Futterumstellung bei Katzen – Taubertalperser

Futterumstellung von Trockenfutter oder „billigen“ Dosenfutter auf hochwertiges Nasdsfutter ist meistens ein großes Drama. Eine Katze, die jahrelang mit Fast-Food gefüttert wurde, ist nur sehr, sehr schwer davon zu überzeugen, dass sie nun bitte gesundes Katzenfutter zu sich nehmen solle.

Auch wenn ich diese Vergleiche zwischen Menschen und Tieren normal absolut nicht mag, ist es hier aber ganz praktisch für die etwas bildlichere Vorstellung.

Jedes Kind ist begeistert von diversen Burger-Ketten und liebt Pommes und Burger. Lasst ein Kind wählen zwischen Pommes und Salat wird es mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Pommes tendieren.

Auch wenn es die Wahl hätte zwischen Kartoffelsalat und Pommes würde die Wahl zugunsten der Pommes ausfallen. Warum ist dies so? Sind doch die gleichen Ausgangsprodukte. Ja, nur das eine wurde erhitzt und mit Fett (Geschmacksträger) und Salz (Geschmacksverstärker) gewürzt.

Ähnliches kann man beim Katzenfutter beobachten auch hier kommt Fett (als Geschmacksträger) zum Einsatz und statt Salz verwendet man Leber oder auch Leberpulver (bei Trockenfutter) um die Katze zum fressen zu animieren.

Einem Kind würde man nun versuchen zu erklären, dass es auch mal gesunde Sachen essen muss. Einer Katze kann man es zwar erklären aber im Besten Falle wird sie einen nur angucken und „miauuuuu* :-)
Sie versteht es nicht und ist unzufrieden weil sie nicht ihren „Burger mit Pommes“ bekommt.

Und ehrlich, ich kann sie ein Stück weit verstehen – ich hab auch lieber einen leckeren Pulled Pork Burger mit Pommes vor mir als eine Schüssel Blattsalat und da kann er noch so knackig sein.

Konsequenz und Hartnäckigkeit bei Futterumstellung

Das A und O bei einer Futterumstellung ist immer einmal mehr hartnäckig zu sein als die Katze. Klingt amüsant auf den ersten Blick, aber wer schon einmal eine Futterumstellung hinter sich gebracht hat weiß, dass dies alles andere als lustig ist.

Futterumstellung, Ernährung, Katzenernährung, Katzenblog, Taubertalperser, Katzen

Ich kann euch versichern, Katzen können unheimlich störrisch und bockig sein wenn es um ihr gewohntes Futter geht.

Aber was wir als bockig bezeichnen ist eigentlich bei der Katze ihre Neophobie, die Angst vor neuen Futter. Einer der Gründe, warum man gerade in der Kittenzeit häufig verschiedene Futtersorten verwenden sollte um hier späteren Problemen entgegenzuwirken.

Stellt euch vor eure Katze frisst nur das Futter von XY und ab morgen verwendet XY eine komplett andere, neue Rezeptur bei seinem Katzenfutter oder aber stellt es gar nicht mehr her. Da werdet ihr auch ein großes Thema haben. Und eine Rezepturänderung kommt öfters vor als man denkt. Was für euch vielleicht nur eine marginale Änderung darstellt kann für die Katze mit ihren weitaus besseren und vor allem sensibleren Geschmackssinn schon der Untergang der Welt bedeuten.

Und um diesem vorzubeugen und auch manches auszugleichen empfehle ich u.a. immer wieder „Bitte füttert eure Katze mit Futter von verschiedenen Herstellern“.

Aber wenn ihr bei der Futterumstellung nun schon ein paar Tage bereits durchgehalten habt und dann wieder zum altbewährten Futter greift – weil ihr genervt seid, weil ihr Angst habt eure Katze „verhungert“ sonst – geht davon aus, dass es bei einem weiteren Versuch noch mal länger dauert.

Denn wenn einmal etwas funktioniert hat, funktioniert es noch ein weiteres Mal. Und wenn sich Katzen sonst nichts merken, aber DAS merken sie sich ganz genau.

