Info: Giftige Frühlingsblumen – Gefahr für unsere Katzen

Wenn die lange, trübe Winterzeit vorbei ist stellen wir uns verstärkt gerne wunderschöne Schnittblumen ins Zimmer um uns daran zu erfreuen.

Doch viele der schönen Blumen bergen eine immense Gefahr für unsere geliebten Fellnasen. Welche Pflanzengefahren für Katzen in fast jedem Katzenhaushalt lauern, erfährst du in diesem Beitrag.

Besonders giftige Frühjahrsblumen sind:

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Schneeglöckchen sind die ersten Vorboten des Frühlings, wenn sie zaghaft die ersten Triebe durch den Schnee emporstrecken. Ich persönlich freue mich immer, wenn ich das erste Schneeglöckchen im Garten entdecke.

Aber viele Menschen haben keinen Garten und so bleibt ihnen meist nur der Weg in den nächsten Blumenladen, um sich einen kleinen Strauß der ersten Blümchen des Jahres zu kaufen.

Schneeglöckchen, giftige Pflanzen für KatzenDer Frühlingskrokus (Crocus vernus)

Die ersten Farbtuper im Frühling liefert uns meist der Der Frühlings-Krokus, der auch mal gerne als Alpenkrokus oder Frühlingssafran bezeichnet wird. Er gehört zur Familie der der Schwertliliengewächse (Iridaceae).  Beim Krokus ist die ganze Pflanze giftig.

Das enthaltene Toxin Lektine (Crocin, Crocetin) sorgt nach 30 bis 90 Minuten zu Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall.

Krokus, giftige Blume für KatzenDie Primel (Primulus spp.)

Die Familie der Primeln ist recht umfangreich und beinhaltet etwa 500 Arten. Problematisch ist vor allem die beliebte Becherprimel (Primula obconica). Die klitzekleinen Haare an den Blättern der Pflanze enthalten Primin.  Wird die Pflanze berührt, können allergische Reaktionen auf der Haut („Primeldermatitis“) auftreten.

Zwar enthalten auch alle anderen Primeln das Toxin Primin, aber meist in so geringen Mengen, dass es nicht zu Problemen kommt.

Die Symptome können bei Primeln sehr vielfältig sein angefangen von allergischen Hautreaktionen bis hin zum Anschwellen der Bindehäute.

Beim Verzehr kann es auch zu Rötungen der Mundschleimhaut und Anschwellen des Rachenraumes kommen.
Erbrechen, Durchfall und Magen-Darm-Reizungen sind meist die Folge.

Primeln, giftige Blumen für KatzenHyazinthen & Rauchfangkehrer

Die Hyazinthen (Hyacinthus officinalis), die man auch gerne mal in wunderschönen Blumenarrangements bekommt und sehr beliebt in vielen deutschen Haushalten sind enthalten Salze der Oxalsäure und Saponine.

Traubenhyazinthe, Rauchfangkehrer, giftige Pflanze für KatzenBeide Stoffe sind für Katzen absolut unverträglich uns sie reagieren mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfen darauf. 

Zu der Gattung zählt auch die allseits beliebte Traubenhyazinthe oder auch als Rauchfangkehrer bekannt (Muscari SP.)

Die enthaltenen Salze der Oxalsäure sowie die Saponine führen zu Schleimhautreizungen, Erbrechen, Durchfall, Blutungen aus Körperöffnungen, Zittern, Krämpfe, verstärkter Speichelfluss, Taumeln oder Benommenheit.

Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Ein Frühlingsblüher, der mir persönlich besonders gut gefällt auch wegen ihren Duft ist das Maiglöckchen (Convallaria majalis). In der Wildform findet es man gerne mal in Laub- oder Mischwäldern aber es hat auch seinen Einzug in vielen Gärten als Zier- oder Topfplanze gefunden. Aber auch als Schnittblume ist das Maiglöckchen aufgrund ihres Duftes sehr beliebt.

