Nachts, wenn alles schläft… -Taubertalperser

Vor Jahren, nach einer mal wieder schlaflosen Nacht hatte ich mich hingesetzt und eine kleine Geschichte geschrieben. Hier will ich euch sie kurz vorstellen und hoffe sie gefällt euch.

Nachts wenn alles schläft….

…..wollen wir bei euch sein

Ein schöner Abend ging vorüber und langsam aber sicher machte sich Müdigkeit breit. Diese angenehme Müdigkeit, die einen aufforderte ins Bett zu gehen zumal man ja am nächsten Tag wieder arbeiten gehen musste. Friedlich lagen vier Katzen in ihren Körbchen und träumten von großen Abenteuern und wilden Mäuseverfolgungsjagden, doch das betätigen des Lichtschalters ein fröhliches „Schlaft gut ihr Mistviechers“ reichte aus um sie aus dem tiefen Schlaf zu holen und ihnen ein Startsignal zu geben.

Gespannt wartete Maxi, die Chefin der Katzenbande, bis ihr weiblicher Dosenöffner aus dem Bad kam und schon setzte sie zum Sprint an um noch vor ihr ins Schlafzimmer zu gelangen. Doch heute….heute war ihr Dosi schneller und die Tür ging vor ihrem Näschen zu. Aber es wäre doch nicht Maxi wenn sie da nicht einen Weg wüsste.

NachtsMaunzend setzte sie sich vor die Tür und harrte der Dinge. Von ihrem Maunzen angelockt versammelten sich dann noch die anderen Katzen, Keno B.B. und Zwergi, vor der Tür. Frei nach dem Motto „Nur gemeinsam sind wir stark“ stimmten sie in ein wahrhaft himmlisches Katzenkonzert an. Himmlisch aber nur für ihre Ohren. Entnervend für die im Schlafzimmer liegenden Dosis die so gerne in das Land der seligen Träume entgleiten wollten. „Nun mach schon endlich die verdammte Türe auf“ brummelte der männliche Dosi worauf der weibliche Dosi zurückknurrte „Nee lass mal die hören schon von selber auf“. Nach weiteren 5 Minuten und des mittlerweile gestarteten Versuches unter der Türe sich „durchzugraben“ krabbelte der weibliche Dosi doch aus dem Bett und öffnete die Tür.

Maxi, ganz stolz darauf schlenderte nun gemütlich ins Schlafzimmer, stolz erhobenen Hauptes, den Schwanz steil in den Himmel gereckt „Seht ihr ich wusste es doch – warum nicht gleich“ so vor sich hinmaunzend schlenderte sie rund ums Bett und schaffte es noch vor dem weiblichen Dosi in ihrem Bett zu sein. Schnell auf das Kopfkissen gesprungen, das Kopfkissen mit den Pfötchen in Form gebracht und mit einem zufriedenen, leicht diabolischen Grunzen mitten auf das Kopfkissen platziert. Das „Nein Maxi, geh weg, das ist mein Kopfkissen“ wird mit einer hartnäckigen um nicht zu sagen phlegmatischen Ruhe ignoriert.

Resignierend wird nun vom weiblichen Dosi die Kopfkissenbelagerung akzeptiert und als sie es sich dann für die Nachtruhe bereit gemacht hat und im Bett lag war es Zeit für Zwergi ihre Liebesbezeugungen, die man nur Nachts zeigen kann, unter Beweis zu stellen. Lautes Schnurren ins Ohr vom weiblichen Dosi ist nur der Start für „Köpfchen geben“. Aber nicht sanft, nein….das wäre doch zu simpel. Der Kopf von Zwergi verwandelt sich wie von Geisterhand in eine Bowlingkugel und wird mit so einer Wucht gegen den Kopf von Dosi gerammt als gelte es 9 Pins auf einmal umzuwerfen. „Pock“……“Pock“ und noch mal „Pock“. Jetzt ist Dosi soweit das ein „Ist ja gut Zwergi“ ertönt und das Köpfchen gekrault wird und wehe die Hand wird zurückgezogen, dann geht es gleich wieder von vorne los „Pock“….“Pock“….so lange bis Zwergi meint okay es reicht.