Hier sind uns, ich gebe es ungern zu, Katzen uns haushoch überlegen. Die wissen ganz genau wann was und vor allem wie funktioniert. Von ein paar Ausnahmen abgesehen ;-)

Wenn ihr den Eindruck habt sie frisst nichts – achtet auf den Kotabsatz. Wer auf das Klo geht und entsprechende Häufchen macht, futtert auch. Denn wenn oben nichts rein, dann geht hinten auch nichts raus ;-)

Es werden bei einer Futterumstellung bei der einen oder anderen Katze echt harte Tage auf einen zukommen. Aber diese Tage lohnen sich in Hinblick auf das Wohl und die Gesundheit eures Lieblings.

Ich wünschte ich hätte vor Jahren mein jetziges Wissen und meine Hartnäckigkeit gehabt, dann hätte ich mir so einiges erspart.

Mehrere Wege zur erfolgreichen Futterumstellung

Es gibt mehrere Methoden, die zum Ziel führen. Für welche ihr euch entscheidet, diese Entscheidung kann euch keiner abnehmen, die müsst ihr selber treffen. Ihr kennt euer Tier besser und könnt eher dies einschätzen.

Die sanfteste Methode ist sicherlich das preiswerte Futter mit neuem hochwertigem Futter zu versetzen. Zuerst nur einen Teelöffel voll mit dem neuen Futter beigeben und dies dann steigern.

Allerdings habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass diese Methode nur bedingt funktioniert und von 10 Katzen können vielleicht 2 so umgestellt werden auf höherwertiges Futter.

Die etwas radikalere Methode ist sicherlich, der Katze gleich das neue Futter vorzusetzen. Frisst sie es gleich hey super, war ja einfach :-)

Schleckt sie es nur ab oder versucht es zu verscharren – gut Ding braucht Weile. Futter stehen lassen, wer Hunger hat geht da schon dran. Bei der nächsten Fütterung wieder dieses Futter (nur halt in frisch) hinstellen.

Wenn sie nicht gerade extrem übergewichtig ist schadet ihr kurzfristiges hungern absolut nicht (man denke nur an Operationen bei denen die Katzen zuvor nüchtern sein müssen). Und Katzen sind keine Hunde. Während Hunde sich gierig auf ihr Futter stürzen und ihren Teller leeren sind Katzen reine Häppchen-Fresser. Jetzt 2 Bissen, dann gehen sie weg um nach 1 Minute wieder zu kommen und weitere Bissen zu sich zu nehmen.

Bei extremem Übergewicht der Katze würde ich persönlich, falls sie nicht ans Futter drangeht und nicht mal dran schleckt zu Möglichkeiten tendieren ihr das Futter umami zu machen.


Special Aktionen 728x90

Was ist dieses „umami“?

Als umami wird der 5. Geschmackssinn bei uns Menschen bezeichnet, kommt aus dem japanischen und bedeutet grob übersetzt „köstliche“ und lässt uns sprichwörtlich das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Bereits 1908 entdeckter der Japaner Kikunae Ikeda diese Geschmacksart und bezeichnete sie als „umami“ (wohlschmeckend, köstlich).

Umami verstärkt keine der vier gängigen Geschmacksrichtungen wie süß, sauer, salzig und bitter, kann somit auch nicht aus diesen zusammengesetzt werden.

Die Wahrnehmung von „Umami“ erfolgt vorwiegend im Rachenraum. Der Umamigeschmack wird vor allem beim Verzehr eiweißreicher Nahrung empfunden und wird den Salzen der L-Aminosäure Glutamat zugeschrieben. Glutamat steigert den Eigengeschmack der Nahrung („Geschmacksverstärker“).

Glutamat ist die in Proteinen am häufigsten vorkommende Aminosäure und wird als „Geschmacksverstärker“ vielen verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt.

Und genau diesem Umami können wir uns bei der Futterumstellung von unseren Katzen bedienen.

