Wie ehrlich ist man als Blogger? – Teil 2 – Taubertalperser

Als ich meinen Beitrag vor wenigen Wochen veröffentlichte ahnte ich nicht welch Lawine ich losgetreten hatte. Ehrlichkeit währt am längsten, ein Spruch aus meiner Kindheit scheinen viele nicht zu kennen oder zu verdrängen oder darauf zu pfeifen….. ich weiß es nicht. Aber anders kann ich mir nicht erklären was dann alles so passierte.

Hier in diesem Beitrag geht es um diese Unehrlichkeit die allerdings nicht nur bei Bloggern zu finden ist sondern sich quer durch alle Bevölkerungsschichten zieht. Auf einige werde ich hier in diesem Beitrag eingehen.

Unehrlichkeit gibt es nicht nur bei Bloggern

ehrlicher Blogger taubertalperserIn meinem ersten Beitrag habe ich über Blogger geschrieben die nicht nur abkupfern sondern auch ganz ungeniert diverse Firmen „anbetteln“ für Gratisprodukte.

Abgesehen davon, das man sobald man „bettelt“  bei den meisten Firmen eh schon unten durch ist, ist es ganz witzig für ehrliche Blogger dies mitzubekommen. Da kann es schon sein das einen Firmen bei Messen erzählen „ Ja die/der von XY war schon da und hat uns angebettelt“.

Da steht man dann da und überlegt soll man nun lachen, sich ärgern oder einfach nur Mitleid haben. Mitleid mit Personen die es so notwendig haben wegen einem kleinen Filzspielzeug zu betteln, wie bei der Faszination Heimtierwelt erlebt.

Ich muss aber gestehen meist überwiegt das Lachen. Zumal man dann natürlich auch erfahren hat das „man“ auch eine Mitfahrgelegenheit suchte um überhaupt dorthin zu kommen.

Es hat sich bei vielen Bloggern „etabliert“ eine Facebookgruppe zu generieren. Macht ja auch teilweise Sinn.

Gleichgesinnte, die sich über diverse Themen des Blogs unterhalten, ein besseres Feedback kann man eigentlich gar nicht haben. Vor allem sind diverse Gruppen eine wahre Inspiration für den einen oder anderen Blogger ich hole mir selber immer wieder die eine oder andere Anregung daraus.

Soweit so gut wenn, ja wenn dieser Blogger und nun auch Gruppenadministrator auch noch ehrlich wären.

Dumm wenn man allerdings seine „Vormachtstellung als „Blogger & Administrator“ missbraucht um andere Leute  „anzubetteln“. Sei es durch „Futterspenden“  oder aber auch finanzieller Natur. Noch viel dümmer aber wenn er nicht mal im Traum daran denkt diese finanzielle Hilfe mal wieder zurückzugeben.

Die Ausreden sind mannigfaltig, Quintessenz aber immer die gleiche – kein Geld.

Saudumm wird nun aber das Ganze wenn man an die falschen Personen gerät und diese dann sich entsprechend wehren und zur Anzeige bringen.

Bei einer Anzeige kann man ja noch dies „wohlwollend“ als Versehen ansehen. Bei mehreren Anzeigen allerdings kommt man rasch an die Grenze des „gewerbsmäßigen Betruges“.

Leider aber kein Einzelfall.

Wie ehrlich sind Gruppenadmins bei Facebook?

Ich hatte ein ähnliches Erlebnis bereits gehabt, dies nur erfolgreich verdrängt bis, bis man mich eben angeschrieben hat und mir von einem anderen Gruppenadministrator berichtete und ich erkennen musste das dies kein Einzelfall ist.

Auch in dem mir persönlich bekannten Fall ging es immer wieder um „Leihgaben“ mal für dieses, mal für jenes. Mal war die EC-Karte defekt, PayPal dauerte zu lange um zu registrieren aber man wolle sich was zum Essen bestellen, Medikamente aus der Apotheke holen oder aber man bräuchte dringend Katzenfutter.

