BARF – Rohfütterung für Katzen

Das erste Mal tauchte dieser Begriff in den USA auf mittlerweile hat das Akronym im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel durchgemacht. Zunächst stand es für Born Again Raw Feeders (wiedergeborene Rohfüttererer) welche auch den ideologischen Aspekt erklärt, dann „Bones And Raw Foods“ (Knochen und rohes Futter), im Deutschen wurde dafür das Backronym „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ erfunden.

barf_00Barf oder BARF ist eine Methode zur Ernährung fleischfressender Haustiere, die primär für Haushunde entwickelt wurde. Die Entwickler von Barf orientierten sich dabei an den Fressgewohnheiten der Wölfe und anderer wildlebender Hunde. In diesem Sinne wird ausschließlich rohes Fleisch, Knochen und Gemüse verfüttert, wobei der Tierhalter für die ausgewogene Zusammensetzung selbst sorgen muss. Mittlerweile sind auf dem Markt auch kommerzielle Produkte unter dem Namen Barf erhältlich.

Viele verantwortungsbewusste Katzenhalter vertrauen mittlerweile auch nicht mehr auf die tollen Versprechungen der Tierfutterindustrie und den bunten Werbebotschaften im Fernsehen und den Printmedien. Sie haben die Zubereitung des Katzenfutters in die eigene Hand genommen und barfen ihre Katzen.

Welche Vorteile bringt es Katzen zu barfen?    

Einer der vielen Vorteile beim BARFen ist sicherlich die Kontrolle der verfütterten Nahrung: In der Tiernahrungsindustrie gab es schon verschiedene Futterskandale, auch werden die Inhaltstoffe vom industriell gefertigten Futter oftmals, teilweise auch sicherlich berechtigt, kritisiert.
Wenn man seine Katze barft, weiß man zu 100% was man füttert und je nachdem wo man einkauft auch woher das Fleisch kommt.

barf_01Barfen birgt natürlich auch viele gesundheitliche Vorteile ist es immerhin die natürlichste Form der Fütterung für Katzen nach dem erjagen von Beutetieren.

In vielen BARF-Gruppen bei Facebook kann ich immer wieder von deutlichen Verbesserungen diverser Krankheitssymptome bei den gebarften Katzen sowie teilweise auch deren Gesundung miterleben. Klassische Beispiele sind hier Harnwegserkrankungen, Futtermittelallergien oder andere Verdauungsstörungen. Des Weiteren neigen gebarfte Katzen zu weniger Zahnsteinbildung.

Aufgrund der hohen Verwertbarkeit des selbst zubereiteten Futters sind die Kotmengen auch wesentlich geringer als beim herkömmlichen Industriefutter und ist auch weniger geruchsintensiv.

Die Katzen werden agiler, das Fell glänzender und man erkennt sehr rasch das das Wohlbefinden der Katze sich im allgemeinen sehr verbessert hat.

Welche Nachteile gibt es beim BARFen?

Unter Tierärzten ist diese Methode umstritten. Kritiker und Ernährungswissenschaftler sehen vermehrt Mangelerscheinungen, Magen/Darm-Probleme einschließlich Verstopfungen und Durchfälle, Zahnfrakturen und Fremdkörpererkrankungen durch Knochen sowie die Möglichkeit der Übertragung verschiedener Krankheiten (beispielsweise Pseudowut, Neosporose und Toxoplasmose). Zoonosen wie etwa Salmonellose, Escherichia coli-Infektion, Bakterienruhr oder Campylobacter-Enteritis stellen eher eine Gefährdung für die mit den Tieren umgehenden Personen dar, da Katzen nur selten an diesen Infektionen erkranken, aber Ausscheider sein können.

Fleisch_00Einer der Nachteile beim barfen ist Anfangs sicherlich die Zubereitung vom Futter. Immerhin handelt es sich hierbei um kein fertig zubereitetes Futter sondern die Mischung muss vom Katzenbesitzer vorgenommen werden. Fleischeinkauf, Berechnung der Supplemente, portionsweises Einfrieren – dies alles erfordert speziell am Anfang sehr viel Zeit, später wird es einfacher und schon ein wenig zur Routine Wichtig wäre es auf jedenfall sich zuerst in die Thematik einzulesen. Barfen ist nicht einfach nur der Katze rohes Fleisch „hinzuwerfen“ sondern ein wenig mehr. Konventionelles Fleisch enthält kein Blut auch der Vitamin und Mineralstoffgehalt tendiert gen Null im Gegensatz zu einem frisch erlegten Beutetier. Sofern man keine Knochen füttert fehlt auch Calcium usw. Ihr merkt schon, barfen ist ein sehr komplexes Thema.

