Reise in die Vergangenheit

Helden meiner Kindheit

Als ich meine Eltern in Wien besuchte, dachte ich mir ich nutze gleich die Gunst der Stunde und schau mich so um und seh mir an was sich so alles verändert hat.

Ich war als ich so meinen Streifzug durch „meinen“ Bezirk machte dann doch teilweise enorm überrascht, Manches, nein sehr vieles hat sich verändert. Viele Straßenzüge erkannte man kaum noch und von den vielen Brachflächen, die es noch gab als ich ein Kind war ist kaum mehr etwas übrig.

Ich hatte hier im 23. Bezirk eine unbeschwerte Kindheit mit viel Platz für Unfug zu treiben aber auch noch viel Natur und so manch „Gstetten“ wie wir es nannten eignete sich ganz famous für wilde Fahrradaktionen oder aber für heimliche, verbotene Dinge.

Aber ich konnte auch noch das eine oder andere Gebäude entdecken, dass noch erhalten war und als ich bei der Bäckerei Szihn vorbeilief die oft auf meinen Nachhauseweg lag hatte ich wie früher den Duft der frischen Backwaren in der Nase. Und für einen Moment kam es mir wie gestern vor als ich da noch mit Schultüte vorbeilief.

Bäckerei Szhin, Liesing, Wien, KindheitserinnerungWir hatten als Kinder alle so unsere Helden und Idole. Für den einen war es ein Sänger, der andere eher einen Sportler nur ich hatte eher so meine Helden im mehr oder weniger nahen Umfeld.

Es waren Menschen von nebenan, Menschen die durch ihr Engagement ihren Fleiß großes bewirkten oder manches Mal auch nur was Kleines. Und waren es nur leuchtende Kinderaugen vor dem Schaufenster und Abdrücke von kleinen Nasen die an der selbigen plattgedrückt wurden.

So einer war zweifelsohne für mich der Konditormeister Bimashofer, der mich als Kind regelmäßig zum Strahlen brachte und mich mit seiner leckeren Prinzesstorte und heißer Schokolade mit Schlag verwöhnte.

Leider ist er bereits vor einigen Jahren verstorben, die ehemalige Konditorei steht leer beziehungsweise mussten neuen Wohnhäusern weichen und es werden sich nie wieder glänzende Kinderaugen darin spiegeln.

Aber es gibt auch noch Helden meiner Kindheit, die nicht müde werden weiter für ihr Lebenswerk zu arbeiten und mit viel Elan und Geschick ihr Unternehmen unermüdlich führen und erweitern.

So einen Helden und sein Unternehmen möchte ich euch heute vorstellen.

Confiserie Heindl

Confiserie Heindl, Wien, Liesing, TraditionSchon als Grundschulkind bekam ich regelmäßig von meinem Vater leckere Kokosstangen von der Firma Heindl mitgebracht. Als zuständiger Mitarbeiter des örtlichen Energieversorgers war er für ihn mehr oder weniger zuständig und jedes Mal wenn er dort war gab es dann für seine Tochter eine kleine Tüte Kokosstangerln.

Der Geschmack und Geruch bleibt für mich absolut unvergesslich und genau aus diesem Grunde dachte ich mir „Hey, das nächste Mal wenn du in Wien bist, fährst du dort vorbei machst ein paar Fotos und stellst dieses kleine aber ausgesprochen feine Unternehmen deinen Lesern vor.

Da ich ein Freund klarer Verhältnisse bin habe ich nachgefragt bezüglich einer Fotografier-Erlaubnis. Ich mag nicht einfach ungefragt in einen Laden gehen und dort dann wild „rumknipsen“.

Die Antwort überraschte und begeisterte mich, ich hatte einen Termin nicht nur zum Fotografieren, sondern auch mit einer eigenen Führung.

Ein klein wenig Geschichte

1953 wurde die Confiserie Heindl gegründet und aufgrund der Absatzsteigerung in meinem Geburtsjahr wurde der Firmensitz in den 23. Bezirk verlegt an dem er sich heute noch befindet. Zu Beginn wurde nur der Wiener Fachhandel beliefert aber man erkannte doch recht zügig die Bedeutung einer zweiten Verkaufslinie. Und so entstanden die Eigenfilialen mit Standorten an belebten Einkaufsstraßen und Einkaufszentren.

Und das ist auch gut so, so kann man heute fast überall in Wien die leckeren Produkte aus dem Hause Heindl kaufen.

Confiserie Heindl, Wien, Liesing, TraditionSeit einigen Jahren gibt es auch ein Schokomuseum am Produktionsstandort und dort wird dem interessierten Besucher doch sehr viel über die Herstellung und Gewinnung des Hauptbestandteiles der kleinen Kostbarkeiten nähergebracht.

Es ist unglaublich was man hier für Artefakte findet aber auch die Geruchs- und Geschmacksnerven kommen nicht zu kurz und so kann man sich an verschiedenen Sachen ausprobieren.