Notlagen können immer passieren, man kann immer in eine Zwickmühle geraten nur dann sollte ich so ehrlich sein und die „Leihgaben“ dann auch zeitgerecht zurückgeben und mir dann nicht teure Futternäpfe kaufen.
Das die wenigsten ihr Geld nun wiedersahen lag einzig und alleine daran, dass sie ihr Geld einforderten mit entsprechender Androhung einer Anzeige.

Und wenn manch nun einer glaubt dass es sich hier um Bagatellbeträge handeln dürfte, weit gefehlt hier schreibe ich von Summen im mittleren vierstelligen Bereich.

Unehrliche Vereine, die keine sind

Stempel Notfelle Aber es gibt auch ganz findige Gruppenadministratoren die vorgeben einen Verein gegründet zu haben für notleidende „Muschis“, der Fantasie sind hier absolut keine Grenzen gesetzt.

Wählt aus der Gruppe zwei, drei besonders engagierte Nutzer aus, macht die zu Moderatoren oder Mitadministratoren und schon kann man sich sicher sein super hochmotivierte „Kämpfer“ an seiner Seite zu haben, die alles für die notleidenden „Muschis“ geben würden.

Schnell macht man sich dann noch ein „Spendenkonto“ und eine Wunschliste z.B. bei Amazon und kann sich entspannt zurücklehnen – die Mitadministratoren, die hochmotivierten Hühner machen schon alles damit der Rubel rollt, wenn auch unwissentlich.

Das einzig doofe ist halt nur wenn der ich sag’s mal vorsichtig „Betrug“ auffliegt, weil es z.B. gar keinen Verein gibt sind sie mithaftbar. Übrigens wäre hier der Vorsatz bereits gegeben und dies wird strafrechtlich teuer….

Und mal Hand aufs Herz – wie viele Vereine habt ihr persönlich schon überprüft, ob die wirklich vorhanden sind? Und damit meine ich nicht durch „Hörensagen“ …..


Unehrliche „Pflegestellen“

Ja diese gibt es leider auch. Man soll es ja echt nicht für möglich halten. Gerade dort wo man es nicht erwarten sollte ist „Lug & Betrug“ Tür und Tor weit geöffnet.

Aber es ist auch dank unseres „mitleidsvollen“ Gemüts und großen Herzens alles viel zu leicht für solche Menschen die einfach sich selber bereichern wollen. Der eine mehr, der andere weniger.
„Ich habe Notfellchen aufgenommen bevor sie im Tierheim landen“ ein Satz der vielen offenbar runtergeht wie Öl. Denn wie sonst sind die nachfolgenden Sätze zu erklären?

„Du hast so ein gutes Herz“

„Du bist so ein toller Mensch“

Anmerkung: Meist sind diese Kommentare noch gekennzeichnet mit ganz vielen Herzchen. Je schnulziger oder je unreflektierter die Aussage, umso mehr Herzchen gibt es. Böse Zungen würden auch einen Zusammenhang mit der Anzahl der Emojis und dem Bildungsstand/Naivität des Anwenders feststellen. Faustregeln „Je mehr Emojis umso einfacher der Anwender“.
Aber okay, dazu gibt es Gott sei Dank noch keine einschlägigen Studien. Zumindest sind mir keine bekannt.

Aber okay ich schweife ab.

Nun wird dieser ach so tolle Mensch mit gutem Herz nicht müde von seinen armen, armen Notfellchen zu schreiben. Wie schwer traumatisiert sie doch seien (interessanterweise wird sowas sofort auch geglaubt ohne Wenn und Aber) und dann „Oh Schreck“ sind sie dann so schwer krank. Diese armen, armen Kätzchen (auch hier wird nicht nachgefragt).

Dann kommt der Teil der höchst interessant ist, der ach so tolle Mensch mit gutem Herz klagt einem jeden sein Leid, kein Geld, lebt nur von H4 oder hat nur einen kleinen Verdienst, kann sich die Behandlung nicht leisten aber er hat doch die armen Kätzchen retten wollen.

