Wenn Naschkatzen unterwegs sind – Taubertalperser on Tour

In Wien unterwegs

Ein jeder, wenn er an Wien denkt, denkt spontan wenn es um kulinarische Genüsse geht natürlich in erster Linie an das Wiener Schnitzel (nur echt im Übrigen als Kalbsschnitzel ansonsten ist es ein Schnitzel Wiener Art), Kaiserschmarrn, Apfelstrudel und Sachertorte.

Aber Wien ist mehr, viel mehr!

Herzhaft essen in Wien

Ich könnte euch nun von den diversen Würstelständen erzählen, deren Geschichte weit ins 18. Jahrhundert zurückzuführen ist. Würstelstände bei denen es eine sagenhafte Burenwurst oder die typische Wiener Käsekrainer gibt (bitte achtet hier aber darauf das die gegrillt/gebraten wurde – gekocht ist im wahrsten Sinne des Wortes Käse).

Der Wiener isst sein „Burnhäutl“ am liebsten im mit einem Scherzl und einen 16erBlech.

Als Scherzl ist der Anfang bzw. das Ende eines Brotes gemeint und das 16er-Blech ist ein Ottakringer Bier, das seinen Namen dem 16. Wiener Gemeindebezirk verdankt, in dem der Hersteller seinen Stammsitz hat.

Wer es eher gediegen möchte dem lege ich das Plachutta ans Herz bei dem es den original Wiener Tafelspitz in ausgezeichneter Qualität gibt.

Beim Plachutta kann man fein speisen wie der Wiener gerne sagt und nebenbei bemerkt ist Plachutta auch Verfasser einiger sensationeller Wiener Kochbücher* die in keinem Schrank fehlen sollten.

Tafelspitz Wien Taubertalperser on TourAber Wien ist einfach viel mehr, Wien ist süß, Wien ist Genuss, Wien ist das Himmelreich für Naschkatzen.

Und heute möchte ich euch eine typische Wiener Spezialität vorstellen, die es nicht im Kaffeehaus gibt sondern in fast jeden Lebensmittelhandel.

Wenn ihr also in Wien seid, schaut doch mal in einen Laden rein, geht zielstrebig auf das Süßwarenregal zu und da werdet ihr sie entdecken

Die Schwedenbomben von Niemetz

Im Jahre 1926 erfand der Linzer Konditormeister Walter Niemetz die wunderbaren Schwedenbomben, die uns noch heute erfreuen.

Und bevor man hier „rassistische“ Motive für die Namensgebung vermutet, diese wunderbaren Köstlichkeiten haben den Namen in Anlehnung an einen schwedischen Freund von Walter Niemetz erhalten, der bei der Entwicklung tatkräftig unterstützend mitgewirkt hatte.

Es folgte ein beispielsloser Siegeszug dieser Schwedenbomben und Walter Niemetz bewies in all den Jahren ein unglaubliches Geschick für ein vernünftiges Marketing und Werbung.

Schnell wurde die Schwedenbombe einer der beliebtesten Süßigkeiten in Österreich und hat viele Millionen Österreicher seitdem erfreut.

Es gab in der Firmengeschichte viele Höhen aber auch einige Tiefen.

Niemetz, Schwedenbomben, TV, WienLeider besaß die Tochter von Walter Niemetz nicht dieses unglaubliche Marketingtalent ihres Vaters und es kam wie es kommen musste, das Unternehmen kam in immer größer werdende finanzielle Nöte.

Bis es eines Tages einfach nicht mehr ging. Es musste Insolvenz für das Traditionsunternehmen angemeldet werden.

Es sollte das Aus für die Niemetz-Schwedenbomben bedeuten.

Oder vielleicht doch nicht?

Rettet die Schwedenbomben!

Die Nachricht der Insolvenz schlug im wahrsten Sinne des Wortes ein wie eine Bombe, nur keine Schwedenbombe.

Hier sind wir Österreicher etwas speziell, sehr speziell sogar.

Flugs wurde bei Facebook die Gruppe „Rettet die Schwedenbombe“ gegründet und binnen kürzester Zeit waren tausende Personen Mitglied dieser Gruppe.

Ohne unsere Schwedenbomben? Ohne uns!

Rettungsaktion SchwedenbombeEs wurden Schwedenbomben gekauft was das Zeug hielt, es gibt sogar einen Schwedenbombensong.

