Katzenernährung heute: Brauchen Katzen Trockenfutter?

Brauchen die Katzen Trockenfutter? Und eigentlich lässt sich diese Frage kurz und bündig mit einem klaren Nein beantworten.

Aber ihr würdet hier in meinem Blog nicht lesen, wenn ihr nicht genau wüsstet da kommt noch ein wenig mehr und genauso ist es auch dieses mal.

Woher kommen unsere Hauskatzen?

Bei einigen hat sich die Idee manifestiert, das unsere Hauskatze bereits ein einheimisches Wildtier ist, da es von der europäischen Wildkatze abstammt.

Dies ist aber so nicht ganz richtig, sie stammt zwar von der Wildkatze ab allerdings nicht von der europäischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris) sondern von der afrikanischesn Falbkatze (Felis silvestris lybica).
Genetiker haben über tausend DNA-Proben gesammelt und analysiert um hier genauere Aufschlüsse zu bekommen und konnten zweifelsfrei nachweisen, dass die Falbkatze die Urahnen unserer Hauskatzen ist.

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Die Domestizierung der Katze fand bereits vor über 9000 Jahren in Jordanien statt, wo man bereits Katzenfiguren und Skelette als Grabbeigaben fand. Schon damals schlossen sich die Katzen dem Menschen an wussten sie doch, dass sie hier immer entsprechende Nahrung finden würden. Seien es die Kornspeicher, die Ratten und Mäuse anzogen oder aber auch die Menschen selber, die hin- und wieder den Katzen Futter hinstellten.

Zogen die Menschen weiter, zogen auch die Katzen mit. Dort wo Menschen lebten waren auch die Mäuse etc. nicht fern.

Die nordafrikanische Falbkatze (Felis silvestris lybica) ist ein Wüstentier und hat sich perfekt dem ariden Klima angepasst (arides Klima = trocken, dürr), Wasser ist dort ein rares Gut und Katzen haben im Laufe der Evolution gelernt, ihren Flüssigkeitsbedarf vorwiegend aus der Nahrung zu decken um konkrete Zahlen zu benennen, wir reden hier von einem Wert von 70-80%. Der restliche Bedarf wird über Tauwasser, etc. aufgenommen.

Die Falbkatze ernährt sich von Insekten, Spinnen und Skorpionen, Vögeln, Amphibien und Reptilien sowie auch kleineren Säugetieren bis hin zu Jungantilopen. Aber die Hauptnahrungsquelle sind Nagetiere.

Trockenfutter und der Flüssigkeitsbedarf einer Katze

 

Jeder Katzenhalter, der seine Katzen mit reinem Fleisch ernährt, wird bestätigen können, das seine Katzen wenig, bis gar nichts trinken (Bevor nachfragen kommen, die Katzen die bei einer reinen Fleischfütterung nichts trinken, sind nicht krank, sondern hier wurde das Fleisch mit zusätzlich mit Wasser angereichert.)

Man geht bei einer Katze von einem durchschnittlichen Flüssigkeitsbedarf von 50 ml /kg Körpergewicht aus, dies wären bei einer durchschnittlich schweren Katze ca. 250 ml pro Tag.

Trockenfutter enthält jedoch nur eine maximale Restfeuchtigkeit von 10%. So betrachtet, ist es einem wohl klar, dass seine Katze bei einer reinen Trockenfutterfütterung niemals genug Flüssigkeit aufnehmen kann wie bei einer reinen Nassfütterung.

Um den entsprechende Differenz auszugleichen müsste eine Katze die 35 Gramm Trockenfutter am Tag zu sich nimmt, noch einmal über 200 ml Wasser aufnehmen.

Mehr als 200 ml zusätzlich zu der Flüssigkeit, die sie benötigt um auf ihren Tagesbedarf zu kommen? Bei einem von Natur aus trinkfaulen Lebewesen? Füllt euch mal einen Messbecher voll mit 200ml – das ist schon eine ganz nette Menge für so ein kleines Tier. Und dann sollte man auch noch die Umgebungstemperatur beachten, an heißen Tagen benötigt die Katze noch weitaus mehr Flüssigkeit.