Und damit nun der „Rubel“ rollen kann braucht man einer dieser Leute die da so super kommentiert haben mit ganz vielen Emojis und „Du bist ja so ein toller Mensch“ – fast mühelos kommt hier „Wenn ein jeder unserer Gruppe nur 1 Euro geben würde hätte man doch rasch die Kosten beisammen“ – Zack – gefangen.
Nun gibt es schon kaum mehr ein entrinnen.

Flugs wird gespendet was das Zeug hält, manche können sich still und heimlich aus dieser Affäre ziehen, manche überweisen auch gleich 5 Euro oder mehr. Bei einer aktiven Gruppe mit +10K Mitgliedern – da kommt schon was zusammen.

  • Wieso geht aber der „Retter“ in diesem Falle nicht zur Tierhilfe?
  • Wieso scheut er den Weg?

Die haben ganz andere Konditionen bei Tierärzten, viele Tierärzte sind da auch eher bereit sich auf Ratenzahlung einzulassen wenn man sich Unterstützung vom Tierschutzverein vor Ort holt. Liegt es vielleicht daran, dass man dann alles offen legen müsste und man da nicht mehr wie eine Made im Speck leben könnte auf Kosten leichtgläubiger Menschen und der Katzen?

Oder wie kann man es erklären, dass zwar Geld für ein großes Tattoo da ist, aber nicht für die Behandlung der Katzen?

Oh halt, das war auch eine „Spende“ – also das Tattoo. Genauso wie die Einäscherung der letzten Katze – das man dieses Geld besser für seine noch lebenden Katzen aufgewendet hätte, zumal man ja nun wöchentlich beim Tierarzt sitzt weil irgendeine Katze ein Leiden hat „Wer der armen Muschi helfen will und bei der Behandlung unterstützen, die Kontonummer ist XXx-xxxx- XXXX.
Ach ja, klar …… verstehe ……

Und wenn ich mir etwas nicht leisten kann, dann muss ich halt zurückstecken oder geh dafür solange arbeiten bis ich mir dies leisten kann und dies vorzugsweise nicht in der letzten Sekunde wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Alternativ nehme ich mir auch nur soviele Tiere auf, die ich mir auch in Situationen in denen ich nicht soviel Geld zur Verfügung habe leisten kann. Und ja, Tiere werden krank. Hier kann man aber vorsorglich schon jeden Monat den Betrag X zur Seite legen.

Leetchi & Co.

Spenden CrowdfundingNoch nie war Geld sammeln/spenden so einfach wie seit der Einführung privater Spenden- und Crowdfundingportalen. Das bekannteste mit mittlerweile über 3,5 Millionen registrierten Nutzern ist wohl Leetchi.

Was ist Crowdfunding eigentlich? Nun im Prinzip ist es simpel erklärt. Es ist eine Finanzierungsform durch mehrere Personen.  Man hat eine Idee, ein Projekt aber es fehlen die finanziellen Mittel so kann einem mit so einem Crowdfunding sehr gut geholfen werden, speziell kleine Start-up-Unternehmen haben es in Zeiten der Globalisierung sehr schwer und so wurde eine einfache Möglichkeit geschaffen aktiv zu werden.

Mittlerweile beschränkt sich dies aber nicht mehr auf kleine Start-Up-Unternehmen sondern hat extrem auf den privaten Sektor übergegriffen. Dir fehlt das Geld für eine Party? Kein Problem bei diversen Anbietern kannst du sammeln.
Speziell bei Leetchi ist sehr einfach eine Spendenaktion zu starten. Die Benutzerführung ist absolut simpel und geteilt ist so etwas sehr schnell. Anhand der Benutzerfreundlichkeit sieht man auch sofort wie der Fortschritt ist anhand eines

Des Weiteren ist sichtbar, welcher Betrag noch fehlt. Durch einen Klick auf „Teilnehmen“, kann dann der Anteil oder auch ein anderer Betrag mittels verschiedener Zahlungsarten (Visa, Mastercard, GiroPay, Sofort-Überweisung, Girocard etc.) bezahlt werden.