Finanziell ist es je nachdem wo und vor allem was man kauft unter Umständen etwas teurer als Fertigfutter, relativiert sich aber wenn man größere preislich attraktivere Mengen kauft und auch bei Gesamtbetrachtung bei der Gesundheit der Tiere und auch beim geringeren Verbrauch von Katzenstreu usw.
Hier ist es von gewaltigen Vorteil wenn man Besitzer einer Tiefkühltruhe ist.

Während der Umstellungsphase von Fertigfutter auf BARF brauchen Mensch und Katze etwas mehr Zeit und vor allem viel Geduld. Zu einem muss man sich erst einmal etwas Wissen aneignen, zum anderen ist eine Katze, mit ihrer angeborenen Neophobie, nicht immer sofort begeistert und man muss sich wirklich Schritt für Schritt herantasten.
Wenn die Katze allerdings schon als Kitten Rohfutter kennen gelernt hat, so wie bei uns, wird es relativ einfach werden, diese entsprechend umzustellen.

Biologisch artgerecht?

Die Katze ist ein reiner Fleischfresser (Carnivore), die in dem Fertigfutter meistens enthaltenen Mengen an Pflanzenanteilen sind für einen Fleischfresser zu groß, er kann sie mit seinem Verdauungsapparat nicht verwerten.

Die Philosophie des BARFen basiert auf der Erkenntnis, dass die Nahrung (Beute) der Katze sich im Laufe der Evolution – viele Millionen Jahre – im Prinzip nicht geändert hat. Dieser Grundgedanke wird von den modernen Zoos und den zoologischen Wissenschaftlern akzeptiert und unterstützt. In ihrer Arbeit der Erhaltung und Fortpflanzung der betreuten und teilweise auch vom Aussterben bedrohten Tierarten, kommen sie immer wieder auf das BARFen als beste und gesündeste Ernährung zurück.

Welche Methoden des barfen gibt es?

Es gibt verschiedene Barf-Modelle, ich will aber nicht auf alle näher eingehen, da es diesbzeüglich schon mehr als genüg entsprechende Lektüre gibt.

Barfen mit natürlichen Supplementen

Hier nimmt man die Nährwerte seiner Zutaten und Supplemente und eine Tabelle mit den Bedarfswerten seiner Katze und stellt seine Rezepte so zusammen, dass mit einer Tagesportion der Tagesbedarf an allen Nährstoffen gedeckt ist.

Klingt relativ simple ist es aber aufgrund der vielen zu beachtenden Nährstoffe aber nicht. Während man früher mit Taschenrechner, Stift und Papier sich ans berechnen machte, kann man heute auf einige Kalkulatoren zurückgreifen, die es online gibt.

Empfehlenswert ist hier der Kalkulatur von dubarfst.

Klingt an sich einfach, ist angesichts der vielen zu beachtenden Nährstoffe aber eine komplexe Aufgabe.

Sehr empfehlenswert, da detailliert, leicht verständlich und mit umfangreicher Datenbasis, ist der Kalkulator von dubarfst.

Frankenprey (Prey Model Raw (PMR) oder Raw Meaty Bones (RMB))

Frankenprey oder auch Franken-Prey leitet sich von Frankensteins Monster ab und steht dafür, dass im man aus diversen Einzelteilen verschiedener Tiere ein komplettes ausgewogenes Beutetier zusammen baut.

Die einzelnen Bestandteile werden dem Verhältnis eines Beutetieres nachempfunden wofür sich die 85/5/5/5-Regel eingebürgert hat. Diese beinhaltet, dass das Futter grundsätzlich aus 85 % Muskelfleisch (auch Herz, Magen, Fett, Haut, Sehnen und Bindegewebe), 5 % Knochen, 5 % Leber und 5 % anderem Organ (z. B. Niere, Milz) bestehen soll. Wir haben also zum Beispiel Muskelfleisch vom Rind, mit Putenhälsen, Lammherz und Hühnerleber anstelle einer ganzen Maus oder ähnlichen.

Wer sich näher mit dem Thema Frankenprey auseinander setzen möchte, dem kann ich die englischsprachige Seite catcentric.org sehr ans Herz legen. Hier findet man wirklich sehr viele und umfangreiche Informationen zu diesem Thema.