Meist bietet man aber den Katzen entsprechende Trinkmöglichkeiten an. Diese sollte vorzugsweise nicht direkt neben dem Futter stehen um die Akzeptanz entsprechend zu erhöhen. Katzen trinken naturgemäß nicht gerne dort wo sie fressen.

Auch gibt es hier je nach Katze massive Unterschiede. Während eine Katze es vorzieht direkt vom Wasserhahn zu trinken, lieben manche eher abgestandenes Wasser oder auch das Blumenwasser aus der Gießkanne. Hier sollte man aber aufpassen, nicht das hier Dünger etc. verwendet wurden, die der Katze schaden.

Bei uns haben sich zwei Trinkbrunnen im Laufe der Jahre äußerst bewehrt zum einen der Trinkbrunnen von Keramik im Hof, der bei uns tatsächlich 24 Stunden am Tag und seit Jahren durchläuft (von den Unterbrechungen zur Reinigung abgesehen).

Und für meine „Ich liebe es lieber aus dem Wasserhahn“-Katzen gibt es seit neuesten den Swan Fountain, der auch seine Dienste zur vollsten Zufriedenheit hier erfüllt.

ACHTUNG: Je intensiver die Färbung des Urins umso konzentrierter ist der Harn und je länger dieser Zustand besteht umso größer ist die Gefahr einer Nierenschädigung.

Trockenfutter und seine Zutaten

Wie bereits die genetischen Vorfahren unserer Hauskatze, so ist auch unsere Hauskatze eine Beutetierfresserin. Eine Maus wird von ihr quasi mit Haut und Haaren gefressen.

Und nun gucken wir uns doch mal die Zutaten bei Trockenfutter einmal näher an:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Geflügelprotein (getrocknet), tierisches Eiweiß (hydrolysiert), Tierfett), Mais, Lignozellulose, Maiskleberfutter, Weizen, Pflanzenproteinisolat, Mineralstoffe, Rübentrockenschnitzel, Sojaöl, Hefen, Fisch und tierische Nebenerzeugnisse (Fischöl), Psyllium (Flohsamen und Hüllen), Fructo-Oligosaccharide.

Analytische Bestandteile Rohprotein: 34%, Fettgehalt: 12%, Rohasche: 7,8%, Rohfaser: 9,1%.

Wer meine vorherigen Artikel zum Thema Tierfutterindustrie und Woran erkenne ich gutes Futter aufmerksam gelesen hat, wird schon bei der ersten Komponente sagen „Ah….diese Füchse“ – hier steht Fleisch _und_ tierische Nebenerzeugnisse, aber nichts Konkretes über die Menge an Fleisch bzw. an tierischen Nebenerzeugnissen.

Wer sich noch an die Beiträge erinnern kann, wird auch gleich feststellen, dass hier der Futterhersteller bei den Inhaltsangaben einiges beschönigt. Hier wird schön der Mais aufgeteilt in Mais und Maiskleber, was darauf schließen lässt das hier eigentlich der Mais wenn man beide Bezeichnungen addiert an erster Stelle rutschen würde.

Aber Moment, dies ist ja noch nicht alles, was an Getreide in diesem Futter enthalten ist, wir hätten hier noch Weizen, Rübentrockenschnitzel, Pflanzenproteinsalat – bei dieser Deklaration frage ich mich ernsthaft ob man damit Hasen oder wirklich Fleischfresser, so wie es unsere Katzen von Natur aus sind füttern soll.

Katzen brauchen keine Kohlenhydrate in Form von Getreide (Mais, Weizen, Reis etc.) in ihrer Nahrung.

Der Katzendarm ist als Verdauungstrakt eines Fleischfressers sehr kurz (Verhältnis Darmlänge zu Körperlänge 3:1; im Vergleich Mensch 6:1, Schaf 24:1); Getreide kann dadurch nicht richtig aufgespalten und verwertet werden.

