Katzenausstellungen – zwischen Glanz und Glamour

Wenn große Katzen denken sie wären klein

Dividi liebt seine ergebene Sklavin, sowie diese ihn. Es ist eine grenzenlose Liebe und sobald seine Sklavin da ist, ist seine kleine flauschige Katerwelt in Ordnung.

Aber wehe sie ist nicht da, da wird er in fremder Umgebung gerne mal zum kleinen ängstlichen Kätzchen.

Aber dies ist okay, da ich ihn nie wirklich länger als eine Stunde im Hotelzimmer alleingelassen habe bei Ausstellungen. Zusammensitzen mit Züchterkollegen war für mich einfach undenkbar, meine Katzen wollte ich nie lange alleine lassen in einer für sie ungewohnten, fremden Umgebung.

Dividi Katzenausstellung TaubertalperserDividi hat dies im Übrigen wahnsinnig genossen mit mir auf Ausstellung zu sein, fast eine 24-Stunden-Rund-um-Betreuung nur für ihn alleine. Da war er der King und meine ungeteilte Aufmerksamkeit galt nur ihm.

Aber es reicht oft die eine Stunde aus um mich in Angst und Schrecken zu versetzen.

Nie werde ich das Hotel vergessen in dem der Fernseher auf einer Wandkonsole stand und Dividi in der Zeit, als ich dort lecker essen war, die Zeit nutzte um sich genau auf dieser Wandkonsole zwischen Fernseher und Zimmerwand zu pressen. Müßig zu erwähnen das der Hotelbetreiber den Fernseher natürlich nicht gesichert hat vor Katzen die auf Expedition gehen.

Entspannter Dividi PerserkatzeWer kommt auch schon auf die Idee das sich ausgerechnet hier eine Katze dazwischen zwängt?

Ja wir Katzenhalter, wir kennen ja unsere Pappenheimer aber ein Hotelbetreiber denkt da nicht mal ansatzweise daran J Warum auch? Die Chance, das gerade bei ihm ein Gast nächtigt mit einem Kater, der meint er wäre noch ein klitzekleines Kätzchen und passe ganz toll in diesen schmalen Spalt ist doch verschwindend gering.

Ihr könnt euch vorstellen wie vorsichtig ich ihn dort runterlockte immer mit einem Blick auf den Fernseher „Wackelt er schon?“

„Komm Dividi, na komm runter Schnuffelpuffel“
„Na komm schon kuscheln aber lass den Fernseher stehen“

Gott sei Dank ging aber alles gut und Dividi, sichtlich froh mich wiederzusehen, blieb dann die ganze Nacht neben mir in meinem Bett liegen.

Aber wer mit Katzen unterwegs ist kann immer was erleben und man sollte immer mit Überraschungen rechnen.

Betten zerlegen? Kann ich!

So auch bei einer unserer Ausstellungsbesuche in der schönen Stadt Regensburg.

Eine traumhaft schöne Stadt mit einer ausgesprochen schönen Ausstellungshalle. Da es hier aber doch einige Kilometer waren bin ich schon einen Tag zuvor mit Dividi angereist.

Das Hotel, dieses Mal sehr gut ausgewählt gehabt, lies keine Wünsche offen. Wunderschönes geräumiges Zimmer mit Doppelbett, geräumiges Badezimmer in dem man ganz leicht ein Katzenklo unterbringen konnte – einfach perfekt.

Frühstücksbuffett Auch das Frühstücksbuffett lies mein Herz höher schlagen. Ich liebe es, wenn ich auswärts nächtige, ausgedehnt und vielfältig zu frühstücken und so konnte ich frischgestärkt mit Dividi den ersten Ausstellungstag meistern.

Am Abend machte ich es mir wieder im Zimmer gemütlich mit Dividi und schlief dann recht bald ein. Himmel, so gut hatte ich schon lange nicht mehr geschlafen, nur dumm das ich dabei den Wecker überhört hatte und es schon 8 Uhr vorbei war.

„Ach du lieber Himmel, die Ausstellung!“

Ich lief panisch wie ein aufgeregtes Huhn umher, versuchte mich zu ordnen, Sachen zu packen, frisch zu machen um dann den Kater in den Transportkorb zu packen und loszufahren.