A Prey Model Raw (PMR) / Whole Prey Feeding

Hier werden ganze Beutetiere verfüttert, da dies aber in Deutschland nicht nur sehr schwer, bis fast unmöglich ist, ist dieses Modell in Deutschland kaum bis gar nicht verbreitet. Wer sich aber näher darüber informieren will – ich hatte die Seite schon erwähnt –> catcentric.org

Kritik am BARFen

Immer wieder taucht bei Diskussionen das Wort Salmonellen auf. Dies wird von Kritikern oder Uninformierten gerne genannt ist aber für die Katze nicht wirklich eine Gefahr aufgrund des kurzen Verdauungsweges der Katze – typisch für Fleischfresser. Außerdem werden durch die Zusammensetzung der Magensäure bei gesunden Katzen die Erreger meist sofort vernichtet.

Info: die Magensäure der Katze hat einen konstanten ph-Wert von 1,5 – 2, während der Mensch bei leeren Magen einen ph-Wert von 1-1.5 und bei vollen Magen einen pH-Wert von 2-4 aufweist

Was aber enorm wichtig ist zu beachten, für Katzen stellen Salmonellen keine Gefahr dar, wohl aber für den Menschen da die Katze sehr wohl Ausscheider sein kann. Aber hier ist es mit einigen wichtigen Grundregeln schon getan.

  • Auf die Herkunft des Fleisches achten

  • es gelten grundsätzlich die Hygienemaßnahmen, die auch für die Verarbeitung von rohem Fleisch für den menschlichen Verzehr eingehalten werden müssen

  • Fleisch gekühlt und zum baldigen Verzehr lagern

  • gefrorenes Fleisch im Kühlschrank auftauen lassen

  • Fleisch nicht zu lange offen stehen lassen

  • Arbeitsfläche / Geschirr / Messer mit heißen Wasser und Seifenlauge wirklich aufs gründlichste zu reinigen. Auch die Fressflächen der Tiere nicht vergessen und natürlich die Hände

  • besondere Sorgsamkeit sollte bei sehr jungen, sehr alten oder chonisch kranken Tieren gelten!

Ein weiteres beliebtes Argument sind Parasiten und Würmer. Rein theoretisch gesehen steigt das Risiko der Katze tatsächlich sich Würmer und Parasiten einzufangen ABER es gibt eine einfache Maßnahme um es zu senken.
Die wenigsten Parasiten und Würmer (auch Wurmeier) überleben das Einfrieren, deswegen sollte man das Fleisch immer einfrieren.
Wenn man ausschließlich Fleisch verfüttert, das für den menschlichen Verzehr gedacht ist, sinkt das Risiko noch einmal. Mehr Schutz kann man fast gar nicht mehr bieten, selbst beutefangende Katzen haben so gesehen ein wesentlich größeres Risiko als unsere Fellnasen.

Ein Kritikpunkt der leider aber sehr wohl zu Recht besteht sind die Mangelerscheinungen. In vielen Foren wird die Rohfütterung als Allheilmittel und einfachste Fütterung dargestellt ungeachtet dessen, das eben BARF nicht nur bedeutet der Katze Fleisch „hinzuwerfen“. Hier entstehen teilweise sehr wohl durch Unwissenheit oder auch weil man von falschen Voraussetzungen ausgeht falsche Eindrücke und dies leider auf Kosten unserer Tiere.

Deswegen wirklich meine große Bitte – barft ruhig eure Katzen aber macht euch zuerst darüber schlau. Informiert euch. Anschließend stelle ich euch einige gute Seiten und Bücher vor, nutzt diese.

Nichts ist schlimmer als eine Katze, die aufgrund unserer falschen Fütterung erkrankt, sei es durch Industriefutter oder falsch verstandene Rohfleischfütterung.

Hier nun mal eine Auflistung hilfreicher Seiten im Internet

Katzen-fieber

Barf-Kalkulator 01

Barf-Kalkulator 02

Buchempfehlungen

Barf für Katzen – die Alternative zur Maus von Nadine Leiendecker

Biologisch artgerechtes rohes Futter – kurz B.A.R.F. – ist die gesunde Alternative zu Dosen- und Trockenfutter in der Katzenernährung. Mit wenig Aufwand und etwas Grundlagenwissen lässt sich eine natürliche und ausgewogene Nahrung für Katzen zubereiten, die es sonst wohl nur in der freien Natur in Form von Beutetieren wie der Maus gibt. Die Autorin hat in diesem Buch alles Wissenswerte zum Thema Barfen zusammenge¬stellt: von den Zutaten über die Berechnung der Futtermenge bis hin zur Zusammensetzung und Zubereitung der täglichen Mahlzeiten. Sie räumt mit einigen Gerüchten der heutigen Katzenernährung mit industriell hergestelltem Futter auf und gibt Tipps und Tricks für die Umstellungsphase in der Fütterung. Glänzendes Fell, gesunde Zähne und mehr Vitalität sind der Dank der Katze für eine Ernährung, die frei ist von Zusatzstoffen und die den natürlichen Bedürfnissen des kleinen Raubtiers optimal entspricht.