Die Folge ist eine zu lange Verweildauer des Futters im Darm und dadurch entstehende Verdauungsprobleme.
Katzen brauchen auch keine pflanzlichen Proteine wie Soja, diese sind für Katzen schwer bekömmlich.

Und wozu Sojaöl? Katzen benötigen tierische Fette, pflanzliche können sie nicht verwerten. Dass sich der Hersteller im Übrigen ausschweigt wie er das Trockenfutter konserviert sagt meiner Meinung nach auch schon genug aus.

Ganz toll finde ich persönlich auch noch die Lignozellulose, ein Bestandteil den man eigentlich Hauptsächlich in der Bauindustrie wiederfindet aber auch als Rohstoff für Biokraftstoffe. Im Trockenfutter eingesetzt soll sie für einen vollen Magen bei der Katze sorgen, damit früher ein Sättigungsgefühl einsetzt. Im Gegensatz zu Nassfutter ist das Trockenfutter ja komprimiert und hier reichen oft schon 30 Gramm um den Tagesbedarf an Kalorien zu decken während man beim Nassfutter 200 Gramm oder mehr benötigt.

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Als würde es nicht reichen, dass Trockenfutter an sich schon unsere Katzen krank machen kann so wird dies noch durch die Zusammensetzung des Trockenfutters gesteigert.

Beispiel gefällig?

Nierenkranke Katzen sollten ein entsprechend phosphatarmes Futter erhalten. Verständlich, die Niere ist ja schon geschädigt und sollte entsprechend entlastet werden.

Nun lest euch mal die Zusammensetzung eines Spezial-Trockenfutters für Nierenkranke Katzen durch.

Zusammensetzung:
Getreide (Maismehl, Mais, Reismehl), Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Geflügelfleischmehl), Öle und Fette, Fisch und Fischnebenerzeugnisse (Lachsmehl), pflanzliche Nebenerzeugnisse (Rübentrockenschnitzel), Saaten (Leinsamen), Eier und Eierzeugnisse (Volleipulver), Mineralstoffe, Hefe*, Meeresalgen, Chicoréewurzel* (Quelle für Inulin), Hefe extrahiert* (Quelle für MOS), Kräuter*, *getrocknet

Analytische Bestandteile:
Rohprotein 26,3 %, verd. Rohprotein 24,2 %, Rohfett 19,6 %, Rohfaser 1,8 % , Rohasche 5,5 %, Calcium 0,55 %, Phosphor 0,35 %, Natrium 0,25 %, Magnesium 0,06 %, Kalium 0,7 %
Linolsäure 2,2 %, Omega-3-Fettsäuren 0,35 %,

Umsetzbare Energie 1.751 kJ/100g

Hier ein paar andere tierische oder pflanzliche Rohstoffe die teilweise in Katzenfutter enthalten sind zum verinnerlichen …

Hähnchenfleisch – 178-200 mg Phosphor/kg    
Hering-Filet – 250 mg Phosphor/kg – 35 mg Calcium
Makrele – 244 mg Phosphor – 12 mg Calcium

Erbsen – 320 mg Phosphor / kg – 50 mg Calcium
Linsen – 412 mg Phosphor / kg – 74 mg Calcium

Wer selber Nierenprobleme hat wird von seinem Arzt die wichtigste Empfehlung bekommen

„ Meiden sie phosphatreichen Lebensmitteln wie Schmelzkäse, Streichkäse und Scheiblettenkäse, Kochkäse, Hartkäse, Milchpulver, Kondensmilch, Eigelb, Eipulver, Hülsenfrüchte, Pilze, Wurst mit Phosphatzusatz, Fisch, Backpulver, Kakao / Schokolade, Nüsse, Kleie und Hefe“

Und was findet man in dem Spezialfutter für Nierenkranke Katzen? Neben Eier und Eierzeugnissen (und hier handelt es sich sicher um Pulver bei der TF-Produktion) Hefe. Hefe ist so ziemlich das phosphatreichste Lebensmittel.

Interessant sind hier sicherlich die Zahlen von VPI (Veterinary Pet Insurance Co.)