Bierhefeflocken und Parmesan

Allerdings nehmen wir natürlich kein Glutamat für unsere Katzen und kippen es über das Futter sondern wir verwenden, für die Katzen weitaus bekömmlichere Produkte wie Parmesan oder auch Bierhefeflocken, was genau diesen Effekt bei ihnen auslöst wie Glutamat bei uns Menschen J

Ich denke ich brauche nicht zu sagen wo ihr Parmesan bekommt, Bierhefeflocken bekommt ihr in diversen  Reformhäusern oder auch der eine oder andere Supermarkt hat es auch in seinem Sortiment. Bei Discountern habe ich sie noch nicht entdeckt.
Solltet ihr so wie ich, auf dem Lande wohnen und keinen entsprechenden Laden in der Nähe haben könnt ihr Bierhefeflocken auch online bei Amazon & Co. bestellen.

Eine Prise Parmesan / Bierhefe über das Futter können oft Wunder bewirken und wenn ihr dann noch einen Schluck warmes Wasser darüber kippt verstärkt dies noch den Geruch und eure Katze hat auch noch etwas zum Schlabbern.

Warum anstrengen wenn es auch einfach geht?

Schlabbern ist auch so ein Stichwort.

Viele Katzenhalter verzweifeln und meinen ihre Katze frisst nur Katzenfutter mit Soße. Ja glaube ich sehr gerne, meist ist das preiswerte Futter mit schöner brauner Soße, damit es für uns Menschen appetitlich aussieht (das diese Soße mit karamellisierten Zucker gemacht wurde sei nur nebenbei erwähnt).

Soße und klitzekleine Stückchen sind aber viel leichter zu schlabbern, man braucht sich nicht anstrengen. Es ist leicht.

Auch hier ist es mehr oder weniger ein Gewohnheitseffekt und die Bequemlichkeit. Wir alle lieben lieber den einfachen Weg als uns anzustrengen. Ist natürlich.

Warum sollte dies bei Katzen anders sein?

Um hier den Übergang für die Katzen leichter zu gestalten empfiehlt es sich einen Schluck warmes Wasser darüber zu leeren.

Meist ist in der Verpackung noch ein kleiner Rest vom Futter, dies mit warmen Wasser ausspülen, über das Futter, dies ein wenig zerteilen und schon hat man es weitaus feuchter als sonst.

Kann man im Übrigen so beibehalten.

Abgesehen davon, dass man so auch den Rest des Katzenfutters aus der Dose bekommt hat die Katze gleich noch mal zusätzliche Feuchtigkeit aufgenommen und wir wissen alle, dass Katzen von Natur aus eher trinkfaul sind.

Alternativ kann man Soße auch ganz gut selber machen :-)

Soße selber machen

Es gibt viele Wege die nach Rom führen – alternativ zur Futterumstellung und einer dieser Knackpunkte ist vielfach die berühmte „Soße“.

Wenn dies aber der einzige Punkt ist woran es scheitern würde – gut, dann machen wir unsere Soße eben selbst ohne künstlichen Geschmacksverstärkern und garnieren damit das hochwertige Nassfutter.

Meine Freundin Miriam von katzen-fieber hat da ein tolles Rezept entworfen. Ich gehe da ein klein wenig einen anderen Weg und mache meine Soße wie folgt

Futterumstellung, Ernährung, Katzenernährung, Katzenblog, Taubertalperser, KatzenZutaten:

Rinderknochen / Hühnerknochen
Gänseschmalz
Meersalz
optional 1 Karotte

Zubereitung:

Rinderknochen mit einem Tick Gänseschmalz rundum anbraten, mit Wasser ablöschen so dass die Knochen schön mit Wasser bedeckt sind. Ein paar Körnchen Meersalz dazu und nun so lange auf kleiner Stufe köcheln lassen (nicht kochen!) bis das Fleisch im wahrsten Sinne des Wortes vom Knochen fällt. Je nach Lust und Laune gibt’s dann auch noch eine Karotte dazu wobei die hauptsächlich etwas fürs Auge ist ;-)
Nun fische ich die Knochen aus der „Brühe“ und reduziere diese noch etwas und lasse sie dann abkühlen. Portionieren und entsprechend verwenden. Wenn ihr mehr gemacht habt ist dies kein Problem, es lässt sich problemlos einfrieren und bei Bedarf holt man es aus dem Froster.