B.A.R.F. für Katzen: Die Alternative zur Maus erhältlich bei Amazon

Katzen barfen leicht gemacht von Ines Adam

Dieses Buch richtet sich an alle, die sich bereits mit dem Thema Katzenernährung beschäftigen und sich eine natürliche, artgerechte Ernährung für Ihren Tiger wünschen. Es ist kein weiteres Buch mit komplizierten und aufwändigen Berechnungsmethoden sondern ein leicht verständlichen und einfach umzusetzender Leitfaden für die gesunde Ernährung Ihrer Katze. Grundlagen und Theorie werden kurz und leicht verständlich erklärt. Welches Fleisch Sie füttern können und welche Zusätze Sie brauchen finden Sie in diesem Buch genau so, wie einfache Rezepte mit leicht erhältlichen Zutaten.

Erhätlich ist Katzen Barfen leicht gemacht bei Amazon.

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2 Gedanken zu „BARF – Rohfütterung für Katzen

  • 3. Juli 2016 um 16:37
    Permalink

    2. Zusammensetzung des Futters
    2.1 Fleisch, Knochen und Ei 2.2 Supplemente
    850,000 g Muskelfleisch 80,519 % 0,000 g 0,000 %
    150,000 g Herz 14,209 % 0,000 g 0,000 %
    0,000 g Magen 0,000 % 1,103 g Seealgenmehl (420 μg) 0,183 %
    34,909 g Innereien 3,307 % 0,000 g 0,000 %
    0,000 g Knochen 0,000 % 2,000 g Bierhefe 0,332 %
    0,000 g Eigenes 0,000 % 52,387 g Rinderblut 8,701 %
    0,000 g Eigelb 0,000 % 2,018 Trpfn Vit. E Tropfen DE (1 Trpfn 31IE) 0,335 %
    20,741 g Regenbogenforelle 1,965 % 72,000 g Gänseschmalz 11,958 %
    0,000 g 0,000 %
    1055,650 g Fleisch, Knochenanteile und Ei gesamt 0,000 g 0,000 %
    1,218 g Dicalciumphosphat (24/18,2) 0,202 %
    2.2 Ballaststoffe 6,855 g Calciumcarbonat (37%) 1,138 %
    0,000 g 0,000 %
    50,000 g Ballaststoffe 2,118 g Meersalz 0,352 %
    1,091 g Taurin 0,181 %
    50,000 g Ballaststoffe 8,304 %
    411,325 g Wasser 68,313 %
    0,000 g 0,000 %
    0,000 g 0,000 %
    0,000 g 0,000 %
    602,115 g Supplemente gesamt
    3. Verhältnisse 4. erreichte Werte bei den wichtigsten Nährstoffen
    Ca/P-Verhältnis: 1,15 Energie: 80,27 %
    Mg/P-Verhältnis: 0,08 Calcium: 100,2 %
    K/Na-Verhältnis: 2,10 Phosphor: 100 %
    Wasseranteil: 75 % Eisen: 100 %
    Fettanteil: 7,7 % Jod: 95,07 %
    Proteinanteil: 13,02 % Vitamin A (Retiol): 100 %
    Ballaststoffanteil: 3,02 % Vitamin D3 (Cholecalcipherol): 100 %
    Vitamin E (Alpha-Tocopherol): 100 %

    Antwort
  • 3. Juli 2016 um 16:46
    Permalink

    Hallo lieber Taubertal
    Das Rezept habe ich mit dem Kalkulator ( du barfst ) nach meinen Katzen, zusammengestellt.
    Ich bin auch im Forum angemeldet. Da kann man das Rezept,
    kontrollieren lassen ob es passt.
    Liebe Grüße von Isabella Christl

    PS: Ich Besitze, 3 Britisch Kurzhaar Katzen, gekauft alle aus
    einen Züchter, Bkh vom Britenberg.

    Antwort

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