Katzenausstellungen – zwischen Glanz und Glamour (4)

Ich war nun mit meinen Katzen schon mehrmals auf diversen Katzenausstellungen und mit der Anzahl der selbigen wuchs auch mein Inhalt meines Ausstellungskoffers.

Eine jede Ausstellung für sich brachte neues Wissen, neue Kontakte, neue Erfahrungen mit sich die man versuchte entsprechend umzusetzen und auch zu nutzen.

Mittlerweile war Dividi nicht nur mehrfach ausgezeichnet worden, sondern auch stolzer Vater entzückender kleiner Flauschebällchen. Eines süßer wie das andere und eine davon sollte meine Zucht erweitern / vergrößern.

Angel vom Taubertal, die es laut Tierarzt eigentlich nicht geben sollte da man auf dem Röntgenbild nur zwei Kitten gesehen hatte, sie aber meinte

„Hey, ich bin auch da“.

Angel die, von uns aufgrund ihrer Ambition einfach vom Sofa nur runterzuplumpsen wie eine reife Zwetschke, liebevoll so genannt wurde – Zwetschke (ich bestehe hier im übrigen auf die österreichische Schreibweise)

Ein Name den sie sich erworben und verdient hat, ein Name der sie neben vielen anderen niemals wieder loslassen sollte.

Zwetschke’s erste Ausstellung

Man ist natürlich super stolz auf seinen ersten eigenen Nachwuchs. Wie sollte es auch anders sein. Die ersten eignen Kitten, selber aufgezogen, liebevoll umsorgt – da will man natürlich auch wissen wie andere diese Kitten sehen. Selber ist man ja absolut voreingenommen, die eigenen Katzen sind IMMER die schönsten. Ehrlich, ist so :-)

Zwetschke, Katze auf TischUnd nachdem man früh genug anfangen sollte mit Ausstellungen damit sich die Katzen auch daran gewöhnen ging es nach Stuttgart mit meinem A-Wurf zu Animal.

Ja was soll ich großartig sagen, das Foto scheint Bände zu sprechen – ruhig um nicht schon zu sagen gelangweilt hat Zwetschke das Procedere der Begutachtung durch die Richter über sich ergehen lassen.

Ja sie hat durchaus positive Bewertungen erhalten was der Beginn einer entsprechenden Ausstellungskarriere war.

Zwetschke, mein süßes kleines Fusselchen mit dem Aussehen einer älteren Wollmaus die den Weg unterm Schrank hervorgefunden hat.

Wenn kleine Zwetschken nach Pfirsich duften!

Aber auch kleine Zwetschken werden groß und sie hat sich zu einem absolut bezaubernden Kätzchen entwickelt mit einem ausgesprochen liebreizenden Charakter und Verhalten.
Jeden Tag wenn ich von der Arbeit heimkam sprang sie mir, mit den ganzen Körper wackelnd, freudig entgegen. Wenn man sie ansprach oder sie der Meinung war, sie hätte etwas ganz Tolles gemacht (auch wenn sie gerade einen Porzellanübertopf gekillt hatte) saß sie da mit stolzgeschwellter Brust und blickte einen mit großen Augen.

„Guck mal Mami, bin ich nicht toll?“

„Ja, biste meine Kleine“ :-)

Es stand wieder einmal ein Ausstellungstermin vor der Tür und ich steckte viel Mühe und Zeit in ihre Fellpflege, regelmäßiges baden und föhnen sind hier definitiv das A und O.

Aber mein Aufwand sollte sich lohnen Zwetschke sah aus wie eine schöne, große fluffige Wolke – genauso wie man es mir gesagt hatte.

Ich war stolz auf sie, meine Zwetschke, mein Baby so bezaubernd schön.

Der erste Ausstellungstag ging auch dementsprechend erfolgreich von statten und die Richter waren voll des Lobes für ihr tolles Fell und die tolle Pflege.

Ach meine kleine, geliebte Zwetschke – so souverän bist du vor den Richtern gesessen, während ich danebenstand und vor lauter Stolz fast geplatzt wäre.

Zwetschke, Katzenausstellung

Mit Katzen Abends im Hotel

Nach dem Ausstellungstag ging es dann ins Hotel wo nicht nur ausgiebig gespielt, sondern auch entsprechend gekuschelt wurde.

Nur dann, am nächsten Tag als ich nach dem Frühstück ins Zimmer kam war ich nahe eines Herzinfarktes.

Zwetschke kam mir in ihrer unnachahmlichen Art entgegengesprungen, mit stolzer Brust als wollte sie mir wieder sagen

 „Guck mal Mami, was ich gemacht habe“,

nur dieses Mal konnte ich nicht lachen. In ihrem wunderschönen Brustfell, dass ich so toll hinbekommen hatte hing ihre Hinterlassenschaft und leuchtete mir in wundervollen Braun entgegen.

„Zwetschke, NEIN!!!! Wie hast du denn das hinbekommen?“

Verzweiflung machte sich in mir breit, Shampoo hatte ich ja mit aber der Hotelföhn war nun nicht wirklich etwas. Bei einer Züchterkollegin organisierte ich mir einen entsprechenden Haarfön und versuchte das Malheur zu beseitigen und zu retten, was zu retten ist.

Shampoo, Puder – alles Greifbare kam zum Einsatz und es gelang mir auch das Fell halbwegs wieder in Ordnung zu bringen. Nur es war noch so ein leichter Dufthauch von „Eau de Güll“ in der Luft.

Wusstet ihr das es Katzenparfum gibt?

Nein?

Nun ich bis zu dem Tag auch nicht aber eine hilfreiche Fee hat mir dies bei der Ausstellung organisiert und so saß dann eine nach Pfirsich duftende Zwetschke vor dem Richter und sah ihn mit großen Kulleraugen an, getreu ihrem Motto

„Bin ich nicht toll?“

Danke meine kleine Zwetschke, für diese unvergesslichen Momente :-)

Seitdem hatte ich dann IMMER einen entsprechenden Föhn dabei, sowie Katzenparfum mit Pfirsich-Note das im Übrigen nie wieder zum Einsatz kam ;-)

Zwetschke



2 Gedanken zu „Katzenausstellungen – zwischen Glanz und Glamour (4)

  • 20. März 2020 um 15:09
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    Toller Artikel, es gibt einfach Katzen, die unser Herz erobern – für immer. Ich hatte auch eine solche,
    zwar nicht selbst gezogen (aber selbst gekauft). „Bedauernd wurde mehrfach vermerkt „wat hamsesich denn da jekoft, die hat doch keine grünen Augen“. Eine Silber-Tabby-Perser. Grüne Augen waren bei denen dünn gesät. Aber sie hat trotzdem ihren Weg bis zum Champ. gemacht. Seinerzeit in Bonn. Ich weiß noch, daß ich, gerade von der Autobahn kommend, an einer Ampel stand – wie sollst du bloß die Halle finden?. Ich guckte nach rechts – und da war sie, die Halle. War ich happy.
    Liebe Grüße von einer ehemaligen Züchterkollegin – seinerzeit in Berlin wohnhaft – jetzt südlich von
    Berlin in einer ländlichen Gegend glücklich zu Hause. Das war meine beste Entscheidung.

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  • 23. März 2020 um 10:03
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    Deine Beiträge sind genau so zauberhaft wie Deine Fellnasen!!!

    Antwort

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