Aufgeschreckt durch diese Aktion wurden auch einige Radiosender und beteiligten sich an dieser Aktion und riefen zum „Tag der Schwedenbombe“ auf um gegen 13 Uhr zu verkünden dass es keinen einzigen Laden mehr gab in dem es Schwedenbomben gab. Alle Regale leergekauft :-)

Wie gesagt, da sind wir speziell :-)

Lange Rede kurzer Sinn, diese Aktion machte auch auf internationaler Ebene von sich reden und bei so viel Liebe und Begeisterung für die Schwedenbombe, fand sich doch tatsächlich ein Investor um Niemetz zu retten.

Seitdem sind die Schwedenbomben in Besitz von Heidi Chocolat AG, was aus meiner Sicht eine absolute Win-Win-Situation für beide Seiten ist.

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Das alte Gebäude in Wien-Rennweg konnte man leider nicht retten, da es bereits lange davor schon verkauft war aber es wurde ein neuer Standort gesucht und das passende Objekt vor den Toren Wiens gefunden.

In Wiener Neudorf steht nun ein schmuckes neues Produktionsgebäude mit angrenzenden Shop sowie einen extra Raum in dem nun auch Workshops stattfinden können.

Und so einen Workshop habe ich bei meinen Wien-Aufenthalt besucht :-)

Der Schwedenbomben-Workshop

Also das ist für euch der ultimative Freizeittipp falls ihr auch solche Naschkatzen seid. Ich hatte mir vielleicht den heißesten Tag des Jahres ausgesucht und ich war darüber nicht mal so unglücklich – die Räumen sind fantastisch klimatisiert .

Haus der SchwedenbombeSehr auf Sicherheit und Hygiene bedacht werden hier die Teilnehmer nicht nur ausgesprochen höflich und wirklich lieb begrüßt (an dieser Stelle möchte ich besonders die wirklich liebreizende Workshop-Leiterin hervorheben) sondern auch mit den örtlichen Hygieneregeln vertraut gemacht.

Die junge Dame, die souverän durch diesen Workshop führte war wirklich ausgesprochen liebreizend und unheimlich darauf bedacht das wir nicht nur alle gut versorgt waren, sondern auch das unsere selbstgebauten Schwedenbomben nach was aussahen ;-)

Apropos versorgt.

Auf dem Tisch vor unserem Platz stand für einen jeden nicht nur eine Flasche Mineralwasser bereit, sondern auch Schwedenbomben, Manja und Sweedy.

Manja und SwedyHier musste ich rasch ein Foto meinen Mann schicken mit den Worten „Ich glaub ich bin im Paradies“ :-)

Einleitend zum Workshop wurde uns sehr viel über die Geschichte von der Schwedenbombe erzählt und auch ein paar kleine Fun-Facts.

Wisst ihr eigentlich wieviel Kalorien so eine unglaubliche Köstlichkeit hat? Ihr werdet es nicht glauben aber so eine Schwedenbombe hat gerademal 70(!!!) Kalorien.

Da sündigt man doch gerne einmal, oder? ;-)

Unsere Workshop Leiterin gab uns genaue Instruktionen und Ratschläge und dann durften wir uns hier richtig austoben.

Schwedenbombe PinguinEs war ausgesprochen amüsant und auch lehrreich und es war ausgesprochen kurzweilig.

Nun habe ich daheim nicht nur eine Urkunde als „Ehrenkonditormeister“ sondern auch eine wunderbare Erinnerung an einen lustigen, amüsanten Vormittag bei Niemetz :-)

Falls ihr also auch einmal in der Gegend seid, ihr könnt so einen Workshop online buchen und von meinem Lieblingshotel der Eventpyramide in Vösendorf sind es nur wenige Minuten – also wirklich wenige Minuten, ich glaub bei grüner Ampelphase 8 Minuten :-)

Adressen:

Plachutta – Stammhaus Hietzing, Auhofstraße 1, 1130 Vienna, Tel.: +43 1 877 70 87 0 – hietzing(at)plachutta.at

Niemetz Shop Wr. Neudorf (Workshop) -IZ-NÖ Süd, Straße 2c/2f, Obj. M52, 2355 Wiener Neudorf, Telefon: +43 1 795 45 36


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