Beim Maiglöckchen ist die ganze Planze vor allem die Blüten und Früchte stark giftig. Sie enthalten Glykoside (Cardenolide)
Die Symptome ähneln einer Digitalis-Vergiftung (Fingerhut!) und es kann von Erbrechen, Durchfall, Krämpfe bis hin zu Herzrhytmusstörungen, Kreislaufkollaps bis hin zum Herzstillstand kommen. Sollte eure Katze an den Maiglöckchen geknabbert haben solltet ihr SOFORT, also wirklich SOFORT den Tierarzt aufsuchen.

Tulpen (Tulipa gesneriana)

In vielen wunderschönen Farben sind aktuell diverse Tulpen im Handel erhältlich. Sehr gerne schmücken wir unser Heim mit der farbenfrohen Pracht. Aber auch zu verständlich, wenn man sich diese herrlichen Schnittblumen näher ansieht.

Aber doch stellen sie eine Gefahr für unsere Katzen dar. Das in den Blüten, Blättern und Tulpenzwiebeln enthaltene toxische Tulipanin kann zu großen Problemen für unsere vierbeinigen Lieblinge sorgen.

Der Verzehr von nur kleinen Mengen kann bereits zu Erbrechen, Durchfall bis hin zum Atemstillstand führen.

Und gerade bei Jungkatzen sollte man hier wirklich Vorsicht walten lassen, da ihr ausgeprägter Spiel- und Abenteuerdrang sie sehr leicht dazu verleitet mit einer der Blüten zu spielen.

Es gilt immer die Faustregel, je früher eine Vergiftung erkannt wird umso besser sind die Aussichten auf vollständige Genesung. 

Tulpen, giftige Pflanzen für KatzenNarzissen/Osterglocken (Narzissus sp.)

Für mich zweifelsohne eine der schönsten Frühlingsblüher. Die Narzissen oder auch Osterglocken genannt. Wenn sie blühen weiß man, dass nun der Frühling da ist und man sich wieder auf schöne Sonnentage freuen darf.

Aber so attraktiv wie für uns, sind auch für Katzen die Osterglocken. Baumelt die doch so schön, wenn man mit der Pfote drantapst.

Leider sind sie aber für Katzen sehr, sehr giftig. Die Osterglocken oder Narzissen sind für Katzen sehr giftig. Die enthaltenen Alkaloide können bei Katzen neben den typischen Anzeichen einer Vergiftung auch Herzrhythmusstörungen hervorrufen.

Osterglocken, giftige Frühlingsblumen für KatzenIm Frühjahr, wenn die Triebe dieser Pflanzen aus der Erde sprießen, ist bei neugierigen Katzen besondere Vorsicht geboten. Besonders hoch konzentriert ist das Gift in den Blumenzwiebeln. Diese sollten nicht offen herumliegen.

Die Osterglocke ist auch unter den Namen Trompetennarzisse, Gelbe Narzisse und Falsche Narzisse bekannt. Die ganze Pflanze ist stark giftig, auch das Blumenwasser in der Vase! Selbiges gilt für die Weiße Narzisse, die sich von der Osterglocke durch ihre weißen Blüten unterscheidet.

Nach etwa 30 bis 40 Minuten nach Giftaufnahme kann es zu Speicheln, Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, kolikartigen Bauchschmerzen und Entzündungen der Haut auftreten. Aber auch Krämpfe, Zittern, Koordinationsstörungen, Herzrhytmusstörungen und Nierenversagen sind möglich.

Je nach aufgenommener Menge und Konstitution der Katze kann es auch zu Todesfällen kommen, hier ist also auch äußerst zügiges Handeln angesagt.