Hilfe, meine Katze ist ein Trockenfutterjunkie!

Futterumstellung, Ernährung, Katzenernährung, Katzenblog, Taubertalperser, Katzen

Vielfach liest man auch, dass Katzen wahre Trockenfutterjunkies sind. Und auch hier arbeiten die Hersteller mit dem vorher erwähnten Umami-Effekt.

Hier wird hauchdünn auf das Trockenfutter ein Gemisch aus Leberpulver und Fett aufgetragen um die Katzen an dieses Trockenfutter ran zu bekommen (übrigens auch ein Grund warum bei Trockenfutter Konservierungsstoffe zum Einsatz kommen, es würde sonst das Fett „ranzig“ werden)

Hier kann man für die Katzen in der Umstellungsphase Trockenfutter zerkleinern und über das neue Nassfutter streuen. Ähnlich wie Bierhefe und Parmesan. Der gleiche Effekt.

Funktioniert auch ganz gut mit den gefriergetrockneten Snacks – von denen hat man ja immer am Ende so klitzekleine Krümel in der Dose – einfach über das Futter und schon freut sich die Katz.

Zusammenfassung zur Futterumstellung

+ hartnäckig / konsequent bleiben

+ In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt, so auch bei der Futterumstellung

+ neues Futter dem gewohnten Futter beifügen

+ neues Futter attraktiv machen (Parmesan / Bierhefe / Trockenfutterkrümel / selbstgemachte Soße)

Und noch ein paar persönliche Abschlussworte

Keiner kann irgend jemanden vorschreiben, wie er eine Futterumstellung vorzunehmen hat. Man kann nur Anregungen und Ideen liefern.
Die Umsetzung muss schon an anderer Stelle erfolgen.

Auch ob man seine Katze auf hochwertiges Nassfutter umstellt oder nicht, ist jeder Frau/Mann selber überlassen.

Ich kann hier nur von meinen Erfahrungen und Erlebnissen schreiben und würde mich freuen wenn der eine oder andere nicht auf so brutale unnötige Art lernen müsste wie ich es getan habe.

Auch kann ich nur von mir schreiben wie positiv sich die Umstellung auf höherwertiges Nassfutter bei meinen Katzen ausgewirkt hat. Abgesehen von der tollen Fellqualität sind sie nun weitaus aktiver und bewegungsfreudiger als zuvor und das sie auch mit Begeisterung fressen.

Es liegt an euch was ihr mit diesen Informationen und eurem Wissen macht aber eines kann ich euch garantieren, es lohnt sich auf jeden Fall :-)

Ein Gedanke zu „Futterumstellung bei Katzen – Taubertalperser

  • 25. Mai 2019 um 12:42
    Permalink

    Vielen Dank liebe Andrea für den Tipp mit Parmesan und Bierhefe das werde ich mal probieren heute noch!
    Ich hab einen Maine Coon und eine Ekh….während die Ekh ziemlich brav mit Futter ist ( Frisst nicht alles und muss sie auch nicht) treibt unser Cooni mich fast in den Wahnsinn seit 1 Jahr und er ist erst 15 Monate alt!
    Bei mir gibts kein Trockenfutter und vom Nass hab ich schon alles alles versucht…..
    Nachdem mit 10 Monaten Forl beim Cooni festgestellt wurde bin ich los und hab ihm Royal canin Kittenbeutel mit Gelee besorgt und das ist das einzige was er frisst….
    Kauf immer hochwertiges katzenfutter für meine Ekh Maus aber die kuckt er nicht an! Zurzeit hab ich Ocanis und Granapet Symphonie hier aber Herr Cooni verlangt Kittenbeutel …..
    Hab ihn von einer Züchterin die ihm nur Trockenfutter von Royal canine gab….aber Trockenfutter frisst er auch nicht mehr, das hab ich ihm abgewöhnt
    Lg aus Tirol

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.