Und ich bin mir noch nicht so ganz sicher was mein persönliches Highlight beim Besuch war. War es die Duftorgel oder doch eher einer der köstlichen Schokoladebrunnen?

Königreich Himmel

Dieser Filmtitel schoss mir spontan durch den Kopf als man mich aufforderte doch mich mal hier durchzuprobieren und mein erster Impuls mich einfach darunterzulegen und es „laufen zu lassen“ widerstand ich, wenn auch sehr zögerlich :-)

Schokobrunnen

Also Naschkatzen sind da absolut gut aufgehoben.

Aber ich lernte auch noch einiges über die Schokoladen- bzw. Pralinenherstellung und durfte einige Matrizen und Maschinen bewundern während mir der Herstellungsprozess erklärt wurde.

Ich fand dies alles wahnsinnig faszinierend und diverse Schablonen erweckten doch meine unbändige Neugierde. Hier in diesem Museum bekommt man doch eine Ahnung was da alles notwendig ist bevor wir es uns genussvoll in den Mund stecken können.

Eine besonders große Freude meinerseits war es aber den Helden meiner Kindheit persönlich kennen zu lernen, so symphatisch sehen also Menschen aus, die so einen tollen Job machen.

Walter Heindl, Wien, Liesing, Confiserie HeindlFamiliärer Umgang bei Heindl

Ich durfte dann auch einen Blick in die blitzsaubere Produktion machen und trotz Mundschutz konnte man erkennen, dass es hier „menschelt“.

Auf meine Nachfrage wurde mir dann auch bestätigt das viele Mitarbeiter teilweise schon Jahrzehnte für dieses Unternehmen tätig sind, bzw. ihre Eltern es schon waren. Man spürte hier eindeutig das „miteinander“.

Das Heindl Sortiment

Ach vor lauter Begeisterung hätte ich nun fast vergessen euch das eine oder andere aus dem ausgesprochenen leckeren Sortiment vorzustellen oder meine absoluten Lieblinge daraus.

Eigentlich gibt es so eine Art Jahreskalender für mich bei Heindl

Beginnend zu Ostern mit diversen Ostereiern bis hin zu den Veilchenpralinen, im Sommer wird dies erweitert auf die leckeren Heindl-Eispralinen um im Herbst zu meinem persönlichen Höhepunkt, den Schoko-Maronen zu kommen :-)

Heindl Schokomaronen, Taubertalperser

Ich habe nun tatsächlich lange, wirklich lange überlegt welche Produkte ich euch aus dem Hause Heindl ans Herz legen sollte und ich bin total unentschlossen, da durchwegs alles ausgesprochen lecker ist.

Meine persönlichen Favoriten sind natürlich die extrem leckeren Schoko-Maronen aber auch die Wiener Trüffel, meine persönlichen Hitverdächtigen. Aber auch die fruchtigen Varianten sind absolut empfehlenswert und sollten nicht außen vor bleiben.

Ihr merkt schon selber, ich habe hier echt mit mir zu kämpfen.

Aber am besten probiert ihr selber euch einmal durchs Sortiment, entweder ihr besucht Heindl in Österreich in einen der vielen Shops oder gleich bei der Zentrale und wenn ihr Glück habt dürft ihr auch durchs Schokomuseum wandern.

Alternativ, wer nicht so weit fahren möchte kann sich online auch diverse Produkte bestellen. Für Österreich direkt bei Heindl im Online-Shop, fürs Ausland war man clever und hat auf bewährte Strategien gesetzt. So vertreibt Austriansupermarket z.B. die Produkte.

Aber wer in Wien ist sollte es sich tatsächlich nicht nehmen lassen und einen Besuch bei Heindl einplanen.

Hier noch mal für Interessierte die genaue Anschrift der Zentrale und des Schokomuseums:

Walter Heindl GmbH

Willendorfer Gasse 2-8
1230 Wien
Austria



2 Gedanken zu „Reise in die Vergangenheit

  • 15. Oktober 2020 um 10:41
    Permalink

    Herbstbeginn ohne Schokomaronen das geht nicht. Die sind immer eine Sünde wert.

    LG aus Wien

    Andrea

    Antwort
    • 15. Oktober 2020 um 19:29
      Permalink

      Oh ja, ohne Schokomaronen ist es kein richtiger Herbst. Du ahnst gar nicht wie sehr ich mich gefreut habe als ich total unerwartet ein Care-Paket unter anderem mit meinen heißgeliebten Schokomaronen bekommen habe :-) Ich habe diese mit so einen Genuss vernascht, unglaublich :-)

      Aber es gibt ein paar Köstlichkeiten aus Wien, die man in Deutschland noch gar nicht so kennt und vielleicht verirren sich noch ein paar andere in meinen Blog. Es ist auch für mich immer wieder schön auf den Spuren meiner Kindheit zu wandeln auch wenn ich vieles sehr, sehr verändert hat.

      Antwort

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