Palmkätzchen (Salix caprea)

Salix caprea, die Sal-Weide, gehört zur Gattung der Weiden und ist eine der Pflanzen, die im Frühjahr als erstes blüht, was sie zu einer wichtigen ersten Futterpflanze für Insekten, wie die Honigbiene macht. Im tierischen Bereich kennt man die Weidenrinde, die als natürliches Schmerzmittel gilt.

Verantwortlich dafür ist die Salicylsäure, die wir auch in der Acetylsalicylsäure („Aspirin“) finden, mit dem man Katzen (wenn es nicht VOM TIERARZT in sehr sehr niedriger Dosierung therapeutisch angewandt wird) durchaus umbringen kann.

Die Giftigkeit bezieht sich jetzt in erster Linie auf die Rinde, aber exzessives Knabbern an jungen Ästen samt Knospen muss jetzt auch nicht unbedingt sein. Davon abgesehen sind Palmkätzchen so ziemlich die ersten Pflanzen die den Wildbienen Nahrung bietet. Also bitte lasst sie in der Natur und reißt sie nicht von den Sträuchern ab.

PalmkätzchenRanunkeln (Ranunculus asiaticus)

Eine äußerst faszinierende Blume aus der Familie der Hahnenfußgewächse, ist die Ranunkel. Sie stellt ein Symbol für Charme darf und war im viktorianischen Zeitalter ein beliebtes Blumengeschenk um zu verdeutlichen „Ich bewundere deine vielen Reize“. Niedlich, oder?

In einer iranischen Sage spielt sie sogar eine total entzückende Hauptrolle. Ein schüchterner Prinz traute sich nicht einer schönen Nymphe seine Liebe zu erklären. Als er aufgrund dessen an gebrochenen Herzen starb verwandelte er sich in eine Ranunkel, die das Geheimnis im Herzen zwischen ihren vielen Blütenblättern verborgen hält. 

Angesichts der Sage wird man tatsächlich zum Liebhaber dieser bezaubernden Pflanze, die es in allen möglichen Farben zu kaufen gibt.

Ranunkel, giftige Pflanze für KatzenLeider ist die ganze Pflanze aufgrund des enthaltenen Toxins Protognemonin giftig.

Die Symptome können Übelkeit, Erbrechen, blutiger Durchfall, Entzündung der Mundschleimhaut, Krämpfe, Symptome einer Nierenentzündung mit Blut im Urin aber auch Kreislaufversagen und Atemlähmung sein.

Wenn man bemerkt, dass die Katze an der Ranunkel geknabbert hat sollte man auch hier, wie eigentlich bei allen anderen Giftpflanzen auch, unverzüglich den Tierarzt aufsuchen

Lilien (Lilium sp.)

Wunderschöne und allseits beliebte Schnittblumen sind auch die Lilien. Dummerweise sind aber genau diese traumhaft schönen Blumen so extrem gefährlich für unsere Katzen, da extrem giftig.

Es reicht hier der bloße Körperkontakt mit Blütenstaub und das abschließende putzen des Felles, dass es hier zu schwerwiegenden bis zu tödlichen Vergiftungen kommen kann.

Der enthaltene Giftstoff schädigt massiv unter anderem auch die Zellen der Nieren.  Erste Symptome sind hier Erbrechen, Speicheln, Appetitlosigkeit bis hin zur Nahrungsverweigerung. Die Symptome verschwinden zwar nach recht kurzer Zeit wieder aber, dass es der Katze nun wieder besser geht ist ein absoluter Trugschluss.

Lilien, giftige Pflanze für KatzenNach mehreren Stunden entwickelt die Katze eine krankhaft erhöhte Urinausscheidung die zur Austrocknung führt. Wenn man hier nicht zügig handelt – also sobald man sieht das die Katze von der Blume genascht oder mit dem Blütenstaub in Kontakt gekommen ist hat das Tier meist keine Überlebenschancen und auch wenn die Katze dank intensiver medizinischer Behandlung überlebt wird sie zeitlebens einen Nierenschaden davontragen.

