Info: Katzen – die obligaten Carnivoren – Taubertalperser

Wenn ich durch diverse Gruppen und Foren so stöbere fällt mir in Zusammenhang mit Futterdiskussionen eine Wortkombination immer auf.


Katzen sind obligate Carnivoren.

Aber was genau ist eigentlich ein obligater Carnivore und wodurch unterscheidet er sich von anderen Fleischfressern?

Gibt es noch andere obligate Fleischfresser und wenn ja welche? Diesen und noch vielen mehr will ich hier in diesen Beitrag auf den Grund gehen und verdeutlichen warum Katzen Fleisch und tierische Nebenprodukte benötigen und auf Getreide und ähnlichem ganz gut verzichten können.

Obligate Carnivoren, Taubertalperser, Katzeninformationen, Katzeninfoseite, Katzenblog,Es gibt aber auch noch weitere obligate Carnivoren im Tierreich wie uns ein Blick auf Seelöwen, Nerze und Walrosse zeigt. Aber auch Schlagen, Krokodile und Adler zählen dazu.

Obligatorisch bedeutet „aus Notwendigkeit“. Wenn wir uns mal die Definition in einem Wörterbuch näher ansehen bedeutet es

  1. Beschränkt auf eine besonders charakteristische Lebensweise
  2. Biologisch überlebenswichtig

Eine obligate Kombination mit einem Carnivoren ist somit ziemlich klar, Katzen sind Fleischfresser und es ist eine absolute biologische Notwendigkeit. Vegane Katzen gibt es nicht und sind von der Natur auch nicht vorgesehen wie uns ein Blick auf den Verdauungstrakt genauer zeigt.
Da ist Mutter Natur äußerst schlau. Da die Beutetiere der Katze einige Vitamine und Fettsäuren in ihrem aufgespaltenen Zustand liefern haben Carnivoren die Fähigkeit verloren, diese Aminosäuren und Vitamine im eigenen Körper wie Pflanzenfresser oder Allesfresser herzustellen.

Es besteht dazu auch keine Notwendigkeit, ihre Beutetiere haben ihnen diese Arbeit ja bereits abgenommen.

Das Gebiss einer Katze

Mit ihrem Gebiss zerkleinert die Katze ihre Nahrung in kleinere Bissen (Scherengebiss) und schlucken sie dann ab. Speichel, der von den Speicheldrüsen gebildet wird sorgen dafür, dass diese Bissen leichter durch die Speiseröhre in den Magen transportiert werden kann.

Als typische Beutetierfresser besitzen Katzen ein typisches Raubtiergebiss mit großen Eck-(Reißzähnen)

Katzengebiss, Katzenzähne, Taubertalperser, KatzenblogWenn der Kiefer geschlossen wird gleiten die scharfen Flächen der Zähne knapp aneinander vorbei und können so von einem Stück Fleisch einen kleinen scheibenartigen Brocken abschneiden.

Durch fortgesetztes Beißen mit geringem Vorschub sind Katzen in der Lage Fleisch und Knochen zu zerraspeln und werden da auch noch durch ihre raue Zunge unterstützt.

Sie können daher auf entsprechende Mahlzähne komplett verzichten wie die Aufnahme des Katzenkopfes und auch schön zeigt.

Der Verdauungstrakt einer Katze

Die Darmlänge, bestimmt durch das Verhältnis von Darm zu Körperlänge, ist bei Katzen deutlich kürzer als bei Alles- und Pflanzenfressern. Das Verhältnis für Katzen beträgt 4: 1(Wagner 1835), das heißt die Darmlänge ist viermal länger als die Länge der Katze, für Hunde 6:1 und für Schweine 14: 1!

Aber nicht nur die Darmlänge unterscheidet einen reinen Carnivoren von einem Omnivoren.  Auch die Aufteilung und Strukturierung ist eine andere. So hat die Darmschleimhaut eine größere Zottenhöhe was ihre Absorptionskapazität gegenüber Hunden verbessert.

