Geiz-ist-Geil – von Züchtern, Vermehrern und der Ich-will-es-billiger-Mentalität

Geiz ist geil – Aufgrund eines von mir geposteten Bildes kam es zu sehr massiven Diskussionen bei Facebook. Diese Diskussionen waren so konstruktiv und interessant, das daraus dieser Beitrag entstanden ist.

Um was ging es eigentlich? Nun ich hatte dieses Bild hier in Facebook gepostet

Geiz-ist-Geil
Dieses Bild dürft ihr gerne für euren Blog oder Webseite verwenden, sofern es nicht verändert wird.

und hoffte einige Personen die Geiz-ist-Geil Problematik bewußt zu machen. Einige meinten nun, damit meint ich sicher diverse Polen- und Tschechenmärkte, andere wiederum das ich meine nur Vereinszüchter wären gute Züchter. Dieses Thema wurde echt sehr kontrovers diskuttiert und aufgrund dessen fühle ich mich doch etwas bemüßigt näher darauf einzugehen.
Im übrigen kann sich Züchter ein jeder nennen, dies hat nichts mit einem Verein zu tun.

In Österreich gibt es im § 4 des Bundesgesetzes über den Schutz der Tiere (Tierschutzgesetz-TSchG) folgende Definition von Zucht:

„Zucht: vom Menschen kontrollierte Fortpflanzung von Tieren durch gemeinsames Halten geschlechtsreifer Tiere verschiedenen Geschlechts, gezielte Anpaarung oder das Heranziehen eines bestimmten Tieres zum Decken oder durch Anwendung anderer Techniken der Reproduktionsmedizin.“

Tiermärkte, Hinterhofvermehrer

Nein, ich meine mit diesem Bild nicht nur diverse Polen- und Tschechenmärkte, sondern auch diverse „Hinterhofvermehrer“ und „Hobbyvermehrer“. Ich meine damit diese Leute, die meinen es reiche einfach nur zwei Tiere zu nehmen, die gemeinsam irgendwo einsperren und das daraus entstehende Lebewesen könne man dann ganz toll und teuer verkaufen.

Ich meine all diejenigen, die sich nicht über die Verantwortung einer solchen Verpaarung bewußt sind. Katzen- oder Hundezucht bedeutet Verwantwortung und nicht mal eben kurz Babys in die Welt setzen und diese verkaufen.

Man setzt durch sein Zutun Lebewesen in die Welt, Lebewesen für die man eine Verantwortung trägt nur dessen sind sich viele nicht bewußt, denn wie kann man es erklären das man einfach zwei verschiedene Rassen miteinander verpaart, die in Züchterkreisen bekannt sind für ihre genetischen Rasseerkrankungen.

Medizinische Betreuung vor der Verpaarung

Ein jeder seriöse Züchter lässt seine Tiere vor einer Verpaarung/Zuchteinsatz auf eben solche genetischen Erkrankungen testen, ein jeder seriöse und verantwortungsvoller Züchter legt allergrößtest Augenmerk nicht nur auf die entsprechenden Rassemerkmale sondern auch auf die entsprechende Gesundheit seiner Tiere. Diese Untersuchungen, die teilweise jährlich gemacht werden müssen kosten Geld, sehr viel Geld. Aber nur so kann man gewährleisten, dass man gesunde Nachkommen seiner Tiere in die Welt setzt.

Aber die Gesundheitsvorsorge vor der Verpaarung ist nur ein kleiner Teil von dem, was einen seriösen Züchter ausmacht. Seriöse Züchter sorgen auch für eine hochwertige, artgerechte Ernährung der Tiere und auf die entsprechenden Ruhepausen für die Zuchtkatzen sondern beschäftigen sich auch mit der Genetik.
Klar könnten Katzen zweimal jährlich Nachwuchs bekommen aber eine Rolligkeit,  Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht des Nachwuchses ist eine Anstrengung für die Katze. Sie sollte deshalb auch entsprechende Ruhepausen bekommen, viele Vereine schreiben aus diesem Grund auch Zuchtpausen vor, die zum Wohle der Katzen gedacht sind.

Vorsorge, Abgabe, Verantwortung

Ein weiterer Punkt ist, das ein seriöser Züchter seine Babys nur entsprechend geimpft und sozialisert abgeben wird. Wir selber geben unsere Babys nur vollständig geimpft ab, da wir der Überzeugung sind, solange die Babys bei uns im Haus sind, sind wir für sie verantwortlich. Wir geben unseren Kittenkäufern zwar Empfehlungen mit, aber wir können weder das kontrollieren ob sie sich daran halten, noch es ihnen vorschreiben. Auch wachsen die Babys bei uns auf, sie haben kein eigenes Kittenzimmer, sie werden nicht irgendwo separat gehalten, sondern sie sind mitten bei uns und wachsen in unserer Mitte auf. Wenn sie ausziehen, kennen sie alles, was so ein Kätzchen für sein Leben brauchen könnte. Das unsere Babys normalerweise sogar Silvester verschlafen, keine Angst vor Transportkörben haben und auch auf Autofahren keinen Terror machen ist ein Teil unserer „Arbeit“ die wir in die Aufzucht unserer Babys investieren. Und diese Investition machen wir gerne.

Das seriöse Züchter mit ganzem Herzen und sehr viel Liebe bei der Sache sind, sollte sich von selbst verstehen und muss man nicht näher erläutern. Mehr aber über gute Züchter könnt ihr in meinem Beitrag Gute Züchter, schlechte Züchter lesen

Katzenvereine, Stammbäume ….

Es gibt in Deutschland gefühlte 1.000 Katzenvereine, viele sind seriös und wirklich gut, einige davon – nun da sind die Stammbäume das Papier nicht wert auf denen sie gedruckt/geschrieben sind.

Für Laien ist es auch immer sehr, sehr schwer da durchzublicken, zu wissen worauf es ankommt. Versprechen und schreiben kann man viel, nur ist es in der Realität dann auch so?

Viele Katzenzüchter und Vereine sind sich dieser großen Problematik bewußt und wollten einen Qualitätsstandard schaffen, um hier wirklich für das Tier zu agieren. 

Leider wurde dies von einigen anderen Vereinen, die sich nicht entsprechend engagieren wollten, boykottiert so das es nur eine Frage der Zeit war wann diese tolle Idee sprichwörtlich zu Grabe getragen wurde.

Hier habe ich einige Links für euch, die ein klein wenig weiterhelfen sollen bei der Suche nach eurem Traumkätzchen.