Kratzbäume: Wer billig kauft, kauft meist doppelt

Ein jeder, der bereits eine Katze hat oder der sich mit der Anschaffung einer Katze auseinander setzt kommt unweigerlich zu dem Punkt „Welcher Kratzbaum soll es sein“.

Die Auswahl ist enorm und auch die Preisspanne geht von sehr, sehr billig bis hin zu extrem teuer. Klar wird einer der ersten Aspekte sein wie die finanzielle Situation eines jeden einzelnen ist. Jemand mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 800 Euro wird sich kaum einen Kratzbaum für 2.000 Euro in die Wohnung stellen und das ist auch okay.

Nur sollte man trotzdem auf gewisse Punkte achten, damit der Kratzbaumkauf kein absoluter Fehlkauf ist.

Auf was sollte man achten?

Einer der wichtigsten Aspekte ist die Standfestigkeit – ein Kratzbaum der wackelt kann noch so niedlich aussehen, die Katze wird ihn nicht mögen. Hier sollte man wirklich Wert auf eine große stabile Bodenplatte legen.

Die Sisalstämme – weniger ist oft mehr allerdings sollte man darauf achten, dass sie dick genug sind. Die Stämme sollten mindestens eine Stärke von 9-10 Zentimeter aufweisen. Allerdings ist dies auch Materialabhängig. Handelt es sich um Vollholz reicht eine Stärke von 9 Zentimeter auf alle Fälle, die bricht garantiert nicht. Aber man sollte auch darauf achten wie lange sie sind – eine Katze liebt es beim Krallen wetzen sich zu strecken – bei einer Stammhöhe von 20 Zentimeter ist dies kaum möglich und die Katze wird sich nach einer für sie besseren Möglichkeit suchen um ihre Krallen zu wetzen – eventuell die neue Tapete?

Liegeflächen – sind sie groß genug das die Katze komplett bequem darauf liegen kann oder hat sie nur die Größe eines DIN A4 Blattes? Ganz ehrlich, hin und wieder ist zusammengerolltes liegen toll aber viele Katzen mögen es auch langgestreckt zu schlafen.

Liegemulden – viele sehen ja toll aus aber wie sind sie am Baum befestigt und wie stark können sie belastet werden? Manche der absolut toll aussehenden Liegemulden biegen sich schon bei einer Belastung von max. 5 kg in Richtung Boden – wie sieht das aus wenn zwei Katzen miteinander darin kuscheln wollen?

Wie ist der Bezug/Kissen? Ist er abnehmbar und kann man ihn in der Waschmaschine waschen? Ist er pflegeleicht? Nichts ist schlimmer als wenn das Kätzchen sich sein Essen noch einmal durch den Kopf gehen lässt und dies vorzugsweise auf dem Kratzbaum.

Liegehöhlen – manche Kratzbaumhersteller haben für ihre Kratzbäume Liegehöhlen gestaltet. Nur leider sind manche so klein gestaltet, dass manche für Katzen absolut ungeeignet sind außer sie sind 4 Monate alt und haben beschlossen nicht mehr zu wachsen.

Sisalseil – viele Anbieter verwenden sehr preiswertes Sisalseil das nicht nur relativ dünn ist, sondern auch äußerst kurzfaserig. Auch hier sollte man vorzugsweise Kratzbäume wählen die ein wesentlich dickeres/langfaseriges Sisalseil für die Stämme verwenden.

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Was man leider in diversen Hochglanzprospekten oder Online-Angeboten nicht sieht ist wie gut das Sisalseil gewickelt wurde und wie es befestigt wurde. Manche Anbieter kleben ihre Seile – hier sollte nachgefragt werden welcher Kleber verwendet wurde. Nicht alle Kleber sind unbedenklich.

Manche Hersteller „nageln“ die Sisalseile fest – hier ist, bei schlechter Wickelung und Verarbeitung höchste Verletzungsgefahr gegeben!