So von den ganzen Geschehnissen hat unauffällig Keno, der mehr als 8kg schwere Perserkater, den Schauplatz erreicht und mit einem gezielten Sprung die Beine vom weiblichen Dosi „erlegt“. Zufrieden über sein Werk und mit stolzem Blick beginnt nun er, trettelnd und vor sich hinmaunzend sein Schlafgemach vorzubereiten. Das darunter aber Dosi liegt wird mit stoischer Ruhe ignoriert. Leicht entnervt wird nun mit einer Hand Zwergi gekrault mit der anderen Keno, während Maxi sanft grunzend bereits entschlummert ist. „Ist ja gut Keno, nun leg dich endlich nieder“, „Ja Zwergi ich hab dich auch lieb“….nach weiteren 30 Minuten kehrt so langsam aber sicher Ruhe ein und auch der weibliche Dosi darf nun einschlafen und selig vor sich hinschlummern.

Die Zeit verrinnt unaufhörlich, nur mehr das ticken des Weckers, das friedliche Schnurren der Katzen und das leichte Schnarchgeräusch der Dosenöffner durchdringt die Stille bis…..ja bis um 2 Uhr früh. Oder war es gar schon drei Uhr? Von lauten Grunzen und „Wähh….geh weg“ wird der weibliche Dosi geweckt. B.B. fand die heraushängende Hand vom männlichen Dosi so anregend, dass die gleich mal mit der Zunge bearbeitet werden musste. Sie muss doch ordentlich geputzt werden……. meinte B.B. zumindest. Nachdem die Hand in Sicherheit, sprich unter die Bettdecke gebracht wurde, zog sie schmollend davon. Aber nun hatte Zwergi erkannt das der männliche Dosi doch munter ist und…..begann ihm zu zeigen wie sehr sie ihn doch lieb hat. Lautes Schnurren, gefolgt mit Köpfchen geben……“Pock“, „Pock“….“Ja ist ja gut Zwergi ich hab dich auch lieb“ ertönt es nun grunzend vom männlichen Dosenöffner. Endlich, nach schier endlos erscheinenden 10 Minuten kehrt so langsam aber sicher wieder Ruhe ein. Stille macht sich wieder breit, die hin und wieder nur von leichten Schnarchgeräuschen unterbrochen wird. Unaufhörlich tickt der Wecker.

Es ist 5.30 Uhr Zeit Streicheleinheiten einzufordern und das diesesmal von Maxi. Sanft wird mit der Pfote nun die Nase vom weiblichen Dosi bearbeitet. „Klopf, klopf“, „nun wach doch auf und streichel mich“, „Klopf, klopf“. Der Versuch, die Nase aus der Reichweite von Maxis Pfote zu bringen wird großzügig ignoriert. Sanft aber doch bestimmten zieht nun Maxi mit ihrer Pfote Dosis Nase wieder in entsprechende Position. Nach mehrmaligen Versuchen vom weiblichen Dosi dies zu ignorieren wird nun ihrem Wunsch nachgekommen und Maxi’s Köpfchen gekrault. „Ja Maxi, ist ja gut, du bist eh meine einzige“ was mit einem zufriedenen „puuuuurrrr“, „puuuuuurrrr“ von Maxi’s Seite aus kommentiert wird. Zufrieden mit den Streicheleinheiten zieht nach endlos scheinenden Minuten nun Maxi ab und überlässt nun wieder Zwergi das Feld. Die auch gleich darauf erscheint ihr nun ihr „Ich hab euch ja soooooo lieb-Spiel“ mit den Dosis spielt……“Pock“, „Pock“.

Entnervt geben nun die Dosis auf und stehen auf…..wie jeden Tag wird nun der Wecker frühzeitig abgestellt und schlaftrunken erheben sich die zwei Menschen. Nun ist es Zeit für die Rasselbande das komplette Bett zu erobern und sich mit einem zufriedenen grunzen darin breit zu machen – sie hatten ja eine so anstrengende Nacht – zufrieden rollen sie sich ein und entschwinden in das Reich der Träume wohl wissend das es nächste Nacht wieder so sein wird und das „Nächste Nacht bleibt ihr aber aus dem Schlafzimmer raus“ ist nichts anderes als der schwache Versuch der Dosis wieder die Herrschaft über ihr Bett zu erlangen.

*Puuuuuurrrrr*

Nachts, wenn alles schläft
©Aurel Voigt

©a.frank



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