Tja, bis zum letzten Punkt war mein Plan gut durchdacht :-)

Dividi wollte nur nicht.

Mein hektisches Rumgewusel hat ihn dermaßen verstört, dass er es vorzog sich unter dem Bett in Sicherheit zu bringen. Sicher ist sicher. Man kann ja nie wissen, zum Schluss fällt ihm der Himmel auf den Kopf oder andere seltsame Dinge passieren.

So ein Doppelbett zur alleinigen Nutzung (von Dividi mal abgesehen) ist schon wahnsinnig toll. Man kann hier sich drehen und wenden und in unzähligen Positionen liegen wie man gerade lustig ist.

Hotel, DoppelbettAber es gibt Momente, da sind Doppelbetten einfach doof. Vor allem dann, wenn sie Katzen die Möglichkeit bieten darunter ausgiebig rumzuliegen und die Geschehnisse zu beobachten.

Um eine Katze schnellstmöglich unter einem Doppelbett hervorzubekommen bedarf es entweder der ausreichenden Menge an Leckerlis oder mindestens zwei Personen.

Öhm…….

Ich hatte natürlich weder das eine noch das andere, nur einen Kater UNTERM dem Doppelbett!!!

„Dividi, los komm unterm Bett vor, wir müssen los!“

Auf dem Bauch vor dem Bett liegend versuchte ich mit sanfter Stimme Dividi hervorzulocken, der genau auf der anderen Seite saß.

„Na komm Schnuffelpuffel die Ausstellung wartet“

„Ach Süßer, so komm doch!“

Gelangweilt guckte mich Dividi an und mir war so als würde er mir die ausgestreckte Mittelkralle zeigen.

„Mach doch was du willst, ich lieg hier bequem“

Aufgerappelt, auf die andere Seite des Bettes gewandert um ihn dort zu erwischen und vorzuziehen. Guter Plan nur ganz so doof ist halt Dividi nun auch wieder nicht.

Dividi hatte meinen Plan durchschaut und hat seinen flauschigen Allerwertesten genau auf der gegenüberliegenden Seite positioniert.

„Jetzt magst mich aber veralbern Dividi, oder?“

„Wir haben jetzt echt keine Zeit mehr, wir müssen wirklich los“

Okay, nach einem Blick auf die Uhr, wir hatten tatsächlich keine Zeit mehr!

Nachdem weder Leckerli, noch Federangel oder lockende Worte geholfen hatte, schritt ich zur Tat.

Doppelbett näher angeguckt und los ging es, ich krempelte meine Ärmel hoch und baute kurzerhand das Doppelbett ab.

Der Blick von Dividi als ich ihn dann von oben anguckte, fasste und in die Transportbox schob – unbezahlbar J

„Dividi, darüber werden wir noch mal reden müssen“

Doppelbett wieder zusammengebaut und im Eiltempo zum Auto und zur Katzenausstellung.

Abgekämpft, fertig mit den Nerven kam ich zur Ausstellung noch gerade rechtzeitig. Ansonsten hätte es geheißen

„Sorry, zu spät“.

Aber somit hatte ich wieder etwas gelernt in Bezug Katzen

Rechne immer mit dem Unmöglichen :-)

Und ich sollte in den nachfolgenden Jahren tatsächlich noch viele unmögliche Sachen lernen ;-)

Lest demnächst hier „Wenn kleine Zwetschken nach Pfirsich duften“

Dividi, Katzenausstellung, Mamakater, Glamour



Hier findet ihr weitere Ausstellungs-Abenteuer :-)

Ein Gedanke zu „Katzenausstellungen – zwischen Glanz und Glamour

  • 4. März 2020 um 16:55
    Permalink

    Hihi – das ist fast so gut, wie Katzen zum Tierarzt zu transportieren, lach……
    Plötzlich sind se wech und unauffindbar – oder so verbunkert, daß man nicht rankommt……
    Hab mich grad über Deinen Bericht köstlich amüsiert ;-)
    Finds allerdings echt Hammer, daß Du überhaupt mit Kater reisen kannst :-)
    Meine würden sterben, wenn ich sie länger als unbedingt nötig im Auto kutschieren würde –
    und dann noch ne fremde Umgebung ???? Weia – ginge gar nicht !!!! ;-)

    Antwort

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