Tip der Bundestierärztekammer: Liebesleid für die Katz

Berlin (BTK) – Jedes Jahr im Frühjahr appelliert Bundestierärztekammer an Katzenhalter, ihre freilaufenden Tiere kastrieren zu lassen, um das Elend verwilderter Katzen einzudämmen. Aber sollten Katzen nur zur Unterbindung der Fortpflanzung operiert werden? Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation, und welche Vor- oder Nachteile hat das Ganze für die Katze?

Liebesleid für die Katz

„Leider sind viele Katzenhalter noch der Meinung, eine Kastration sei Tierquälerei und gegen die Natur des Tieres, weil man ihm den Geschlechtstrieb und das Mutterdasein nimmt. Doch für Tiere bedeutet der Geschlechtstrieb vor allem Stress“, erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.

Cindy_Crawford_vom_Taubertal_206Besonders bei weiblichen Katzen in der „Rolligkeit“ sei dieser Stress ausgeprägt und auch für die Besitzer anstrengend: Die Katze ist ständig unruhig, wälzt und rollt sich hin und her und schreit schrill wie ein Baby nach Katern. Sie will nicht fressen und nimmt zum Teil stark ab. Wird sie nicht gedeckt, kann es durch die hormonellen Veränderungen im Körper sogar zu Erkrankungen wie Zysten, Dauerrolligkeit, zu Gesäugetumoren oder Gebärmutterentzündung kommen. Ein Risiko, das bei Wohnungskatzen übrigens noch größer ist, da sie nicht selten dauerrollig werden können.

Aber auch kastrierte Kater leben stressfreier und länger. Mantel: „Auf der Suche nach einer Partnerin streunen Kater umher, legen nicht selten weite Strecken zurück und laufen so Gefahr, überfahren oder in Wald und Flur vom Jäger erschossen zu werden. Daneben führen sie oft blutige Revierkämpfe und ziehen sich dabei gefährliche Wunden zu.“ Nicht außer Acht gelassen werden sollte auch die Tatsache, dass kastrierte Kater auf das übelriechende Markieren verzichten.

Von Kastration spricht man, wenn die Keimdrüsen, also die Hoden beim Kater und die Eierstöcke bei der Kätzin (und oft auch die Gebärmutter) vollständig entfernt werden. Eine Sterilisation ist dagegen die Durchtrennung der Ei- und Samenleiter. Das führt zwar zur Unfruchtbarkeit, Geschlechtshormone werden aber weiterhin produziert, die Rolligkeit der Kätzin und das Harnspritzen oder die Revierkämpfe des Katers bleiben bestehen.

Über den richtigen Zeitpunkt der Kastration berät der Tierarzt: Katzen werden in der Regel mit dem fünften Monat das erste Mal rollig, operiert wird dann circa eine Woche nach Abklingen der Rolligkeit. Kater sind meist mit sechs Monaten geschlechtsreif.

Viele Katzenhalter treibt die Sorge um, dass ihr „Mohrle“ nach der Kastration rapide an Gewicht zulegt. „Weil die Katze etwas ruhiger wird und der Hormonzyklus wegfällt, sinkt auch der Energiebedarf und der Stoffwechsel wird verlangsamt. Damit Mieze nicht zu dick wird, ist es also besonders wichtig, auf die Ernährung zu achten. Auch der behandelnde Tierarzt berät gerne zu diesem Thema“, so Mantel.

Lesen Sie zu diesem Thema bitte auch folgende Beiträge

  • Kastration – Mhytos und Wirklichkeit –>   Link
  • Frühkastration –> Link
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