Interessant ist auch die Darmlänge die sich aus ca. 1,5 Meter langen Dünndarm und 0,3 Meter langen Dickdarm zusammensetzt. Im Vergleich dazu ist der Dünndarm des Menschen -6,5 Meter lang und der Dickdarm 1,5 Meter.

Der um das Drei- bis Vierfache kürzere Dünndarm der Katze ist somit nur unzureichend für die Verdauung von Kohlenhydraten geeignet. Die gesamte Verdauungszeit liegt bei circa 12 bis 24 Stunden

Ein weiterer Punkt ist der nicht vorhandene Blinddarm der aber bei reinen Fleischfressern auch absolut nicht notwendig ist, hier ist die Natur schon überaus schlau. Was nicht benötigt, ist nicht vorhanden.
Der relativ einfach gebaute Magen ist im Vergleich zu reinen Pflanzenfressern groß und elastisch und es fehlt hier auch der Vormagen wie dies bei einigen Pflanzenfressern vorkommt.
Da die Nahrung sehr gut verdaulich ist, haben wir bei obligaten Carnivoren auch einen verhältnismäßig kurze Magen-Darm (Kleffner 2008).

Der Verdauungsprozess

Auf den Verdauungsprozess möchte ich in meinem Beitrag nur kurz eingehen, da ich diesem ausgesprochen interessanten Thema einen eigenen Beitrag widmen werde.

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Aber eines der wichtigsten Merkmale eines obligagen Carnivoren ist die Forderung nach einem hohen Eiweißgehalt in der Nahrung.

Katzen decken ihren Blutzuckerbedarf  durch die Glukoneogenese(1) unter Verwendung von Protein.

Sie sind so eiweißabhängig, dass sie, wenn es ihrer Ernährung an einer ausreichenden Menge mangelt, um ihren Energiebedarf zu decken, ihre eigenen Körpermuskeln und -organe abbauen. Katzen besitzen nicht die Fähigkeit Aminosäuren und Vitamine in ihrem eigenen Körper herzustellen, müssen sie aber auch nicht, da diese wichtigen Bestandteile im vorgeformten Zustand in ihrer Beute geliefert werden.

Besonders erwähnenswert ist hier Vitamin A in seinem vorgeformten Zustand. Wir Menschen sind in der Lage dieses wichtige Vitamin aus Beta-Carotin herzustellen, diese Fähigkeiten besitzen Katzen nicht.

Auch haben Katzen einen hohen Bedarf an Taurin, das fast ausschließlich in Tierfleisch vorkommt und auch Arginin ist für Katzen so enorm wichtig, dass eine Mahlzeit ohne Arginin für die Katze böse enden kann.

Aber glücklicherweise haben alle Fleischquellen mehr als ausreichend davon

Einfach ausgedrückt:

Katzen müssen Fleisch essen, um zu leben

Fazit zu obligaten Carnivoren

Wie ihr oben gelesen habt, haben Katzen einen hohen Eiweißbedarf, benötigen Vitamine und Aminosäuren in ihrem vorgeformten Zustand.

Bei Tiger, Geparden kommt keiner auf die Idee Trockenfutter zu füttern. Aber bei unseren Hauskatzen schon, die verdauungstechnisch den Großkatzen ebenbürtig sind?

Obligate Carnivore, Taubertalperser, Katzeninformationen, Katzeninfoseite, Katzenblog,Und nein, man kann es nicht mit Hunden vergleichen. Hunde wurden seit mehreren hundert Jahren domestiziert und an das Leben mit uns Menschen „gebunden“. Katzen sind Kulturfolger, sie haben sich den Menschen nicht angeschlossen sondern sind ihnen gefolgt  – dort wo Menschen sich niederließen gab es Getreide, etc. und in Folge auch Mäuse und Ratten als beliebte Nahrungsquelle.

(1) Die Gluconeogenese ist ein Stoffwechselweg zur Neusynthese von Glukose. Sie findet vorwiegend in der Leber und in den Nieren statt. Glukose ist ein wertvoller Energielieferant und gerade bei Jägern, wie es die Katze ist, notwendig um ihr die entsprechende Energie für Sprints zu liefern.



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