Erkrankungen bei Katzen

  • Bladder or Urinary Tract Disease (Blasen- oder Harnwegserkrankungen – hier geläufiger als FLUTD bekannt)
  • Periodontitis/Dental Disease (Paradontitis/Zahnerkrankungen)
  • Chronic Kidney Disease (Chronische Nierenerkrankung)
  • Excessive Thyroid Hormone (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Upset Stomach/Vomiting (Magenverstimmung/Erbrechen)
  • Diabetes (Diabetes)
  • Intestinal Upset/Diarrhea (Darmstörung/Durchfall)
  • Lymphoma (Lymphom)
  • Upper Respiratory Infection (Infektion der oberen Atemwege)
  • Skin Allergies (Haut-Allergien)

Warum gibt es Trockenfutter für Katzen?

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Trockenfutter ist die vermeintliche eine Antwort der Industrie auf die Bedürfnisse für berufstätige Katzenhaltern und keine artgerechte Ernährung für Katzen, es ist sozusagen von Menschen für Menschen erfunden worden.

Aus unserer Sicht hat es vielfältige Vorteile: es riecht viel weniger unangenehm, es sieht für uns appetitlicher aus und wir können es bequem den ganzen Tag stehen lassen, während wir bei der Arbeit sind und wissen die Katze versorgt.

Doch wer sich ein wenig intensiver mit der Ernährung der Katze auseinander setzt wird schnell erkennen, je höherwertiger das Futter, sprich je höher der Fleischanteil und je besser die Fleischqualität ist, umso weniger riecht es unangenehm.

Mögen Katzen Trockenfutter und vor allem warum?

Hier schrieb mal der Katzenpapst Paul Leyhausen:

 „wer glaubt, sich bei der Ernährung seiner Katze auf deren »Instinkt« verlassen zu können, wird unter Umständen böse Überraschungen erleben. Anders als die alles fressende Ratte, die sehr schnell lernen muss, was sie von der Vielfalt des Angebots an Essbarem vertragen kann und was nicht, »weiß« die Nahrungsspezialistin Katze oft nicht, was ihr bekommt“.

(Leyhausen 2005)

Ja, leider ist dies oftmals der Fall das Katzen Trockenfutter mögen und so sehr darauf fixiert sind, dass sie anderes Futter dann verschmähen. Wir mögen auch oft Dinge, die uns nicht gut tun. Allerdings wird natürlich auch hier von der Tierfutterindustrie sehr stark nachgeholfen. Damit eine Katze etwas frisst, das nicht ihre Natur entspricht wird das Trockenfutter nachträglich mit Fett besprüht. Netterweise gibt es auch einige Akzeptanzstoffe, die auch dem Futter beigemischt sind umso die Akzeptanz bei Katzen entsprechend zu steigern.

Die oft viel zu hohe Fütterungsempfehlung

Katzeernährung, Trockenfutter, Katzenblog, KatzeninformationsseiteDurch die von mir absolut geschätzte Frau Dr. Julia Fritz, ihres Zeichens EBVS® European Specialist in Veterinary and Comparative Nutrition Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik Zusatzbezeichnung Ernährungsberatung Kleintiere,  wurde ich angeregt mir das Trockenfutter und die entsprechende Fütterungsempfehlung auch mal näher anzusehen.

Aber wenn ich schon mir etwas genauer ansehe, dann nicht nur hinsichtlich der Fütterungsempfehlung sondern interessieren mich dann auch andere Werte.

Hat zwar etwas gedauert bis ich die Zeit gefunden hatte aber dann ….. frisch ans Werk oder so ähnlich :-)

Also ich fasse mich kurz weil dieser Beitrag bis jetzt eh schon sehr, sehr lang ist und ich die Angst habe das so lange Artikel gar nicht gelesen werden.

Es gibt hinsichtlich der Fütterungsempfehlung signifikante Unterschiede habe ich festgestellt. Während Trockenfutter im mittleren Preissegment überraschend gut abgeschnitten hat diesbezüglich, gab es bei einem der führenden Anbieter in diesem Bereich eine Abweichung von über 8% über den tatsächlichen Bedarf.