Also hier bitte, ich weiß wie schön diese Blumen sind, aber bitte nehmt davon in euren eigenen Räumen Abstand davon. Zum Wohle der Katze.

Giftpflanze gefressen, was tun?

Eine Vergiftung ist ein Notfall!

Wenn ihr eure Fellnase dabei beobachtet habt,  das sie an der Giftpflanze genascht hat oder ihr einen Verdacht habt, zögert nicht kontaktiert eure Tierarzt.
Euer Tierarzt ist IMMER euer Ansprechpartner in erster Linie! Bitte fragt nicht in Facebook oder anderen Bereichen nach, ihr verliert dabei eventuell nur wertvolle Zeit. Zeit die ihr unter Umständen nicht habt.

Ruft lieber einmal zu viel als zu wenig bei eurem Tierarzt an. Es schadet weder euch, noch eurer Katze, kann ihr aber eindeutig das Leben retten.

Um eine rasche und präzise Hilfe der Katze zu geben sind präzise Angaben notwendig.

Was  –              Was hat eure Katze aufgenommen (eventuell Pflanze mitnehmen)
Wieviel –          wenn euch bekannt, die Menge benennen
Wann –            wann in etwa hat man es gesehen bzw. in welchem Zeitraum vermutet
                        man die Aufnahme (man ist ja leider nicht immer dabei wenn Katzen
                        „Blödsinn“ machen)

Falls eure Fellnase sich erbrochen hat nehmt das Erbrochene mit, so kann möglicherweise auch die Ursache identifiziert werden vor allem, wenn man nicht direkt beobachtet hat woran die Katze „genascht“ hat.

Wirksame vorbeugung – Gras zur Ablenkung?

Katzen sind von Natur aus neugierig spielen gerne aber knabbern auch gerne mal die eine oder andere Pflanze an.

GimCat Katzengras, Taubertalperser, Softgras, Wiesenduft, ProdukttestIch habe die positive Erfahrung gemacht je mehr Alternativen ich aufstelle und ihnen mehr oder weniger anbiete zum Knabbern, umso weniger sind sie generell an meinen Pflanzen interessiert. Und in all den Jahren haben nur zwei Pflanzen unter meinen Katzen „gelitten“. Eine weil sie als Kratzbaum missbraucht wurde und die andere stand einfach den Kitten im Weg rum. Was steht das Ding auch so unmotiviert auf der Fensterbank herum wo sie gerade herumturnen wollen?

Ergo: Bietet euren Katzen Pflanzen an, an denen sie ohne weiteres rumkauen dürfen. Katzengras (vorzugsweise Weizengras) ist natürlich die eine mögliche Alternative aber auch Grünlilie eignet sich ganz famos.

Bei letzterer solltet ihr aber bedenken, dass diese Pflanze Giftstoffe aus der Luft in ihren Blättern speichert. Solltet ihr also in dem Raum rauchen wäre dies absolut kontraproduktiv.

Allerdings ist dies keine Garantie oder gar ein Freibrief für euch nun total begeistert Giftpflanzen aufzustellen.

Schnittblumen in der Vase

Wer auf Schnittblume in seinen vier Wänden nicht verzichten mag sollte aber daran denken, dass auch eigentlich total harmlose Blumen entsprechend gedüngt und gespritzt werden. Klar, sie sollen ja groß und kräftig wachsen und lange ansehnlich aussehen.
So sollte man ganz genau überlegen wo man solche Blumen hinstellt ohne die Fellnasen einer unnötigen Gefahr auszusetzen.

Eine Möglichkeit sind große Vasen mit einem Steckschwamm auf denen man die einzelnen Blumen entsprechend dekoriert. So kann man sich den Frühling ins Haus holen ohne das die Katze dran kann und es sieht auch noch lange schön aus.
Das dies auch noch weitaus pflegeleichter ist erwähn ich nur mal am Rande :-)



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