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Warum holt man sich ein Kätzchen vom Züchter?

Warum holt man sich ein Kätzchen vom Züchter?

wenn es doch so viele arme Kätzchen im Tierheim gibt. So lautete heute eine sehr interessante Frage in einer Facebook-Gruppe, der ich mich ein wenig annehmen will.

Just an Illusion vom Taubertal

Zu einem hat die Dame natürlich Recht, es gibt leider viel zu viele arme Kätzchen in den deutschen Tierheimen, die teilweise schon weit über ihren Kapazitäten liegen. Speziell in den Sommermonaten nehmen die Zustände in den Tierheimen katastrophale Zustände an.

Dies liegt zu einem sicher an den Menschen die sich so kurz vor dem Urlaub von ihren geliebten Vierbeinern trennen und einfach aussetzen aber auch an den Leuten, die ihre Katzen draußen nicht kastriert rumlaufen lassen und so für eine neue Generation „Katzenelend“ sorgen. àMeine Katze soll doch einmal Babys bekommen / Frühkastration

Entweder wird die schwanger Katze dann gleich beim nächsten Tierheim „über den Zaun geworfen“ oder die Tierheimmitarbeiter freuen sich über ein Paket das man ihnen des Nachts vor die Tür gestellt hat mit flauschigen kleinen Fellknäueln die noch nicht einmal die Augen offen haben.
Glück für die kleinen Dinger wenn es des Nachts nicht geregnet hatte und sie so halbwegs trocken von den Tierheimmitarbeitern aufgenommen werden können.

Aber warum holt man sich nun eine Katze von einem Züchter?

Wohl aus dem gleichen Grund warum nicht alle Menschen Opel fahren, weil sie eben eine gewisse Vorstellung von ihrem neuen vierbeinigen Mitbewohner haben.

Als Züchter, als seriöser Züchter hat man sich ja einer bestimmten Rasse gewidmet. Dies meist aus dem Grund weil man gerade diese Rasse liebt und entsprechende Zuneigung für genau diese Rasse hegt.
Eine jede Rasse hat ihre speziellen Merkmale, sei es nun vom Aussehen her oder aber auch vom Charakter und der seriöse Züchter ist bestrebt genau diese Merkmale zu erhalten und gegebenenfalls zu verbessern.

Er wird hier eine genaue Auswahl bei der Verpaarung treffen um genau dies zu gewährleisten, was aber voraussetzt das er sich sehr intensiv nicht nur mit der Rasse sondern auch mit dem Thema Genetik auseinander gesetzt hat.

Preiswerte Rassekätzchen aus dem Internet

Und hier trennt sich der Spreu vom Weizen wie man so schön sagt – Lieschen Müller aus dem Hinterhof interessiert das nicht, sie hat zwei Katzen deren Eltern angeblich Rasse XY waren, verpaart die miteinander – weil ja gleiche Rasse – und das Ergebnis verkauft sie dann bei ebay oder einem anderen Online-Tierportal als „reinrassige“ Katze.

Und nachdem täglich wieder ein neuer Idiot geboren wird, wird es auch einen geben der bei Lieschen Müller sich so eine tolle Rassekatze zu einem fantastischen Preis kauft. (wir wollen ihn mal Mäxchen nennen)

Nun hat Mäxchen eine ganz tolle Katze daheim aber dummerweise ist sie gar nicht so, wie es in diversen Rassekatzenbüchern beschrieben wird. Das Fell, das ist auch nicht so wie auf den Bildern in den diversen Büchern. In diversen Foren fragt er sich durch und erfährt das seine Katze zwar total niedlich ist aber eben keine Rassekatze wie er es wollte sondern eine Kreuzung aus einer Hauskatze und eventuell war mal eine Rassekatze unter den Vorfahren….aber Mäxchen hat noch Glück. Abgesehen von den 300 Euro Anschaffungskosten und den Kosten von über 400 Euro für den Tierarzt für diverse Krankheiten die sein Liebing in den ersten Wochen so hatte, blieb ihm größeres Leid erspart. Wie sehr hätte es ihn getroffen wenn seine vierbeinige Zuckerschnute an HCM oder PKD erkrankt wäre? Generkrankungen die seriöse Züchter aufgrund diverser teuren und aufwändigen Tests vermeiden können.

Und hier verlassen wir nun Mäxchen und wünschen ihm und seiner Zuckerschnute viele schöne gemeinsame Jahre.

Wie war das nun mit der Rasse?

Kleine Perserkätzchen in GlasschüsselAufmerksame Leser werden nun sagen „Ja, Moment mal, die Verkäuferin hat ihm doch gesagt das es reinrassige XY waren“. Das ist schon richtig, nur man kann viel sagen wenn der Tag lang ist aber von einer reinrassigen Katze kann man nur dann sprechen wenn von einem anerkannten Verband/Verein entsprechender Stammbaum ausgestellt wurde für dieses Tier.

Und hier wird nun auch die Frage beantwortet von einer anderen Dame, die mal in den Raum die Frage stellte „Warum überhaupt Stammbäume für Katzen“.

Der Stammbaum einer reinrassigen Katze ist vergleichbar mit dem Fahrzeugschein für ein Auto. Hier wurde alles dokumentiert, die ganzen Vorfahren, Zuchtbuchnummern, Geburtsdatum, Farbe, etc. nur damit lässt sich sicherstellen, dass dieses Tier eine Katze der entsprechenden Rasse ist.

Es wurde nun von einer anderen Dame angemerkt, dass aber Katzen mit Stammbäumen so teuer wären. Das ist nur bedingt richtig, eine reinrassige Katze kostet sicher etwas mehr als die von einem Vermehrer, aber hier macht nicht der Stammbaum den Preis aus, sondern die entsprechende Gesundheitsvor- und Nachsorge. Der Stammbaum selber kostet je nach Verein zwischen 12 und 30 Euro, ihr seht also – das ist kein Argument für den Kauf einer Katze ohne Stammbaum. Allerdings hat man hier die Sicherheit das man auch das bekommt was man möchte – eine gesunde Rassekatze.

Woher nun eine Katze?

Sommerhitze, Spiel. Spaß, Robofisch, TaubertalperserEs gibt aus meiner Sicht und meines derzeitigen Wissenstandes nur wirklich zwei Quellen, wo man sich eine Katze holen sollte. In erster Linie selbstverständlich beim Tierheim seiner Wahl, wenn man aber großen Wert auf spezielle Charaktereigenschaften / Aussehen hat sollte man sich an einen seriösen Züchter wenden. Hier helfen gerne die jeweiligen Katzenvereine gerne weiter.

Lohnenswert ist auch ein Besuch einer Katzenausstellung, hier hat man die Möglichkeit verschiedene Rassen mal hautnah kennen zu lernen und das eine oder andere Gespräch mit den Züchtern zu suchen.

Wenn Sie gerade auf der Suche nach einer Katze sind lesen Sie doch bitte auch meinen Beitrag „Woher soll mein Kätzchen kommen“ und „Guter Züchter/Schlechter Züchter“.

Geiz-ist-Geil

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