Aber interessant dürften auch die anderen Werte sein für den einen oder anderen. Alle Angaben basieren auf die reine Trockensubstanz um hier einen ordnungsgemäßen Vergleich durchführen zu können und hier nun das Ergebnis

Hochpreisiges Markenprodukt
TF NF
Rohprotein 35,48 54,55
Rohfett 18,28 16,82
Rohasche 6,77 5,91
Rohfaser 3,12 5
NFE – TS 36,34 17,73
     
Umsetzbare Energie nach Fütterungsempfehlung 283,19 kcal 257,59 kcal
Tatsächlicher Bedarf 261 kcal 261 kcal

Okay hier haben wir über 8% mehr als benötigt wird ABER das alleine wäre noch nicht das Problem sondern wer wiegt tatsächlich das Trockenfutter vor der Fütterung ab?

Selbst die mitgelieferten Messbecher sind absolut ungenau und wer guckt echt jedes Mal ganz genau ob es knapp über den Messstrich oder darunter ist? Ehrlich, als ich noch Trockenfutter gefüttert habe  – Becher rein in den Sack/Behälter, vollgemacht und ab in die Schüssel. Falls ich überhaupt den Messbecher einmal benutzt habe.

Denn um genau zu sein habe ich nie das Futter rationiert. Weder beim Trockenfutter noch beim Nassfutter und so stand und steht immer entsprechendes Futter den ganzen Tag zur freien Verfügung (Kätzchen sind Häppchenfresser!)

Kein Wunder also das wir unsere Katzen mit Trockenfutter dick füttern.

Und wie ist das nun mit der Zahnreinigung?

In Diskussionen wenn es um das Thema „Trockenfutter“ geht wird oft und sehr gerne der Einwand genommen „Jaaaaaaa…..aber Trockenfutter ist gut für die Zähne“.

Versteht mich nicht falsch aber das ist der Moment an dem ich gerne fragen würde

„Ernsthaft? Meinst du das wirklich ernst?“

Fangen wir bei der Anatomie der Katze an. Katzen haben als obligate Carnivoren ein reines Scherengebiss.

Wenn der Kiefer geschlossen wird gleiten die scharfen Flächen der Zähne knapp aneinander vorbei und können so von einem Stück Fleisch einen kleinen scheibenartigen Brocken abschneiden.

Durch fortgesetztes Beißen mit geringem Vorschub sind Katzen in der Lage Fleisch und Knochen zu zerraspeln. Bei der Arbeit des „zerkleinerns“ werden sie auch noch durch ihre rauhe Zunge unterstützt.

Sie können daher auf entsprechende Mahlzähne komplett verzichten.

Nun sind diese Trockenfutterbröckchen aber so klein, dass sie mit einem Satz runtergeschluckt werden können. In den wenigstens Fällen erfolgt ein meist nur einmaliger Biss um die Kroketten zu zerkleinern. Das heißt hier findet absolut kein Abrieb statt. Ganz im Gegenteil wie ich euch anhand der tieferstehenden Fotos noch verdeutliche.

Bild1: Hier habe ich zuerst eine Portion Trockenfutter ausgeschüttet um danach die Kroketten  wieder einzusammeln. Was übrig bleibt sind lauter kleine Bröselchen – Bröselchen die sich in Zahnzwischenräumen sammeln können.

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Bild 2: Hier habe ich eine Trockenfutterkrokette genommen und mit einem scharfen Gegenstand ähnlich eines Katzenzahnes zerteilt. Was ihr seht sind unheimlich viele Krümel und kleine Bröselchen ….

Damit findet auch keine Zahnreinigung statt. Sollte dem der Fall sein empfehle ich einen jeden Butterkekse, vorzugsweise die mit den 42 Zähnen z.B., für die Zahnreinigung.
Ist genau das gleiche Prinzip – sagt aber bitte eurem Zahnarzt nicht, dass ihr den Tipp von mir habt ;-) Außer er mag mir Provision bezahlen, dann schon ;-)

Aber ich denke ihr könnt anhand der zwei Fotos ganz gut erkennen warum das Argument der Zahnreinigung absoluter Nonsens ist.