Ist der gewünschte Betrag dann zustande gekommen, kann er entweder auf ein Bankkonto überwiesen werden (hier berechnet Leetchi.com eine Gebühr in Höhe von 4% der Gesamtsumme), oder man bestellt kostenfrei bei einem der Partnershops.

Aber immer mehr Nutzer benutzen diese Art des „Geldsammelns“ für ihre höchst privaten Zwecke

Nicht selten stolpre ich über eine Leetchi-Sammelaktion für eine Katze bei einem privaten Halter die einen Unfall hatte oder krank wurde und der Halter kann dies nicht alleine mehr finanzieren.

Für diejenigen, die wirklich Schwierigkeiten haben eine ganz tolle Geschichte, allerdings finde ich immer mehr solcher „Projekte“ die massiv auf die Tränendrüse drücken und ich mir ernsthaft die Frage stelle „Gibt es dieses bedauernswerte Tier wirklich und wieso helfen hier nicht Freunde und Verwandte? Oder gar der örtliche Tierschutz?“

Mittlerweile muss man leider aus gutem Grund viele dieser Spendenprojekte sehr in Frage stellen.

Würde mein Tier einen so schweren Unfall haben das ich es finanziell nicht mehr stemme könnte wäre mein erster Weg zu meiner Bank um hier einen entsprechenden Dispo zu bekommen. Alternativ Freunde und Verwandte würden mir sofort helfen? Warum? Weil sie wissen dass sie es von mir sofort wiederbekommen und auch meine sonstige Lebenssituation entsprechend angepasst ist.

  • Wieso helfen hier Freunde und Bekannte nicht?
  • Wieso geht man nicht zur Bank?
  • Wieso hilft der örtliche Tierschutz nicht?

Allerdings kann man sich natürlich auch so den neuen Fernseher oder den heißersehnten Sommerurlaub finanzieren lassen.

Da aber nun niemand für einen Fernseher oder Urlaub spenden würde, kramen wir halt mal eine super gefühlvolle Mitleidsstory raus.

Denn merke: Je emotionaler die Geschichte umso spendenfreudiger die Menschen.

Wie kann man sich vor solch falschen Vereinen/Personen schützen?

Eigentlich nur in dem man kritisch alles hinterfragt und notfalls gezielt hinterfragt. Ist der Verein eingetragen? Ja, wann und wo? Hier hilft auch eine Nachfrage beim Vereinsregister.

Bei Personen hilft nur wirklich gutes Nachfragen warum nicht im Freundes- und Bekanntenkreis geholfen wird, warum nicht die Hausbank oder der örtliche Tierschutz. Sind die Antworten plausibel oder verstrickt sich die Person in Widersprüche oder wird „bockig“ dann sollte man eindeutig die Finger davon lassen.

Wer helfen will soll auch helfen aber dann vielleicht direkt beim örtlichen Tierschutz, die werden in Bezug auf Spenden recht gerne mal vergessen, dabei fängt das Tierelend teilweise schon vor der eigenen Haustüre an.

 

Merken

2 Gedanken zu „Wie ehrlich ist man als Blogger? – Teil 2 – Taubertalperser

  • 28. Juli 2017 um 13:52
    Permalink

    Das ist ein wichtiger und längst fälliger Beitrag. Ich wünschte, JEDE Tierzeitschrift würde den Beitrag drucken und bei jedem Tierarzt würde er ausliegen.
    Wer in einer Großstadt wohnt, kann in der Not auch bei der Tiertafel Hilfe bekommen. Muß aber seine finanzielle Lage einsehen lassen.
    Ich wünsche mir so sehr, dass dein Beitrag viele Menschen aufwachen läßt.

    Antwort
    • 28. Juli 2017 um 14:07
      Permalink

      Hallo Irene, danke dir für deine Worte 🙂 Du kannst ja den Tierzeitschriften mal einen Tipp geben 🙂

      Antwort

Kommentar verfassen