Es gibt Kratzbaumhersteller, deren Kratzbäume sehr plüschig sind – abgesehen von der schlechten Reinigungsmöglichkeit derselben, ist der Stoff meist von minderer Qualität und dementsprechend schnell kaputt was dann absolut nicht mehr schön aussieht.

Gute Qualität – schlechte Qualität

Hier möchte ich euch anhand einiger Fotos demonstrieren was gute Qualität ausmacht.

Anhand dieses Fotos könnt ihr sehr gut erkennen, dass der Stamm aus Karton gefertigt ist und die Sisalseile äußerst dünn sind. Ein Wunder, das die Stämme so lange gehalten haben auch wenn sie schon nach wenigen Wochen unansehnlich waren.

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Hochwertige Kratzbäume zeichnen sich aber nicht nur durch die Kratz- und Sisalstämme aus sondern auch durch die Materialien die sie verwenden, hier z.B. sehr ihr die äußerst massiven Gewindestangen die bei Rudloffs Kratzbäumen verarbeitet werden.
Als wären die Vollholzstämme nicht schon stabil genug werden noch 20 Zentimeter lange Gewinde in die Stämme verarbeitet um hier die notwendige Sicherheit und Stabilität zu geben.
Als ich meinen Beitrag über den Rudloff-Kratzbaum geschrieben habe, habe ich den Titel „gebaut für die Ewigkeit“ schon absichtlich so gewählt :-)

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Hier auf den unteren Bild seht ihr auch das bei einem der billigen Anbieter preiswerte Spannplatten verarbeitet wurde.

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Spanplatten bestehen aus Holzspänen, die mit Klebstoff verleimt zu einer Platte verpresst werden. Dies wäre bei einer reinen Massivholzproduktion nicht möglich. Als unbeschichtete Platte kommen sie nur im Fußbodenbereich oder als Bauplatte zum Einsatz. Das Holz für Spanplatten wird regional sehr unterschiedlich bezogen.

Wenn Kratzbäume die Gesundheit gefährden

Je nach Herkunft werden hier unterschiedliche Materialien und vor allem Kleber benutzt um die ganzen Materialen zu einer Platte zu verleimen. Das Grundmaterial sind Restholz aus der Holzindustrie (Schwarten, Späne u.a.), Waldindustrieholz, Spanplattenrecycling (Aufbereitung von alten Spanplatten) und Gebrauchtholz.
Aber sie haben alle eines gemeinsam sie enthalten Formaldehyd.

Formaldehyd, im speziellen Harnstoff-Formaldehyd kann für die Gesundheit der Katzen aber auch von uns Menschen gesundheitsgefährdend sein wenn der zugelassene Höchstwert von 0,1 ppm überschritten wird. Im übrigen wird Formaldehyd permanent abgegeben an die Umwelt – nicht nur für kurze Zeit sondern über die ganze Zeit der Nutzungsdauer.

Aus diesem Grund achtet nicht nur darauf wie stark die Sisalstämme sind, wie sie gefertigt sind sondern werft auch den einen oder anderen Blick auf die „Holzplatten“. Es könnte sich lohnen. Und nein, leider sagt mittlerweile das Herkunftsland nichts mehr darüber aus welches Material und welcher Kleber verwendet wurde.

Welche Kratzbäume sind empfehlenswert?

Ich habe Euch, weil es wirklich schwierig ist, hier einige Anbieter / Hersteller aufgelistet die man als empfehlenswert betrachten kann.

Es gibt auch bei Zooplus das eine oder andere wirklich gute, stabile Modell und es ist in einem durchaus preislich akzeptablen Rahmen.

Wir selber haben uns vor einiger Zeit von Zooplus den Kratzbaum Natural Paradies XL gekauft und sind mit dem überaus zufrieden, er steht nun seit einem Jahr bei uns im Haus und hat mittlerweile einige Kitten von uns überlebt sowie 5 große ausgewachsene Taubertalgrizzlys

Ihr habt hier nun ein „Bildchen“ mit den wichtigsten Punkten zusammengefasst

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