Die Zahnhygiene ist auch bei Katzen eine äußerst wichtige Sache und sollte nicht vernachlässigt werden aber hier sind andere Mittel und Wege effektiver als die Fütterung von trockenen Kroketten.

Da war doch noch was mit den Phosphaten …..

Ach ja, da war da ja noch etwas mit den Phosphaten.

Stiftung Warentest hatte beim Nassfutter, bei den höherwertigen Sorten wohlgemerkt, bemängelt, dass hier der Phosphorgehalt schwankt und teilweise zu hoch ist.
Dazu sollte man aber wissen, dass in einem jeden Fleisch Phosphor enthalten ist und es hier natürliche Schwankungen gibt die der Fütterung und Haltung zugrunde liegen.
Das Fleisch aus reiner Stallhaltung mit entsprechender Fütterung hat einen ganz anderen Phosporgehalt als ein reines Weiderind.

Phosphor ist neben Kalzium einer der wichtigsten Bestandteile der Nahrung.
Er ist wichtig für den Energiestoffwechsel, dient als Baustein für Knochen und Zähne sowie auch für den Aufbau der Zellwände und Stabilisierung des ph-Wertes im Blut.

Der Körper nimmt diesen wichtigen Mineralstoff als Phosphat über die Nahrung auf und zwar genau so viel wie er benötigt und verarbeiten kann. Der Rest wird über die Nieren unverdaut wieder ausgeschieden.

Dieses Verdauungssystem funktioniert aber nur wenn es sich um organische Phosphate handelt, bei anorganischen Phosphaten kann der Körper dies nicht erkennen und die „hauseigene“ Schutzfunktion funktioniert nicht mehr und wird so ausgeschaltet.

Dies hat zur Folge, dass die Nieren langfristig überfordert sind, die Masse an überflüssigen Phosphaten wieder auszuscheiden. Die Phosphatkonzentration im Blut ist viel zu hoch und dies kann nicht nur bei Tieren mit Nierenerkrankungen zu massiven lebensbedrohlichen Folgen führen.

Untersuchungen bei Menschen haben gezeigt, dass bereits eine kleine Erhöhung des Phosphatgehaltes erhebliche Schäden verursachen:  Die Innenwände der Blutgefäße verändern sich und verkalken, was zu Herzversagen und Schlaganfall führen kann.

Außerdem wird das Kalzium aus den Knochen gelöst, dadurch werden sie brüchig und das Osteoporose-Risiko steigt. Ein zu hoher Phosphat-Spiegel sorgt außerdem für Muskelabbau und lässt die Haut deutlich schneller altern.

Die Konservierung von Trockenfutter

In der Futtermittelindustrie wird hier sehr stark zwischen Konservierungsmittel und Antioxidantien unterschieden.

Viele Hersteller, deren Trockenfutter einen Feuchtigkeitsgehalt unter 10% aufweisen können auf Konservierungsmittel verzichten und setzen vorwiegend natürliche Antioxidantien wie z.B. Vitamin C oder E.
Eigentlich könnte man auch darauf verzichten weil es ist ja Trockenfutter ABER aus Akzeptanzgründen wird bei Trockenfutter noch eine hauchdünne Schicht Fett meist vermischt mit Leberpulver, aufgesprüht. Damit dieses Fett nicht in den Sommermonaten „ranzig“ wird, kommen hier im die Antioxidantien zum Einsatz.

In der Lebensmittelindustrie werden sowohl natürliche wie z.B. Tocopherol  aber auch Vitamin C verwendet, als auch künstliche Antioxidationsmittel (Gallate) verwendet.

Wenn also der Futterhersteller schreibt „Keine Konservierungsmittel“ ist dies oft richtig – aber die Fette sind konserviert mit „Antioxidantien“, über die man dann nicht spricht (spitzfindige Formulierungen, aber gesetzlich so gewollt: mehr Industrieschutzgesetz denn Verbraucherschutz!) Wer behauptet BEIDES nicht im Futter zu haben, lügt schlichtweg.

