei der Räumung einer Cattery im bayrischen Gammelsdorf.

flohnester
Massenhafter Flohkot auf den Katzen Foto: Tierheim Landshut

Katzen mit Flöhen mit vielen Flöhen – nein halt, es waren so viele Flöhe das die Tiere teilweise anämisch waren. Die Augen verklebt, das Fell verfilzt, der Rachen entzündet – viele Tiere konnten nicht mehr gerettet werden – aber sie durften schmerzfrei über die Regenbogenbrücke gehen – ein Schicksal das viele ihrer Kameraden verwehrt wurde angesichts der Kadaver die damals in dem Hause gefunden wurden. Ihr merkt, ich werde ein wenig emotional – aber ihr werdet verstehen wenn ihr meinen damaligen Blogbeitrag gelesen habt.

Tierschutz und Züchter – gemeinsam an einem Strang

Aber Gammelsdorf ist auch ein Synonym wie toll es funktionieren kann wenn Tierschutz und Züchter gemeinsam zusammenarbeiten. Es folgten enorme Geldspenden, die Tierheime wurden mit Spendenpaketen regelrecht bombardiert und auch namhafte Futterhersteller ließen es sich nicht nehmen – durch Züchter aktiviert – dort die eine oder andere Palette Katzenfutter und Katzenstreu anzuliefern. Besonders aktiv war hier das Tierheim Heinzelwinkel – ein kleines Tierheim in Landshut machte es vor wie eine perfekte Zusammenarbeit funktionieren kann  – haben sie doch immerhin auch dies geschafft, was einem anderen Tierheim schlicht unmöglich schien.
So konnten auch alle Tiere, die diesen Horror überlebt haben, in ein neues Zuhause vermittelt werden und dürfen dort nun ein glückliches unbeschwertes Leben führen.

Aber nun war es soweit – Der Fall der Katzenzüchter wurde in Freising verhandelt und aufgrund des Schuldeingeständnis ein relativ mildes Urteil, von 11 bzw. 18 Monate auf Bewährung, gefällt

Ein gerechtes Urteil?

Ich nehme mir nicht heraus zu urteilen ob dieses Urteil gerecht ist. Aber ich kann und ich mag nicht daran glauben, dass dieses unbeschreibliche Leid, das diesen Tieren widerfahren ist nur ein Tierhaltungsverbot nach sich zieht sowie eine Bewährungsstrafe von ein paar Monaten.

Und ohne Frage, die Angeklagten waren zum Schluss geständig auch wenn man versuchte alles anfangs ein wenig zu „beschönigen“ – aber sorry, da gibt es nichts zu beschönigen. Es sind unzählige Katzen elendiglich gestorben, der Amtstierarzt ist sich auch nicht sicher ob es aufgrund des eklatanten Nahrungsmangels zu „Kannibalismus“ kam.

Wie sehr müssen diese Tiere gelitten haben um so einen Schritt zu gehen? Und wir reden bzw. schreiben hier nicht von Wildkatzen nein – wir reden hier von extrem sozialen Perserkatzen.

Ich kann nicht verstehen, dass man seitens Veterinäramtes nur 14 Tiere bewilligt wurden, tatsächlich aber mehr als 65 Tiere gefunden wurden.

Gibt es hier eine weitere Strafe für das mutwillige Überschreiten der seitens des Amtes bewilligten Tieranzahl? 14 Tiere und 65 Tiere – das ist nicht mehr ein „Huch passiert“ das ist schon ein grober Verstoß gegen die seitens der Behörden festgelegten Grenzen.

Interessant auch dass dieses Ehepaar nun auch nicht mehr in Bayern lebt sondern nach Nordrhein-Westfalen gezogen ist – gilt hier auch das absolute Tierhaltungsverbot? Wissen die dortigen Behörden in Gladbeck Bescheid?

Und wer trägt die Kosten für die Behandlung und Versorgung der geretteten Tiere? Das Tierheim München hat ja die Kosten mit 95.000 Euro beziffert.

Sie kommen aber alle wieder ….

Früher oder später kommen Sie aber alle wieder und die Menschen vergessen sehr rasch – ob dies in diesem Falle auch so sein wird – man wird sehen.

Aber sollte ich darauf aufmerksam werden, werde ich sicher daran erinnern.

  • Erinnern an das Leid
  • Erinnern an das Grauen.
  • Erinnern an die armen Seelchen – geboren um zu sterben – um grausam zu sterbe

Weitere Links zu dem Thema

Augsburger Allgemeine – 24.02.2014

Merkur Online – 25.11.2015
Süddeutsche – 24.11.2015



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