Trockenfutter mit über 10% Feuchtigkeit (kennt man meist von so halbfeuchten Produkten) kann man z.B. mit Glycerin feucht halten oder auch mit Ethoxyquin ( E 324 – nicht in Lebensmitteln erlaubt und auch als Pflanzenschutzmittel wurde ihm europaweit seine Zulassung entzogen)

Nach diversen Horrormeldungen aus der englischen Hundewelt fühlte sich der weltgrößte Hersteller von Ethoxyquin (Monsanto) genötigt, eigene Studien zur Giftigkeit dieser Chemikalie durchzuführen, um anschließend mit den Studien zu belegen, dass bestimmte Mengen nicht überschritten werden sollten, weil sonst Leberveränderungen entstehen können.

Im April 2017 wurde bei einem Treffen des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF, Standing Committee on Plants, Animals, Food and Feed) der Sektion für Tierernährung und Veterinärmedizin abgestimmt, dass die Verwendung von EQ in Futtermitteln von Tieren in der EU ausgesetzt jedoch nicht verboten wird.

Es läuft aktuell allerdings ein Neuzulassungsverfahren und man darf gespannt sein.

Mir ist allerdings bei meinen Recherchen kein Tierfutterhersteller aufgefallen der E324 anwendet.

Etwas ungefährlicher ist die Konservierung mit BHA / BHT oder Propylgallat. Es sind von der EU zugelassene Konservierungsmittel, die lange unter Verdacht standen, beim sensiblen Tier Allergien auszulösen. Der Verdacht ist vom Tisch, die allergieauslösende Wirkung wurde bestätigt (Tiermedizinische Hochschule Hannover).

Trotzdem sind BHA / BHT oder Propylgallat heutzutage die meist verwendeten Konservierungsmittel in der Trockennahrung; in der Deklaration elegant umschrieben als „Konservierungsmittel laut EG-Richtlinie“ – wenn denn überhaupt darüber geschrieben wird!

BHA (Butylhydroxyanisol) = E 320 / BHT (Butylhydroxytoluol) = E 321: “ Im Tierversuch traten Veränderungen am Immunsystem, der Schilddrüse und der Leber auf. Der Stoff reichert sich im menschlichen Fettgewebe an und gelangt in den Fötus. Er ist als Allergieauslöser bekannt.“

ACHTUNG: Viele von Tierärzten verordnete Spezialfutter für allergieempfindliche Tiere enthalten BHA / BHT. Das ist wie Wasser in die Donau tragen, aber da sieht man einmal was die Futterlobby einen Einfluss auf die Tierärzte hat.

Gut wäre die Konservierung der Fette mit natürlichen Vitaminen, z.B. Vitamin C und besser noch Vitamin E (mit den Gamma-Tocopherolen des Vitamin E, sehr wirksame Freie-Radikale-Fänger; reichern sich nicht im Körper an). Auch chemisch erzeugtes Vitamin kann man benutzen, wenn auch die Wirksamkeit teilweise um ca. 30% niedriger ist.

Trockenfutter als Belohnung, Leckerchen

Einer gesunden Katze braucht man auch Trockenfutter nicht völlig zu verweigern, auf die Dosis und die Relation zu sonstigem Nassfutter kommt es an. Trockenfutter kann man nur als reines Leckerchen und als spezielle Belohnung wie z.B. beim Clickertraining verwenden (ähnlich einem vernünftigen Gebrauch von Süßigkeiten beim Menschen), wobei hier auch Trockenfleisch zu empfehlen wäre.

Einige Anbieter gibt es auch, die gefriergetrocknete Leckereien anbieten, die wären auf jeden Fall herkömmlichen Trockenfuttern vorzuziehen. Bei einigen Herstellern von gefiergetrockneten Snacks sieht man nach einem Wasserbad auch tatsächlich noch die fleischige Struktur, hier im Bild Cosma Snackies im Vergleich zu Catz finefood purrrly

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